Eselwolfsmilch

[265] Eselwolfsmilch, Euphorbia esula L. [Blackw. herb. Tab. 163. F. 1. 2.] deren gemeinschaftlicher Schirm fünftheilig, der besondere zweitheilig ist, mit fast herzförmigen Hüllen, zweispitzigen Blumenkronblättern, gleichförmigen Blättern und unfruchtbaren Seitenzweigen, ein sehr häufiges Kraut auf Angern, welches im Mai mit vier gelblichten Blättchen blüht.

Die Alten bedienten sich des nach Mandeln schmeckenden, brennenden und fressend scharfen Milchsaftes dieses Krautes äusserlich gegen die Warzen, und mit Salmiak zu Kügelchen geformt in hohlen Zähnen, den Nerven wegzuätzen. Die zerquetschte Pflanze ist ein vortrefliches Hausmittel, um schnell Blasen zu ziehn. Nur unbarmherzige Aerzte mögen sich ehedem[265] dieses Krautes als eines drastischen Purgirmittels bedient haben.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 1. Abt., 1. Teil, Leipzig 1793, S. 265-266.
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