Eqvestris [4]

[1020] EQVESTRIS, is, Gr. Ἱππία, ας, ein Beynamen der Fortuna, unter welchem sie zu Rom ihren schönen Tempel in der neunten Region hatte. P. Victor. & Nardin. lib. IV. c. 3. p. 330. Es gelobete ihr denselben Q. Fulvius Flaccus, da er als Proprätor wider die Celtiberier zu Felde zog, und durch die besondere Tapferkeit der Reiterey einen vollkommenen Sieg behauptete. Liv. lib. XL. c. 30. Immittelst hatte er nicht wenig Ungelegenheit davon, da er hernachmals als Censor solchen wirklich erbauete, und, weil er wollte, daß seines Gleichen zu Rom nicht seyn sollte, die marmornen Ziegel darzu von dem Tempel der lacinischen Juno bey den Bruttiern nahm. Denn das Volk sah solches als einen offenbaren Kirchenraub an, und zwang ihn daher, solche wieder von Rom hinweg und zu den Bruttiern zu schaffen, ob wohl sich hernach niemand fand, der sie wieder auf der Juno Tempel legen konnte. Idem lib. XLII. c. 3. Immittelst blieb [1020] er dennoch einer der schönsten Tempel zu Rom, daran insonderheit die Baukunst wohl in Acht genommen war, und die Säulen in der Ordnung, die systylos heißt, da selbige nämlich nicht weiter von einander stehen, als zwo Säulen dicke sind, gestellet waren. Vitruv. de Archit. L. III. c. 2. Wenn einige melden, daß kein Tempel solcher Fortuna zu Rom gewesen, Tacit. Annal. III. c. 22. so wird es nicht unwahrscheinlich so verstanden, daß er damals weggebrannt, und noch nicht wieder gebauet gewesen. Alex. Donat. lib. III. c. 22. Dagegen berichten sie, daß sich dergleichen zu Antium befunden habe. Tacit. l. c.

Quelle:
Hederich, Benjamin: Gründliches mythologisches Lexikon. Leipzig 1770., Sp. 1020-1021.
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