Das Wikipedia Lexikon

Das Wikipedia-Lexikon präsentiert die am häufigsten gesuchten Stichwörter der Online-Wikipedia. Bestellen Sie die gedruckte Ausgabe für nur 19,95 !

Die Texte des Wikipedia-Lexikons unterliegen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation und wurden von diesen Autoren geschrieben.


Australian Shepherd
Der A. S. ist eine von der FCI seit 2006 (Nr. 342, Gr. 1, Sek. 1) anerkannte Hunderasse aus den USA. Der Mutterverband des Australian Shepherds ist der ASCA, welcher das 1. Zuchtbuch für den A. S. in den 1950er Jahren eröffnete.
Australien
A. (engl. u. lat. Australia, abgeleitet von lat. terra australis: “südliches Land”; offizieller Name Commonwealth of Australia) ist der flächenmäßig sechstgrößte Staat der Erde. Er liegt auf der Südhalbkugel nordwestlich von Neuseeland u. südlich von Indonesien, Osttimor, West-Papua u. Papua-Neuguinea u. umfasst die Hauptlandmasse des Kontinents A. sowie die vorgelagerte Insel Tasmanien u. einige kleinere Inseln. Die Gesamtfläche des Landes umfasst etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 3.700 km, die West-Ost-Ausdehnung ungefähr 4.000 km. Das Tafelland des Westaustralischen Plateaus nimmt etwa 60 Prozent des Kontinents ein. Der Osten des Landes ist von der Great Dividing Range geprägt, die sich von Norden nach Süden über 3.200 km erstreckt. Ein Großteil der westlichen u. zentralen Landesteile ist unbewohnbar (Outback). Darüber hinaus gehören noch die pazif. Norfolkinsel, die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel u. die Ashmore- u. Cartier-Inseln im Indischen Ozean sowie die subantarkt. Inseln Macquarieinsel u. Heard- u. McDonald-Inseln als Außengebiete zu A. Auch das Australische Antarktis-Territorium wird vom austral. Staat als Außengebiet betrachtet. Der Anspruch auf dieses Gebiet wird seit dem Jahr 1933 erhoben. A. wird (hauptsächlich in A. selbst) auch als Oz (lautmaler. Abk. von “Australia”) bezeichnet. Ebenso gibt es die Sammelbez. Down Under, Australasia (Südliches Asien), oder kurz A’sia, welche A., Neuseeland u. die umliegenden Inseln zusammenfassen.
Australien (Kontinent)
A. als Kontinent umfasst eine Hauptlandmasse, Australien u. die vorgelagerten Inseln Tasmanien u. Neuguinea. Häufig werden zum Kontinent Australien auch die im Pazifik gelegenen Inselstaaten gezählt, insbes. aus kulturellen u. polit. Gründen Neuseeland. Diese erweiterte Region wird aus kulturellen Gründen als Kontinent Ozeanien bezeichnet. Die Hauptlandmasse wurde vormals auch Neuholland genannt, der Kontinent (aus europ. Sichtweise) als Fünfter Kontinent gezählt. Der Kontinent A. ist mit ca. 28,4 Mio. Ew. nach der Antarktis der bevölkerungsärmste.
Australischer Dollar
Der austral. Dollar ist die Währung Australiens. Er wird außerdem auch von Kiribati, Nauru u. Tuvalu benutzt.
Australopithecus
Australopithecus ist eine ausgestorbene Vormenschen-Gattung der Familie der Hominidae, zu der auch der Mensch zählt. Der Name ist ein lateinisch-griech. Kunstwort (mit latein. Endung), das der Entdecker des ersten fossilen Australopithecus, Raymond Dart, 1925 aus lat. australis, “südlich” (wegen des Fundortes im südafrikan. Taung) u. griech. πίθηκος, altgr. ausgesprochen píthēkos, “Affe” zusammensetzte. Die frühen Australopithecinen werden als nahe Verwandte der Vorläufer des heutigen Menschen (Homo sapiens), möglicherweise auch als direkte Vorfahren der Gattung Homo angesehen.
Austrian
A. ist eine österr. Fluggesellschaft mit Sitz in Wien. Die mit vollem Namen Austrian Airlines AG genannte Fluglinie fliegt primär im Linienverkehr u. ist außerdem die Muttergesellschaft von Tyrolean Airways u. Lauda Air sowie von 28 weiteren Beteiligungen. Der Gesamtkonzern tritt nach außen als A. Airlines Group auf. A. ist Mitglied der globalen Star Alliance. Der Heimatflughafen ist der Flughafen Wien-Schwechat. 2006 transportierte die A. Airlines Group 10,8 Mio. Passagiere.
Auswanderung
A. oder Emigration (von lat. ex (assimiliert zu e) hinaus; migrare wandern) ist das Verlassen des Heimatlandes auf Dauer. Die Emigranten oder Auswanderer verlassen ihre Heimat entweder freiwillig oder erzwungenermaßen aus wirtschaftlichen, religiösen oder polit. Motiven oder aus persönl. Gründen. Meist wandern Einzelpersonen oder einzelne Familien aus; in der Geschichte hat es aber auch die A. eines ganzen Volkes oder von großen Teilen eines Volkes gegeben. Auswanderer kommen als Immigranten (Einwanderer) in das sie aufnehmende Land.
Auswärtiges Amt
Das Auswärtige Amt (abgekürzt AA) ist der traditionelle Name für das dt. Außenministerium. Es ist zuständig für die Außenpolitik sowie die dt. EU-Politik. Leiter des Auswärtigen Amtes ist heute der Bundes-Min. des Auswärtigen.
Autarkie
A. (von altgriech. “Selbstständigkeit”) im allg. Sinne bedeutet, dass Organisationseinheiten oder Ökosysteme alles, was sie ver- oder gebrauchen, aus eigenen Ressourcen selbst erzeugen oder herstellen. Subsistenzwirtschaft muss im Gegensatz zur A. nicht alles zur Lebenserhaltung aus eigenen Ressourcen bereitstellen. Autarke Systeme sind u. a. wirtschaftl. Einheiten (Volkswirtschaften, Wirtschaftsregionen, Haushalte), die sich ausschließlich mit eigenen wirtschaftl. Gütern (Lebensmittel, Rohstoffe, Waren, Dienstleistungen, Produktionsfaktoren) versorgen u. von Importen unabhängig sind.
Authentifizierung
A. (v. griech. authentikos für “Anführer”) ist der Vorgang der Überprüfung (Verifikation) einer behaupteten Identität, beispielsweise einer Person oder eines Objekts, wie beispielsweise eines Computersystems. Authentisierung hingegen ist der Vorgang des Nachweises der eigenen Identität. Im Englischen wird zwischen den beiden Begriffen nicht unterschieden: Das Wort authentication steht für beide Vorgänge. Dementsprechend werden die beiden Ausdrücke im Deutschen oft (ungenau) synonym verwendet. Weiterhin ist die A. von Objekten, Dokumenten oder Daten die Feststellung, dass diese authentisch sind – es sich somit um ein unverändertes, nicht kopiertes Original handelt. Eine überprüfte Identität, also nach der erfolgreichen A., wird Authentizität genannt. In Computer-Netzwerken wie dem Internet wird A. eingesetzt, um die Authentizität von Informationen sicherzustellen.
Authentizität
A. (gr. αυθεντικός authentikós “echt”) bedeutet Echtheit im Sinne “als Original befunden”. Das Adjektiv zu A. heißt authentisch.
Autismus
A. (v. griech. “selbst”), von der Weltgesundheitsorganisation als eine tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert, wird von Ärzten, Forschern, Angehörigen u. Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- u. Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich bereits im frühen Kindesalter bemerkbar macht. In den aktuellen Diagnosekriterien wird zwischen Frühkindlichem A. (Kanner-Syndrom) u. dem Asperger-Syndrom unterschieden, welches sich oftmals erst nach dem dritten Lebensjahr bemerkbar macht. Viele Ärzte gehen jedoch mittlerweile von einem Autismusspektrum aus (Autismusspektrums-Störung), das verschiedene Schweregrade kennt.
Autobahn
Eine A. ist eine Fernverkehrsstraße, die ausschließlich dem Schnellverkehr u. dem Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen dient. Sie besteht aus zwei Richtungsfahrbahnen mit (in Deutschland seit einigen Jahrzehnten) jeweils mindestens zwei Fahrstreifen sowie meistens mit zusätzl. Standstreifen (auch Seitenstreifen genannt). Beide Fahrbahnen sind durch einen Mittelstreifen, in dem passive Schutzeinrichtungen wie Stahl-Schutzplanken oder Betonschutzwände errichtet sind, voneinander getrennt. Die Fahrbahnbefestigung kann entweder als Beton- oder als Asphaltbelag ausgeführt sein.
Autobiografie
Eine A. (von griech.: autós: selbst; bíos: Leben; gráphein: beschreiben) ist die Beschreibung der eigenen Lebensgeschichte oder von Abschnitten derselben aus der Retrospektive (im Gegensatz etwa zum Tagebuch). Das Besondere dieser literar. Form besteht in der Identität zwischen Autor u. Erzähler sowie Erzähler u. Protagonisten.
AutoCAD
AutoCAD [aːtouˈkæd] ist Teil der CAD-Produktpalette von Autodesk zum Erstellen von 2D- u. 3D-Zeichnungen mit einem PC. Die aktuelle Version AutoCAD 2009 (R17.2) wurde im März 2008 vorgestellt. Die Autodesk-Produktpalette ist weltweit die meistbenutzte CAD-Software.
Autodidakt
Ein A. (v. griech. αυτός “selbst” und διδάσκω “lehren”) ist jemand, der sich autodidaktisch (d.h. im Selbststudium) eine Bildung auf hohem Niveau aneignet. Anders als der Dilettant, der sein dem Autodidakten gegenüber meist geringeres Wissen zwar auch autodidaktisch erworben haben kann, strebt der Autodidakt in der Regel eine professionelle Anwendung seines Wissens an und mitunter auch dessen gesellschaftlicher Anerkennung.
Autoerotischer Unfall
Ein A. U. ist ein Vorgang, bei dem sich ein Mensch bei der Masturbation oder einer anderen autoerotischen Betätigung unabsichtlich eine erhebl. Verletzung zufügt. Im Falle einer tödl. Verletzung verwendet man den Begriff autoerotischer Selbsttötungsunfall.
Autogas
A. (im internationalen Straßenverkehr als GPL verzeichnet, aus dem Französischen gaz de pétrole liquéfié) bezeichnet zum Gebrauch in Fahrzeug-Verbrennungsmotoren vorgesehenes Flüssiggas (LPG, Liquified Petroleum Gas). Es ist nicht zu verwechseln mit komprimiertem Erdgas (CNG, Compressed Natural Gas) oder Flüssigerdgas (LNG, Liquefied Natural Gas) als Kraftstoff.
Autogenes Training
Das autogene Training ist eine auf Autosuggestion basierende Entspannungstechnik. Es wurde vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz aus einer Hypnose entwickelt, am 30. April 1927 erstmals vorgestellt u. 1932 in seinem Buch “Das autogene Training” publiziert. Heute ist das autogene Training eine weit verbreitete u. anerkannte Methode, um Stress u. psychosomat. Störungen zu behandeln. Der Begriff "autogen" stammt aus dem Griechischen u. bedeutet "selbst hervorgerufen".
Autoimmunerkrankung
A. ist in der Medizin ein Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist. Irrtümlicherweise erkennt das Immunsystem körpereigenes Gewebe als zu bekämpfenden Fremdkörper. Dadurch kommt es zu schweren Entzündungsreaktionen, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen.
Autoklav
Ein A. (griech./lat. selbstverschließend) ist ein gasdicht verschließbarer Druckbehälter. Er wird für verschiedene Anwendungen in unterschiedlichen, jeweils angepassten Ausführungen verwendet. In der Medizintechnik, Lebensmitteltechnik u. Biologie versteht man unter einem Autoklaven zumeist einen Apparat, in dem Wasserdampf unter Überdruck auf verschiedene Objekte (Instrumente, Nährmedien) einwirkt, um Sterilität zu erreichen. Auch in chem. Laboratorien u. in der Technik werden Autoklaven verwendet, wobei sie hier zur Durchführung von Reaktionen unter Hochdruck sowie für Reaktionen mit Gasen gebraucht werden. Vom Grundprinzip her stellt ein Schnellkochtopf ebenfalls einen Autoklaven dar.
Automatisierung
A. ist: * die mit Hilfe von Maschinen realisierte Übertragung von Arbeit vom Menschen auf Automaten, üblicherweise durch technischen Fortschritt. * die Zusammenfassung von wiederkehrenden Funktionsabläufen in der elektronischen Datenverarbeitung zu Makros oder neuen Programmfunktionen, zum Beispiel in der Textverarbeitung, in der Bildbearbeitung oder in geographischen Informationssystemen.
Automatisierungstechnik
Ziel der A. ist es, dass eine Maschine oder Anlage völlig selbstständig u. unabhängig vom Menschen arbeitet. Je besser dieses Ziel erreicht wird, um so höher ist der Automatisierungsgrad. Häufig bleiben für den Menschen noch Überwachung, Nachschub, Fertigteilabtransport, Wartung u. ähnl. Arbeiten übrig. Mit dem derzeitigen Stand der Elektronik (Mikroprozessor, Software usw.) kann dieses Ziel besser als je zuvor erreicht werden. Hohe Personalkosten sind die wirtschaftl. Triebfeder. Zur A. zählen unter anderem verschiedenste Themen der Gebäude- u. Fabrikautomation wie zum Beispiel Messung, Steuerung, Regelung, Überwachung, Fehlerdiagnose u. die Optimierung.
Automobil
Das A. oder kurz Auto (von griechisch autó~ – selbst~ u. lat. mobilis – beweglich, früher Motorwagen) ist ein selbstfahrendes Fahrzeug, das sich unabhängig von Schienen u. ohne den Einsatz von Zugtieren selbständig u. aus eigenem Antrieb an Land fortbewegen kann. Die Definition schließt motorisierte Zweiräder mit ein. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht das Wort meist für mehrspurige Fahrzeuge, welche sich auf Straßen fortbewegen. Oft ist auch nur der Pkw, nicht aber der per Definition auch zur Gruppe der Automobile gehörende Lkw gemeint. Die motorisch bewegten Fahrzeuge haben gegenüber den von Zugtieren gezogenen zwei wesentl. Vorteile. Sie können erstens schneller u. weiter fahren, zweitens größere u. anhaltende Steigungen leichter bewältigen. Im Jahr 1995 gab es weltweit etwa 500 Mio. Personenkraftwagen, 2002 waren es bereits 590 Mio. In Deutschland gab es 2002 etwa 53,3 Mio. Pkws, 2007 waren es rd. 55,5 Mio.
Automobilindustrie
Die A. ist ein Industriezweig, der sich der Herstellung von Automobilen u. anderen Kraftfahrzeugen widmet. Die A. entstand nach Erfindung des Automobils 1885 durch den Deutschen Carl Benz gegen Ende des 19. Jh. u. erlebte einen bedeutenden Aufschwung durch die Massenproduktion von Kraftfahrzeugen (vor allem durch Henry Ford), der bis heute anhält. In vielen Industrieländern, wie in den USA, Japan, Deutschland u. Südkorea stellt die A. einen der bedeutendsten Industriezweige dar.
Autonome
Als A. (gr. auto (selbst) u. nomos (Gesetz)) oder autonome Gruppen werden heute umgangssprachl. Mitglieder bestimmter unabhängiger radikal-libertärer bzw. anarchist. Bewegungen bezeichnet. A. Gruppen sind weder parteipolitisch noch sonst formal als Vereine organisiert. Untereinander bestehen lose Verbindungen u. Netzwerke. Die Autonomen streben danach, auch unabhängig von der bestehenden Gesellschaftsordnung, selbstbestimmte Freiräume zu schaffen. Dogmatische Etikettierungen werden von ihnen in der Regel abgelehnt. Im Überblick betrachtet, verfolgen sie antiautoritäre, sozialrevolutionäre und dem Anarchismus nahe stehende Ideale.
Autonome Region Kurdistan
Die A. R. K. (kurdisch: Heremê Kurdistanê) bildet den nördl. Teil des Iraks u. wurde 1970 nach einem Vertrag – dem Märzmanifest – zwischen Saddam Hussein als Vertreter der Regierung des Iraks u. den Führern der kurd. Parteien unter Molla Mustafa Barzani eingerichtet u. wurde zunächst als Kurdische Autonome Region bezeichnet. Die Umbenennung in A. R. K. folgt dem regionalpatriot. Anspruch, dem ethno-geograph. Begriff "Kurdistan" einen offiziellen u. staatsrechtl. Stellenwert zu verleihen. Die Region wird von der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) u. der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) regiert. Bis heute ist diese Region de facto unabhängig, international jedoch nicht anerkannt. Sie hat ihren eigenen Dinar als Währung, eine Flagge, eine Verfassung und eine Nationalhymne (Ey Reqîb). Die Flagge der Region ist ähnlich jener der historischen Republik Kurdistan in Mahabad. Die A. R. K. ist nicht synonym mit dem irak. Teil Kurdistans, da noch kurdische besiedelte Gebiete außerhalb der Region liegen. 2003 beteiligten sich die Kurden am Irak-Krieg u. konnten so ihren Einfluss u. damit die Region vergrößern. Heute fallen auch Teile der Gouvernements Diyala, Kirkuk u. Ninawa unter diese Region.
Autonomes Gebiet Tibet
Das Autonome Gebiet Tibet ist ein Verwaltungsgebiet der Volksrepublik China. Im offiziellen chines. Sprachgebrauch steht der Begriff “Tibet” immer für das Autonome Gebiet Tibet; allerdings schließt auch der tibet. Begriff bod bzw. bod yul die osttibet. Regionen Amdo u. Kham, also überwiegend außerhalb des Autonomen Gebiets Tibet gelegenen Gebiete, üblicherweise nicht mit ein. Damit sie ebenfalls einbezogen werden, muss im Tibetischen bod chen (Böchen) = "Groß-Tibet" gebraucht werden. Der völkerrechtl. Status Tibets wird kontrovers diskutiert. Das Autonome Gebiet Tibet wurde 1965 als administrative Einheit der Volksrepublik China geschaffen u. entspricht in etwa dem früheren Machtbereich der Dalai Lamas u. macht ungefähr die Südhälfte des Hochlands von Tibet (geographisches Tibet) aus (siehe auch Tibet). Der Vorsitzende der tibet. Regierung ist derzeit Qamba Püncog.
Autonomie
Als eine A. (von (alt)griechisch αυτονομία, autonomía = sich selbst Gesetze gebend, Eigengesetzlichkeit, selbstständig) bezeichnet man je nach Fachbereich oder Zusammenhang Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung oder Entscheidungsfreiheit, beispielsweise das Recht nationaler Minderheiten, einen Teil ihrer Angelegenheiten selbst zu bestimmen. “Autonomie bedeutet, daß nicht, wie bei Heteronomie, die Ordnung des Verbands durch Außenstehende gesetzt wird, sondern durch Verbandsgenossen kraft dieser ihrer Qualität (gleichviel wie sie im übrigen erfolgt).” (Max Weber). A. besteht in der Regel im Rahmen eines Systems. Besondere Bedeutung hat sie in der Privat- u. Tarifautonomie.
Autopoiesis
A. bzw. Autopoiese (altgriech. “selbst” u. “schaffen”) ist der Prozess der Selbsterschaffung u. -erhaltung eines Systems. A. ist das charakterist. Organisationsmerkmal von Lebewesen bzw. lebenden Systemen. Der Begriff wurde von dem chilen. Neurobiologen Humberto Maturana geprägt. Autopoietische Systeme (beispielsweise Menschen u. andere Säugetiere) sind rekursiv organisiert, d.h. das Produkt des funktionalen Zusammenwirkens ihrer Bestandteile ist genau jene Organisation, die die Bestandteile produziert.
Autor
Ein A. (lat.: auctor; Urheber, Schöpfer, Förderer, Veranlasser) ist der Verfasser oder geistige Urheber eines Werkes. Dabei handelt es sich meist um Werke der Literatur im weitesten Sinn (Schriftsteller, Fachbuch-, Lehrbuch-, Sachbuch-, Drehbuch-, Fernseh-, Opern- oder Bühnenautor). Seltener wird, mit einem deutlich jurist. Beiklang, als A. der Urheber eines Werkes der nichtliterar. Kunst (etwa Musik, Fotografie, Filmkunst) u. der Wissenschaft verstanden (vergleiche auch Softwareautoren, Gesetzesautoren). Unüblich scheint es auch zu sein, konkrete Poesie, visuelle Poesie oder Wortbilder als von Autoren geschaffen zu bezeichnen.
Autoreifen
Der A. (schweiz. Pneu) bildet mit der Autofelge das Rad des Autos.
Autorität
A. ist im weitesten Sinne eine soziale Positionierung, die einer Institution oder Person zugeschrieben wird u. dazu führt, dass sich andere Menschen in ihrem Denken u. Handeln nach ihr richten. Sie entsteht (durch Vereinbarungen oder Herrschaftsbeziehungen) in gesellschaftl. Prozessen (Lehrer/Schüler, Vorgesetzter/Mitarbeiter), durch vorausgehende Erfahrungen von Charisma (beruhend auf charakterist. Charismatisierungsquellen, wie Stärke, Kompetenz, Tradition oder Offenbarung). Der Begriff hat seine Wurzeln im römischen Recht: Auctoritas.
Autorun
A. ist die Funktion von Windows-Betriebssystemen, beim Einlegen oder Einstecken von auswechselbaren Datenträgern (CDs/DVDs, USB-Sticks usw.) ein bestimmtes Programm auszuführen oder eine Datei zu öffnen.
Autosom
Als Autosomen werden in der Genetik die Teilmenge der Chromosomen bezeichnet, die nicht zu den Gonosomen, den Geschlechtschromosomen gehören. Die Gonosomen u. die Autosomen machen die Gesamtmenge des menschl. Erbgutes aus, welche unter dem Begriff Genom zusammengefasst werden.
Auto Union
Die A. U. AG war ein dt. Automobil-Konzern, der 1931 gegr. wurde u. 1969 mit der NSU Motorenwerke AG zur Audi AG fusionierte.
Avalon (Mythologie)
A. (verwandt mit der indogerm. Wortwurzel aballo für Apfel), auch Avalun genannt, ist ein myst. Ort, der aus der Artussage bekannt ist. Auch bekannt als Ynis Avalach, was so viel bedeutet wie die Apfelinsel (auf Walisisch = Ynys yr Afallon = Insel der Äpfel). Der Artussage od. Gralsge-schichte nach war Avalon der Aufenthaltsort des Königs Artus nach seiner Verwundung.
Avantasia
A. nennt sich das Solo-Projekt des Power-Metal-Sängers Tobias Sammet, der hierbei als Sänger u. Schreiber in Erscheinung tritt. Er ist ebenso der Frontmann der Band Edguy. Die drei bisher erschienenen Alben zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Stil einer Oper geschrieben wurden.
Avantgarde
Der Begriff A. stammt ursprünglich aus dem Sprachschatz des französ. Militärs u. bezeichnet die Vorhut, also denjenigen Truppenteil, welcher als erster vorrückt u. somit zuerst in Feindberührung tritt. Das Gegenstück ist die Nachhut (veraltet: “Arrièregarde”), welche als letzte abrückt u. somit gleichfalls als letzte Feindberührung hat. Zwischen beiden marschiert die Hauptmacht, das “Gros”. Im übertragenen Sinn werden unter “Avantgarde” politische u. künstler. Bewegungen zumeist des 20. Jh. verstanden, die eine starke Orientierung an der Idee des Fortschritts gemeinsam haben u. sich durch bes. Radikalität auszeichnen.
Avatar (Internet)
Ein A. ist eine künstl. Person oder ein graf. Stellvertreter einer echten Person in der virtuellen Welt, beispielsweise in einem Computerspiel.
Avatar – Der Herr der Elemente
A. – D. H. d. E. (Originaltitel: Avatar: The Last Airbender) ist eine US-amerikan. Zeichentrickserie, die in einer asiatisch inspirierten Fantasywelt angesiedelt ist. In den USA hat die Serie gute Einschaltquoten erzielt u. wurde auch von der Kritik positiv aufgenommen. Zwei Staffeln sind in den USA bereits gesendet worden, die dritte läuft seit dem 21. September 2007. In Deutschland wird Avatar seit Januar 2006 ausgestrahlt.
Avelon, Natalia
Natalia Avelon (* 29. März 1980 in Breslau, Polen, bürgerl. Natalia Siwek), aufgewachsen in Ettlingen, ist eine deutsch-poln. Schauspielerin u. Sängerin.
Ave Maria
A. M. (Gegrüßet seist Du, Maria) ist der latein. Beginn eines Grundgebetes der kath. Kirche zur Anrufung Marias, der Mutter Jesu. Ein im wesentlichen dem A. M. entspr. Gebet kennt auch die orth. Kirche. Die Anrufung besteht in ihrer heute üblichen kath. Form aus zwei Teilen: * Den ersten Teil bilden die biblischen Marienanreden des Engels Gabriel bei der Verkündigung (Lk 1,28) sowie Elisabeths beim Besuch Marias (Lk 1,42). Dieser Teil wurde seit dem 11. Jahrhundert im Stundengebet u. in den Andachten gebetet. * Der zweite Teil ist eine im 13. Jahrhundert hinzugefügte Bitte, die den Beistand in der Todesstunde zum Inhalt hat.Das A. M. gehört nach dem Vaterunser zu den meistgesprochenen Gebeten der Christenheit u. ist mit diesem Bestandteil des Rosenkranz-Gebetes.
Avenue des Champs-Élysées
Die A. d. C. [avənydeʃazeliˈze] in Paris, auch kurz Champs-Élysées oder umgangssprachl. Les Champs genannt, ist eine der großen Prachtstraßen der Welt. Sie liegt im nordwestl. Teil der Stadt im 8. Arrondissement. Ausgangspunkt sind die beiden westlich der Place de la Concorde stehenden Nachbildungen der Pferdegruppen Chevaux de Marly von Guillaume Coustou d. Ä. Die 1910 Meter lange u. 70 Meter breite Avenue endet mit der Einmündung in die Place Charles de Gaulle, auf der der Triumphbogen steht. Sie bildet den mittleren Teil u. das Rückgrat einer einzigartigen “axe historique” genannten Sichtachse.
Aversion
A., Abneigung oder Ablehnung (von lat. aversatio zu aversio “Ekel”) bezeichnet die Neigung eines Organismus, auf bestimmte Reize mit Unlust zu reagieren. Eine A. kann gegenüber jeder Art von Reizen oder Objekten bestehen, zum Beispiel gegenüber bestimmten Menschen, Handlungen, Dingen (Nahrungsmitteln) oder Situationen u. Erinnerungen. Als aversiv können auch die Reize selber bezeichnet werden u. so kann beispielsweise Schmerz ein aversiver Reiz sein.
Avidemux
A. ist eine freie, unter der GPL veröffentlichte Videoschnittsoftware für Computer mit den Betriebssystemen Linux, BSD, Mac OS X u. Windows.
Avignon
A. ist eine Stadt in der Provence in Südfrankreich am östlichen Ufer der Rhône mit knapp 90.000 Ew. Sie ist Sitz der Präfektur des Dép. Vaucluse. Die Rhône bildet bei A. die Grenze zum Dép. Gard. Gegenüber am rechten Ufer der Rhône befindet sich die Stadt Villeneuve-lès-Avignon. Im S befindet sich das Dép. Bouches-du-Rhône (Dép. 13). Die charmante Altstadt von A. mit ihren prächtigen, mittelalterl. Häusern ist von einer intakten u. imposanten Befestigungsmauer umgeben. Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jh. u. der berühmten Brücke Pont St. Bénézet zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.
AVN Award
Der AVN A. ist ein Filmpreis der US-Erotikbranche, der jährlich im Januar in Las Vegas, USA, vergeben wird. Die Abk. AVN steht für Adult Video News. AVN ist ein Medienunternehmen mit Sitz in Chatsworth, Kalifornien. Zu AVN gehören eine Reihe von anderen Geschäftsbereichen, wie diverse Print- u. Online-Magazine sowie auch Verbrauchermessen.
Avocado
Die A. (Persea americana MILL., auch Persea gratissima) gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Der bis zu 15 Meter hohe Baum hat seinen Ursprung in Südmexiko u. wurde bereits von den Azteken kultiviert. Heute wird er in über 400 Kultursorten weltweit in den Tropen sowie in Südafrika, Israel, Kalifornien, Chile, Peru u. Südspanien (Málaga u. die Küste von Granada) angebaut.
Avogadro-Konstante
Die A. NA ist eine nach Amedeo Avogadro benannte physikal. Konstante, die als Teilchenzahl N pro Stoffmenge n definiert ist. Sie gibt die Zahl der Teilchen in einem Mol an. Nach der aktuellen CODATA-2006-Empfehlung  hat die A. den Wert NA = 6,022.141 79 (30) × 1023 mol−1 Entsprechend der Definition der atomaren Masseneinheit beträgt die Masse eines 12C-Atoms im Grundzustand multipliziert mit dem Zahlenwert der Avogadro-Konstanten in mol−1, auch Avogadro-Zahl genannt, exakt 12 g. Die Avogadro-Zahl ist der Kehrwert der atomaren Masseneinheit in Gramm.
AVR-Caritas
Die "Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes" (A.) sind das Regelwerk, nach dem die hauptamtl. Mitarbeiter der Caritasverbände u. der Einrichtungen der Caritas beschäftigt u. entlohnt werden. Die AVR sind an den BAT des Öffentlichen Dienstes, bzw. an den TVöD angelehnt.
Avril, Édouard-Henri
Édouard-Henri Avril (* 21. Mai 1843 in Algier; † 1928 in Le Raincy) war ein französ. Maler u. Graphiker. Unter dem Namen Paul Avril wurde er als Illustrator erotischer bis pornograph. Romane sehr bekannt.
Awaren
Die A. (auch Avaren) waren ein zentralasiat. Reitervolk, dessen ethnische u. sprachl. Herkunft noch nicht ausreichend erforscht worden ist. Sie beherrschten im Frühmittelalter über 200 Jahre lang Mitteleuropa von ihren Siedlungsgebieten in der Pannonischen Tiefebene u. waren in dieser Zeit der wichtigste Machtfaktor zwischen dem Frankenreich u. dem Byzantinischen Reich.
Awk
A. ist eine Programmiersprache (Skriptsprache) zur Bearbeitung u. Auswertung einfacher Textdaten, beispielsweise CSV-Dateien. Der zugehörige Interpreter war eines der ersten Werkzeuge, die in der Version 3 von UNIX erschienen; sie wird auch heute noch vielfach zusammen mit sed in Shell-Skripten eingesetzt, um Daten zu bearbeiten, umzuformen oder auszuwerten. Eine Version von A. ist heute in jedem Unix-System zu finden. Es ist aber auch für fast alle anderen Betriebssysteme verfügbar. Die Free Software Foundation stellt unter dem Namen gawk eine erweiterte freie Version zur Verfügung.
Axel Springer AG
Der von Axel Springer 1946 gegr. Verlag Axel Springer ist Deutschlands größter Zeitungsverlag u. verlegt unter anderem Bild u. Die Welt. Der Sitz des Unternehmens ist Berlin. Weitere Niederlassungen bestehen in Hamburg u. München.
Axiom
A. ist ein nicht deduktiv abgeleiteter Grundsatz einer Theorie (Wissenschaft, eines axiomat. Systems). Der Ausdruck "Axiom" wird in drei Grundbedeutungen verwendet: Er bezeichnet * einen unmittelbar einleuchtenden Grundsatz (klassischer (materialer) Axiombegriff) (Beispiel: Satz vom Widerspruch); * ein vielfach bestätigtes allgemeines Naturgesetz (naturwissenschaftlicher (physikalischer) Axiombegriff) (Beispiel: Newton'- sche Axiome); * ein zu Grunde gelegter, nicht abgeleiteter Ausgangssatz (moderner (formaler) Axiombegriff).
Axolotl
Der A. (Ambystoma mexicanum) ist ein nachtaktiver mexikan. Schwanzlurch aus der Familie der Querzahnmolche (Ambystomatidae), der gewöhnlich nur in neotener, larvenähnl. Form auftritt. Sein Name stammt aus der aztek. Sprache Nahuatl, nämlich von Atl (Wasser) u. Xolotl (Aztekengott). Dies bedeutet in etwa Wasserspiel oder Wassermonster oder Wasserpuppe. Die ersten A. (zwei Weibchen) wurden am 3. August 1804 von Alexander von Humboldt (1769-1859) nach Europa eingeführt. Sie dienten als exot. Kuriosität im Pariser Naturkundemuseum. Weitere fünf Männchen u. ein Weibchen gelangten 1864 dorthin.
Axon
Das A. (griech. áxon, Achse; auch als Neurit bezeichnet) ist der lange, faserartige Fortsatz einer Nervenzelle (syn. Neuron), der elektr. Nervenimpulse vom Zellkörper (Perikaryon) wegleitet. Die Weitergabe von Nervenzelle zu Nervenzelle bzw. an das Erfolgsorgan erfolgt nicht elektr., sondern chem.
Aykroyd, Dan Edward
Daniel Edward Aykroyd, CM (* 1. Juli 1952 in Ottawa) ist ein kanad. Filmschauspieler. Er wurde durch Filme wie “Blues Brothers” u. “Ghost Busters” populär.
Ayurveda
A. (Sanskrit, m., āyurveda, dt.: Wissen vom Leben; auch in der Schreibweise Ayurweda) ist die Bez. für eine traditionelle indische Heilkunst, die bis heute viele Anwender in Indien, Nepal u. Sri Lanka hat u. in westl. Ländern an Popularität gewinnt. A. ist eine Kombination aus Erfahrungswerten u. Philosophie, die sich auf die für die menschl. Gesundheit notwendigen physischen, mentalen, emotionalen u. spirituellen Aspekte konzentriert. Dadurch hat A. einen ganzheitl. Anspruch. Das Ziel der ayurvedischen Heilkunst ist die Vermeidung von ernsthaften Erkrankungen, indem man versucht, den Auslöser der Erkrankung zu verstehen u. ungesunde Angewohnheiten abstellt. Dazu gibt es eine Reihe von Behandlungen, die vor allem dem Körper dabei helfen sollen, “sich selbst zu helfen”. Bekannt sind etwa die diversen Ölmassagen u. das Panchakarma, ein aus 5 Teilen bestehendes Entschlackungs- u. Reinigungsprogramm (“Panch” ist Hindi für 5).
Azad
A. (* 1. Januar 1974 in Sanandadsch, Iran; bürgerlich: Azad Azadpour) ist ein dt. Rapper kurd. Abstammung. Azad heißt übersetzt “Frei”. Er tritt aber auch unter dem Namen “Der Bozz” auf. Azad lebt in Frankfurt am Main nahe dem Stadtteil Ginnheim.
Azathioprin
A. ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Immunsuppresiva u. unterdrückt die Immunabwehr. Es wird zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen u. in der Behandlung verschiedener Erkrankungen angewendet, die mit einer Störung der Immunreaktion einhergehen. Im menschl. Körper wird A. durch die Xanthinoxidase zu 6-Mercaptopurin verstoffwechselt, das dann die eigentl. Wirkung entfaltet (Prodrug). A. kann in Form von Tabletten oder intravenös verabreicht werden.
Azazel
A. (hebräisch, auch Asasel, Azaël, Asael) gilt in der jüd. Mythologie als Wüstendämon (Dämon) u. erster Bannerträger der Höllenarmeen. Er tritt in Bockgestalt auf u. ist der Anführer der gefallenen Engel. Auf ihn werden beim jüdischen Sühnenfest die Sünden der Welt aufgeladen.
Azeotrop
Ein A. (auch azeotropes Gemisch; griechisch: a – "Verneinung", zeo – "siedend", tropos – "Drehung, Wendung, Richtung") ist ein Stoffgemisch, das man nicht durch gewöhnl. Destillation trennen kann, weil die Zusammensetzung der Flüssigkeit u. der Gasphase gleich sind. Im Phasendiagramm berühren sich die Siede- u. die Kondensationskurve. Beim Sieden verhalten sich azeotrope Gemische wie Reinstoffe.
Azidose
Eine A. ist ein Zustand der Übersäuerung des Körpers. Liegt der pH-Wert im Blut unterhalb von 7,35, spricht man von einer A. Der Referenzwert liegt bei 7,35 bis 7,45. Liegt er darüber, so spricht man von einer Alkalose.
Azimut
Das (auch der) A. (von arabisch as-sumut – “die Wege”, Plural von asamt – “der Weg”) ist ein Terminus aus der Astronomie, der einen nach Himmelsrichtungen orientierten Horizontalwinkel bezeichnet. Der Begriff wird sinngemäß auch in anderen Fachbereichen verwendet.
Azofarbstoff
Azofarbstoffe sind synthet. Farbstoffe u. bilden zahlenmäßig deren größte Gruppe. Es sind über 2.000 Vertreter bekannt. Azofarbstoffe sind durch eine oder mehrere Azobrücken (-N=N-) charakterisiert u. werden in großen Mengen durch Diazotierung von aromat. Aminen (z. B. Anilin) hergestellt.
Azoren
Die Inselgruppe der A. (port. Ilhas dos Açores für Habichtsinseln) sind eine Gruppe von neun größeren u. mehreren kleineren portugies. Atlantikinseln, die etwa 1.500 km westlich vom europ. Festland u. 3.600 km östlich von Nordamerika liegen. Verwaltungstechnisch bilden die A. zusammengefasst eine autonome Region Portugals, die Região Autónoma dos Açores.
Azrael
Der Name A. bezeichnet in der islam. Traditionsliteratur den mālik al-maut (“Engel des Todes”). Im Koran kommt der Name nicht vor. Viele Aspekte seiner Legende sind jedoch nicht durch die offiziellen Glaubenslehren, sondern nur durch Volksglauben belegt. Der Engel A. schreibt die Namen der Neugeborenen auf u. streicht die der Gestorbenen wieder durch.
Azteken
Die A. (von Nahuatl aztecatl, dt. etwa “jemand, der aus Aztlán kommt”) waren eine mesoamerikan. Kultur, die zwischen dem 14. u. dem frühen 16. Jh. existierte. Im Allg. bezeichnet man mit dem Begriff “Azteken” die ethnisch heterogene, mehrheitl. Nahuatl sprechende Bevölkerung des Tals von Mexiko; i. e. S. sind damit aber nur die Bewohner von Tenochtitlán u. der beiden anderen Mitglieder des sogenannten “Aztekischen Dreibundes”, der Städte Texcoco u. Tlacopán, gemeint. Ab dem späten 14. Jh. weiteten die A. im Laufe der Jahre ihren politischen u. militär. Einfluss auf die umliegenden Städte u. Völker aus, die nicht direkt dem Reich angegliedert, sondern zur Zahlung von Tributen gezwungen wurden. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht kontrollierten sie weite Teile Zentralmexikos mit dem Tal von Mexiko als Zentrum. Zwischen 1519 u. 1521 wurden die A. schließlich von den Spaniern unter Hernán Cortés unterworfen.
Aztekenstadion
Das A. (Estadio Azteca) ist eine 1966 errichtete Konzert- u. Wettkampfstätte in Coyoacán, Mexiko-Stadt, mit einer Kapa- zität von 105.000 überdachten Sitzplätzen u. ist seit dem Rückbau des Maracanã-Stadions das nunmehr drittgrößte Fußball-Stadion der Welt (nach dem Stadion des 1. Mai in Pjöngjang u. dem Yuba Bharati Krirangan in Kolkata). Die legendäre Sportstätte war als einzige zweimal Austragungsort eines Finalspiels der Fußball-Weltmeisterschaft (1970 mit damals max. 107.494 Zuschauern u. 1986 mit 114.464 Sitzplätzen).
Azureus (Filesharing-Client)
A. ein Tauschbörsenprogramm für das BitTorrent-Protokoll, das der GNU General Public License unterliegt. Der Name ist inspiriert von der giftigen blauen Froschart Dendrobates azureus, die auch das Logo ziert. A. wurde im Juni 2003 auf SourceForge.net veröffentlicht.
B
B bzw. b (gesprochen: [beː]) ist der zweite Buchstabe des lateinischen Alphabets u. ein Konsonant. Der Buchstabe B hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 1,89%. Er ist damit der sechzehnthäufigste Buchstabe in deutschen Texten.
B. B. King
Riley Ben King (* 16. September 1925 in Itta Bena, Mississippi, USA), bekannt als B. B. King, ist einer der einflussreichsten Blues-Gitarristen u. -Sänger. Das “B. B.” in seinem Namen steht für Blues Boy, sein Moderationspseudonym beim Radiosender WDIA.
B52 (Cocktail)
Der B52 (auch B-52 oder “Bifi”) ist ein Cocktail (Shooter), dessen Bestandteile im Glas drei – auch optisch – klar abgegrenzte Schichten ergeben.
Baader, Andreas
Bernd Andreas Baader (* 6. Mai 1943 in München; † 18. Oktober 1977 in Stuttgart-Stammheim) war einer der führenden Köpfe der ersten Generation der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF). Er war 1972 an fünf Sprengstoffanschlägen mit vier Todesopfern beteiligt, wurde 1972 verhaftet u. beging 1977 in seiner Zelle Suizid.
Baal (Gott)
B., auch Bhaal oder Bel (Bēl), ist im Altertum eine Bez. für verschiedene Gottheiten im syrischen u. levantin. Raum u. bedeutet: Herr, Meister, Besitzer, Ehemann, König oder Gott. Als B. wird gewöhnlich der oberste Gott des örtl. Pantheons bezeichnet u. ist meist ein Berg-, Wetter- u. Fruchtbarkeitsgott.
Baba Jaga
B. J. (russ., bulgar. Баба Яга), in südslaw. Sprachen Baba Roga (Baba Alte u. Roga Gehörnte, poln. Baba Jaga oder in engl. Transkription Baba Yaga), ist eine bekannte Figur aus der slaw. Mythologie, die in Osteuropa eine sehr populäre Märchengestalt ist.
Babel (Film)
B. ist ein Spielfilm des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu aus dem Jahr 2006. Das Drama basiert auf einem Original-Drehbuch von Guillermo Arriaga. In Deutschland kam Babel am 21. Dezember 2006 in die Kinos u. wurde am 5. August 2007 auf DVD veröffentlicht.
Babyklappe
Eine B. ermöglicht es Müttern in Not, ihr Neugeborenes anonym zur Adoption freizugeben. Eine Klappe dient als Erste-Hilfe-Stelle, um ungewollte Kinder vor Tötung oder Aussetzung zu schützen. Zunehmend richten gemeinnützige private u. kirchl. Organisationen u. Krankenhäuser Babyklappen ein. Wegen unklarer Rechtslage sind sie umstritten.
Babylon
B. (babyl. Babili, für “Tor Gottes”, hebr. Babel) war als Hauptstadt Babyloniens eine der wichtigsten Städte der Antike. Sie lag am Euphrat, etwa 90 km südlich Bagdads im heutigen Irak (Provinz Babil). Die Ruinen der Stadt sind, u. a. von Robert Koldewey, Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise freigelegt worden.
Babylon 5
B. 5, kurz B5, ist der Name einer Raumstation, welche Schauplatz der gleichn. Science-Fiction-Fernsehserie von Joseph Michael Straczynski ist. Diese Serie sowie die zugehörigen Fernsehfilme u. Romane spielen in einem eigenen fiktiven Universum.
Babylonien
B. (auch Babylon) bezeichnet eine Landschaft am Unterlauf der Flüsse Euphrat u. Tigris, zwischen der heutigen irak. Stadt Bagdad u. dem Persischen Golf. Das kulturelle Zentrum des Gebietes in der Antike war die Stadt Babylon, die im Laufe ihrer Existenz von Herrschern aus zahlreichen Volksstämmen erobert u. regiert wurde.
Babyshambles
B. (engl. aus baby, klein/Baby u. shambles, Schlachtbank oder auch Chaos ist die aktuelle Band von Pete Doherty, dem ehem. Sänger u. Gitarristen der engl. Indieband The Libertines.
Bacardi
B. [bəˈkardi] Limited ist ein Unternehmen mit Sitz auf den Bermudas, welches in über 100 Ländern Spirituosen u. alkohol. Mischgetränke herstellt u. vertreibt. Die gleichn. Rummarke gehört zu den meistverkauften Spirituosenmarken der Welt. Zu den über 200 weiteren Marken des Konzerns gehören Martini Wermut, Grey Goose Wodka, Bombay Sapphire Gin, Dewar's Scotch Whisky sowie die Tequilamarke Cazadores. In Deutschland ist der Konzern durch die B. GmbH mit Sitz in Hamburg vertreten.
Baccara (Musik)
B. ist ein spanisches Disco-Duo, das Ende der 1970er-Jahre als weltweit erfolgreichstes weibliches Gesangsduo galt. Benannt nach der spanischen B.-Rose.
Bacchus
B. (lat.; griech. Βάκχος Bakchos) war die römische Entsprechung des griech. Gottes Dionysos, des Gottes des Weines u. der Vegetation.
Bach, Dirk
Dirk Bach (* 23. April 1961 in Köln) ist ein dt. Schauspieler, Moderator u. Komödiant.
Bach, Jana
Jana Bach (* 10. April 1979 in Eisleben) ist eine dt. Pornodarstellerin, Model u. Moderatorin.
Bach, Johann Sebastian
J. S. B. (* 31. 3. 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) war ein dt. Komponist des Barock. Er gilt heute als einer der größten Tonschöpfer aller Zeiten, der die spätere Musik wesentlich beeinflusst hat: 1708–17 Hoforganist in Weimar, 1717–22 Kapellmeister in Köthen, 1723–50 Thomaskantor in Leipzig; die “Matthäuspassion”, das “Weihnachtsoratorium” u. die “h-moll-Messe” sind die wichtigsten kirchenmusikal. Werke. Bed. weltl. Kompositionen sind die 6 “Brandenburg. Konzerte”, die 4 Orchestersuiten, die “Kunst der Fuge” u. das “Musikal. Opfer”.
Bach, Patrick
Patrick Bach (* 30. März 1968 in Hamburg) ist ein dt. Schauspieler (z. B. in “Silas”) u. Synchronsprecher (für Sean Astin in “Der Herr der Ringe”).
Bach-Blütentherapie
Die B. (ˈbætʃ-) ist ein in den 1930er Jahren von dem brit. Arzt Edward Bach (* 1886, † 1936) begründetes u. nach ihm benanntes alternativmedizin. Verfahren, das wissenschaftlich unhaltbar ist. Die zentrale Idee, die diesem Verfahren zugrundeliegt, ist die These, jede körperl. Krankheit resultiere aus einer seel. Gleichgewichtsstörung. Die eigentl. Ursache dieser Störung sei ein Konflikt zwischen der unsterbl. Seele u. der Persönlichkeit, u. eine Heilung könne nur durch eine Harmonisierung auf dieser geistig-seel. Ebene bewirkt werden. Dazu beschrieb Bach ursprünglich neunzehn Gemütszustände (u. a. Ängstlichkeit, Ärger, Kummer), erweiterte das Repertoire dann aber auf 38 disharmonische Seelenzustände der menschlichen Natur. Diesen ordnete er Blüten u. Pflanzenteile zu, die er in Wasser legte oder kochte u. die ihre Schwingungen an das Wasser übertragen sollten. Aus diesen Wassern werden anschließend die sogenannten “Blüten-Essenzen” hergestellt. Hinweise auf eine medizinische Wirksamkeit der B. gibt es nicht.
Bachelor
Der B. ([ˈbætʃələ] oder [ˈbætʃlə], engl. für “Junggeselle”, von lat. baccalaureus) oder Bakkalaureus ist der erste akadem. Grad, der von Hochschulen nach Abschluss einer wissenschaftl. Ausbildung vergeben wird. Von Berufsakademien wird der B. als staatl. Abschlussbezeichnung verliehen. In vielen Ländern Europas ist diese Bez. im Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführt worden, dessen Ziel die Schaffung eines gemeinsamen europ. Hochschulraums ist. Ein Bachelor-Studiengang hat meist eine Regelstudienzeit von sechs Semestern, kann aber auch sieben oder acht Semester (also drei bis vier Jahre) dauern. Daran anschließen kann sich ein vertiefender Master-Studiengang, in Ausnahmefällen bereits die Promotion. Zum gleichn. Abschluss in den Vereinigten Staaten (USA) bestehen Unterschiede sowohl im Aufbau des Studiums als auch bei der Anerkennung der Abschlüsse.
Bachforelle
Die B. (Salmo trutta fario) ist ein zu den Salmoniden zählender Raubfisch. Sie wird auch Flussforelle, Bergforelle oder Fario genannt. Kleinwüchsige Bachforellen in nahrungsarmen Gewässern werden als Steinforellen bezeichnet. Bachforellen werden je nach Nahrungsangebot 20 bis 80 Zentimeter lang.
Bachmann, Ingeborg
Ingeborg Bachmann (* 25. Juni 1926 in Klagenfurt, Österreich; † 17. Oktober 1973 in Rom) war eine der bedeutendsten österr. Schriftstellerinnen des 20. Jh. Teilweise verwendete Ingeborg Bachmann das Pseudonym Ruth Keller.
Bach-Werke-Verzeichnis
Das B. (BWV) ist das bekannteste Verzeichnis der Werke von Johann Sebastian Bach. Es ist thematisch geordnet u. wurde 1950 in seiner ersten Version vom Musikwissenschaftler Wolfgang Schmieder vorgelegt. Seither hat es einige Erweiterungen u. Korrekturen erfahren, ist aber in seiner Grundstruktur unverändert. Bachs Werke sind in diesem Verzeichnis in Gruppen gefasst u. anschließend fortlaufend nummeriert worden. Da inzwischen weitere Bachsche Werke aufgefunden wurden, andere hingegen wegfielen, ist die Nummerierung teilweise lückenhaft u. nach der Nummer 1080 um Werke ergänzt, die außerhalb der eigentlich passenden Nummernbereiche stehen. Ferner existiert ein mehrteiliger Verzeichnisanhang mit zweifelhaften Werken. Ein neueres, ebenfalls bedeutendes Bach-Werkeverzeichnis ist das “Bach-Compendium”.
Backbone (Telekommunikation)
B. (engl. für Rückgrat) bezeichnet einen verbindenden Kernbereich eines Telekommunikationsnetzes mit sehr hohen Datenübertragungsraten, der meist aus einem Glasfasernetz sowie satellitengestützten Kommunikationselementen besteht.
Backgammon
B. ist eines der ältesten Brettspiele der Welt. Es handelt sich um eine Mischung aus Strategie- u. Glücksspiel.
Backhefe
B. oder wissenschaftl. Saccharomyces cerevisiae (Synonym: Bierhefe, Bäckerhefe, Gest, Germ [in Österreich, mundartlich in Altbayern]) ist eine Knospungs-Hefe (engl. budding yeast). B. hat, wie der wissenschaftl. Name besagt (lateinisch cerevisiae, dt. vom Bier), ihren Ursprung in obergärigen Bierhefen. Saccharomyces kommt aus dem Altgriechischen u. bedeutet “Zuckerpilz”. Zellen von Saccharomyces cerevisiae sind rd. bis oval u. haben einen Durchmesser von 5–10 µm. Sie vermehren sich durch den Prozess der Knospung.
Backpulver
B. ist ein zum Backen benutztes Triebmittel. Es ist eine Mischung aus (meist) Natriumhydrogencarbonat (Trivialname: doppelt kohlensaures Natron) u. einem Säuerungsmittel, oft Dinatriumdihydrogendiphosphat (E 450a) oder Monocalciumorthophosphat (E 341a), einem sauren Salz. So genannte natürl. B. enthalten als Säuerungsmittel Zitronensäure (E 330) oder Weinsäure (E 334); auch Weinstein (E 336). Phosphatfreie B. sind geschmacklich neutraler, aber meist teurer.