Erle

[599] Erle, Eller, Alnus glutinosa, ein Baum aus der Familie der Amentaceae und diejenige deutsche Holzart, die während ihres Wachsthums am meisten Nässe verträgt und selbst da noch fortkommt, wo Pappeln u. Weiden zu naß haben, namentlich auch noch in Sumpf- und Moorgegenden. – Als Bauholz nur im Wasser verwendbar, aber hier auch eines der dauerhaftesten; als Brenn- und Kohlenholz nur von mittelmäßigem Werthe; als Nutzholz von Tischlern, Drechslern, Holzschuh- und Schaufelfabrikanten, das Stangenholz auch von Wagnern gesucht. Frisch wiegt es 56 Pfd., getrocknet 41 Pfd. – Vermehrung aus Samen. Forstlich behandelt findet man die E. am häufigsten als Niederwald, doch auch als Mittelwald; innerhalb 30 Jahren schlägt sie reichlich wieder vom Stocke aus. Mit 60 Jahren spätestens ist der E. stamm alt genug und wird alsdann rasch kernfaul. – E.rinde dient zum Gerben und Färben. – A. incana findet sich in den mehr nördl. hochgebirgigen Gegenden u. noch 4000' über dem Meere.

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Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 2, S. 599.
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