Ionen

[294] Ionen (v. gr. iôn = gehend) heißen seit Faraday die elektrisch geladenen Atome. Arrhenius hat den Nachweis geliefert, daß Salze und Säuren beim Lösen mit furchtbarer Gewalt auseinandergerissen werden. Die Einzelatome scheinen daher mit einer enormen elektrischen Ladung ausgerüstet zu sein, und zwar enthalten die metallischen Atome +Ladung, die nichtmetallischen –Ladung. Die elektrisch geladenen Atome führen alle die gleiche Menge von Elektrizität mit sich oder aber ein vielfaches (2-, 3-, 4-faches) derselben, d.h. derselbe elektrische Strom, der 1 Atom Wasserstoff abscheidet, vermag auch 1 Atom Silber, Natrium, Kalium usw. in derselben Zeit abzuscheiden, beim Kupfer dagegen nur die Hälfte, der Wertigkeit[294] des Cu entsprechend. Die elektrisch geladenen Atome heißen Ionen, das +Atom, welches dem Grundgesetze der Elektrizität gemäß am –Pol, der Kathode, abgeschieden wird, heißt Kation, das –Atom, welches am +Pol, der Anode abgeschieden wird, dagegen das Anion.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 294-295.
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