Anstand in der Familie

[115] Man darf nicht glauben, daß man sich zwischen den eigenen vier Wänden so ungezogen benehmen könne, wie es einem paßt. Manche Ehe zerbricht an diesem Irrtum. Während der Brautzeit nimmt man Rücksichten, übt Ritterlichkeit, wirft einen barmherzigen Mantel über die Häßlichkeiten des Lebens, und dann meint man, das wäre genug für alle Zeiten. Man hat Liebe auf Lebenszeit vor dem Altar oder dem Standesamt zugesichert bekommen, jetzt braucht man sich darum nicht mehr zu bemühen. Er liest in Hemdärmeln beim Mittagessen seine Zeitung, brummt etwas vor sich hin, ohne die Zigarre aus dem Mund zu nehmen, als Antwort auf alle Fragen, und geht, nach einem flüchtigen Gruß oder einer letzten Mahnung: »Vergiß nicht, meine Kragen aus der Putzerei holen zu lassen.« Trifft er auf der Gasse seine Frau, so läßt er ruhig seinen Hut auf dem Kopfe sitzen, nur den anderen Damen, wenn welche da sind, lächelt er zu und macht ihnen Komplimente. Manchmal sagt er auch zu seiner Frau: »Wie entzückend Frau Liesl heute wieder aussieht! Du solltest sie wirklich einmal bitten, dich beim Einkaufen mitzunehmen, sie hat so guten Geschmack.«


Geradeaus! (S. 117)
Geradeaus! (S. 117)

Solche Unart deprimiert, und eine Frau verzeiht sie nicht leicht. Ein kluger Mann behandelt seine Frau nicht nur höflich, sondern er sorgt auch dafür, daß sie nie hinter den andern zurückstehen muß. Ist sie scheu oder nicht so glanzvoll wie die andern, so darf er sie nicht noch mehr in den Schatten stellen. Ein diskretes Lob von seiten des eigenen Mannes tut jeder Frau wohl, und für kein Kompliment ist sie so dankbar und[115] empfänglich als für eines, das er ihr spendet. Deshalb muß man noch lange nicht Süßholz raspeln. Auch daheim soll der Mann seiner Frau den Alltag freundlich machen. Das Wort: »Ein Mann lobt genug, wenn er nicht schimpft«, gilt nicht und hat nie gegolten. Freude gehört ins Leben, und man kann einer Frau so leicht eine Freude machen! Ein paar unerwartete Blumen, einige Süßigkeiten, eine Theaterkarte, eine Flasche Parfum, und selbst am Regentag scheint ihr die Sonne; hat man das nicht, so bringt man gute Laune, Herzlichkeit, ein frohes Wort. Gerade das bringen die Ehemänner am schwersten zusammen, und gerade darauf geben die Frauen so viel: »Alles würde ich ihm verzeihen, wenn er nur einmal nett zu mir wäre!« Wer hat diese Klage nie gehört?

Man fragt sich oft, warum so viele Herren der Schöpfung ein Privilegium auf schlechte Laune zu haben scheinen? Nichts ist ihnen recht, über alles müssen sie meckern, die ganze Welt ist nur dazu da, um sie zu terrorisieren, Weib, Kinder, Angestellte. Niemals fiele es einem solchen Brummbär ein, sich Disziplin aufzuerlegen und seinen Unmut zu zügeln, aber wehe, wenn jemand aus der Familie dergleichen täte! Ein solcher Eingriff in seine Meckerrechte brächte ihn um seine Fassung. Kaum jemand beansprucht so viel Geduld, Höflichkeit, Rücksicht und Liebenswürdigkeit wie ein solcher Griesgram. Die viele Arbeit und Übermüdung entschuldigt ihn nicht immer. Das Schimpfen und Wirbeln ist kein Weg zur Ruhe. Auch die berühmte Nervosität entschuldigt nichts, auch da wirkt die Erziehung Wunder. Es kann schon vorkommen, daß einmal die Nerven durchgehen, dann soll aber nachher ein gutes Wort die Lage klären. Das Dümmste, was man tun kann, ist, in einer Haltung zu verbleiben, die man selbst als ungerecht und überspannt erkennt.[116]

Manche Frau führt ihre ständige schlechte Laune in eine Art von resignierter Bitterkeit über, die sie jedermann fühlen läßt. Es sind manchmal die besten Frauen, die sich diese Methode zurechtlegen. Sie haben sich so sehr für die Familie ausgegeben, daß ihnen das Resultat nicht genügt, und überdies glauben sie, von Mann und Kindern zu wenig gewürdigt zu werden. Vielleicht hat sie der Alltag schneller altern lassen als den Mann, vielleicht hat der Mann manchen kleinen Wunsch nach Ablenkung, nach ein wenig Romantik mißverstanden, dann bildet sich eine stille Unzufriedenheit heraus, eine Verbitterung, die sich je nach dem Temperament in gedrückter Stimmung, in Weinkrämpfen oder in Schroffheit kundgibt. Dabei kann sie eine musterhafte Hausfrau, Gattin und Mutter sein. Nicht wenige Männer denken sich dann: Wäre sie weniger vollkommen, so ließe sich leichter mit ihr leben. Man kann den Frauen nicht genug Heiterkeit und herzliche Liebenswürdigkeit predigen, das geht für jeden rechten Mann allen Tugenden voraus. Womit nicht gesagt sein soll, daß das alle andern Tugenden ersetzen kann, doch sollen sie sich nicht gar zu sehr aufdrängen. An Fröhlichkeit und Nettigkeit hat man aber nie genug.

Noch etwas darf die Frau im Hause nicht vergessen: das Schönsein. In ihrer Art kann jede Frau schön sein, auch wenn sie kein Modell für die Venus von Milo abgäbe. Nichts läßt die Liebe so schnell erkalten als die Tatsache, daß eine Frau sich gehen läßt, daß ihr fürs Heim auch noch das Schlechteste gut genug ist. Für solche Äußerlichkeiten sind die Männer ungeheuer empfindlich und reagieren darauf oft auf unerwartete Art.

Sicher fällt es einem Mann nur selten auf, wenn seine Frau eine neue Bluse trägt oder eine andere Frisur, aber er fühlt sich dann wohler in ihrer Nähe, leichter und angeregter. Vielleicht wird die Frau klagen: »Du hast nicht einmal mein[119] neues Kleid bemerkt«. Er aber wird vielleicht sagen: »Jetzt weiß ich, warum du mir heute so ganz anders vorgekommen bist.« Verschweigen aber wird er, daß er fühlt: »Und so viel netter.« Daß auch die Frau den Mann nie vor andern bloßstellen darf, versteht sich von selbst. Lieber soll sie eine kleine Blamage einstecken, als ihren Mann in Verlegenheit bringen.

Kinder schulden auch in der heutigen Zeit ihren Eltern größte Achtung in Wort und Gebärde. Daß heute an Stelle der starren Gehorsamspflicht oft eine Art freundschaftlichen Verhältnisses getreten ist, ändert daran nichts. Mangelt die Achtung vor Vater und Mutter, so steht die Familie vor dem Verfall. Auch einem Fremden ist es peinlich, zuzuhören, wenn eine Tochter der Mutter schnippische Antworten gibt oder der Sohn sich dem Vater gegenüber respektlos verhält. Der Mutter schuldet der Sohn noch mehr Ritterlichkeit als jeder anderen Frau – aber wie selten eine solche Haltung ist, merkt man an dem Staunen, das sie hervorruft.

Ein strammer junger Mann, der einer alten Frau den Arm reicht oder ihr beim Ein- und Aussteigen behilflich ist, ist ein herzerquickender Anblick. Man fühlt, der Jüngling hat Kultur, er gewinnt gleich unser Vertrauen, unsere Achtung, aber auch der Mensch, um den er sich bemüht. Ein solcher Mann braucht nicht prahlerisch zu behaupten: Ich bin aus guter Familie! Man merkt es ihm gleich an. Der kecke Fratz aber, der seinen Eltern vorlaute Antworten gibt oder ihnen gegenüber versichert, er lasse sich nichts dreinreden und das ginge niemanden was an – der wird seinem künftigen Gatten oder Vorgesetzten manche Nuß zu knacken geben.

Es gibt Dinge, die wir allein entscheiden müssen, sicher, aber das kann in einer Form geschehen, die niemanden verletzt. Eltern sind ja nicht nur dazu da, Kinder in die Welt zu setzen und[120] unter Opfern großzuziehen, sie sind auch die Träger der unsterblichen Werte ihres Volkes, die ihnen von den Vorfahren überkommen sind. Nicht nur im biologischen Sinne sind sie »Arterhalter«, sondern auch geistig und seelisch, das sollte nie vergessen werden.

Lebensformen und Begriffswerte können sich ändern, der Kern der Volkskultur, ihre Grundlage, ihr letztes Geheimnis wird von den Eltern getragen und übergeben. Der größte Fluch des Bolschewismus ist seine Blindheit diesen Dingen gegenüber. Er löst den Menschen von seinen Vätern und hängt ihn in der Luft an Theorien auf.

Auch die Eltern haben Anstandspflichten gegen die Kinder.

Man soll ein Kind nicht vor anderen Leuten demütigen, und geht es nicht anders, muß man es vor Dritten ermahnen, dann tut man es unter möglichster Schonung des kindlichen Ehrgefühls. Auf dieses hat auch das Kind Anspruch, und in dem Alter zwischen zwölf und achtzehn Jahren ist es darin besonders empfindlich. Es verträgt auch den Vorhalt von anderen nicht gut. Der Hinweis darauf, wie schön doch Paul und Grete sich betragen, hat nicht die Folge, daß unser Hans das Beispiel nachahmen wird, sondern die, daß er Paul und Grete zum Teufel wünscht. Eine Mutter, die ihren Kindern vor anderen Zärtlichkeiten erweist, tut schlecht daran. Ebenso schlecht, als ob sie es vor anderen zurechtwiese, denn das Kind geniert sich vor den Kameraden, denen es als Muttersöhnchen erscheinen muß.

Eine kluge Mutter wird sich hüten, ihre Tochter vor jungen Männern zurechtzuweisen. Man trifft damit den berechtigten Stolz zu schwer, den man im Gegenteil pflegen müßte.

Und so scheint es mir, als täten die Eltern gut daran, immer ein wenig Distanz zwischen sich und den Kindern zu halten,[121] die den Respekt beider voreinander besser wahrt als allzu große Kameradschaftlichkeit.

Eine Figur, die lange im Familienleben herumgespukt hat, jetzt aber langsam ausstirbt, ist die böse Schwiegermutter. Die Jugend hat sich so viel Selbständigkeit erobert, daß sie dieses drohende Gespenst nicht mehr fürchtet. Die heutige Schwiegermutter läuft Ski, spielt Tennis, schwimmt, lauter Dinge, die die Galle kurieren. Es lebe die moderne Schwiegermutter! Es hat für jede eine Zeit gegeben, da war sie nicht Schwiegermutter, sondern Mutter, daran muß man sich erinnern und so muß man sie behandeln. Sie will ja von dem jungen Paar nichts anderes, als daß man sie noch für einen brauchbaren Menschen ansieht, daß man sie nicht für überflüssig hält auf der Welt, daß man ihr noch einen Platz im Herzen ihrer Kinder einräumt. Warum ihr diese Freude nicht lassen? Warum nicht sich ab und zu einen Rat bei ihr holen, sie brennt doch nur darauf, ihn zu geben? Warum vor allem ihr die Liebe des eigenen Kindes streitig machen wollen? Was soll das gekränkte Schmollen der jungen Frau: »Ach, du gehst wieder zu deiner Mutter?« Oder: »Deine Mutter war schon wieder da?«

Das Herz ist groß genug, es ist besser, es mit der Schwiegermutter zu teilen, als es in ewigem Streit verdorren zu lassen.

Doch auch die Schwiegermutter hat Anstandspflichten dem Schwiegersohn oder der Schwiegertochter gegenüber. Grundsätzlich darf sie sich nicht in die Ehe eindrängen. Wohl ist ihr Wissen um das Leben durch die Erfahrung reicher geworden, aber von diesem Schatz soll sie nur mitteilen, wenn sie darum gebeten ist, und niemals triumphierend. Und wenn sie beobachtet, daß ihre Kinder anders handeln, als sie getan hätte, und dennoch vielleicht richtiger und klüger, soll sie nicht versäumen,[122] auch das anzuerkennen, denn Alter ist nicht immer unfehlbar. Geht irgendeinmal etwas schief – ihr selber ist das sicher auch passiert –, dann trägt man's mit Humor und macht kein Drama draus.

Leicht fallen Schwiegermütter in den Fehler, sich vernachlässigt zu glauben. Aber auch der längste Honigmond geht vorüber, und wenn der erste Sturm der Liebe verbraust ist, finden Sohn und Tochter den Weg zum Vaterhause wieder. Wohnt die Schwiegermutter aber unter demselben Dach, dann muß sie begreifen, daß die Jungen allein und unter sich sein wollen, und darf nicht immer zwischen ihnen sitzen, sie muß nicht alles hören, was sie miteinander sprechen, und nicht alles sehen, was sie tun.

Wahre Liebe bringt auch Opfer und hat Takt.

Zum Familienanstand gehört es auch, daß man sich gegenseitig Freude macht und Familienfeste nicht vergißt.

Weihnachten feiert man wohl gewöhnlich daheim. Man wird aber Vater und Mutter nicht vernachlässigen und dabei dem die größere Aufmerksamkeit schenken, der der Einsamere ist und mehr Liebe braucht. An diesem Tag soll er der König sein und den Vortritt haben.

Geschenke sollen grundsätzlich persönlichen Charakter tragen. Besser, man schenkt der Hausfrau ein Paar schöner Strümpfe, ein Stück schöner Spitzen als den Kohlenkübel, den die Familie schon dringend braucht. So etwas ist immer ein Sichselbst-Beschenken, knauserig und schäbig. Wenn man die Hausfrau mit dem Haushalt verwechselt, darf man sich nicht wundern, wenn sie enttäuscht ist. Auch das soll man nicht tun, daß man dem andern schenkt, was man selber gern gehabt hätte. Eine Schaffhausener Präzisionsuhr ist eine schöne Sache für den Mann! Seine Frau aber hätte sich über eine hübsche[123] Armbanduhr weit mehr gefreut. Ebenso ist ein solider Mantel aus gutem Tuch auch eine schöne Sache, aber er ist eine Enttäuschung, wenn die Frau sich ein seidenes Abendkleid gewünscht hat.

Nicht immer ist das praktische, gediegene Geschenk eben genau das, was man sich so sehr gewünscht hat.


Das Spielzeug (S. 125)
Das Spielzeug (S. 125)

Ebensowenig soll man Dinge schenken, mit denen kein Mensch etwas anzufangen weiß. Wenn man gar keinen Anhaltspunkt für die Wünsche des andern hat, ist es am einfachsten, gerade zu fragen. Sonst aber wird man meistens wenigstens beiläufig über die Liebhabereien des zu Beschenkenden unterrichtet sein und gut tun, sie zu berücksichtigen. Der eine sammelt Marken und wir sind vielleicht in der Lage, eine oder die andere Lücke seiner Sammlung zu schließen, der andere photographiert und wünscht sich schon lange sehnlichst einen Belichtungsmesser, freut sich aber ebenso über Filmrollen oder Vergrößerungspapier, ein dritter bastelt und ist uns für ein besonders raffiniertes Werkzeug innig verbunden ... Handelt es sich um Damen, so sind ihre Steckenpferde oft – läßliche Sünden. Ein bisserl Eitelkeit, ein bisserl Vergnügungssucht, die dürfen wir zu den Feiertagen schon ein wenig fördern, das tut wieder den Tugenden im Alltag gut.

Schenkt man den Kindern Spielzeug, so ist gewöhnlich das einfache das beste. Mit dem komplizierten spielen nur die Erwachsenen gerne. Und häßliche oder fratzenhafte Puppen soll man auch nicht schenken, man verdirbt damit den natürlichen Geschmack der Kinder.

Schmuck und Kleidungsstücke dürfen nur Verwandte oder sehr intime Freunde schenken. Dagegen sind Kunstgegenstände – Bücher, Bilder, Radierungen, Plastiken, geschliffene Gläser und ähnliches – als Geschenke sehr geeignet und mit Freudeempfangen. Für Damen sehr empfohlen: Parfum, Spitzen, Konfekt und Handarbeiten.

Es gibt aber in der Familie nicht nur Feiertage, sondern leider auch Trauertage.

Einst waren die Vorschriften der Etikette hierin so streng, daß man fast sagen konnte, die Toten herrschten über die Lebenden. Waisen und Witwen gingen drei Jahre lang in tiefstes Schwarz gekleidet und hielten sich von jeder Festlichkeit ferne. Heute legt man auf die äußerliche Trauer nicht mehr so viel Gewicht, doch verlangt schon das einfache Taktgefühl, daß man nach jedem Trauerfall in der Familie für eine gewisse Zeit der Sammlung und inneren Einkehr sich weltliches Treiben versagt. Beim Verluste naher Verwandter pflegt man heute für sechs Monate jedweder Art von Belustigungen und Vergnügen fernzubleiben und dann noch auf weitere sechs Monate sich auf ernste und würdige Zerstreuungen – Konzerte zum Beispiel – zu beschränken. Wiederverehelichung vor Ablauf eines Jahres gälte als Herzensroheit.

Auch die Vorschriften über die Trauerkleidung sind heute nicht mehr so streng wie einst. Volle Trauer trägt man durch drei bis sechs Monate. Nach Ablauf dieser Zeit vermeidet man zwar noch bunte Farben, kann aber wohl grau, weiß oder braun wählen. Die Männer begnügen sich gewöhnlich mit einem Trauerflor am Arm, auf dem Revers des Rockkragens und auf dem Hute.

Zu Begräbnissen geht man in dunkler Kleidung, ohne Schmuck, ohne Aufputz, ohne Blumen. Dem Leidtragenden spricht man sein Beileid mit wenigen Worten und einem Händedruck aus, die anderen Angehörigen begrüßt man stumm. Kommt uns eine Todesanzeige zu, so drücken wir unser Beileid sofort schriftlich aus. Der Leidtragende dankt hiefür mitunter[127] durch ein Zeitungsinserat, öfter durch gedruckte Dankkarten und in Fällen sehr naher Beziehungen persönlich.

Ein altes Gesetz der Ritterlichkeit sei hier wiederholt: Über Tote schimpft man nicht. Kann man nicht loben, so schweigt man, angesichts der Ewigkeit muß menschlicher Hader verstummen.[128]

Quelle:
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? Graz 1938, S. 115-117,119-125,127-129.
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