Kabbâla (hebr.), eigtl. das Empfangene, dann die mündliche Tradition, und zwar die Überlieferung einer geheimen, göttlichen Weisheit , heißt die im Mittelalter entstandene jüdische Mystik . Auf Grundlage der Emanationslehre (vgl. Emanation ) ...
Empyreum (nlt. vom gr. empyros = brennend) bedeutet bei ... ... das leichteste Element, sammeln und alle leuchtenden Phänomene am Himmel veranlassen soll. Im Mittelalter ist es s. a. Himmel. Bei Dante ist es das oberste Paradies ...
Quietismus (vom lat. quies = Ruhe ) heißt diejenige Lebensauffassung, ... ... Hesychasten finden sich unter den Buddhisten, im Altertum unter den Mystikern, im Mittelalter (Meister Eckhardt, Tauler) und in der neueren Zeit , im 17. ...
Hesychasten (gr. hêsychastai ) hießen im Mittelalter griechisch-katholische Mönche, die durch völlige Ruhe in ihren Zellen im mystischen Schauen und Gebet, das Kinn auf die Brust gelegt und nach dem Herzen starrend (Omphalopsychie), die Vereinigung mit Gott suchten ...
Physiognomik (gr. physognômonikê sc. sophia , v. physis ... ... seinen Charakter zu machen. Die ersten Versuche der Physiognomik fallen ins Altertum. Im Mittelalter beschäftigten sich Albertus Magnus, Battista della Porta und Campanella mit Physiognomik; ...
Individuation ist die Sonderung des Allgemeinen in Einzelwesen. Über das Prinzip derselben ( principium individuationis ) haben sich Normnalisten und Realisten im Mittelalter heftig gestritten. Jene behaupteten, das Individuum werde in und mit der ...
... . Die Philosophie der katholischen Kirche im Mittelalter ist die Scholastik (s. d.) gewesen, namentlich seitdem sie ... ... Gottes regierte Kirche. So sind Wissen und Glauben , Altertum und Mittelalter in der Philosophie der katholischen Kirche unter dem Gesichtspunkte der Autorität ...
Sein (esse) bedeutet 1. die Beziehung zwischen zwei Begriffen ... ... , die unsere Erfahrung von der Welt haben kann. So dachten im Mittelalter die Nominalisten, in neuerer Zeit Bacon, Locke, Hume, Kant u.a ...
Ruhm ist der höchste Grad der Ehre , die Anerkennung unseres ... ... , wo die übrigen werden wie der Gerühmte, fällt sein Ruhm dahin. Wer im Mittelalter Griechisch kannte, ward als Gelehrter gerühmt; heute ist dies kein Ruhm mehr. ...
Kunst (von können, lat. ars, gr. technê ) bezeichnet ... ... Platon (427-347), in den Kynikern und Stoikern erwachsen. Im Mittelalter hat sie unter der Herrschaft des Christentums mit seinem Übergewicht sittlicher Prinzipien über ästhetische ...
Natur (lat. natura v. nasci = geboren werden) bezeichnet ... ... Menschen über die Naturkräfte steigerte. Die Griechen setzten mit klarer Naturforschung ein, das Mittelalter mied die Natur wieder, erst die Neuzeit entwickelte die Naturforschung im vollen Umfange ...
Musik (gr. mousikê sc. technê v. mousa ... ... empfindenden Menschen . Aber zur vollen Kunst hat sich die Musik erst im Mittelalter und in der Neuzeit entwickelt. Ihr Stoff sind Töne, ihre Form ...
Magie (pers.) heißt die vorgebliche Kunst , die geheimen Kräfte ... ... zu werden, Gold zu machen usw., alles dieses gehört in die Magie. Im Mittelalter wurde die Magie systematisch betrieben. Je nachdem Engel oder Teufel, himmlische oder höllische ...
Schluß heißt derjenige Denkprozeß, durch welchen ein Urteil aus einem ... ... die Wahrheit der Prämissen aus derjenigen des Schlußsatzes folge, nicht umgekehrt! Das Mittelalter hat den technischen Apparat der Aristotelischen Syllogistik eifrig ausgearbeitet. (Siehe Schlußfiguren und ...
Physik (gr. physikê sc. epistêmê ), eigentlich Naturlehre im ... ... Experimentell wurde sie besonders von Archimedes, Heron, Ptolemäus u. a. behandelt. Das Mittelalter begnügte sich damit, den Aristoteles auszulegen; daher sind physikalische Entdeckungen in ...
Mystik (von gr. mystika [Neutr. Plur. von mystikos ... ... Wissen . Im Altertum findet sich die Mystik bei den Neuplatonikern . Im Mittelalter hieß Mystik eine Richtung der Theologie , welche Gott nicht, wie die ...
Materie (lat. materia, gr. hylê ), Stoff , bedeutet ... ... jener in diese. Über das Verhältnis von Materie und Form stritt das ganze Mittelalter; ein Teil der Philosophen nahm eine Bestimmung der Materie durch die ...
Skepsis (gr. skepsis = Prüfung, Untersuchung, Bedenken) oder ... ... (um 100 v. Chr.) und Sextus Empiricus (um 200 v. Chr.). Das Mittelalter steht auf dem dogmatischen Standpunkte und schließt die skeptische Richtung aus. Nach 1000jähriger ...
Asketik (v. gr. askêtikos = arbeitsam) heißt eigentlich die ... ... . Im besonderen versteht man unter Asketik (oder Askese) die Lebensweise der Mönchsorden im Mittelalter, die sich bestrebten, die sinnliche Natur durch Weltflucht, Entsagung, Zucht und ...
Freiheit , im weitesten Sinne , ist die einem Wesen ... ... Phil. d. Gr., IV. S. 144, 146, 148, 151). Das Mittelalter mit seiner Prädestinationnlehre und seinem Dogma von der Erbsünde denkt wesentlich deterministisch ...
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»Fanni war noch jung und unschuldigen Herzens. Ich glaubte daher, sie würde an Gamiani nur mit Entsetzen und Abscheu zurückdenken. Ich überhäufte sie mit Liebe und Zärtlichkeit und erwies ihr verschwenderisch die süßesten und berauschendsten Liebkosungen. Zuweilen tötete ich sie fast in wollüstigen Entzückungen, in der Hoffnung, sie würde fortan von keiner anderen Leidenschaft mehr wissen wollen, als von jener natürlichen, die die beiden Geschlechter in den Wonnen der Sinne und der Seele vereint. Aber ach! ich täuschte mich. Fannis Phantasie war geweckt worden – und zur Höhe dieser Phantasie vermochten alle unsere Liebesfreuden sich nicht zu erheben. Nichts kam in Fannis Augen den Verzückungen ihrer Freundin gleich. Unsere glorreichsten Liebestaten schienen ihr kalte Liebkosungen im Vergleich mit den wilden Rasereien, die sie in jener verhängnisvollen Nacht kennen gelernt hatte.«
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1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.
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