unbegreiflich

[660] unbegreiflich nennt man das, was die Schranken des menschlichen Erkenntnisvermögens überschreitet. Gerade je weiter jemand in der Erkenntnis der Dinge fortschreitet, desto mehr wird er bereit sein, zuzugestehen, daß es Unbegreifliches gibt. Vgl. Agnosie. So behauptet Sokrates zu wissen, daß er nichts wisse. Nikolaus v. Cues (1401-1464) rühmte die docta ignorantia, d.h. die Erkenntnis der Unwissenheit, und der Physiologe E. Dubois-Reymond (1818-1896) hat in bezug auf die sieben Welträtsel ausgesprochen: Ignorabimus (wir werden es nicht wissen). Vgl. Ignorabimus.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 660.
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