Eitelkeit

[168] Eitelkeit (lat. vanitas) bezeichnet objektiv die Vergänglichkeit der Dinge, subjektiv das Selbstgefühl, welches sich auf wirkliche oder eingebildete nichtige Vorzüge stützt. Die subjektive Eitelkeit besteht in dem beständigen Verlangen nach fremder Bewunderung für Dinge, die gar nicht den inneren Wert des Menschen ausmachen, z.B. Schönheit, Orden, Titel, Reichtum, Gelehrsamkeit u. dgl. Der Eitle sucht bloß die äußeren Zeichen der Ehre ohne ihren inneren Gehalt, ja er buhlt förmlich um Anerkennung, während der Stolze sie verschmäht. Die Eitelkeit ist eine der verbreitetsten Charakterschwächen der Menschen. Nicht bloß die Frauen sind eitel auf Schönheit, Kleider, Putz, kleine Füße und Hände, sondern auch Männer sind es, wenn auch mehr auf Geburt, Stärke, Titel, Orden, Kunstfertigkeiten und Kenntnisse. Vgl. Stolz.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 168.
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