IV.

Das Leben an Bord.

778. Die Seekrankheit. Auf die hohe See hinaus sollte sich, wenigstens von den Vergnügungsreisenden, nur derjenige oder diejenige wagen, der sicher ist, nicht schon bei dem Betreten des Schiffes seekrank zu werden. Kranke Passagiere sind sich selbst und anderen zur Last, und wer beständig über die Reeling hinauslehnt und Herrn Aegir, dem Gott der Fluten, fortwährend opfert, verdirbt nicht nur sich, sondern auch anderen die Laune. Gegen die Seekrankheit, die nach den neuesten Erfahrungen bekanntlich nicht vom Magen, sondern vom Gehirn ausgeht, kämpfen alle Aerzte der Welt vergebens, und der Rat der alten Seeleute, beständig einen Cognac nach dem anderen zu trinken, hat meistens keinen anderen Erfolg, als den, daß man noch toter als tot wird. Mit Seekranken hat man kein Mitleid, weil hieran noch niemand gestorben ist, und es ist ungehörig, sich die Teilnahme der anderen dadurch erzwingen zu wollen, daß man beständig auf dem Schiff hin und her läuft und jedem und jeder, die es hören oder nicht hören wollen, auseinandersetzt, wie furchtbar schlecht es einem gehe. Man nennt das mit seiner Krankheit kokettieren. Schiffsjungen und Kadetten werden von ihrem Leiden dadurch geheilt, daß sie entweder etwas mit dem Tauende bekommen oder oben in die oberste Mastspitze geschickt werden. Den Passagieren gegenüber kann der Kapitän ja nicht so verfahren, wer da aber leidet, sollte sein stilles Kämmerlein aufsuchen oder, wenn er an Deck bleibt, sich eine stille Ecke aufsuchen und nicht das ganze Schiff durch sein Stöhnen und Jammern rebellisch machen. Auch die Bitten bei dem Kapitän, das Schiff, wenn auch nur für eine einzige Minute, stillstehen zu lassen, haben ebensowenig Zweck, wie das Gelöbnis, sobald man an Land ist, ein besserer Mensch zu werden und alle seine Sünden abzulegen. Auch der Schiffsarzt vermag nicht zu helfen und alles, was er anordnet, dient mehr zu unserer Beruhigung, als zu unserer Genesung. Nur ganz grasse Egoisten verlangen, daß der Medikus stundenlang neben ihrem Bette sitzt und daß die Stewardeß ihnen fortwährend den Kopf hält.

Wer da genau weiß, daß er bei dem Kampf mit den Wellen des Meeres den kürzeren zieht, sollte in einer gemeinsamen Kabine sich stets für seine Person das untere Bett auswählen: es ist eine wahre Tortur, unter jemand zu schlafen, der sich über uns mit verzweifeltem Stöhnen hin und her wirft.

[778] 779. In der Kabine. Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar, aber auf dem Schiff muß der kleinste Raum zuweilen auch für zwei Menschen ausreichen, die sich nicht nur nicht lieben, sondern sich vielleicht sogar höchst unsympathisch sind. Erträglich wird das Zusammenleben dann nur dadurch, daß man aufeinander die denkbar größte Rücksicht nimmt und sich das Dasein nicht durch zahllose Unarten verbittert. Wenn der eine das Fenster geschlossen haben will, soll der andere nicht darauf bestehen, daß es geöffnet wird; wenn der andere darunter leidet, daß der eine bis spät in die Nacht das elektrische Licht brennen läßt, um seinen Roman zu Ende zu lesen, soll man die Dunkelheit hervorzaubern; ist es unserem Gefährten unangenehm, daß wir bei der Toilette unsere Garderobe auf sein Bett werfen, um unsere eigene Lagerstätte nicht in Unordnung zu bringen, so lasse man es sein; und wenn in der Kabine nur ein Waschtisch vorhanden ist, so einige man sich in Güte darüber, wer sich zuerst reinigen soll, und führe deshalb nicht jeden Morgen einen großen Streit. Auch ein langes Zusammenwohnen in derselben Koje müßte uns davor bewahren, allzufrei, allzuoffen und allzuungeniert zu werden.

[779] 780. Rücksicht und Ruhe. Es ist nicht notwendig, daß die Kabinengenossen gleichzeitig ihr Lager aufsuchen oder sich des Morgens gleichzeitig erheben, wohl aber soll man den, der bereits schläft oder noch schlafen will, in Ruhe lassen und ihn nicht durch einen unmelodischen Morgengesang oder sonst irgendwie soweit bringen, daß er sich mit dem Gedanken trägt, sich aus lauter Verzweiflung in das Meer zu stürzen.

Wohl auf jedem Schiffe liegen die Kabinen in unmittelbarer Nähe des Speisesalons. Aus diesem Grunde ist die Stunde, von der an auf dem Schiffe Ruhe herrschen soll, stets irgendwo angeschlagen. Immer aber giebt es Leute, die es unter ihrer Würde halten, sich den erlassenen Anordnungen zu fügen und die sich totlachen wollen, wenn ein mehr oder weniger angezogener Passagier aus seiner Behausung heraustritt und um Ruhe bittet. Häufig machen sich auch einige den Spaß, die zum Reinigen herausgehängten Kleider der Mitreisenden zu vertauschen oder zusammenzunähen; da man auf einem Schiffe nie weiß, ob man nicht in der nächsten Minute untergeht, ist es im höchsten Grade ungehörig, jemand der Möglichkeit zu berauben, sich im Augenblick der Gefahr, wenn auch nur notdürftig, bekleiden zu können.

[780] 781. Auf dem Verdeck. Reisende, die sich im Laufe des Tages zum erstenmal auf dem Verdeck begegnen, haben die Pflicht, sich zu begrüßen, und es genügt nicht, dies dadurch zu thun, daß man sich ein flüchtiges »Guten Morgen« zuruft. Niemals darf ein längeres Beisammensein dazu führen, in den Pflichten und Gesetzen der Höflichkeit nachlässiger und unaufmerksamer zu werden. Nur starkes Unwetter oder ein hohes Alter entbindet davon, den Hut zu lüften. Unpraktisch ist es, als Kopfbekleidung eine Mütze zu tragen, die man sich infolge ihrer weichen Form nur mit beiden Händen und unter freundlicher Mitwirkung der anderen Passagiere wieder aufsetzen kann.

Der Stuhl, den wir uns auf Deck haben reservieren lassen, an dem wir unsere Visitenkarte befestigten und für dessen Benutzung wir bezahlen, ist für die Dauer der Reise unser Eigentum und niemand darf ohne unsere ausdrückliche Erlaubnis denselben benutzen. Geradezu hahnebüchen, wie der Mecklenburger sagt, ist es, wenn jemand von unserem Stuhl unsere Karte fortnimmt und seine eigene daran befestigt, weil ihm unser Sessel besser gefällt, als sein eigener.

Nur die wenigsten Menschen pflegen ihre Reisedecke für den allgemeinen Gebrauch mit sich zu führen, und auch wenn der Sturm unser eigenes Plaid über Bord spülte, dürfen wir nicht, wenn auch nur vorübergehend, ohne vorher eingeholte Erlaubnis, die Decke eines anderen annektieren. Ebenso ungehörig ist es, die Bücher, die auf den verschiedenen Stühlen herumliegen, durchzublättern, sich eins herauszusuchen und sich damit in eine stille Ecke zu verkriechen, wo man uns selbst dann nicht wiederfindet, wenn auf unsere Ergreifung eine Belohnung ausgesetzt ist. Die Langeweile, die naturgemäß während einer langen Seefahrt nicht ausbleibt, darf nicht dazu führen, die in einer Hafenstadt an Bord genommenen Zeitungen aus dem Lesezimmer fortzunehmen und sie Gott weiß wohin zu verschleppen.

Wenn die Schiffskapelle konzertiert, hat der unmusikalische Mensch Interesse und Kunstverständnis zu heucheln, und im Interesse derer, die die Musik lieben, schickt es sich nicht, nach jedem Stück dem Dirigenten zuzurufen: »Um Gottes willen, hören Sie denn noch immer nicht auf?«

[781] 782. Toilette bei Schiffsmahlzeiten. Eine halbe Stunde vor Beginn einer jeden Mahlzeit wird ein Signal geblasen oder sonst irgend ein Zeichen gegeben, daß es Zeit ist, an die Toilette zu gehen. In demselben Gewande und mit derselben Wäsche, mit denen man vielleicht vor kurzer Zeit gymnastische Uebungen veranstaltete, erscheint man nicht bei Tisch, und auf den großen Salondampfern erfordert es der Anstand, daß man als Dame in eleganter Toilette und als Herr im Frack erscheint. Während der ganzen Seefahrt an Deck und bei Tisch stets ein und dasselbe Gewand zu tragen, ist einfach shoking. Ich entsinne mich, einmal mit einem Gelehrten, der ein leidenschaftlicher Bergkraxler war, zusammengereist zu sein, der in den vier Wochen der Reise nie anders als mit Bergschuhen und Kniehosen erschien. Daß es Damen giebt, die auf Deck beständig im Radfahranzug herumlaufen, klingt unglaublich, ist aber wahr.

[782] 783. Flirt. Mehr noch als sonst wird an Bord geflirtet, aber die Rücksicht auf die eigene Person und die übrige Gesellschaft sollte das Courmachen stets in den richtigen Grenzen halten und es vermeiden, sich selbst und den oder die anderen in das Gerede zu bringen. Nie ist man unbeobachtet und nur zu leicht führt die Eintönigkeit der Reise, die Langeweile und die Sehnsucht nach einem Gesprächsstoff dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Besonders alleinreisende Damen und alleinreisende junge Mädchen können in dieser Hinsicht nicht vorsichtig genug sein, denn die Herren, schlecht wie sie sind, sind nur zu leicht geneigt, jede Freundlichkeit falsch zu deuten.

[783] 784. Pünktlichkeit. Pünktlich zu sein, erfordert die Rücksicht auf die Mitreisenden, und wer in der halben Stunde, die für die Toilette angesetzt ist, nicht fertig wird, fange ruhig eher an. Die einzige Mahlzeit, die uns für unser Erscheinen freien Spielraum läßt, ist das erste Frühstück, aber auch dieses soll man nur dann unmittelbar vor dem Lunch einnehmen, wenn Unwohlsein uns verhinderte, früher zu kommen.

Kurz vor den Mahlzeiten darf im Speisesaal nicht geraucht werden und den Damensalon soll man nie mit einer brennenden Cigarre betreten. Das Rauchkabinett, die eigene Koje und das Verdeck bieten hinreichend Platz und Gelegenheit, diesem schönsten aller Laster zu frönen.

[784] 785. Störenfriede. Irgendwelche Streitigkeiten untereinander sind ängstlich zu vermeiden. Leute, die mit keinem in Frieden leben können, die mit jedem einen feuchtfröhlichen Familienstank anfangen, die jede Kleinigkeit übelnehmen, andere Leute uzen, aber grob werden, wenn man über sie selbst die geringste Bemerkung macht, müßten sich einen eigenen Dampfer mieten oder, wenn sie mit anderen zusammen fahren, aus ihrer Koje nicht herausgehen. Eine einzige streitlustige Seele ist im stande, die Harmonie der ganzen Reisegesellschaft zu stören.

[785] 786. Vorstellung. Auch auf dem Schiff haben wir Deutschen im Gegensatz zu den anderen Nationen die Angewohnheit, uns vorzustellen. Einem Engländer oder Amerikaner wird dies nie einfallen, und es kann uns passieren, wenn wir einem solchen Ausländer unsern Namen nennen, daß dieser uns verständnislos ansieht und gar nicht weiß, was wir wollen. Wir sind dann immer geneigt, dieses als schlechte Erziehung oder Ungezogenheit zu betrachten, aber wir sollten bedenken, daß in den verschiedenen Ländern die Sitten und Gebräuche verschieden sind und daß sich jeder, wenigstens jeder Gebildete, so benimmt und beträgt, wie er es in seiner Jugend zu Hause gelernt hat.

[786] 787. Gehorsam vor dem Kapitän. Den Anordnungen und Weisungen des Kapitäns und des Schiffpersonals hat man auch dann Folge zu leisten, wenn es sich nicht gerade für uns um eine Errettung aus Lebensgefahr handelt. Besonders gilt dies dann, wenn auf einer Vergnügungsreise das Schiff unterwegs für einige Zeit angelegt hat und die Weiterfahrt auf eine bestimmte Stunde angesetzt ist. Leider Gottes sind die Kapitäne viel zu rücksichtsvoll, aber wenn sie nur ein einzigesmal zu der von ihnen festgesetzten Minute abdampfen würden, ohne sich darum zu kümmern, ob alle säumigen Passagiere auch an Bord sind, würde die Unsitte sehr bald verschwinden, daß einige rücksichtslose Gemüter eine Stunde und noch länger auf sich warten lassen. Diese Leute sagen sich: »I wo, warum sollen wir uns so beeilen? Ehe wir da sind, geht die Reise ja doch nicht los.« Es ist dies nicht nur ungehörig, sondern auch ein Zeichen von schlechter Erziehung, und derjenige, der sich bei einer Gesellschaftsreise nicht in den Rahmen des Ganzen hineinfügen kann und will, sollte lieber für sich allein fahren. Er reist dann zwar etwas teurer, ist aber sein eigner Herr und kann thun und lassen, was ihm beliebt.

[787] 788. Gesellschaftsreisen haben überhaupt ihre großen Vorzüge, aber auch ihre Nachteile. Wem es darauf ankommt, in möglichst kurzer Zeit für möglichst wenig Geld möglichst viel zu sehen, fahre ruhig mit Stangen oder vertraue sich einem anderen Reisebureau an; wer aber über viel Zeit und einen großen Geldbeutel verfügt, thut besser, allein zu fahren. Vorschläge über Reisen, über einzuschlagende Wege und zu berührende Punkte machen die Bureaus jedem, der sich danach erkundigt, und sie stellen auch für einzelne Reisende Billets für alle möglichen Touren zusammen. Um auf ihre Kosten zu kommen, müssen diese Gesellschaften natürlich mit den Hotels, den Eisenbahnen, den Schiffen u.s.w. in Bezug auf die Preise handeln und für den Reisenden selbst ist dies nicht immer eine Empfehlung. Mir selbst ist es manchmal passiert, daß mir im Auslande, wenn ich ein kombiniertes Billet vorzeigte, die Antwort wurde: »Es thut mir leid, aber Reisende dieser oder jener Gesellschaft fahren wir nicht.« Bemerken will ich, daß es sich natürlich nicht um Eisenbahnen und Dampfer, sondern lediglich um Fuhrwerk handelte.

[788] 789. Bärenführer. Schließt man sich einer Gesellschaft an, so ist man ja nicht verpflichtet, in den Städten überall mit der großen Menge zu laufen und den auswendig gelernten Erklärungen des Bärenführers zu lauschen. Ich selbst habe gegen diese Erläuterungen eine ausgesprochene Abneigung und ich finde, daß uns die ganze Freude und der ganze Genuß einer schönen Gegend, eines schönen Bildes oder sonst einer Sehenswürdigkeit getrübt wird, wenn neben uns ein lebender Bädeker steht und uns durch seine Reden in dem stillen Anschauen stört. Und welcher Blödsinn wird uns durch diese Führer nicht manchmal als Sehenswürdigkeit hingestellt! Unvergeßlich wird mir ein Besuch sein, den ich einmal der Waffenkammer zu Idstedt abstattete. Ich besah mir die Schlachtenbilder, die an der Wand hingen, als plötzlich neben mir die Stimme eines alten Invaliden, der selbst stocktaub war und diese Eigenschaft auch bei den anderen Sterblichen vorauszusetzen schien, ertönte: »Dies ist ein alter Pferdeschädel, von dem Pferde, das der General X in der Schlacht von Idstedt ritt und das ihm durch drei Kugeln unter dem Leibe getötet wurde. Eine Kugel hat er hier in dem Kopfe, die zweite saß im Rücken und die dritte in der Brust.« Und über den Pferdeschädel redete er weiter, bis er alles hergebetet hatte, was er hierüber wohl schon tausendmal in seinem Leben hergesagt hatte.

[789] 790. Bädeker. Möge mir bei dieser Gelegenheit erlaubt sein, noch etwas über den Gebrauch des Bädekers zu sagen. Wer sich morgens von seinem Hotel aus auf den Weg macht, um irgend welche Sehenswürdigkeiten aufzusuchen, thut gut, sich schon zu Hause nach der Karte über die Richtung, die er einzuschlagen hat, und über die Straßen, die er passieren muß, zu orientieren und nicht mit dem aufgeschlagenen Bädeker in der Hand herumzulaufen, fortwährend in dem Buch zu lesen und alle Leute, die ihm begegnen, anzurennen. Will man nicht in mancher Hinsicht traurige Erfahrungen machen, hüte man sich, es allzu sehr zu zeigen, daß man ein Fremdling ist. Der Wissensdurst, den manche zeigen oder heucheln, ist manchmal ebenso übertrieben wie ungerechtfertigt. Man steht vor einem schönen Brunnen und bewundert diesen: ist es nicht genug, daß man die Schönheit des Kunstwerkes auf sich einwirken läßt? Ist es unbedingt nötig, daß man eine halbe Stunde darüber im Bädeker nachliest, wer den Brunnen baute, wann er gebaut ist, warum er gebaut ist, aus welcher Masse er gebaut ist, warum er so und nicht anders gebaut ist und was derartige welterschütternde Thatsachen mehr sind? Man kann einen Eid darauf schwören, daß man nach fünf Minuten nicht mehr die leiseste Ahnung hat von dem, was man eben mühsam auswendig lernte. Das wissen alle ganz genau, aber trotzdem bilden sie sich ein, nicht den richtigen Genuß zu haben, wenn sie nicht nachlesen, was Bädeker darüber sagt. Es ist viel wichtiger, das Gesamtbild einer Stadt auf sich einwirken zu lassen, als nur diejenigen Häuser zu besehen, die das Reisehandbuch empfiehlt, und auch von den Museen wird man mehr haben, wenn man die Gesamtheit betrachtet, als wenn man sich allzusehr in Einzelheiten vertieft. Außerdem verleitet der Bädeker denjenigen, der sich allzusehr nach ihm richtet, sehr leicht dazu, aus Prinzip sich nur das anzusehen, was das Reisehandbuch empfiehlt, und niemand leistet uns dafür Garantie, daß das, was dem Schreiber des Buches gefiel, auch unseren Beifall findet. Denn auch der Bädeker, der für viele das zweite Evangelium bildet, ist von Menschen geschrieben.

Die Bildung und die Bereicherung unseres Wissens, die wir von unserer Reise erhoffen und erwarten, bekommen wir nicht lediglich dadurch, daß wir den Bädeker beständig in Händen haben. Andererseits müssen wir natürlich aber auch über das, was wir bewundern, unterrichtet sein und niemand darf erzählen, er habe in der Dresdner Galerie die Dame in Weiß von Herkomer bewundert, während er in Wirklichkeit sich die sixtinische Madonna ansah.

Quelle:
Baudissin, Wolf Graf und Eva Gräfin: Spemanns goldenes Buch der Sitte. Berlin, Stuttgart [1901], S. 778-790.
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