Fecvnditas

[1112] FECVNDITAS, atis, die Fruchtbarkeit, soll ebenfalls bey den Römern seyn vergöttert worden, wiewohl man doch weiter keine Spur davon antrifft, als daß sie ihr der Poppäa wegen einen Tempel erbauet haben. Tac. Ann. l. XV. c. 23. Insgemein wurde Juno deswegen angerufen, welche auch inallgemeinem Verstande die Göttinn der Fruchtbarkeit war, wie ihre Abbildungen zeigen. Montf. Ant. expl T. I. P. II. t. 206. In ihrem Tempel befand sich ein luperkalischer Priester, vor dem sich die Weiber, welche gern fruchtbar seyn wollten, entkleiden mußten, da er sie denn mit einer Geißel von bocksledernen Riemen strich, welche solches bewirken sollte. Man findet daher auf einer Münze der Lucilla die Juno in der Kleidung einer Matrone auf ihrem Throne sitzen, da sie in der[1112] rechten Hand ihren Zepter, in der linken aber eine solche Geissel hält mit der Ueberschrift IVNONI LVCINAE. Du Choul de la rel. des Rom. p. 157. Auf andern Münzen der Kaiserinnen wird ihre Fruchtbarkeit oft als eine Matrone mit einem Füllhorne im Arme und einem Kinde vor sich stehend abgebildet. Sie sitzt auch wohl und hat eines auf dem Arme und eines vor sich oder deren zwey neben sich; ja nach Beschaffenheit der Umstände zwey auf dem Arme und zwey, drey, vier neben sich wie auf den Münzen der Faustina. Beg. Thes. Brand. T. II. p. 675, 678, & 715. Cf. Agost. dial. II. p. 70.

Quelle:
Hederich, Benjamin: Gründliches mythologisches Lexikon. Leipzig 1770., Sp. 1112-1113.
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