In Kairo.

[140] Unsere Ankunft in Kairo ging glatt vor sich. Wir landeten in der Hafenstadt Bulak, zogen mit unserem Gepäck auf Eselsrücken nach der Stadt, mitten durch ein ungeheures Schilfgebüsch, das über Manneshöhe emporschoß und auf dem sich gegenwärtig das vornehmste europäische Stadtviertel der[140] Ismailijeh erhebt, und stiegen im Hotel d'Orient ab, das damals zum Aufenthalte der wenigen in Kairo anwesenden Fremden diente. Heute ist es zu einem Gasthofe zweiten Ranges herabgesunken, obgleich seine günstige Lage, auf einem freien Platze vor dem Ezbekijeh-Garten eine besondere Anziehungskraft ausüben sollte.

Unter den anwesenden Gästen, welche die letzten Wintermonate unter der ägyptischen Frühlingssonne zu verweilen gedachten, befanden sich viele, denen ich in meinem späteren Leben wieder begegnete. Ich lernte hier zum erstenmale einen schönen, jungen, preußischen Kürassieroffizier, den Grafen Perponcher aus Berlin, kennen, der infolge einer hartnäckigen Heiserkeit das milde Klima Ägyptens aufgesucht hatte. Es ist derselbe, der später als Hofmarschall im Dienste Kaiser Wilhelms I. als eine sehr beliebte Persönlichkeit in den Vordergrund trat. Die junge österreichische Fürstin von Windischgrätz beehrte mich durch ihre Freundschaft, zu der ihr in erster Linie meine antiquarischen Kenntnisse des Landes die nächste Veranlassung geboten hatten. Unter den übrigen Bewohnern des Gasthofes, der Mehrzahl nach bestanden sie aus Engländern und Franzosen, fehlte es nicht an lustigen Personen, die an der gemeinsamen Tafelrunde teilnahmen und die Gesellschaft im höchsten Maße zu erheitern wußten, oft ohne dies zu beabsichtigen. Ich zähle dazu einen steifernsten Amerikaner, der mit Winden und Stricken die weite Reise von New-York nach Kairo zurückgelegt hatte, um eine der Pyramiden von Gizeh von ihrem Standort zu rücken und nach seiner Heimatsstätte zu überführen; ferner einen jungen evangelischen Kandidaten der Theologie, der später in Berlin seine Gemeinde durch seine frommen Predigten erbaute, damals aber mit einem kleinen Beutel voll Schiffszwieback und ohne sonstige Zehrung ausgerüstet und auf einem Kamel hinter einem Beduinen[141] sitzend die lange Reise durch die Wüste nach dem Sinai zurückzulegen gedachte und krank und elend nach dreitägigem Marsche nach unserm Hotel zurückgebracht wurde. Unvergeßlich bleibt mir vor allen übrigen ein närrischer österreichischer Arzt Dr. Jemtschik, der einem im Kriege gegen Piemont schwer verwundeten Offizier als Begleiter nach Kairo beigegeben war und den langen lieben Tag auf seinen Jagden in der Umgebung von Kairo zubrachte. Der arme Kranke, dem eine Kugel durch die Lunge gedrungen war, lag derweil hilflos auf seinem Krankenlager. Eines Abends wurde seine Bettumhüllung aus leichtem Gazestoff, die s ogenannte Mustiquière, durch ein auf dem Nachttisch stehendes Kerzenlicht infolge eines Luftzuges in Brand gesteckt. Er sah sich allein, raffte sich aber mit seiner letzten Kraft empor, um aus dem Bett zu stürzen und einen kleinen Kasten mit Munition unter seiner Lagerstätte hervorzuziehen. Sein ärztlicher Beistand hatte nämlich diesen Platz für den geeignetsten gefunden, um den gefährlichen Inhalt des Kastens vor den üblichen Diebereien der arabischen und nubischen Bedienung im Hotel zu schützen. Wenige Tage darauf gab der Leidende infolge der Aufregung und Überanstrengung nach einem heftigen Blutsturze seinen Geist auf. Dr. Jemtschik zog es vor, nicht nach der Heimat zurückzukehren. Er nahm eine Stellung im Dienste der ägyp tischen Regierung an, wurde als Arzt nach dem Sudan ge schickt, nm in Chartum die Kuhpockenimpfung einzuführen, gelangte nach mehrmonatlicher Reise wohlbehalten unter den Sudanesen an, um sich schließlich zu überzeugen, daß er das Notwendigste mitzunehmen vergessen hatte – die Lymphe.

Die Ankunft eines österreichischen Landsmannes aus Wien, eines Dr. Natterer, versetzte unseren Helden in einen wahren Freudentaumel. Der nicht ganz junge Wanderer, damals etwa 32 Jahre alt, trng eine Unbeholfenheit nnd eine Schüchternheit[142] zur Schau, die bei einem jungen Mädchen von fünfzehn Jahren erklärlich gewesen wäre. Er öffnete uns beiden sehr bald sein Herz. Sohn eines vermögenden Hausbesitzers bürgerlicher Abkunft in Wien, habe er, Dr. N., sich naturwissenschaftlichen Forschungen hingegeben, eine zehnjährige Liebschaft mit einer ehrsamen Schneidermamsell leider hoffnungslos genährt, da sich der Herr Vater gegen die eheliche Verbindung beider Liebenden mit festem Willen erklärt hätte. Die holdselige Braut sei schließlich des Wartens überdrüssig geworden, habe ihm kurzweg einen Scheidebrief geschrieben und sich sofort verheiratet. Ein paar Tage nach ihrer Verehelichung sei der Herr Vater aus dem Leben geschieden und ihm als einzigem Sohne die reiche Hinterlassenschaft des Verstorbenen übergeben worden. Der Verzweiflung nahe, habe er, der niemals die Stadt Wien verlassen hätte, die weite Reise nach Afrika angetreten, um sich auf dem Sklavenmarkt in Kairo eine Frau zu kaufen, die für-, alle Zeit sein wohlbezahltes und wohlerworbenes Eigentum bleiben müsse.

Dr. Jemtschik jauchzte vor Vergnügen auf und rief mit seiner Stentorstimme, und seine rechte Hand fiel dabei auf den Tisch: »Das war eine urgescheite Idee von Ihnen! Wir begeben uns morgen gemeinschaftlich nach dem Sklavenmarkt im Chan-Chalil, Brugsch muß mit, und wir helfen Ihnen eine Frau auswählen und kaufen.«

Am nächsten Morgen zogen wir auf drei Eseln – Wagen oder gar erst Droschken gab es damals in Kairo nur in einigen Exemplaren von vorsündflutlicher Bauart – durch die lange Straße der Muski nach den Bazaren, um unseren Weg nach dem allen Reisenden bekannten Chan-Chalil zu nehmen, der nach der Aufhebung der Sklaverei in der ganzen Türkei zu einem Teppich-Bazar umgewandelt worden ist. Das umfangreiche Gebäude, aus Stein- und Ziegelwerk ausgeführt,[143] umschließt einen Hof, worin sich vier Stockwerke mit Galerien erheben, von denen aus kleine Türme nach gewölbten Gemächern dahinter führen. Ihre finsteren Räume erhalten ihr Licht von außen durch ein kleines Fenster, mit eisernen Gittern davor, und dienen heute als Lagerraum der Teppichschätze, damals bildeten sie die Wohnstätte für etwa 2000 arme heidnische Sklaven aus dem Sudan, aber auch christliche Abessinier nicht ausgeschlossen.

Mir wurde fast ängstlich zu Mute, als der Sklavenhändler, ein feister Araber von rohem Aussehen, uns nötigte, die steinernen Stufen nach der oberen ersten Galerie hinaufzusteigen, nachdem ihm Dr. Jemtschik sein Begehren in arabischem Kauderwelsch mitgeteilt hatte. Wir betraten bald darauf eine jener dunkeln Kammern, die eher einem Gefängnisse unter den Bleidächern von Venedig als einem Aufenthalte für menschliche Wesen ähnlich sah. Das Halblicht des Tages fiel vom Hofe aus durch die geöffnete Thür in das Innere des unheimlichen Raumes, in welchem farbige Frauen und Mädchen auf dem Erdboden hockten und mit stumpfsinnigem Blicke der Arbeit einer Genossin zusahen, die damit beschäftigt war, auf einem heißen Bleche – als Feuerungsmittel diente schwelender, äußerst übelriechender Kamelmist, die bekannte Gilleh der Araber, von der schon im Buche Hiob die Rede ist, – eine teigartige, fladenförmige Masse zu backen. Es war das Brot der Unglücklichen, das ihnen als einzige Nahrung geboten wurde. An Stelle menschlicher Bekleidung diente ihnen eine Art von Getreidesack aus rohstem Stoffe, der an seinem unteren Teile in einer Art von Rundung ausgeschnitten war, groß genug, um den Kopf eines menschlichen Leibes durchstecken zu können. Das traurige Stück Elend bot unseren Augen das Bild einer Reihe von Säcken dar, an denen sich oben ein menschliches Haupt befand.[144]

Ich fühlte mich tief erschüttert und bewegt und hätte am liebsten den unheimlichen Ort sofort wieder verlassen. Falsche Scham auf der einen Seite, Neugierde auf der andern hielt mich ab, meine Absicht auszuführen, und so wurde ich unfreiwilliger Zeuge eines Kaufes, der nach meiner Meinung nach europäischem Gesetze nicht nur unstatthaft, sondern sogar strafbar war. Dr. Natterers Wahl fiel auf ein etwa vierzehnjähriges, hübsches abessynisches Mädchen, für das er bare 100 Marie-Theresien-Thaler zahlte. Ich machte ihn darauf aufmerksam, daß er nach diesem vollzogenen Handel eine sehr schwere Verantwortlichkeit übernommen habe, da er vor seinem Konsul eine Erklärung abgeben müsse, daß er an dem Kinde Elternstelle zu vertreten habe und zunächst für eine christliche Pension und die angemessene Schulbildung sorgen müsse. An alles das hatte er vorher nicht gedacht und ich weiß nicht, welche Schritte er später einschlug, um meinem guten Rate zu folgen. Mir war die Gesellschaft von Mephistopheles und Faust zuwider geworden und ich verließ das Hotel, um meine neue Wohnstätte unmittelbar unter den Fittigen des preußischen Aars aufzuschlagen, mit anderm Wort als Gast unseres damaligen Generalkonsuls Baron von Pentz.

Gleich nach meiner ersten Vorstellung bei diesem erging die Einladung an mich, sein Haus als das meinige zu betrachten und zu ihm zu ziehen. Ich nahm das liebenswürdige Anerbieten an und erhielt eines der freundlichsten Zimmer in seiner Wohnung, die unmittelbar hinter dem Hotel d'Orient gelegen und nur durch eine schmale Straße von diesem getrennt war. Von den letzten Fenstern aus fiel das Auge auf das Viertel der Ezbekieh, die damals noch nicht die Gestalt eines langweiligen städtischen Gartens nach französischem Zuschnitt angenommen hatte, sondern gerade wegen ihrer Wildheit und in ihrem Baumreichtum und Pflanzendickicht eine[145] der anziehendsten Stellen von Kairo bildete. Araber und Griechen hatten hier eine Menge bunt angestrichener hölzerner Kaffeehäuser aufgeschlagen, man saß unter den dichtbelaubten schattigen Bäumen von erstaunlicher Größe vor kleinen hölzernen Tischen, trank seinen Mokka, blies die blauen Wolken des köstlichen Latakia-Tabaks aus langen Tschibuks in die von balsamischen Düften geschwängerte Luft und glaubte sich wie im Traume nach Tausend und einer Nacht versetzt. Durch das Innere des Dickichts zogen sich schmale Gänge voll blühender Rosen und Myrten, in denen die Haremsdamen, tief verschleiert, sich in aller Freiheit bewegten, ohne zu fürchten, von einem »Frängi« oder Europäer belästigt zu werden. Alles war so urwüchsig und echt morgenländisch, wie die ganze Anpflanzung selber, die an uugekünstelter Schönheit nichts zu wünschen übrig ließ. Sie wurde mein Lieblingsaufenthalt, so oft und so lange ich damals und später in Kairo weilte um mit meinen Freunden, meistens Afrikareisenden, wie Herrn v. Heuglin, einem Württemberger, und dem bayerischen Baron v. Nei mans, die lehrreichsten Gespräche zu führen und ihren Plänen oder Reiseerzählungen mit gespanntester Aufmerksamkeit zu lauschen.

Unser General-Konsul, Baron von Pentz, war aus Mecklenburg gebürtig, halte als Artillerie-Offizier in der Armee gedient, war später ausgetreten, um sich der diplomatischen Laufbahn zu widmen, und von der Regierung als Generalkonsul nach Ägypten geschickt worden. Ein angehender Fünfziger und unverheiratet, war er seinem ganzen Wesen nach das gerade Gegenteil von dem, was man im damaligen Oriente von dem Vertreter einer fremden europäischen Regierung erwartete, d.h. von ehrlicher Offenheit und, im Ausdruck seiner Meinungen, von einer Derbheit, die von den ränkesüchtigen, einschmeichelnden, übertrieben höflichen und schlauen Morgenländern[146] als Grobheit ausgelegt wurde und ihn nichts weniger als eine beliebte Persönlichkeit erscheinen ließ. Sein unbestechlicher Charakter übte trotzdem einen großen Eindruck auf sie aus und im geheimen mußten sie sich sagen, daß »der alte Pentz«, wie man ihn in Kairo zu nennen pflegte, ein ganzer Mann sei, dem gegenüber man andere Saiten aufzuspannen habe.

Wer ihn näher kannte, und unser gemeinsames häusliches Leben bot mir selber vielfältige Veranlassung dazu, mußte ihm die vollste Anerkennung gerade seines oft barschen Auftretens wegen zollen, denn im ägyptischen Nilthale war Preußen oder Brussia ein kaum dem Namen nach gekanntes Land, und man erlaubte sich bisweilen spöttische Anspielungen, die der alte Baron mit dem ganzen Aufwand seiner Kraftausdrücke sofort zurückwies. Der zur Zeit regierende Vizekönig, Abbas I., von den Arabern mit vollem Rechte »der Grausame« tituliert, war ein ausgesprochener Freund der Engländer, wie sich später sein Nachfolger Sajid Pascha durch seine Hinneigung zu Frankreich auszeichnete. Die Politik Ägyptens schwankte schon damals zwischen diesen beiden Großmächten hin und her, die man in einem gegebenen Falle als die natürlichsten und mächtigsten Beschützer ansah. Die übrigen Mächte kamen wenig oder gar nicht in Betracht, und Brussia spielte eine sehr untergeordnete Rolle nach den ägyptischen Anschauungen, die sich erst mit einem Schlage änderten, als 15 Jahre später die Nachricht von dem Siege der Preußen bei Königgrätz auf telegraphischem Wege nach Kairo gelangte.

Ich erinnere mich noch heute mit wahrer Herzensfreude, wie die Muski-Straße, in welcher sich zu jener Zeit das preußische Konsulat befand, nach Bekanntwerden des Ereignisses im Nu sich mit einer dichten Menge von Arabern füllte. Die Leute standen zusammengepreßt, Kopf an Kopf, und richteten[147] ihre Augen unverwandt nach dem Wappen über der Eingangspforte des Konsulats, das damals, neben dem Schilde stehend, die bekannten beiden wilden Männer mit der Keule in der Hand in buntfarbiger Ausführung zeigte. Die dienstthuenden preußischen Kawasse, aus zwei Eingeborenen erwählt, hatten ihr Möglichstes zu thun, um auf die zahlreichen an sie gerichteten Fragen Rede und Antwort zu geben. »Das sind die Söhne des Reiches Brussia? Allerdings sind es kräftige, starke Söhne Adams, aber sie gehen ja nackt. Frieren denn nicht die Väter des Landes in ihrer kalten Heimat? Und giebt es noch keine Schneider unter ihnen? Wie wunderbar, statt des Tarbusches oder des Hutes tragen sie Baumblätter auf dem Kopfe, und um die Hüfte einen kurzen Schurz von Kohl oder was die grünen Blätter sonst bedeuten mögen. Sieh nur, mein Bruder, ihre seltsamen Gewehre (sie meinten damit die Keulen auf dem Bilde). Das sind die gefährlichen Waffen, mit denen sie, ohne zu laden, eine Kugel nach der andern auf ihren Feind geschleudert haben. Maschallah! Was Gott doch alles nach seinem Willen geschehen läßt!«

So und ähnlich lautete die Unterhaltung, welche die neugierigen Gasser miteinander führten, um ihr Erstaunen kund zu geben, daß man bisher nichts von den tapferen Söhnen des Reiches Brussia gewußt habe, woran sich die Wünsche knüpften, daß man sie doch einladen sollte, nach Ägypten zu kommen, natürlich in aller Freundschaft, um ihre sonderbaren, aber so gefährlichen Gewehre zu zeigen und sich von ganz Misr oder dem Ägypterlande bewundern zu lassen.

Quelle:
Brugsch, Heinrich Ferdinand Karl: Mein Leben und mein Wandern. Zweite Auflage, Berlin 1894, S. 140-148.
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