[260] Wütherich (Cicuta virosa L.).

[260] (Der frisch ausgepresste und mit gleichen Theilen Weingeist gemischte Saft aus der Wurzel des zu blühen anfangenden Krautes.)


Die folgenden Symptome können nur als ein Anfang der Ausprüfung der eigenthümlichen Wirkungen dieses mächtigen Gewächses in Umänderung des menschlichen Befindens angesehen werden.

Weitere und vollständigere Prüfungen werden zeigen, dass es in seltnen Fällen hülfreich ist, wo kein andres Mittel homöopathisch passt und zwar in chronischen Fällen, denn ich sah seine Wirkung selbst in kleinen Gaben drei Wochen lang anhalten.

Die bisherige Arzneikunst hat nie innerlichen Gebrauch von der Cicuta virosa gemacht; denn wenn sie Cicuta verordnete, was vor mehren Jahren sehr häufig geschah, so verstand man nie etwas anderes unter diesem Namen, als Conium maculatum.

Bloss zu äusserlichem Gebrauche ward der Saft von Wütherich auf Linné's Empfehlung zur Bereitung des Cicuta-Pflasters, namentlich von der dänischen Pharmakopöe (Empl. de cicuta, pharm. dan.) angewendet, um durch seine Auflegung gichtische Schmerzen zu stillen.[261]

Der Saft der frischen Wurzel (denn getrocknet, hat sie wenig Wirkung) ist so kräftig, dass die bisherige Praxis sie in ihren gewohnten, stets sehr gewichtigen Gaben innerlich zu gebrauchen, gar nicht wagen1 konnte, also sie und ihre Hülfskraft ganz entbehren musste.

Einzig die Homöopathie weiss sich dieses heilkräftigen Saftes in decillionfacher Verdünnung (Verdünnung 30) mit Nutzen zu bedienen.[262]

Wütherich.

Früh, beim Erwachen, Kopfweh, gleich als wäre das Gehirn locker und würde erschüttert beim Gehen; wenn er drauf dachte, wie der Schmerz genau beschaffen sey, so war er verschwunden.

Halbseitiger Kopfschmerz, wie ein Drücken, mehr äusserlich.

Starkes Kopfweh im Hinterhaupte, wie dumpfer Druck und wie etwas Schnupfen dabei (n. 48 St.).

(Nach Uebelseyn im Unterleibe, heftiges, zweitägiges Kopfweh: Stechen, welches von der Nase und dem rechten Auge bis zum Hinterhaupte zog) (n. 15 Tagen).

5. (Nach dem Kopfweh, zweitägige Verdüsterung.)

Der Kopfschmerz verging beim aufrecht Sitzen.

Der Kopfschmerz wird durch Blähungs-Abgang erleichtert.

Ein Fippern unter dem untern Augenlide in dem Kreis-Muskel.

Um die Augen herum, Hitze und Brennen.

10. Gelber Ausfluss aus der Nase.

Eine Art Klamm in den Hals-Muskeln: wenn er sich umsieht, kann er mit dem Kopfe nicht gleich wieder zurück – die Halsmuskeln geben nicht nach und wenn er's erzwingen wollte, würde es sehr weh thun.

Appetitlosigkeit wegen Trockenheits-Gefühl im Munde; Speisen haben keinen unrechten, aber doch keinen vollen Geschmack.

Mittags, Appetit zum Essen, aber der Appetit verschwand beim ersten Bissen.[263]

Morgenbrod schmeckte nicht, es dämmte sich an im Leibe, als wenn er schon zu viel gegessen hätte.

15. Gleich nach dem Essen, Schneiden im Unterbauche.

Gleich nach dem Essen, ein Drücken in der Herzgrube, was sie zum Tiefathmen nöthigt; dabei Neigung zum Aufstossen.

Gleich nach dem Essen, Bauchweh und Schläfrigkeit.

Engheit in der Herzgrube und Aengstlichkeit, acht Tage lang, er möchte immer hinaus, um sich abzukühlen.

Früh, Uebelseyn im Unterleibe, und da sich diess verlor, Nachmittags, Kopfweh, ein Stechen auf der rechten Kopfseite, welches sich vom rechten Auge und der Nase – in welchen beiden es am schlimmsten war – bis zum Hinterhaupte zog, drei Tage lang, worauf die Nase flüssig ward und gelben Schleim absonderte (n. 9 Tagen).

20. Viel Blähungs-Anhäufung, mit immerwährender Angst und Verdriesslichkeit.

Jücken inwendig im Mastdarme, gleich über dem After; nach dem Reiben schmerzte es brennend, ein Schmerz, welcher ihm jedesmal Schauder erregte – nach Gehen, beim still Stehen und beim Stuhlgange.


Verstopfung der Nase und zugleich häufige Schleim-Absonderung daraus.

(An der Inseite des linken Ellbogen-Gelenks, eine Geschwulst, als wollte da ein Schwär entstehen; bei Bewegung des Arms schmerzte es da, wie wenn man an ein Geschwür drückt.)

Brennendes Jücken über und über.

25. (Um die Mittags-Stunde, Aengstlichkeit, Schweiss im Gesichte und Zittern der Hände; es kömmt ihm an's Herz (in der Mitte der Brust), als wenn er ohnmächtig werden sollte.)

[264] Nachts, lebhafte Träume, welche die Begebenheiten des vergangnen Tags enthalten.

Früh, nach dem Aufstehn aus dem Bette, Eingenommenheit des Kopfs.

Schweiss am Unterleibe, Nachts.

Er ward gleichgültig gegen Alles, und fing an zu zweifeln, ob diess auch wirklich der Zustand sey, in welchem er sich befände.

30. Er verwechselte Gegenwärtiges mit dem Vergangenen.

Er dachte mit Aengstlichkeit an die Zukunft und war immer traurig.

Argwöhnisch.

Aufgeregtheit, mit Kümmerniss für die Zukunft, alles was ihm begegnen könnte, stellte er sich gefährlich vor.

Wo Andre lustig waren, war er traurig.

35. Er glaubte nicht, in den gewöhnlichen Verhältnissen zu leben; es deuchtete ihm alles fremd und fast furchtbar; es war, als wenn er aus einem hitzigen Fieber erwachte und allerlei Gestalten sähe, doch ohne körperliches Krankheits-Gefühl.

Er deuchtete sich wie ein Kind von 7, 8 Jahren, als wären ihm die Gegenstände sehr lieb und anziehend, wie einem Kinde das Spielzeug.[265]

Beobachtungen Andrer.

Dumm und dämisch (n. 10 Min.) (Fr. Hahnemann).

Dumm im Kopfe, mit Schüttelfrost; dabei war ihr der Hals wie steif und die Muskeln wie zu kurz (Ders.). Gedankenlosigkeit, Unbesinnlichkeit, Sinnen-Beraubung (Wepfer, de cicuta aquat. und Allen, Synopsis).

Trunkenheit, Wanken (Wepfer, a.a.O.).

(5) Beim Gehen, Schwindel, als wollte er links vorwärts fallen (n. 72 St.) (Langhammer, in einem Aufsatze).

Beim Bücken ist's, als sollte er mit dem Kopfe vorstürzen (n. 80 St.) (Ders. a.a.O.).

Schwindel, Taumel (Wepfer, a.a.O.).

Taumel und Schwanken im Gehen (n. 82 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Er ist im Sitzen, Stehen und Gehen wie betrunken (n. 5 Min.) (Fr. Hahnemann).

(10) Alle Gegenstände scheinen ihm, sich in einem Kreise zu bewegen, vorzüglich beim Sitzen – viele Stunden lang (n. 2 St.) (Ders.).

Es bewegen sich ihm alle Gegenstände herüber und hinüber, von einer Seite zu der andern, obgleich Alles die gehörige Gestalt hat (n. 10 Min.) (Ders.).

Sie glaubt sich fester stellen oder setzen zu müssen, weil sie nichts Stetes oder Festes vor sich sieht und sie also wähnt, sie selbst wanke; alles blendet sie (n. 15 Min.) (Ders.).

Sie glaubt, auf diese und jene Seite zu wanken, oder dass die Gegenstände um sie her herüber und hinüber sich bewegten; es kömmt ihr vor, als stehe nichts still, sondern Alles werde, wie ein Perpendikel, hin und her gewiegt (Ders.).

Wenn sie stehen soll, wünscht sie sich anhalten zu können, weil ihr die Gegenstände bald nahe zu kommen, bald sich wieder von ihr zu entfernen scheinen (Ders.).[266]

(15) Taumel, dass sie fallen zu müssen glaubt (n. 6 St.) (Fr. Hahnemann).

Schwindel; er fiel zur Erde (Wepfer und Allen, a.a.O.).

Er will immer zur Erde fallen (Wepfer, a.a.O.).

Er fiel zur Erde, ohne ein Wort zu sagen (Ders. a.a.O.).

Er fällt zur Erde und wälzt sich umher (Ders. a.a.O.).

(20) Ein hämmernder Schmerz in der Stirne, von Mittag bis Abend (n. 2 St.) (Fr. Hahnemann).

Aengstlichkeit im Kopfe (Ders.).

Betäubt und schwer im Kopfe (n. 74 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Schwere des Kopfs im Sitzen (Chr. Gb. Hornburg, in einem Aufsatze).

Von beiden Seiten zusammendrückender Kopfschmerz (Ders. a.a.O.).

(25) Drücken im linken Stirnbeine (Ders. a.a.O.).

Drückend betäubendes Kopfweh äusserlich an der Stirne, mehr in der Ruhe (n. 1, 36 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Kriebeln in der Stirne, wie von Ameisen (n. 2 Min.) (Fr. Hahnemann).

Stechender Schmerz auf dem Stirnbeine (Hornburg, a.a.O.).

Längs dem Augenbraubogen hin, ziehende Stiche (n. 12 St.) (Langhammer, a.a.O.).

(30) Starker Ausschlag auf dem Haarkopfe und im Gesichte (Fr. Hahnemann).

Linsen grosse Ausschlags-Erhöhungen im ganzen Gesichte (und an beiden Händen), welche bei ihrem Entstehen einen brennenden Schmerz, verursachten, dann in Eins zusammenflossen, von dunkelrother Farbe, neun Tage anhaltend, worauf die Abschälung erfolgte, welche bis 3 Wochen dauerte2 (Ders.).[267]

Gesichts-Röthe (Wepfer, a.a.O.).

Gesicht (und Hals) angeschwollen (Ders. a.a.O.).

Aus dem Kopfe getretene Augen (Ders. a.a.O.).

(35) Stierer Blick (Ders. a.a.O.).

Starres Hinblicken nach einer und derselben Stelle, wobei ihm alles wie schwarzes Zeug aussieht (n. 6 Min.) (Fr. Hahnemann).

Starrsehen (n. 1/4 St.): sie sieht unverwandten Blicks auf eine und dieselbe Stelle hin und kann nicht anders, so gern sie auch wollte – sie ist dabei ihrer Sinne nicht ganz mächtig und muss sehr aufgeregt werden, um richtig zu antworten –; zwingt sie sich mit Gewalt, durch Wegdrehen des Kopfs, den Gegenstand mit den Augen zu verlassen, so verliert sie ihre Besinnung, und es wird ihr Alles finster vor den Augen (Ders.).

Wenn sie auch ihren Blick unverwandt auf ihren Gegenstand heftet, so sieht sie doch nichts genau; es fliesst alles in einander, wie in dem Zustande, wenn man allzu lange auf einen und denselben Gegenstand gesehen hat, wo einem, wie man sagt, die Augen vergehen (Ders.).

Sieht sie lange nach derselben Stelle, so wird sie schläfrig und es ist ihr, als würde ihr der Kopf herabgedrückt, ob man gleich nichts davon sieht, da sie dann mit offnen, starren, Augen keinen Buchstaben mehr erkennt (Ders.).

(40) So oft man auch in sie hinein redet und sie dadurch aus ihrem unbesinnlichen Starrsehn heraus reisst und durch Anrufen erweckt, so oft fällt sie doch immer wieder hinein, wobei man nur 50 Pulse in einer Minute fühlt (Ders.).

Lässt man sie längere Zeit in Ruhe sitzen, so sinkt der Kopf allmälig herab, während die[268] starren Augen auf denselben Punkt gerichtet bleiben, so dass, bei tieferm Sinken des Kopfs, die Pupillen fast hinter das obere Augenlid zu liegen kommen; dann bekömmt sie einen innern Ruck, wodurch sie schnell auf eine kurze Zeit zur Besinnung kömmt; sie verfällt dann wieder in eine ähnliche Unbesinnlichkeit, woraus sie von Zeit zu Zeit durch ein inneres Schütteln, was sie für einen Frostschauder ausgiebt, geweckt wird (Fr. Hahnemann.).

Bald erschien ihr alles doppelt und von schwarzer Farbe, bald verfiel sie in Schwerhörigkeit (Ders.).

Erst (n. 11/2, 21/2 St.) verengerte, dann (n. 8, 9 St.) sehr erweiterte Pupillen (Langhammer, a.a.O.).

Zuerst, höchst verengerte, bald darauf, höchst erweiterte Pupillen (Hornburg, a.a.O.).

(45) Drücken im rechten innern Augenwinkel, dass er die Augen verschliessen und zudrücken musste, um sich zu erleichtern (Ders. a.a.O.).

Wundheitsschmerz hinter dem linken Ohre (Ders. a.a.O.).

Wundheits-Empfindung hinter dem linken Ohre, wie nach einem Stosse oder Schlage (Ders. a.a.O.).

Schmerz hinter dem rechten Ohre, wie von einem Stosse oder Schlage zurück bleiben würde (Ders. a.a.O.).

Starker Ausschlag an den Ohren (Fr. Hahnemann).

(50) Ausschlags-Knospen unter und vor den Ohren, in der Spitze mit Eiter angefüllt und schmerzhaft wie ein Schwär (Ders.).

Beim Schlingen platzt es im rechten Ohre (Ders.).

Brausen vor beiden Ohren, ärger im Zimmer, als in der freien Luft (Ders.).

Starkes Klingen im linken Ohre (Hornburg, a.a.O.).[269]

Sie hört nicht wohl, wenn man nicht stark in sie hinein redet und sie drauf aufmerksam macht (Fr. Hahnemann).

(55) Blutfluss aus den Ohren (Wepfer, a.a.O.).

Der rechte Nasenflügel schmerzt wie wund, wie nach einem Stosse oder Schlage (Hornburg, a.a.O.).

Ein brennend jückendes Bläschen auf der linken Seite der Oberlippe, am Rande des Rothen (Ders. a.a.O.).

Spannen in den Halsmuskeln (Ders. a.a.O.).

Beim rückwärts Biegen des Kopfs, ein wundartiges Spannen in den linken Halsmuskeln (Ders. a.a.O.).

(60) Ziehende Schmerzen in der linken Halsseite (n. 6 St.) (Ders. a.a.O.).

Aufgeschwollener Hals (Wepfer, a.a.O.).

Zurück-Beugung des Kopfs (eine Art Opisthotonus) (Ders. a.a.O.).

Zucken und Rucken des Kopfs (Fr. Hahnemann).

Kinnbacken-Zwang (Wepfer – Allen, a.a.O.).

(65) Zusammengebissene Zähne, Kinnbackenzwang (Wepfer, a.a.O.).

Zähne-Knirschen (Ders. a.a.O.).

Der Mund voll Schaum (Ders. a.a.O.).

Schaum vor dem Munde (Ders. a.a.O.).

Zahnweh in den Nerven der untern Reihe Zähne (Hornburg, a.a.O.).

(70) Eine weisslichte Lasche (wunde Stelle) am Rande der Zunge, bei Berührung sehr schmerzhaft (Fr. Hahnemann).

Beim Sprechen mehrer Worte kann er wohl die ersten fünf, sechs Worte ohne Anstoss herausbringen, bei den übrigen aber bekömmt er, im Aussprechen des Worts, einen kleinen, selbst von aussen bemerkbaren Ruck am Kopfe rückwärts, und zugleich zucken die Arme etwas, so dass er die auszusprechende Sylbe gleichsam[270] rückwärts ziehen und verschlucken muss, fast wie der Schlucksen zu thun pflegt (Fr. Hahnemann).

Stummheit (Allen, a.a.O.).

Unvermögen zu schlingen (Wepfer, a.a.O.).

Der Hals scheint innerlich wie zugewachsen zu seyn und äusserlich wie schmerzhaft zerschlagen beim Bewegen und Angreifen, mehre Stunden sich verschlimmernd, unter Aufstossen von Mittag bis Abend (Fr. Hahnemann).

(75) Trockenheits-Gefühl im Munde (Ders.).

Beständiger Hunger und Esslust, auch wenn er eben erst gegessen hat (Ders. a.a.O.).

Grosser Durst (bei den Krämpfen) (Wepfer, a.a.O.).

Er halte grosses Verlangen auf Kohlen und verschlang sie (Ders. a.a.O.).

Schlucksen (Ders. a.a.O. und Breslauer Samml. 1727. S. 313. und Hornburg, a.a.O.).

(80) Weit schallender Schlucksen (Wepfer, a.a.O.).

Es schwulkt ihr, wie durch Aufstossen, eine sehr bittre, gelbe Feuchtigkeit, während sie sich (im Freien) bückte, aus dem Magen zum Munde heraus, und es brannte darauf im Schlunde den ganzen Vormittag (Fr. Hahnemann).

Ein Gefühl aus dem Magen herauf, wie Würmerbeseigen; es ward ihm weichlich und über und über heiss, und es floss ihm eine Menge aus dem Magen herauf gekommenen Speichels zum Munde heraus (n. 9 bis 13 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Uebelkeit (n. 1/2 St.) (Hornburg, a.a.O.).

Uebelkeit während des Essens (Fr. Hahnemann).

(85) Früh, Uebelkeit mit stechend reissendem Kopfschmerz (Ders.).

Uebelkeit und Stechen in der Stirne, den ganzen Tag (Ders.).

Erbrechen (Allen, a.a.O.).[271]

Erbrechen, ohne Lösung des Kinnbacken-Krampfs (Wepfer, a.a.O.).

Blut-Erbrechen (Breslauer Samml. a.a.O.).

(90) Brennend scharrige Empfindung vom innern Halse, bis in die Magengegend (Hornburg, a.a.O.).

Brennender Druck im Magen (Ders. a.a.O.).

Scharrige, kratzige Empfindung im Magen (Ders. a.a.O.).

Ein Stoss in der Gegend der Herzgrube, wie mit einem Finger, wodurch er zusammenfährt und sich dann erst wieder sammelt und besinnt (Fr. Hahnemann).

Klopfen in der Herzgrube, welche eine Faust hoch aufgelaufen war (Wepfer, a.a.O.).

(95) Ungemeines Klopfen in der Herzgrube (Ders. a.a.O.).

Stechender Schmerz in der Herzgrube (Ders. a.a.O.).

Beängstigung um die Herzgrube (Ders. a.a.O.).

Hitze im Unterleibe (und der Brust) (Hornburg, a.a.O.).

Knurren und Kollern im Unterleibe (n. 1/2 St.) (Ders. a.a.O.).

(100) Blähungen gehen stark ab (Ders. a.a.O.).

Leibverstopfung (Wepfer, a.a.O.).

Durchlauf (Allen, a.a.O.).

Im rechten Schoosse, Empfindung, als wolle ein Geschwür hervorbrechen (im Sitzen) (Hornburg, a.a.O.).

Harn-Zurückhaltung (Wepfer, a.a.O.).

(105) Nachts, schwieriger Harnabgang (Ders. a.a.O.).

Unwillkürliches Harnen (Ders. a.a.O.).

Oefterer Harndrang (Langhammer, a.a.O.).

Sehr häufiges Harnen (Fr. Hahnemann).

Heftige Ausspritzung des Harns (Wepfer, a.a.O.).[272]

(110) Wundartig ziehender Schmerz unter der männlichen Ruthe bis zur Eichel, welcher zum Harnen nöthigt (n. 12 St.) (Hornburg, a.a.O.).

Drei Samen-Ergiessungen, die Nacht (Ders. a.a.O.).

Samen-Ergiessung, ohne wohllüstige Träume (Langhammer, a.a.O.).

Das Monatliche kömmt später (Fr. Hahnemann).

Reissendes Zucken im Steissbeine (Hornburg, a.a.O.).

(115) In der rechten Becken-Gegend, am Rande des Darmbeins, eine Art Wundheits-Schmerz, wie nach einem heftigen Stosse, pulsartig ziehend (Ders. a.a.O.).


Sehr oftes Niessen, ohne Schnupfen (n. 29 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Drücken unter dem Kehlkopfe – im Sitzen (n. 4 St.) (Hornburg, a.a.O.).

Empfindung in der Brust und im Halse, als stäke etwas von einander Pressendes darin, wie eine Faust dick, die das Athemholen verhindert und den Hals auseinander treiben will – beim Sitzen schlimmer, als beim Gehen (Fr. Hahnemann).

Engheit auf der Brust, dass sie kaum Athem bekommen kann, den ganzen Tag über (sogleich) (Ders.).

(120) Mangel an Odem, den ganzen Tag über (sogleich) (Ders.).

Beim Ein- und Ausathmen, einige Nadelstiche unter den letzten falschen Ribben linker Seite – welche beim Stehen und Gehen vergingen (n. 3 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Heiserkeit (Wepfer, a.a.O.).

Husten, mit vielem Auswurfe, besonders am Tage (Fr. Hahnemann).[273]

Brennen um die Brustwarze herum (n. 3 St.) (Fr. Hahnemann).

(125) Mit Hitz-Empfindung vereinigtes Jücken in der rechten Brustseite (Hornburg, a.a.O.).

Hitze in der Brust (und im Unterleibe) (Ders. a.a.O.).

Am untern Ende des Brustbeins, ein Druck, wie nach einem Stosse und wie wund – im Gehn (Ders. a.a.O.).

Allgemeine Hitze und vorzüglich Hitze in der Brust, 3/4 Stunden lang, durch (gewohntes) Tabakrauchen vermehrt (Ders. a.a.O.).

Ein Zupfen an der Brust, bei der Herzgrube (n. 1 St.) (Ders. a.a.O.).

(130) Ein Stoss in den Rücken-Wirbelbeinen (Ders. a.a.O.).

Rückwärts beugende Rückenstarre (Opisthotonus) (Wepfer, a.a.O.).

Wie ein Bogen gekrümmter Rücken (Ders. a.a.O.).

Schmerzhaftes Spannen über das rechte Schulterblatt (Hornburg, a.a.O.).

Schmerzhafte Empfindung auf der innern Fläche der Schulterblätter (Ders. a.a.O.).

(135) Gefühl, als sey ein Geschwür auf dem rechten Schulterblatte (Ders. a.a.O.).

Ein rothes Bläschen auf dem rechten Schulterblatte, was beim Anfühlen sehr schmerzt (Ders. a.a.O.).

Wundheits-Schmerz, wie von einem Stosse, im rechten Achsel-Gelenke (Ders. a.a.O.).

Schmerzhafte Empfindung unter dem rechten Arme (Ders. a.a.O.).

Zucken in der linken Achsel (n. 20 Min.) (Fr. Hahnemann).

(140) Gefühl von Knacken im Achsel-Gelenke, was man nicht hört (Ders.).[274]

Reissender Schmerz im ganzen linken Arme, bis in die Finger (Fr. Hahnemann).

Beim Aufheben deuchtet ihr der Arm sehr schwer, und dabei sticht es so heftig in der Achsel, dass sie den Arm nicht, ohne laut zu schreien, auf den Kopf bringen kann; sie darf nicht einmal die Finger bewegen (Ders.).

Gefühl im linken Arme, als sey keine Kraft darin, mit einem stechend reissenden Schmerze beim Aufheben desselben (Ders.).

Kraftlosigkeit der ganzen Arme und Finger (Hornburg, a.a.O.).

(145) Zucken im linken Arme, dass der ganze Körper geruckt wird (n. 4 Min.) (Fr. Hahnemann).

Oefteres, unwillkürliches Zucken und Rucken in den Armen und Fingern (den Untergliedmassen und dem Kopfe) (Ders.).

Stichartiges Reissen in den Muskeln des rechten Vorderarms, beim Schreiben, was sich bei gänzlicher Unthätigkeit des Körpers verlor (n. 11/4 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Wund-Schmerz, wie von einem Stosse oder Schlage, im linken Vorderarme (Hornburg, a.a.O.).

Aufgelaufene Adern an den Händen (Ders. a.a.O.).

(150) Gefühl von Knacken im Handgelenke, was man nicht hört (Fr. Hahnemann).

Linsen grosse Ausschlags-Erhöhungen an beiden Händen, selbst den Daumen-Ballen, welche bei ihrem Entstehen einen brennenden Schmerz verursachen, dann in Eins zusammenfliessen, von dunkelrother Farbe und 9 Tage Dauer (Ders.).

Zusammenzucken mehrer Finger und des Daumens der rechten Hand (Ders.).

Absterben (Eingeschlafenheit, Taubheit, Kälte) der Finger (Ders.).

Oefteres, unwillkürliches Zucken der Untergliedmassen (Ders.).[275]

(155) Brennendes Stechen im linken Hüftbeine (Hornburg, a.a.O.).

Schmerzhaftes Starrheits- und Steifheits-Gefühl in den Muskeln der Untergliedmassen, dass er gar nicht gehen konnte, drei Stunden lang (n. 1 St.) (Fr. Hahnemann).

Die Oberschenkel schmerzen im Gehen reissend und sind schwer (Ders.).

Schmerz, wie Reissen, in den Oberschenkeln, gleich nach dem Aufstehn vom Sitze, und Wehthun, wie Zerschlagenheit in den Knieen; beim Gehen vermehrt sich der Schmerz in den Oberschenkeln, wie eine tief gehende Steifheit (Ders.).

Brennendes Jücken am rechten Oberschenkel, dass er kratzen musste, wovon es verging (Hornburg, a.a.O.).

(160) Kriebeln dicht unter der Haut der Ober- und Unterschenkel, und vorzüglich der Fusssohlen, als wenn die Beine einschlafen wollten, bloss im Sitzen (Fr. Hahnemann).

Sichtbares Zittern des einen Schenkels (Ders.).

Sehr heftiges Zittern des linken Unterschenkels (Ders.).

Sie tritt, beim Gehen, nicht gehörig auf die Fusssohlen; sie kippen viel einwärts (Ders.).

Reissen um die Fussknöchel des linken Unterfusses (Hornburg, a.a.O.).

(165) Oeftere Nadelstiche in die Ferse, im Sitzen (Ders. a.a.O.).

Summen und Wimmern in der linken Fusssohle (Ders. a.a.O.).

Ziehend zuckende Schmerzen in den Fusszehen (Ders. a.a.O.).

Zittern in den Ober- und Untergliedmassen (Ders. a.a.O.).

Jücken am ganzen Körper, dass er kratzen muss (Fr. Hahnemann).[276]

(170) Krampfhafte Steifheit des ganzen Körpers, mit Kälte desselben (Bresl. Samml. 1727. S. 314.).

Während des Liegens im Bette, ein sonderbares Gefühl, als wenn sein ganzer Körper angeschwollen wäre und zugleich (wachend) ein öfteres Zusammenfahren, als ob er aus dem Bette fiele (n. 15 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Katalepsis: die Glieder hingen schlaff herab, wie bei einem Todten, ohne Athem (Wepfer, a.a.O.).

Die heftigsten (tonischen) Krämpfe, so dass weder die gekrümmten Finger aufgebogen, noch die Gliedmassen weder gebogen, noch ausgedehnt werden konnten (Ders. a.a.O.).

Hin- und Herwerfen der Glieder (Ders. a.a.O.).

(175) Er warf die Glieder bald auf diese, bald auf jene Seite (Ders. a.a.O.).

Epileptische Zuckungen bei drei Kindern – wovon eins wieder genas (Breslauer Samml. a.a.O.S. 313.).

Krampfhafte Glieder-Verdrehungen, welche ihn zwei Fuss weit warfen (Wepfer, a.a.O.).

Allgemeine Convulsionen (Ders. a.a.O.).

Ungeheure Convulsionen (Ders. und Allen, a.a.O.).

(180) Fallsucht (Wepfer und Allen, a.a.O.).

Entsetzliche Fallsucht, erst in kürzern, dann in längern Zwischenzeiten wiederkehrend – die Glieder, der Kopf und der Oberkörper werden auf eine wundersame Weise bewegt bei verschlossenen Kinnbacken (Wepfer, a.a.O.).

Fallsucht-Anfall mit wunderbaren Verdrehungen der Glieder, des Oberkörpers und des Kopfs, mit bläulichtem Gesichte und, auf einige Augenblicke, unterbrochnem Athem, mit Schaum vor dem Munde – und, nach den Convulsionen, als der Athem frei war, hatte er keinen Verstand und lag wie todt, gab kein Zeichen von Empfindung von sich, man mochte[277] ihm zurufen, oder ihn kneipen3 (Wepfer, a.a.O.).

Sie liegt wie eine Todte, mit verschlossenen Kinnbacken (Ders. a.a.O.).

Bewegungslosigkeit (Ders. a.a.O.).

(185) Sie lagen alle schwach, ohne Verstand und unbeweglich, wie Klötze und wie Todte (Ders. a.a.O.).

Oefteres Gähnen (Hornburg, a.a.O.).

Oefteres Gähnen, als hätte er nicht ausgeschlafen (n. 13/4 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Schläfrigkeit, dass es ihm immer die Augen zuzog (Hornburg, a.a.O.).

Lebhafte, aber unerinnerliche Träume (Langhammer, a.a.O.).

(190) Viele verworrene Träume, voll Unruhe (Hornburg, a.a.O.).

Schlaflosigkeit, die ganze Nacht (sogleich) (Fr. Hahnemann).

Schlaflosigkeit: er wachte alle Viertelstunden auf, mit einem schmerzhaften Schwer-Gefühl im Kopfe (Ders.).

Er hat jeden Morgen nicht ausgeschlafen, ist nicht mit Schlafe gesättigt (Ders.).

Oefteres Aufwachen aus dem Schlafe, wo er jedesmal über und über schwitzte, wovon er sich aber gestärkt fühlte (Langhammer, a.a.O.).

(195) Sie verlangen alle nach dem warmen Ofen (Wepfer, a.a.O.).

Es läuft ihr kalt an den Schenkeln herunter; dann Kälte in den Armen – die Kälte scheint mehr aus der Brust zu kommen – dann[278] kömmt grössere Geneigtheit, starr nach einem Punkte hin zu sehn (Fr. Hahnemann).

Ungemein starke Hitze an allen Theilen des Körpers vom Anfange der Wirkung an, bis zuletzt (Hornburg, a.a.O.).

Aengstlichkeit; er wird von traurigen Erzählungen heftig angegriffen (Wepfer, a.a.O.).

Wimmern, Winseln und Heulen (Wepfer und Allen, a.a.O.).

(200) Traurigkeit, mehre Tage lang (Wepfer, a.a.O.).

Grosse Schreckhaftigkeit; bei jeder Oeffnung der Thüre und bei jedem, auch nicht gar laut gesprochnen Worte empfindet sie vor Schreck Stiche in der (linken) Seite des Kopfs (Fr. Hahnemann).

Wahnsinn: nach ungewöhnlichem Schlafe, Hitze des Körpers; sie sprang aus dem Bette, tanzte, lachte und trieb allerlei Narrheiten, trank viel Wein, hüpfte immer umher, klatschte in die Hände und sah dabei sehr roth im Gesichte aus – die ganze Nacht hindurch (Bresl. Samml. a.a.O.S. 58.).

Geringschätzung und Verachtung der Menschheit; er floh die Menschen, verabscheute ihre Thorheiten im höchsten Grade und sein Gemüth schien sich in Menschen-Hass zu verwandeln; er zog sich in die Einsamkeit zurück (Langhammer, a.a.O.).

Mangel an Zutrauen zu den Menschen und Menschen-Scheu; er floh sie, blieb einsam und dachte über die Irrthümer derselben und über sich selbst ernsthaft nach (Ders. a.a.O.).

(205) Gemüths-Ruhe: er war mit seiner Lage und mit sich selbst höchst zufrieden und sehr heiter4 (Ders. a.a.O.).

Fußnoten

1 »Nec ulli auctor essem, ut interno usui dicaret,« sagt Murray (Apparat. medicam. Tom. I. edit. sec. S. 402.).

2 Ich habe langdauernde, eiterig zusammenfliessende Gesichts-Ausschläge, bloss brennenden Schmerzes mit Beihülfe einer bis zwei Gaben von einem kleinen Theile eines Tropfens Saft geheilt, aber unter 3 bis 4 Wochen durfte ich die zweite Gabe nicht reichen, wenn die erstere nicht hinlänglich war.

3 In dem, nach zwei Stunden erfolgten Tode eines 20jährigen Mannes blieb der Körper noch einen Tag lang warm, ohne Bläue, ohne Geschwulst; die Glieder waren steif, die Lunge voll blauer und gelber Flecke, das Blut roth und flüssig, das Herz blutleer, der Schlund inwendig bläulicht und trocken.

4 Heil-Nachwirkung.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Bd. 6, Dresden, Leipzig 21827, S. 260-279.
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