[226] Sonnenthau (Drosera rotundifolia).

[226] (Der frisch ausgepresste und mit gleichen Theilen Weingeist gemischte Saft dieses niedrigen, auf Torfgründen wachsenden Kräutchens [Hb. Rorellae, Roris solis]).


Dieses Kraut, eins der kräftigsten Arznei-Gewächse unsers Erdstrichs, ist von den ältern Aerzten mehr äusserlich – in Haut-Ausschlägen – doch nicht mit dem besten Erfolge, innerlich aber zuweilen, wie es scheint, mit Nutzen gebraucht worden. Die Neuern, welche hergebrachter Massen keine andern, als ihre grossen Gaben kannten, wussten, wenn sie nicht tödten wollten, mit dieser ungemein heroischen Pflanze zu innerlichem Gebrauche nichts anzufangen, und verwarfen sie daher.

Ich habe mich ihrer Anfangs in der drillionfachen Verdünnung ihres Saftes bedient, in neuern Zeiten aber in noch weit höherer Potenzirung und zuletzt in der dreissigsten (decillionfachen) Verdünnung (jedes Verdünnungsglas mit nur zwei Armschlägen geschüttelt) und auch hiervon nur den kleinsten Theil eines Tropfens, nämlich ein, mit dieser Verdünnung befeuchtetes, Mohnsamen grosses Streukügelchen (wovon 200, bis 300 vollkommen mit einem Tropfen der Verdünnung benetzt werden können), höchstens zwei[227] zur Gabe, in ähnlichen Krankheits-Zuständen gebraucht, als die Pflanze selbst eigenthümlich in gesunden Personen erzeugen kann.

So reicht z.B. eine einzige solche Gabe zur homöopathischen, völligen Heilung des epidemischen Keichhustens hin1, nach Anleitung der Symptomen 50, 53, 57, 62, vorzüglich aber 58, und des zweiten Theils des Symptoms (87.).

Gegen diese fürchterliche Krankheit, welche nicht wie andre akute Krankheiten von selbst vergeht, ohne in den Tod überzugehen oder zwanzig bis zwei und zwanzig Wochen lang zu martern, konnte begreiflich die Allopathie bisher nichts ausrichten und musste eine Menge Kinder daran sterben lassen, wo sie nicht gar ihren Tod mit den grossen Gaben unpassender Arzneien beförderte.

Wer hier und in ähnlichen Beispielen nicht erkennt, dass die einzig vollkommenste, wahre Heilkunst die homöopathische ist, der bleibe, wie bisher, bei der blinden Anwendung ungekannter Arzneien zum Schaden der kranken Menschheit!

Der Sonnenthau verdient noch fernere Prüfungen seiner reinen Wirkungen auf das Befinden gesunder Menschen.

Kampher ist das Milderungs- und Gegenmittel desselben.[228]

Sonnenthau.

Beim Gehen in freier Luft, Schwindel (n. 4 Tagen).

Der Kopf ist eingenommen und schwer.

Drückender Kopfschmerz.

Beim Bücken, Kopfweh über der Augenhöhle, welches beim Gehen verschwindet.

5. Nach starker Bewegung und beim Gehen, ein Kopfschmerz in der Stirne, wie diejenige Eingenommenheit des Kopfs, welche von starkem Sprechen entsteht.

Starke Stiche zu den Augen heraus, vorzüglich beim Bücken.

Die Augenlider kleben ihm, wie mit Augenbutter (Eiter) zu.

Die Augenlider jücken ihm (n. 24 St.).

Wenn er die Augen zum Sehen anstrengt, bekömmt er einen Schmerz darin, welcher mehr beissend als drückend ist.

10. Weitsichtigkeit (Presbyopie) und Augenschwäche; wenn er kleine Dinge zu erkennen sich bemüht, fippert's ihm vor den Augen.

Vor den Augen ist's ihm wie ein Flor; beim Lesen liefen die Buchstaben in einander.

Abends (7 Uhr), da er nach einem Spaziergange in freier Luft in die Stube tritt, befällt ihn eine Gesichts-Verdunkelung, ohne Schwindel und es fippert ihm vor den Augen.

Verengerte Pupillen.

(Hinter und unter dem linken Ohre, ein bei Berührung schmerzhafter Knoten.)[229]

15. Brausen und Sumsen vor den Ohren, oder wie von einer entfernten Trommel, welches bei Bewegung und Ruhe anhält.

Schweres Hören mit verstärktem Sumsen vor den Ohren.

Nasenbluten beim Bücken.

Nasenbluten früh und Abends.

Die Unterlippe, in der Mitte aufgesprungen.

20. Stechendes Zahnweh, früh, nach warmen Getränken.

(Zahn-Wackeln.)

An der Zungenspitze entsteht ein weisslichtes Geschwür.

Eine kleine, runde, unschmerzhafte Geschwulst in der Mitte der Zunge (n. 48 St.).

Häufiger Ausfluss wässerigen Speichels – Würmerbeseigen.

25. Immer trockne Lippen und wenig Geschmack.

Durst.

Die Speisen haben für ihn allen Geschmack verloren.

Das Brod schmeckt ihm bitter.

Es stösst etwas Bittres aus dem Magen auf und kömmt ihm in den Mund.

30. Es stösst ihm etwas Bittres und Saures aus dem Magen auf und kömmt ihm in den Mund.

Früh, bittrer Geschmack im Halse bis zum Mittagsessen.

(Ohne Appetit, öfters des Tags, Heisshunger; wenn er ihn auch glaubte, befriedigt zu haben, stellte er sich doch schon nach anderthalb oder zwei Stunden wieder ein.)

(Es entsteht schon durch Einbildung Uebelkeit.)

Nach Essen, brecherliche Uebelkeit.

35. Nächtliches Erbrechen.

Erbrechen vor dem Mittags-Essen.

Früh, Erbrechen, meistens Galle.

Blut-Erbrechen.

Die Gegend unter den Ribben (Hypochondern) schmerzt beim Befühlen und beim Husten, und[230] er muss, wenn er hustet, mit der Hand auf die Stelle drücken, um den Schmerz zu mässigen.

40. Stechen und Klopfen in der Herzgrube.

Kneipen und Raffen im Unterleibe mit Durchfall.

Ein windender Schmerz im Unterleibe.

Ein Stechen in der rechten Bauchseite, beim Sitzen.

Schneiden im Unterleibe (n. 3 St.).

45. Mit Leibschneiden, öftere Stuhlgänge.

Mit den Stuhlgängen kömmt blutiger Schleim – hierauf Bauchschmerzen und Schmerz im Kreuze.

Die ersten Tage, dünner Stuhl, dann etwas härterer, aber es blieb nach dem Abgange vergeblicher Reiz zur Ausleerung übrig.

Wässeriger, geruchloser Urin, bei weissen, schleimigen, stinkenden Stuhlgängen (n. 24 St.).


Schmerzhaftes Niessen und ein Husten, wobei er die Brust mit aufgelegter Hand halten muss.

50. Beim Husten, Schmerz in den Hypochondern, als wenn diese Gegend mit Gewalt zusammengeschnürt würde.

Schmerz quer über den untern Theil der Brust und die Hypochondern.

Quer über die Brust, auch ausser dem Husten, ein heftiger Schmerz, im Sitzen, welcher mehr aus Drücken als aus Stechen zusammengesetzt ist, und bei Bewegung vergeht; die Stelle schmerzt bei Berührung auch drückend.

Die Gegend unter den kurzen Ribben (Hypochondern) leidet einen zusammenziehenden Schmerz, welcher den Husten hemmt; er kann vor Schmerz nicht husten, wenn er nicht mit der Hand auf die Herzgrube drückt.

Tiefes Athmen.

55. Schwer-Athmen.

Engbrüstig, besonders bei jedem Sprechen, selbst bei jedem Worte – es zog ihm den Hals zusammen; beim Gehen war er nicht engbrüstig.[231]

Ganz tief aus der Brust kommender Husten.

Husten, dessen Stösse so heftig auf einander folgen, dass er kaum zu Athem kommen kann.

Abends, gleich nach dem Niederlegen, Husten.

60. Nacht-Husten.

Er wacht die Nacht, um 2 Uhr, auf kurze Zeit, zum Husten auf und schläft dann wieder ein.

Abends, beim Liegen im Bette, wenn er ausathmet, ein jählinges Zusammenziehn des Unterbauchs, welches ihn gleichsam wie zum Brechen heben will und Husten erregt.

Der Husten griff, wenn der Auswurf nicht gut folgte, den Unterleib an, wie ein Zusammengreifen und Brech-Heben.

Unter dem Husten will er sich erbrechen.

65. Beim Husten bricht er Wasser, Schleim und Speisen aus.

Beim Husten haucht er einen Odem von bränzlichtem Geruche aus den Lungen.

Früh-Husten mit Auswurf.

(Der Geschmack des Ausgehusteten und Ausgerahkseten ist salzig.)

Was früh ausgehustet wird, schmeckt bitter.

70. Früh ist der Geschmack des Ausgehusteten ekelhaft – nicht am Tage.

Bruststechen beim Husten.

Von früh an, unerträgliche Stiche beim Husten und Tief-Athmen im obern Theile der Brustseite, nahe bei der Achselgrube, welche nur beim Aufdrücken der Hand auf die schmerzhafte Stelle etwas gemildert wird – mit Eiterauswurf innig mit Blut gemischt und roth gefärbt; die Stelle schmerzt aber bei äusserer Berührung nicht (n. 24 St.).

Blut-Husten.

Beim Husten und Athmen, Stiche in den Brust-Muskeln.

75. Hie und da Schmerz auf dem Rücken, wie zerschlagen.[232]

Der Rücken schmerzt, als wenn er zerschlagen (gerädert) wäre, früh (n. 12 St.).

Bei Bewegungen, fühlbarer Rheumatism zwischen den Schulterblättern, welcher sich bis zum Kreuze erstreckt.

Der Nacken ist steif und bei Bewegung schmerzhaft.

Im Schulter-Gelenke, Schmerz, wie zerschlagen, wenn er den Arm rückwärts biegt, oder erhebet, oder sich drauf legt, oder auch nur das Gelenk befühlt.

80. Schmerz im Schultergelenke, als wenn der Arm einschlafen wollte und matt und schwach wäre – es vergeht durch fortgesetzte Bewegung.

Der Arm schmerzt bei der Bewegung, als wenn das Fleisch der Muskeln von den Knochen los wäre.

Es sticht im rechten Arme und es entsteht ein Schmerz von der Achsel bis in den Ellbogen, selbst in der Ruhe; das Ellbogen-Gelenk schmerzt beim Befühlen, wie unterschworen.

Schmerz, wie zerquetscht, erst in der Gegend des Ellbogen-Gelenkes, dann des Schulter-Gelenkes.

Am Hand-Gelenke, wo die beiden Köpfe des Ellbogenbeins und der Speiche einander berühren, Schmerz beim Biegen und Wenden der Hand und beim Befühlen.

85. Schmerz, wie zerschlagen und zerquetscht, in den Händen, bis zum Ellbogen-Gelenke.

Es sticht zu den Fingern hin und zu den Spitzen heraus, auch in der Ruhe.

Neigung der Finger, sich klammartig zusammen zu ziehn und beim Zugreifen, eine Starrung in den mittlern Fingergelenken, wie wenn die Flechsen nicht nachgeben wollten, bald in der rechten, bald in der linken Hand.

(Nach dem Essen, reissender Schmerz im Oberschenkel, mit Schwere der Unterschenkel.)

Die Nacht, drückender Schmerz in den hintern Muskeln des linken Oberschenkels, vermehrt von drauf Drücken und Bücken; er konnte Nachts[233] nicht drauf liegen – nach dem Aufstehn vergings.

90. Schmerzhafte Steifheit der Kniekehlen; er konnte die Kniee kaum biegen.

Zittern der Kniee beim Gehen, selbst in der Stube, am meisten aber beim Treppensteigen.

Stiche in der Röhre des Wadenbeins herauf, nach der Wade zu, in der Ruhe; der Schmerz weckte sie in der Nacht aus dem Schlafe auf.

Schwankender, unsichrer Gang von Schwäche der Füsse, beim Anfange des Gehens, welches sich beim fortgesetzten Gehen verliert.

Er kann den Unterschenkel ohne sehr grossen Schmerz nicht ausstrecken und muss hinken.

95. Starrung in den Fussgelenken – sie sind sehr steif.

Reissender Schmerz in der Ferse bei der Bewegung (im Gehen).

(Stechen und Pochen um das rechte Fussgelenke, am meisten im Liegen, die Nacht.)

Auf und nieder ziehender Schmerz in den Füssen bis zu den Waden.

Beim Umdrehen des Kopfes und Rumpfes, um sich wonach umzusehen, schmerzhafter Klamm in den Rücken- und Bauchmuskeln, welcher lange anhielt.

100. (Ein Zucken, oder zuckende Empfindung in den Gliedern.)

Alle Glieder sind wie zerschlagen und sind auch äusserlich schmerzhaft.

Alle Glieder sind ihm wie gelähmt.

Es liegt ihm in allen Gliedern – es ist ihm alles wie gelähmt.

Wehthun aller Glieder, auf denen er liegt, als wenn das Lager allzu hart und nicht Betten genug untergelegt wären.

105. Sie fährt die Nacht öfters im Schlafe auf, wie von Schreck oder Furcht, hat aber beim Erwachen keine Aengstlichkeit.

Nachts, ängstliche Träume.[234]

Oefteres, heftiges Aufschrecken, Abends, im Schlafe.

Schlaflosigkeit.

Früh, ungeheure Müdigkeit, er will nicht aus dem Bette.

110. So matt, früh beim Erwachen, dass er kaum die Augen aufthun kann.

Bei der Ruhe, Schauder; bei der Bewegung, kein Schauder.

Während er ruht und auch gehörig warm am Körper anzufühlen ist, schaudert's ihn dennoch, und er kann sich selbst im Bette des Schauders und der Kälte-Empfindung nicht erwehren.

Es ist ihm immer wie zu kalt; er kann sich nicht erwärmen.

Er hat die Empfindung von Kälte in der Nacht im Bette, doch ohne Schauder.

115. Gesicht, Nase und Hände sind kalt.

(Kälte der linken Gesichts-Hälfte, mit stechenden Schmerzen darin, während die rechte Gesichts-Hälfte heiss und trocken ist, Nachmitternacht.)

(Abends, kalte Wangen und heisse Hände.)

Nachmittags, öftere Anfälle bald von Frost, bald von Hitze und Brecherlichkeit dabei.

Tägliches Wechselfieber; Vormittags vor 9 Uhr, Frost mit eiskalten Händen und blauen Nägeln (er muss sich legen) bis Mittags 12 Uhr, nach dem Froste, Durst – drauf Schwere im Kopfe, klopfender Schmerz im Hinterkopfe und Hitze im Gesichte, bei gehöriger Wärme des übrigen Körpers, bis 3 Uhr Nachmittags – Abends wohl; die Nacht, starker Schweiss, vorzüglich am Unterleibe; nach der Hitze, Brecherlichkeit.

120. Fieber: eingenommener, schwerer Kopf, immerwährender Frost, er kann sich nicht erwärmen, die Speisen haben ihm keinen Geschmack – dann erscheint Durst und Hitze im Kopfe, mit Ausfluss eines wässerigen Speichels.

Beim Fieberfroste, Erbrechen, wo zuletzt Galle kömmt.[235]

Den Tag über, Frost; die Nacht über, Hitze (n. 36 St.).

Wärme des Oberkörpers, gegen Abend.

Hitze im Kopfe.

125. Hitze und Röthe im Gesichte (n. 5 St.).

Drei Nächte hinter einander, Schweiss bloss im Gesichte.

(Hitze und Schweiss an der Brust, an den Oberschenkeln und in den Kniekehlen, mit Durst, Tag und Nacht über.)

Nacht-Schweiss.

Schweiss, gleich nach Mitternacht.

130. Sehr verdriesslich; eine Kleinigkeit kann ihn verstimmen.

Beleidigungen nimmt er hoch auf, nicht ohne Aergerniss.

Hartnäckige Ausführung überdachter Entschlüsse.[236]

Beobachtungen Andrer.

Beim Gehen im Freien, Anfall von Schwindel; er wollte immer auf die linke Seite fallen (n. 9 St.) (Chr. Fr. Langhammer, in einem Aufsatze).

Drehend und schwindlicht, mit Unaufgelegtheit zu Arbeiten (n. 33 St.) (Sal. Gutmann, in einem Aufsatze).

Zur rechten Schläfe herausdrückender Kopfschmerz (Ders. a.a.O.).

Drückender Schmerz zur Stirne und zu den Jochbeinen heraus (n. 71/2 St.) (Ders. a.a.O.).

(5) Drückender Kopfschmerz über der rechten Schläfe (n. 31/2 St.) (Ders. a.a.O.).

Zur Stirne heraus bohrender Schmerz, bloss beim Bücken im Schreiben (n. 7 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein dumpf ziehender Schmerz in der linken Gehirnseite nach der Schläfe hin (n. 28 St.) (Ders. a.a.O.).

In der rechten Gehirn-Hälfte, ziehender Schmerz nach dem Hinterhaupte zu (n. 9 St.) (Ders. a.a.O.).

Reissend spannender Kopfschmerz in der Stirne, heftiger beim Bücken (n. 11 St.) (Ders. a.a.O.).

(10) Scharf schneidende Nadel-Stiche in der rechten Stirnseite (n. 33 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Reissender Schmerz im Gehirne, mehr nach der Stirne zu, bei Bewegung der Augen heftiger, aber vom Stützen des Kopfs auf die Hand erleichtert (n. 10 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Schwerheit des Kopfs beim aufrecht Halten, aber nicht im Bücken (n. 37 St.) (Ders. a.a.O.).

Schmerzhaftigkeit des ganzen Gehirns; er spürt jeden Tritt darin (n. 8 St.) (Ders. a.a.O.).

Brennender Wundheits-Schmerz rechts auf dem Haarkopfe; bei Berührung verlor er sich jedesmal (n. 61/2 St.) (Ders. a.a.O.).

(15) Beissend brennender Schmerz in der behaarten Kopfhaut am Scheitel (n. 10 St.) (Ders. a.a.O.).[237]

Wundheits-Schmerz am Haarkopfe, über der rechten Stirnseite (n. 32 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Wundheits-Schmerz am linken Stirnhügel (Ders. a.a.O.).

Wundheits-Empfindung in der rechten Schläfehaut (Ders. a.a.O.).

Jückendes Nagen vorne am Haarkopfe, was durch Reiben verging (W.E. Wislicenus, in einem Aufsatze).

(20) Fressendes Jücken auf dem ganzen Haarkopfe, besonders aber an den Seiten, welches zum Kratzen nöthigte (n. 12 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Drücken, bisweilen mit Nagen verbunden, äusserlich am Oberkopfe (n. 2 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Stumpf bohrender Schmerz äusserlich am Kopf-Wirbel (n. 10 St.) (Ders. a.a.O.).

Drückend nagender, äusserer Kopfschmerz über den Augenbrauen, nebst Ziehen von da bis in's kleine Gehirn, früh (n. 28 St.) (Ders. a.a.O.).

Beim Drücken auf die linke Augenbraue und das Augenlid schmerzt es wie unterschworen (n. 3 Tagen) (Gutmann, a.a.O.).

(25) Ziehend brennender Schmerz am Augenbrau-Bogen, mehr nach der Schläfe zu (n. 25 St.) (Ders. a.a.O.).

Verengerte Pupillen (n. 1, 2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Erweiterte Pupillen (n. 25 St.) (Ders. a.a.O.).

Spielendes, glänzendes Flimmern vor dem rechten Auge, mehr nach oben und seitwärts; will er den Blick auf das Flimmernde richten, so weicht es immer mehr aus dem Gesichtskreise; es hinderte am Lesen (n. 48 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Spannendes Brennen querüber im linken Auge und den Augenlidern (n. 13 St.) (Gutmann, a.a.O.).[238]

(30) Wundheits-Schmerz im rechten untern Augenlide, bei Berührung heftiger (n. 11 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Quer über dem ganzen linken Auge, ein schneidender Schmerz (Ders. a.a.O.).

Stumpfes Reissen im linken Augapfel querüber (n. 32 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein scharfer Stich im linken Augapfel, in der Ruhe (Ders. a.a.O.).

Brennschmerz im rechten Augapfel und feine Stiche im linken innern Ohre (n. 9 St.) (Ders. a.a.O.).

(35) Breite, langsame Stiche durch das linke Ohr hinein (n. 2 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Zwängen und Stechen in der linken mittlern Ohrhöhle (n. 30 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Stumpfer Stich im rechten Ohre, nicht ganz äusserlich (n. 3 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein kitzelnder Stich im Innersten des rechten Ohres (Ders. a.a.O.).

Ein Schmerz im innern, rechten Ohre, als wenn alles zusammengedrückt würde, fast klammartig (n. 71/2 St.) (Ders. a.a.O.).

(40) Ziehender Schmerz im rechten Ohrläppchen und einem Theile des Knorpels (n. 31 St.) (Ders. a.a.O.).

Scharfes Nagen unter beiden Ohrknorpeln (n. 1/2 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Reissen und zuckender Schmerz vorne vor der Oeffnung des linken Ohres (n. 35 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Spannendes Stechen im linken Ohre, mehr äusserlich, als innerlich (n. 12 St.) (Ders. a.a.O.).

Pickender und brennender Schmerz äusserlich im ganzen rechten Ohre; bald darauf ein dumpfes Ziehn von aussen hinein (n. 51 St.) (Ders. a.a.O.).

(45) Brickelnd brennender Schmerz in der Haut der Wange, unterm linken Augenlide (n. 1/2 St.) (Ders. a.a.O.).[239]

Ziehendes Drücken auf den obern Backenknochen (n. 2 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Plötzliches, feines Zucken in der linken Wange, worüber er zusammenfährt (n. 8 St.) (Ders. a.a.O.).

Wühlendes Drücken im rechten Kiefer-Gelenke und den nahen Knochen, in Ruhe und Bewegung anhaltend – jedesmal bei Oeffnung des Mundes heftiger (n. 52 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Stark drückender Schmerz im rechten Kiefer-Gelenke, in Ruhe und Bewegung (n. 26 St.) (Ders. a.a.O.).

(50) Brickeln an der linken Nasenseite und Kriebeln im linken Ohre (Ders. a.a.O.).

Er schnaubt, früh, beim Waschen des Gesichts, Blut aus (n. 4 Tagen) (Ders. a.a.O.).

Grössere Empfindlichkeit gegen saure Gerüche (n. 3 Tagen) (Ders. a.a.O.).

Rothes Blüthchen in der Mitte des Kinns, dicht unter der Unterlippe, obenauf mit einer weissschuppigen Haut bedeckt, ohne Empfindung, selbst beim Berühren (n. 27 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Hie und da im Gesichte kleine Blüthen, bloss beim Berühren von fein stechender Empfindung, in deren Mitte sich ein Eiter-Bläschen bildet, nach einigen Tagen vertrocknend (Wislicenus, a.a.O.).

(55) Stechendes Reissen am linken Unterkiefer, wie in der Beinhaut (n. 8 St.) (Ders. a.a.O.).

Brennschmerz in der Haut vor dem rechten Mundwinkel (Gutmann, a.a.O.).

Macht Leiden der Zähne (Haller bei Vicat, Materie med. I., S. 313, 314.).

Kälte-Empfindung in der Krone eines Schneidezahns (n. 56 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Feine, pickende Stiche auf dem Rücken der Zunge (n. 25 St.) (Ders. a.a.O.).[240]

(60) Stechend beissender Schmerz in der rechten Zungenseite und Spitze (Gutmann, a.a.O.).

Beissender Schmerz im Innern der linken Backe, wie, vom Pfeffer (n. 2 St.) (Ders. a.a.O.).

Am weichen Gaumen und tief im Rachen, eine rauhe, scharrige Trockenheits-Empfindung, welche zum Hüsteln reizt (Wislicenus, a.a.O.).

Kriebelnde, beissende Empfindung im Rachen, rechts, ausser dem Schlingen (n. 35 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Oefteres Schlucksen (n. 28 St.) (Langhammer, a.a.O.).

(65) Uebelkeit mit drückend betäubendem Kopfschmerze, vorzüglich in der Stirne (n. 4 St.) (Ders. a.a.O.).

Klemmendes Spannen in der Herzgrube, als würde da alles einwärts eingezogen, vorzüglich beim tief Einathmen (n. 10 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Feines, flüchtiges Zusammenkrallen in der Herzgrube (n. 4 St.) (Ders. a.a.O.).

Spannender Schmerz im Oberbauche vor und nach dem Stuhlgange, wenn er den Athem an sich hielt; beim Ein- und Ausathmen fühlte er nichts; im Sitzen und Bücken wird der Schmerz im Oberbauche sehr heftig; der Stuhl ist weicher, als sonst (n. 50 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Von der rechten Bauchseite zog sich querüber, nach der linken Seite hin, ein stumpfer, ziehender Stich, welcher ihm fast den Athem benahm, im Gehen (n. 5 Tagen) (Ders. a.a.O.).

(70) Zwickend schneidendes Kneipen im Unterleibe, wie von versessenen Winden erzeugt (n. 13 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Schneidende Stösse in den Bauch- und Brustmuskeln, im Sitzen stärker, als bei Bewegung. (n. 8 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Bohrende Stiche in der rechten Seite der Bauchdecken (n. 13 St.) (Gutmann, a.a.O.).[241]

Stumpfer Stich im rechten Schoosse (n. 51 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Herauspressender Schmerz im Mastdarme, ausser dem Stuhlgange (n. 6 St.) (Ders. a.a.O.).

(75) Leibschneiden, ohne drauf folgenden Stuhlgang (n. 5 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein immer weicher abgehender Stuhlgang (n. 1 St.) (Ders. a.a.O.).

Stuhlgang vielen breiartigen Kothes (n. 14 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Stuhlgang wenigen harten Kothes, mit Pressen (n. 38 St.) (Ders. a.a.O.).

Oefteres Drängen zum Harnen, mit sehr wenigem, oft nur in wenigen Tropfen abgehendem Urine (n. 2 St.) (Ders. a.a.O.).

(80) Harnfluss (Nicolaus, bei Vicat, a.a.O.).

Oefterer, reichlicher Harnabgang, den ganzen Tag (n. 48 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Jückender, stumpfer Stich in der Eichel, einige Minuten anhaltend (n. 33 St.) (Gutmann, a.a.O.).


Kriebelnde Empfindung in der rechten Nasenhöhle, zum Niessen reizend (n. 26 St.) (Ders. a.a.O.).

Oefteres Niessen, mit oder ohne Fliessschnupfen (n. 13, 24 St.) (Langhammer, a.a.O.).

(85) Arger Fliess-Schnupfen, vorzüglich früh (Ders. a.a.O.).

Kriebeln im Kehlkopfe, was ihn zum Hüsteln reizt, mit Gefühl, als wenn daselbst ein weicher Körper sich befände, mit feinen Stichen darin bis zur rechten Schlundseite (n. 4 Tagen) (Gutmann, a.a.O.).

[242] Tief im Rachen (und am weichen Gaumen), eine rauhe, scharrige, zum Hüsteln reizende Trockenheit-Empfindung, mit einem gelben Schleim-Auswurfe, bei Heiserkeit der Stimme2, so dass er nur mit Anstrengung in einem tiefen Basstone sprechen kann; dabei fühlt er in der Brust eine Beklemmung, als hielte da etwas beim Husten und Sprechen die Luft zurück, dass der Odem nicht ausgestossen werden könnte (mehre Tage anhaltend) (Wislicenus, a.a.O.).

Eine brennende Rauhheits-Empfindung tief im Halse, gleich nach dem Mittagsessen (n. 29 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Spannender Schmerz in den Brustmuskeln, anhaltend mehre Stunden lang beim Ein- und Ausathmen (n. 8 St.) (Ders. a.a.O.).

(90) Brennende Empfindung in der Mitte der Brust, ohne Durst (n. 4 St.) (Ders. a.a.O.).

Kriebelndes Gefühl in den linken Ribben-Muskeln, mit einem pressenden Kopfschmerze in beiden Schläfen, vorzüglich der rechten (n. 81/2 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein heisser, stumpfer Stich in den Muskeln der rechten, wahren Ribben, anhaltend beim Ein- und Ausathmen (Ders. a.a.O.).[243]

Stumpfe Stiche in den linken Ribben-Muskeln so heftig, dass sie ihm fast den Odem benahmen, anhaltend beim Ein- und Ausathmen (n. 3 Tagen) (Gutmann, a.a.O.).

Jückender Stich im Steissbeine, beim Sitzen (n. 29 St.) (Ders. a.a.O.).

(95) Beim scharf Gehen, ein zusammenraffendes Kneipen in der linken Lenden-Gegend, was den Athem beengt, durch Aufdrücken mit der Hand erleichtert (n. 1 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Ziehender Stich von der linken Lende bis in die männliche Ruthe (n. 6 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Stechendes Reissen vom Rückgrate bis an die vordere Spitze des linken Darmbeins, im Sitzen (n. 8 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Ein stumpfer Stich in den linken Rücken-Muskeln (n. 12 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Ziehender Schmerz im Rücken und in den Achseln, in Ruhe und Bewegung (n. 6 St.) (Fr. Hahnemann).

(100) Fippern auf der rechten Schulter, bloss in der Ruhe (n. 52 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Beim Gehen oder Stehen, Verrenkungsschmerz in der linken Achselhöhle, welcher sich aber beim Befühlen minderte (n. 11 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Scharfes Drücken in der Achselgrube, von innen heraus, in der Ruhe (n. 7 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Klemmendes Spannen in der Ellbogen-Beuge beim Zusammenbiegen des Arms, nur wenig beim Ausstrecken bemerkbar (n. 24 St.) (Ders. a.a.O.).

Starke, sehr empfindlich schmerzende Stiche durch die Mitte des linken Vorderarms (n. 12 St.) (Ders. a.a.O.).

(105) Plötzliches Schneiden hinter dem Handgelenke, zwischen beiden Knochenröhren, zugleich mit[244] Lähmungs-Schwäche des Arms (n. 48 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Am Hand-Rücken und hinter dem Handgelenke, zwei rothe, erhabne, Linsen grosse Flecke, anfänglich schmerzhaft, nachgehends in dem einen, jückende Stiche, welche durch Reiben heftiger werden (Ders. a.a.O.).

Krampfhaftes Zusammenziehn der Beuge-Flechsen der Finger, so dass er sie nur mit Mühe ausstrecken konnte, als er etwas in der Hand hielt (n. 8 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein tief eingefressenes Geschwürchen auf dem rechten Handrücken, von jückender Empfindung, welche nach dem Reiben in Brennen ausartet, worauf eine blutig wässerige Feuchtigkeit heraus kömmt (n. 24 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Er fühlt Pulsiren in einer Ader des linken Handrückens, nebst einem zur Stirne heraus drückenden Kopfschmerze (n. 7 St.) (Gutmann, a.a.O.).

(110) Im Ballen des linken Daumens, ein reissender Schmerz einige Minuten anhaltend bei Ruhe und Bewegung (n. 28 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein heftiger, scharfer Stich im Sitzknochen, beim Aufstehn vom Sitze (n. 55 St.) (Ders. a.a.O.).

Lähmender Schmerz im rechten Hüftgelenke und Oberschenkel und im Fussgelenke, doch in letzterm, mehr wie ausgerenkt, im Gehen, wo er vor Schmerz hinken musste (n. 11 St.) (Ders. a.a.O.).

Empfindlicher Schmerz in den Knochen des rechten Ober- und Unterschenkels, während des Schlafs in der Nacht entstanden, dass sie beim Erwachen das Bein sogleich ausstrecken muss, um sich den Schmerz zu erleichtern, 18 Stunden lang (Fr. Hahnemann).

[245] Ein einzelner schneidender Stich in der Mitte der vordern Seite des linken Oberschenkels, von Zeit zu Zeit wiederkehrend (n. 24 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

(115) Schneidendes Kneipen an der hintern Seite des linken Oberschenkels (n. 2 St.) (Ders. a.a.O.).

Schmerz im linken Oberschenkel und im Kniegelenke, als wenn beide zerbrochen wären – bloss im Gehen (n. 11/2 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Ein fein schneidender Stich in der rechten Wade, welcher im Sitzen entsteht und beim Gehen verschwindet (Ders. a.a.O.).

Lähmendes Reissen in beiden Fussgelenken, am stärksten bei ruhiger Lage der Füsse (n. 8 St.) (Wislicenus, a.a.O.).

Reissender Schmerz im rechten Fussgelenke, als wenn es ausgerenkt wäre, bloss im Gehen (n. 34 St.) (Gutmann, a.a.O.).

(120) Reissender Schmerz im Ballen der rechten grossen Zehe auf einem Punkte, in der Ruhe (n. 26 St.) (Ders. a.a.O.).

Feinstichartige Schmerzen in den drei mittlern Zehen, so heftig, dass er hinken musste, bloss im Gehen bemerkbar (n. 41/2 Tagen) (Ders. a.a.O.).

Ein jückender Stich in der linken Fusssohle, in den Zeh-Ballen, beim Sitzen (n. 11/2 St.) (Ders. a.a.O.).

Ein aus Nagen und Stichen zusammengesetzter Schmerz in den Knochenröhren der Arme und der Ober- und Unterschenkel, besonders stark an den Gelenken, mit starken Stichen in den Gelenken, beim Bewegen weniger merkbar, als in der Ruhe (Wislicenus, a.a.O.).[246]

Klammartiger Druck bald an den Ober-, bald an den Unter-Gliedmassen, bei Ruhe und Bewegung (n. 13 St.) (Langhammer, a.a.O.).

(125) Schmerzhaft stechender Druck in den Muskeln der obern und untern Gliedmassen zugleich, in jeder, Lage (n. 41/2, 30 St.) (Ders. a.a.O.).

Das Kraut frisst, äusserlich angewendet, die Haut an (Haller, bei Vicat, a.a.O.).

Er ist schwach im ganzen Körper, mit eingefallenen Augen und Wangen (n. 8 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Oefteres Dehnen und Gähnen, als ob er nicht ausgeschlafen hätte (n. 30 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Oefteres Aufwachen aus dem Schlafe, als wenn er schon ausgeschlafen hätte und es Zeit wäre, aufzustehn (Ders. a.a.O.).

(130) Er schnarcht auf dem Rücken liegend im Schlafe (Ders. a.a.O.).

Lebhafte, theils erfreuliche, theils ängstliche Träume (Ders. a.a.O.).

Lebhafter, ärgerlicher Traum über Misshandlung Andrer (Ders. a.a.O.).

Oefteres, nächtliches Erwachen, jedesmal über anfangenden Schweiss-Ausbruch (die erste Nacht) (Ders. a.a.O.).

Er träumte von Durst und Trinken und erwachte mit Durst und musste trinken (die zweite Nacht) (Gutmann, a.a.O.).

(135) Fieber: weichliche Uebelkeit, welche aus dem Magen zu entstehen schien, mit Hitzgefühl im Gesichte und Frost-Schauder über den ganzen Körper, bei eiskalten Händen (n. 271/2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Fieber-Schauder über den ganzen Körper, ohne Hitze oder Durst (n. 121/2 St.) (Ders. a.a.O.).

Fieber-Schauder über den ganzen Körper, mit Hitze im Gesichte, aber eiskalten[247] Händen, ohne Durst (n. 3, 27 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Frost-Schauder über den ganzen Körper, mit warmer Stirne, heissen Wangen, aber kalten Händen, ohne Durst (zum zweiten Male, den Tag drauf) (n. 34 St.) (Ders. a.a.O.).

Schweisse (Bonfigli, bei Vicat, a.a.O.).

(140) Aengstlichkeit, mit schnell überlaufendem Hitzgefühle über den ganzen Körper, besonders aber über das ganze Gesicht, als wenn er eine unangenehme Nachricht erfahren sollte (n. 31/2 St.) und wiederum (n. 27 St.) Frostschauder über den ganzen Körper, ohne Hitze und ohne Durst (Langhammer, a.a.O.).

Unruhe; beim Lesen konnte er nicht lange über einem Gegenstande aushalten – er musste immer zu etwas Anderm übergehen (n. 36 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Den ganzen Tag, Gemüths-Unruhe und Aengstlichkeit, voll Misstrauen, als wenn er mit lauter falschen Menschen zu thun hätte (n. 38 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Höchst unruhiges, trauriges Gemüth, den ganzen Tag – er glaubte von tückischen, neidischen Menschen hintergangen zu werden (Ders. a.a.O.).

Still und verschlossen, mit Aengstlichkeit – er befürchtete stets, etwas Unangenehmes zu erfahren (Ders. a.a.O.).

(145) Aengstlichkeit, als wenn ihm seine Feinde keine Ruhe liessen, ihn beneideten und verfolgten (Ders. a.a.O.).

Er ist traurig und niedergeschlagen über die Beschwerden des Lebens, die sich die Menschen unter einander und ihm selbst verursachen, worüber er ängstlich und besorgt ist; dabei Mangel an Esslust (n. 5 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Er ist niedergeschlagen über Anfeindungen von Andern von allen Seiten,[248] und zugleich muthlos und besorgt für die Zukunft (n. 4 Tagen) (Gutmann, a.a.O.).

Aengstlichkeit, vorzüglich Abends (um 7, 8 Uhr), als wenn es ihn dazu triebe, in's Wasser zu springen, um sich durch Ersäufen das Leben zu nehmen – zu keiner andern Todesart trieb's ihn nicht (Langhammer, a.a.O.).

Aengstlichkeit in Einsamkeit – er wünschte, beständig jemand um sich zu haben, wollte durchaus nicht ohne Menschen seyn und war ruhiger, wenn er jemand sprechen konnte; aber wenn sie ihn wieder allein liessen, war er desto ängstlicher, bis zum Einschlafen; erwachte er, so kam die Aengstlichkeit wieder (sechs Abende nach einander) (Ders. a.a.O.).

(150) Die Aengstlichkeit schien aus der Gegend unter den Ribben in die Höhe zu steigen (Ders. a.a.O.).

Freudenlos, stumpfsinnig und unaufgelegt zu Arbeiten der Hände und des Geistes (n. 33 St.) (Gutmann, a.a.O.).

Ein unbedeutender Umstand brachte ihn so auf, dass er ausser sich war vor Wuth (n. 41/2 Tagen) (Ders. a.a.O.).

Er fühlt innere Ruhe und Heiterkeit3 (n. 12 St.) (Ders. a.a.O.).

Gemüths-Ruhe4 (Langhammer, a.a.O.).

(155) Fröhlicher, fester Muth; er befürchtete gar nichts Böses, weil er sich bewusst war, rechtschaffen gehandelt zu haben5 (Ders. a.a.O.).

Fußnoten

1 Die Heilung erfolgt sicher binnen 7 oder 9 Tagen, bei unarzneilicher Diät. Man hüte sich, unmittelbar nach der ersten eine zweite Gabe davon zu reichen (und eben so wenig, irgend ein andres Mittel), denn sie würde unfehlbar nicht nur den guten Erfolg hindern, sondern auch beträchtlichen Schaden anrichten, wie ich aus Erfahrung weiss.

2 Diesem sehr ähnlich muss der Zustand seyn, wo in einigen Arten der sogenannten Luftröhr-Schwindsucht (vorausgesetzt, dass kein specifisches Siechthum von Lustseuche, Krätze, u.s.w. zum Grunde liegt) der Sonnenthau so einzig hülfreich ist. Auch bei den Schafen soll diess Kraut einen sehr heftigen Husten erregen; s. Borrichius in Act. Hafn. Vol. IV. S. 162. Schon haben zwar mehre, ältere Aerzte dieses Kraut in einigen bösartigen Husten und in eiterigen Schwindsuchten heilsam gefunden und so ihre (homöopathische) Heilkraft in diesen Uebeln bestätigt; aber die Neuern (z.B. Murray, Apparat. med. Tom. III. S. 501.) widerriethen sie nach ihren antipathischen Theorien, wegen ihrer angeblichen Schärfe.

3 Gegenwirkung der Lebenskraft, Nachwirkung, Heilwirkung.

4 Gegenwirkung der Lebenskraft, Nachwirkung, Heilwirkung.

5 Gegenwirkung der Lebenskraft, Nachwirkung, Heilwirkung.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Bd. 6, Dresden, Leipzig 21827, S. 226-249.
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