Roscelin

[766] Roscelin, Rousselin oder Ruzelin, Joh., ein Scholastiker des 11. Jahrh., gest. 1120, wenig bekannt, aber merkwürdig durch die allgemeine Annahme, er sei der erste Vertreter des Nominalismus, wie Anselm von Canterbury der erste des Realismus. Laut gleichzeitigen Schriftstellern erklärte R. die Geschlechtsbegriffe (universalia) lediglich als Namen der Dinge, hervorgerufen durch das Bedürfniß, mehre od. viele Dinge, denen gleiche oder ähnliche Merkmale zukommen, mit einem gemeinsamen Ausdruck zu benennen. Ueber seine Dreigötterei s. d. Art. Nominalismus.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 766.
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