Fünftes Kapitel

[79] Von da wanderte ich über eine kurze Zeit nach Innspruck, bezahlte meine Ware, kaufte wieder neue ein und begab mich wieder aufs Land ins römische Reich. Ich war bisher ganz allein und der erste Handschuhhändler aus Tyrol.

Ich kam nach Augsburg und Dillingen, wo der fürstl. Hof war, da kannte man mich noch wegen der Koadjutorwahle von Augsburg.

Ich erschien bei Hofe, wo der Fürst-Bischof Joseph, Prinz von Darmstadt, wie schon gemeldet, ein sehr liebenswürdiger und lustiger Herr war.

Unter andern befand sich bei Hofe ein Jud, mit Namen Zächerl, von Oettingen; mit diesem hatte ich manche Bataille bei der Tafel. Er war gekleidet wie ein Husar. Einstens bei der Tafel sagte der Fürst zu mir, ich sollte dem Zächerl seine Haube vom Kopf nehmen und selbe mir aufsetzen.

Ich tat es. Er, der Zächerl, lief mir nach, und ich davon. Dieses geschah in einem großen Saale: im Laufen buckte ich mich schnell nieder und Zächerl fiel so derb mit Stiefel und Spornen über mich hin, daß er wirklich auf dem Kopfe gestanden und die Beine in die Höhe gereckt hat. Durch dieses kam der Fürst so ins Lachen, daß man glaubte, er werde keinen Atem mehr schöpfen können: die Tränen flossen ihm häufig aus den Augen, so daß der Hofmarschall von Lamberg mir abzutreten befahl. Ich ging vor dem Zächerl, weil er das Seitengewehr gezogen, in die Flucht und dachte mir Pax vobis; ich blieb noch etliche Tage, und ich und der Zächerl wurden wieder Freunde. Es waren Komödien; unter andem[80] wurde auch aufgeführt Nulle gratia Bugerella. Es waren spanische Kleidungen dabei, welche mir so wohl gefielen, daß ich den Fürsten so lang darum tribulierte und bat, bis er befahl, daß mir der Hofmarschall eines schenken sollte. Eines Tages sagte der Hofmarschall bei der Tafel, daß mein Kleid wirklich schon in Bereitschaft sei und wenn man es mir anziehen würde, so müßte ich mir, um mich nicht gar zu sehr zu erfreuen, die Augen verbinden lassen.

Voll Freude ließ ich mich in das Augenverbinden ein; darnach brachten zwei Heiducken einen von Holz und mit Eisen stark beschlagenen spanischen Mantel und legten ihn mir an. Er wog nur fünfundachtzig Pfund, und der Herr Hofmarschall versprach mir, daß ich diesen Mantel mit mir nach Hause nehmen därfte. Man band mir die Augen auf, und nun sah ich meine spanische Kleidung, in welcher ich mich im mindesten nicht bewegen konnte. Da kam der Zächerl und wollte sich an mir rächen, aber der Fürst ließ es durch die Heiducken verhindern, und ich wurde auf dieses losgelassen. Ich blieb bei diesem Hofe noch einige Tage und wurde vom Fürsten passabel beschenkt, verkaufte noch etliche Paar Handschuhe und ging alsdann nach Ellwang.

Der Fürst Fugger hatte eine große Freude, mich wieder gesund zu sehen, und ließ mir gleich ein Zimmer bei Hofe, um darin zu logieren, anweisen. Ich kam hier täglich zur fürstl. Tafel: der Fürst und alle Herrschaften unterhielten sich mit mir.

Es war allhier auch die Frau Generalin von Raßler; mit dieser wurde ich bekannt: sie hatte mich sehr lieb und deswegen bekam ich von ihr meinen ersten Orden.[81] Eines Abends war in dem Fürstensaal bei der Gesellschaft Musik, und ich mußte mit der Frau Oberstjägermeisterin v. Gnering eines tanzen. Wir waren alle untereinander lustig. Der Herr Hofmarschall v. Schwarzach sagte zu mir, ich sollte sie mit etwas Lustigem unterhalten. Unter andern Musikanten war auch der Kanzelist Rauch; ich fragte diesen, ob er mir mit verbundenen Augen ein Licht auf dreimal ausblasen könnte? Ja, vom Herzen gern. Der Herr von Leyden und Baron Thurn verbanden ihm die Augen, und das Licht wurde auf ein Eck des Tisches gestellt.

Man drehte ihn um und um, und nun sollte er blasen. Ich stieg stillschweigend auf den Tisch, reckte ihm mein hinteres Gesicht über das Licht vor, und nun blies er mit solchem Eifer, daß er mit seiner Nase an mein Postscriptum gestoßen; er riß die Binde herab und sah ein asiatisches Porträt vor sich.

Alle Herrschaften lachten so, daß manche auf die Sessel zurücke fielen. Unter andern war der Oberleutenant Stemmer zugegen, welcher das ellwangische Kontingent kommandierte; dieser sagte, ich müßte Soldat werden. »Ich mag nicht«, versetzte ich; er sagte, ich käme nicht mehr zum Schloß hinaus, eher ließ er mich bei der Wache arretieren; also müßte ich herhalten. Ich wettete aber mit ihm um zwo Bouteillen Wein, daß ich hinauskäme; unterdessen ließ mich der Bestandsmann des Bräuhauses in seinem Märzenkeller unten hinaus, und unversehens ging ich bei der Wache wieder hinein.

Das Gewett war gewonnen, und der Fürst sprach mir Recht zu, daß mir der Leutenant Stemmer nichts mehr im Wege legen därfte. Dem andern Tage exerzierte man im Feuer auf dem Schönberg; ich sah gerne zu, fürchtete[82] mich aber doch vor dem Soldatwerden. Ich kam von weitem durch den Wald, stieg auf einen Fichtenbaum und sah, daß der Fürst selbst und die ganze Nobleß dabei war.

Der Graf Kümburg sah mich und zeigte mich dem Oberleutenant Stemmer an, welcher geschwinde sechs Grenadier mit aufgepflanztem Gewehr auf mich los kommandierte.

Aus Furcht hüpfte ich von dem halben Baume und von dem halben fiel ich herunter. Ich lief bergein, denn so leicht hat man mich selbiger Zeit nicht eingeholt, und der Stadt zu. Ich kam zum Jagdtor, rechter Hand im ersten Hause lief ich hinein und bis in den zweiten Stock hinauf: allda traf ich ein offenes Zimmer an, zog den Schlüssel ab und sperrte mich hinein. Wo war ich? Beim Stadtknecht, und ich wußte es nicht.

Die Soldaten marschierten herein und ich schaute bei einem Fenster hinunter; der Herr v. Leyden und Adelmann sahen mich, und ich wurde mit vier Grenadier geholt, welche keinen Schlüssel brauchten: ich müßte Soldat werden, und kam deswegen auf die Wache. Man holte mich von da weg zum Prall im Goldnen Adler hin, wo der Leutenant Stemmer und die Herrschaften beisammen waren; allda vertranken wir mein Handgeld. Dem andern Tag ließ mich der Fürst wieder zur Tafel kommen und beschenkte mich löblich. Nun war ich entschlossen, nach Würzburg zu reisen. Der dasige Fürst war damals zu Veitzechheim, eine Stunde von Würzburg, in einem Lustgarten. Ich kam dahin; der Fürst grüßte mich und hatte eine Freude, mich wieder zu sehen. Mir wurde wieder, wie vorher, neben der Pagerie oberhalb dem geistlichen Rat Kales zu logieren[83] erlaubet. Ich ging schlafen, hatte aber für diesmal kein Nachtgeschirr, mußte deswegen zum Fenster hinausprunzen und das Traffwerk hinunterrodeln lassen.

Bei der Tafel, wie allzeit gewöhnlich, mußte bald der, bald ein anderer laut vorbeten, und das Los traf heute den geistlichen Rat Kales.

Der Fürst, wie er allzeit ein diskursiver Herr war, fragte den geistlichen Rat Kales: »Wie geht es?« – »Kurieus!« war die Antwort. – »Warum?« »Heut in der Frühe ging die Sonne auf das herrlichste auf, und das Wasser rann doch vom Dache bei meinem Fenster herunter.«

Der Fürst lachte hierüber herzlich, weil er schon wußte, was geschehen war. Der Fürst ging nach der Stadt, und ich hatte auch meine Handschuhe verkauft.

Es kam der Tag, an welchem der Fürst nach Bamberg reisete; ich aber hatte noch keine Abschiedsaudienz gehabt, und es war mir doch auch um meine Marschroute l'Argent. Der Herr Obermarschall von Gebssattel sagte mir, ich sollte mich in die Mitte des Audienzzimmers stellen, daß mich der Fürst sähe, sonst könnte er es vergessen. Ich tat es, denn ich hatte schon eingepackt, um nach Hause zu gehen. Es kam die Stund, da es schon eingespannt war. Der Fürst ging, die Kavalier machten Spalier; ich küßte dem Fürsten die Hand, bedankte mich in dem Audienz-und im weißen Saal; des Fürsten seine Antwort war: »Reise glücklich und komm bald wieder.« Ich hatte keinen Hut bei mir, ging traurig nach und auf der Hauptstiege bedankte ich mich noch einmal. Der Herr Lobele von Kuttenburg hatte den vordern und ich den hintern Kammerdienst: der Fürst war schon in den Wagen gestiegen: – – geschwind, geschwind! Ich[84] weinte. Der Herr Obermarschall von Gebssattel sagte zu mir: »Tummel dich! geh mit, vielleicht darfst du morgen mit mir wieder zurück.« Ich ging mit, und wir kamen zu Wernegg an; es war ein kalter Herbst.

Ich logierte, wie gewöhnlich, bei der Pagerie. Es war der Herr Obermarschall v. Gebssattel, der Herr Oberststallmeister von Greiffenklau, Bubenhof, Hauptmann Gebssattel, General Redwitz, Herr von Fett und Kammerherr Lobele von Kuttenburg, wie auch der Militzleutnant Kollöffel zu Nachts bei der Tafel. Wir waren lustig, aßen und tranken munter; währenddem sagte zu mir der Marschall von Gebssattel: »Von Rechts wegen solltest du heute Wasser trinken.« – »Das wär weit gefehlt«, sagte ich. Der Bubenhof aber widersetzte: »Herr Obermarschall, er soll Wein trinken, aber ich möchte ihm gern einen zinnenen Schenkbecher voll Wasser über den Buckel hinuntergießen; ich gebe dir einen bairischen Taler.«

Meinetwegen, dachte ich mir, du bist inwendig naß, du kannst auch um einen bairischen Taler auswendig naß werden und du mußt oft zu Hause sechs Tage lang, um einen solchen zu verdienen, hart arbeiten. Courage, Monsieur! dachte ich mir. Nun ging es an: der Bubenhof einen Becher voll auf die bloße Haut, Hauptmann Gebssattel einen Becher voll, Fett einen Becher voll, Lobele von Kuttenburg einen Becher voll und Oberststallmeister Greiffenklau einen Becher voll.

Mir lief das Wasser zu den Hosen hinaus; ich kriegte die Wassersucht: in- und auswendig naß, gingen wir auseinander, und ich bekam für jeden Becher voll Wasser einen bairischen Taler.

Ich war auf der Reise, wie schon gemeldet, Kammerherr[85] von hinten, Nachtstuhlverwalter und Landknaben-Hofmeister. Traffnaß ging ich in die Pagerie, wo es zum Glück eingeheizt war. Ich hatte etliche der liebsten Knaben von der Welt bei mir; diese lagen schon im Bette, als ich patschnaß kam. Es waren die Herren von Rabenau, Zobl, Wernegg und Hettersdorf. Ich zog meine nasse Kleidung samt dem Hemde aus, um solche beim warmen Ofen zu trocknen. Der Kammerknab von Rabenau nahm seine Reitpeitsche, hauete mir eins auf mein Postscriptum und sagte: »Adam! scherst du dich in dein Paradies oder nicht? Sonst haue ich dir dein NB. NB.«

Es war vor vier Wochen der Erzherzog von Österreich, Maximilian, zu Würzburg; man zog das Militär zusammen, und wurde in der Früh und auf den Abend beim Tor auf- und zusperren ein Kanonenschuß losgebrannt. Beim Erwachen in der Frühe geschah ein solcher Schuß, und der Herr von Rabenau nahm seine Sackuhr, hielt sie zu seiner hintern Sonnenuhr und sagte: »Peterl! schau, meine Uhren gehen akkurat zusammen«; er ließ auch einen fahren und sagte: »Retraite! itzt gehen die Tore auf.« Der Herr von Zobl und Wernegg kanonierten auch dazu.

So hatten wir einen Tumult, daß der Fürst geglaubt hat, es brenne.

Des andern Tags wurde nachgefragt, und ich bekam vom Herrn Obermarschall von Gebssattel einen Verweis. Nun ging der Hof um acht Uhr über Schweinfurt, Gemeinberg und Hasfurt, wo uns der bambergische Hof empfing und die würzburgischen Kavalier wieder zurückgingen. Wir kamen nach Bamberg und gingen nach Seehof.[86]

Der Fürst wie auch alle Herrschaften in Bamberg konnten mich leiden und der Fürst hatte mit mir seine Unterhaltung. Allda war im Koppenhof die Stuterei; unter andern auch eine Eselsmutter, welche ins Kindbett kam. Der Herr Oberststallmeister von Kindsperg gewann mich zum Gevatter; ich wurde in einer Chaise hinaufgeführt; und wer war es? Ein junger Esel, der bekam den Namen Prosch. Ich hatte meine sonderliche Freude daran; wir machten uns darnach wieder zurück auf den Weg und kamen mit gutem Humor nach Seehof.

Dem Tag darauf fragte mich der Fürst, ob wir uns auf dem Gevattergang gut divertiert hätten. Ich erzählte ihm die Umstände, worüber er und alle Herrschaften erstaunlich lachten.

Da ich vom Fürsten wegging, begegnete mir der Postbriefträger, dieser gab mir einen Brief, für welchen ich einen guten Batzen zahlen mußte, welcher mich noch in meiner Seele schmerzet.

Ich glaubte, er wäre von meinem lieben Weib von Hause, aber nein, er war nur von Rabenau, Zobl und Wernegg in Würzburg. Ich war begierig, diesen Brief zu lesen, der folgenden Inhalts war.


»Lieber Peterl!


Es werden dir bekannt sein meine Umstände: du weißts, daß wir nach dem Zapfenstreich bei dem Kapuzinerbrunnen beisammen gewesen sind, wo du mir was gegeben und das halbe Dutzend Handschuhe verloren hast. Ich bin nun im Kindbette mit einem Buben entbunden, der dir akkurat gleichsieht und so schön ist wie du. Ich bedarf deine Hülfe und ersuche dich, mir[87] 40 fl. zu meiner und des Kindes Unterhaltung zu schicken, damit ich nicht gezwungen bin, mich an den Fürsten wegen deiner Pension zu wenden.


Deine getreue

Anna Maria Lochbleckerin,

Kalchträgerin von Würzburg.«


Wie ich diesen Brief las, ging der Herr Obersthofmarschall von Stauffenberg vorbei, riß mir den Brief unversehens aus den Händen, liest ihn und giebt solchen hernach dem Fürsten, welcher mich gleich ins Kabinett rufen ließ, mir einen scharfen Verweis gab und sagte, er hätte nicht geglaubt, daß er von mir eine solche Aufführung hören müßte und, wenn ich mich nicht genug legitimieren könnte, daß ich unschuldig wäre, so sollte ich mich alsogleich von seinem Hofe entfernen.

Ich sagte zum Fürsten: »Glaubst du denn, daß ich ein solches Tier, wie eine Kalchträgerin ist, nur mit einer Zange anrühren würde?«

»Gut«, sagte der Fürst, »ich will es glauben und es wird sich zeigen«, konnte aber dabei das Lachen kaum verhalten. Ich schrieb gleich meinen hochweisen Korrespondenten nach Würzburg einen Brief und ersuchte sie um meinen ausgegebenen guten Batzen. O der Batzen! Ich gab ihnen aber in meinem Briefe für diese neugebackene Lüge mein angebornes Lob.

Über eine Zeit darauf war zu Seehof am St. Peter und Pauli Tag offene Tafel, und es waren sehr viele Menschen zugegen. Der Vizedom von Kindsperg hatte vor einer geraumen Zeit ein armes verlassenes Waislein angenommen und ließ es gut erziehen. Dieses ließ er auf[88] Tyroler Art rot und grün, wie ich war, kleiden. Der Vizedom von Kindsperg steckte das Kind unter die fürstliche Tafel, welches der Fürst vorhin schon wußte, ich aber nicht.

Der Fürst war in seinem besten Humor, und alle Herrschaften waren aufgeräumt, auch ich war herzlich lustig. Der Fürst schaute öfters unter die Tafel, über welches ich mich wunderte, und auch hinunter sah. Eilfertig kam der kleine Tyrolerbub mit einem Memorial in einer Hand heraus, lief auf mich zu und rief beständig: »Papa! Papa!« Ich erschrak und lief schnell davon; aber der Bub lief mir überall nach. Was der Fürst und alle Herrschaften hierüber gelacht, kann sich jeder leicht selbst einbilden.

Ich blieb noch eine Weile allda; denn der Fürst wie auch alle Herrschaften konnten mich wohl dulden, und reiste sodann mit ihnen nach Würzburg. Es hatte der Fürst zu Veitzechheim einen Affen, dieser wurde majorenn und wollte nicht mehr gut tun. Der Fürst schenkte mir diesen Affen; es wurden auch Pferde ausgemustert, von welchen ich ebenfalls eines erhielt. Wieder bekam ich vom Herrn von Rosenbach einen gezogenen Kugelstutzen und zwei Pistolen. Ich hatte auch einen sehr großen englischen Hund vom Fürsten von Ellwang bekommen. Mit dieser Equipage ritt ich fort: den Stutzen an der Seite, den Affen bei mir auf dem Pferde, der Hund voraus, und also kam ich nach Bamberg, wo ich vom Herrn Oberststallmeister von Kindsperg ein kleines Kaleschel bekam.

Von da aus fuhr ich über Nürnberg und Donauwörth nach Aicha. Es war um dieselbe Zeit, als der bairische Hiesl im Schwabenland als Oberstjägermeister regierte.[89]

Man sah mich für ihn an, wurde auch wirklich deswegen von etlichen Dragonern arretiert und nach Aicha gebracht. Der Zulauf des Volkes war nicht gering, weil man den bairischen Hiesl in Handen zu haben glaubte. Ich ließ mir aber bei der Sache ganz wohl sein und trank Kaffee.

Man visitierte zuerst meinen Koffer und dieser war vom kurfürstlichen Mautamt Rhein obsigniert. Meine Schreibtafel samt Passeport und ein Dekret von Würzburg hatte ich bei mir in der Tasche. Bei allen Fenstern in der Stadt war es voll von Köpfen, um den bairischen Hiesl zu sehen. Es kam ein Offizier, bei dem mußte ich alles aufweisen und mich legitimieren. Zum Erstaunen des Volkes wurde ich entlassen, meine Zeche bezahlt, ich fuhr mit meiner Equipage wieder davon und kam gegen München, logierte wie gewöhnlich in der Schwäbingergasse beim Birnbaum-Bräu und kam dem Tag darauf nach Hofe.

Der Kurfürst und die Kurfürstin waren zu meinem Vergnügen gesund und wohlauf und sahen mich gern. Der höchstselige Kurfürst Maximilian hatte schon viele Jahre einen possierlichen Affen in dem Kamin bei seiner Drechslbank, und dieses war eine Madame.

Der Kurfürst erfuhr, daß ich ein Mannsgeschlecht von einem Affen bei mir hatte; er befahl mir, ich sollte meinen Affen gleich nach Hofe bringen. Nun kam dieser zu der Affin in dem Kamin und blieb viele Jahre in bairischen Diensten, bis ihn endlich der General Graf Salern ohne Fortpflanzung seines Geschlechts erhielte, welcher ihn auch noch eine lange Zeit hatte.

Ich blieb noch drei Wochen bei Hofe, weil mich der Kurfürst und die Kurfürstin wohl gedulden konnten. In[90] der Thiernitz hatte ich mein Essen und Trinken; der Kurfürst gab mir für meinen Affen sechs Dukaten, ich ging sodann mit Dank von München ab und kam als ein Kapitalist ins Tyrol nach Hause, bezahlte meine Lederwaren und blieb eine Zeitlang bei meiner Liebsten.

Unter dieser Zeit trug es sich zu, daß wieder eine Fräule Tante von mir starb und christlich begraben wurde.

Nun hatten wir noch sieben lebende Geschwisterte schon wieder das Glück zu erben. Das Kapital war zwar nicht aus den stärksten und bestunde nur in einem spanischen Taler, welcher damals bei uns 2 fl. 12 kr. galt. Es war aber in Mobilien desto mehr vorhanden. Wir klaubten dann alle Stücke in der Stube zusammen und stunden bei diesem Haufen von Erbsachen alle rings herum; ich als Stammherr hatte das Jus dominium und erstes Votum zu geben.

Wir warfen Kürze halber das Los darum: sie verbanden mir deshalben die Augen; meine älteste Schwester hob allzeit ein Stück in die Höhe, und ich mußte sagen, wem es gehören soll; und also wurde die ganze Pastete auseinandergeklaubt. Wie man mir die Augen aufband, sah ich meinen Anteil, welchen ich für mich erraten habe, mit Verwunderung; denn es war auf meiner Partie ein alter eiserner Leuchter, ein Paar Krautmesser, ein Pfannenholz und ein Nudelwalcher; aber ich konnte doch alles brauchen.

Es ist gewiß keine so friedliche Erbschaftsteilung unter sieben Geschwisterten geschehen wie diese, besonders wo man in natura geteilt hat wie wir.

Über eine Zeit nach dieser erträglichen Erbsverteilung ging ich wieder nach Innspruck, kam alldort zu meiner[91] Gräfin von Trapp, Taxis, Lodron, Künigl, Tannenberg, Martinitz und Hormayr, und wurde auch durch diese bei andern Herrschaften bekannt, von welchen mir diejenigen, welche mich am meisten plagten, die liebsten waren. Unter andern kam ich auch in der Vorstadt zu dem Stammherrn Graf Philipp von Wellersberg; dieser rufte mich zu sich, wir wurden gleich miteinander bekannt und ich gefiel ihm; er fragte mich um allerhand Dinge und hatte fast den nämlichen Humor wie ich. Es war der Hansl Trapp, Graf Arko, Seau, Obrist Caprara, Hauptmann Ballaus und sein Bruder, der Domherr von Passau; diese hatten eine runde Maschine im Zimmer, woran eine von Draht gemachte Kette und vorne eine messingene Kugel war.

Sie warfen jene auf ein Häufchen zusammen; der Wellersberg sagte zu mir, ich sollte darauf stehen, er wolle mir einen kaiserlichen Taler dafür geben. Vom Herzen gern stund ich darauf; der Graf Wellersberg legte den Taler neben mir auf ein eisenes Stängl und trieb unweit von mir eine große gläserne Kugel herum. Ich spürte nichts, und die Herren lachten doch. Ich lachte auch dazu; denn mir war nicht übel bei der Sache. Der Wellersberg sagte, es wäre die Maschine zerbrochen und deswegen würde aus dem Ding heute nichts werden, ich sollte meinen Taler nur nehmen. Ohne Bedenken griff ich nach dem Taler. Au weh! wie schlug mich das Donnerwetter zu Boden: ich wußte nicht, wie mir geschehen war, und meinen Taler hatte ich auch verloren. Die Herren suchten ihn; ich stund zitternd auf, ging weit von der Maschine und wollte im Zimmer nicht mehr bleiben. Wie die Herren gelacht haben, kann man sich leicht einbilden.[92]

Es hatte der Herr von Wellersberg ein Gut im Pustertal, genannt Wellersberg, und von daher ließ er sich eine Maskerade machen.

Diese bestund aus einem grünen Hut, braunen Rock, einem Kragenhemde, rotem Brustfleck, Bauchbinde, Hosentrager und einer doppelten schwarz glanschetternen Hosen.

Wie die Faßnacht aus war, ließ er mich kommen und schenkte mir die ganze Kleidung. O! das war eine Freude!

Ich dankte ihm, und er sagte mir, ich sollte sie morgen anziehen, denn es wäre beim Landshauptmann, Grafen von Wolkenstein, Gesellschaft und Musik, und da sollte ich in meinem neuen Aufzug erscheinen.

Ich ging nach Hause zum Herrn v. Störzinger über die Brücke, wo ich logierte, und kleidete mich dem Tag darauf also an.

Allein es regnete dem ganzen Tag hindurch, als wenn der Himmel offen gewesen wäre, deswegen reuete mich die Kleidung, und ich wollte nicht erscheinen. Auf dem Abend ließ mich der Hauptmann Ballaus mit vier Mann und einer Porte-Chaise, in welcher ich aber nicht hinein, sondern nur obenauf sitzen mußte, durch die Vor- und Hauptstadt in die Gesellschaft holen. Es sind wegen dieser kurieusen Convoi nicht wenige Leute nachgelaufen. Ich kam in die Gesellschaft, wo alles aufgeräumt, lustig und große Musik war. Ich war etwa eine halbe Stunde darin, als ein und andere Herren anfingen, mein Kleid zu loben, sagten aber anbei: »Pfui! was stinkt so?«

Ich stund bei der Musik. Paff! ging es in meiner Hosen los und marschierte sehr herb sick sack darin herum.[93]

Ich machte Sätze und Sprünge und wo ich hinkam, floh alles vor mir; denn es schlug mir bald da, bald dort einen Fetzen aus meiner Hosen, und ich bekam deswegen nicht wenig blaue Flecken. Daß hierüber bei den Herrschaften ein großes Gelächter entstanden sei, wird man mir leicht glauben können. Diese war meine Galahosen; sie war mit italienischen aufgelösten Feuerrädeln garniert, welche sie mir unversehens angezündet haben. Ich wurde aber zuletzt dafür ehrlich beschenkt und ging mit der durchlöcherten Hosen in mein Logement.

Dem Tag darauf kam ich zum Herrn Revisionsrat von Findler hin, allwo vier schöne Töchter und etliche italienische Kostgänger waren. Sie waren lustig, und ich noch lustiger, weil die Herrschaft mit mir so gut war, daß mir gleich erlaubt wurde, bei ihnen freies Quartier zu nehmen.

Es wurde allda im Gartenbrunnen bei der Nacht öfters Fleisch gestohlen. Nun mußte ich, um dem Diebe auf die Spur zu kommen und dem Stehlen abzuhelfen, meine Liegerstätte im Sommerhause des Gartens aufschlagen; mir wurden zu Gehilfen zwei Pistolen und ein Hühnerhund mitgegeben; wenn ich schlafen ging, schloß ich das Sommerhäusl allemal fest zu und legte mich furchtsam nieder.

Einsmal, da ich, wie sonst, in großer Furcht und Angst schlief, hörte ich etwas bei einem Ecke des Sommerhäusl heraufsteigen und oben auf dem Dache über die Schindeln herumkrappeln. Courage! aber ich dachte weder an das Fleisch, weder an den Hund und noch weniger an die Pistolen; sondern duckte mich unter dem Bette aus Furcht zu einer Kugel zusammen, steckte die Finger in die Ohren, machte die Augen zu, und mit solchem[94] Herz und Mut lag ich wie in einem Dampfbade, bis die Sonne aufging.

Schritt vor Schritt ging ich durch die Tür, um zu sehen, ob noch ein Fleisch im Brunnen sei oder nicht. Da sah ich mit Verwunderung den Dieb: es war eine große Katze beim Fleisch, welche ein großes Stück aus dem Wasser gezogen und sich damit zu sättigen trachtete. Der Hund tat hier das Beste, und wir erhielten den Walplatz und das meiste Fleisch.

Ich erzählte der Herrschaft bei der Tafel, wo ich täglich speisen durfte, von meiner Tapferkeit, worüber nicht wenig gelacht wurde, und es wurde in kurzer Zeit in der ganzen Stadt bekannt. Ein gewisser junger Kavalier, G.H.C., der in diesem Hause eine gewisse Fräulein karessierte, erfuhr auch, daß ich Nachtkommandant im Sommerhäusl sei. Einsmal um acht Uhr in der Frühe kam er und klopfte an. Ha! dachte ich mir, das geht übers Fleisch los!

Er rief: »Peterl! mach auf! ich bin zum Koffee ein geladen.« – »Ich hab keinen.« – »Bei der Fräule trink ich ihn.« – »Ja, warum gehst du nicht bei der Haustür hinein?« – »Mach auf, ich gebe dir dafür einen Siebenzehner!«

Flugs war die Tür offen; er gab mir, was er mir versprochen, ging durch den Garten und wurde von dem Alten gesehen. Man stellte mich gleich nach der Mittagstafel deswegen zur Rede. Ich gestund alles ein und bekam zum Lohn von dem alten Herrn mit einer Peitsche Schläge, mit der Erinnerung: »Ich habe dich zum Fleischhüten und nicht zum Torwart bestellt. Laß mir nur niemand mehr herein, er mag auch sein, wer er immer will.«[95]

Ich versprach alles heilig, küßte ihm die Hand und dankte. Nun hatte mich der alte Herr wieder so lieb als wie vorher und sagte zu mir: »Peterl! du mußt deinem Hausherrn folgen, der dir zu essen giebt, ich meine es dir nur zum Guten.«

Hierauf schlief ich etliche Nächte sehr gut und ruhig. Die Diebe waren nicht mehr so gefährlich, und das Fleisch hatte bessern Friede. Eines Morgens aber kam wieder der nämliche Fräuleinwerber und klopfte an: »Peterl!« – »Was willst?« – »Mach auf!« – »Nä! Nä!« – »Ich gieb dir einen Siebenzehner.«

Ich dachte mir a proposito, Siebenzehner, alter Herr, Peitschenhiebe, auch etwa aus dem Haus jagen. Ich mag nicht! ich mag nicht!

»Mach auf, oder du kriegst von mir Schläge!« – »Geh weiter, oder ich sags dem alten Herrn!« – »Gieb acht! ich krieg dich gewiß.«

Ich machte ihm aber doch nicht auf. Nachmittags begegnete er mir auf einem Spazierritt nach Amproß. Aha! dacht ich mir, in die Flucht gehen ist das Beste. Witsch, war er mit ein paar Peitschenhieben auf meinem Buckel. »Mach auf«, sagte er, »oder ich krieg dich!« und gab mir einen Siebenzehner; »ein andersmal mach auf, oder ich erwisch dich wieder.« Ich dankte ihm und ging sogleich fuchswild nach Hause; nahm im Sommerhäusl mein Bett, trug es durch den Garten in das Haus über die Stiege und wollte es unter das Dach auf den Boden hinaufbringen. Allein auf der Stiege begegnete mir der alte gnädige Herr und sagte: »Was giebts da?«

»Ä was! das verfluchte Fleischhüten da! Laß ich ihn herein, giebst du mir Schläge; laß ich ihn nicht herein, giebt er mir Schläge: so hab ich alle Tage ohne Multiplikation[96] richtig meine Schläge. Mein Buckel ist auf diese Art Fleisch zu hüten nicht gewohnt.«

Der alte Herr lachte, und ich ging mit meinem Bette hinauf unters Dach. Hier blieb ich noch eine Zeitlang, nahm wieder Handschuhe, ging nach Hall und fuhr sodann auf einem Schiffe nach Wien.

Allda kam ich in der Josephs-Vorstadt zu meinem Graf Koteggischen Vater und Mutter; ich wurde auch von dieser Herrschaft zu meiner größten Freude und Nutzen wieder ins freie Quartier und beim Offiziantentisch in die freie Kost aufgenommen. Eben waren die Gräfin Kevenhüllerin und die Gräfin Baar als Obersthofmeisterin bei Ihrer Majestät der Kaiserin Maria Theresia zur Tafel eingeladen, bei welchen ich wieder Gelegenheit fand, mich und meine Waren weiters zu rekommandieren und bekannt zu machen. Diese Gräfinnen rekommandierten mich bei dem kaiserlichen Hofe, so daß mir nun gleich erlaubt wurde, mit meiner Ware dahinzukommen.

Ich kam nach Hof und ließ mich bei der Obersthofmeisterin Gräfin von Baar melden, bei welcher ich gleich vorgelassen wurde. Es waren bei ihr die Gräfin Kevenhüller und die des h. röm. Reichs Gräfin Eleonora von Wallerstein, itzige Fürstin von Schwarzberg, eine schon von Jugend auf mir bekannte Frau, welche mich auch bei jeder Gelegenheit rekommandierte, wie auch die Gräfin Insagin, Gräfin Schlick und noch viele andere, bei welchen ich viele Handschuhe verkauft habe.

Das kam endlich der Kaiserin zu Ohren, welche mich sogleich kommen ließ.

Die Kaiserin fragte mich, ob ich schöne Handschuhe habe. – »Ja!« – »Wie bist du dann vom Tyrol heruntergekommen?«[97]

– »Ganz gut, auf dem Wasser.« Ich küßte ihr zu gleich den Rock und gab ihr drei neue Kupferkreuzer als eine Steuer von meinem neuen Häusl.

Sie sprach: »Hast du dir ein neues Häusl bauen lassen?« – »Ja! vergelt dirs Gott.« Sie fragte mich noch um ein und anderes aus, besonders vom Tyrol, was man von ihr rede, ob man sie gern habe oder schelte. Sie gab mir auch 12 Kremnitzer Dukaten für meine Steuer und Reise. Es kam auch die Gräfin Insagin, welcher die Kaiserin gleich befahl, für die Erzherzoginnen Handschuhe zu kaufen.

Alle Handschuhe wurden mir nun abgenommen und passabel bezahlt.

Ich kam voller Freude wieder zu meinem Vater Kotegg zurück, welcher eben deswegen eine große Freude bezeigte, weil ich glücklich war. Ich blieb noch etliche Tage bei dieser meiner guten Herrschaft und ging zuweilen in der Stadt herum, die Wunder zu sehen; bedankte mich sodann bei meinem Vater und Mutter für alle Guttaten, ging zum blauen Bock und fuhr auf einem Zeiselwagen eine Strecke durch Österreich herauf.

Unterwegs, oberhalb Linz, als ich zu Fuß ging und nichts zu tragen hatte als einen Ranzen, worin meine Kreuzer, ein paar Schnupftüchel und ein Paar Strümpf waren, ging ich auf der gemachten Straße so meinen Weg fort.

Unverhofft hörte ich hinter mir rufen: »He! he! Sauschneider, Sauschneider!« Ich dachte bei mir: was giebts? schaute frisch um und sah einen Menschen hinter mir dreinlaufen. Ich wartete auf ihn, und da er kam, sagte er zu mir: »Hör, Sauschneider, unsre gnädige Frau dort[98] droben auf dem Schlosse hat einen Stier, diesen möchte sie gern geschnittener haben; sei er so gut und gehe er zurücke, er bekömmt einen bairischen Taler und Essen und Trinken.«

So bist du auch ein Sauschneider, dachte ich. Ich entschuldigte mich aber mit diesem, daß ich keine Instrumenten bei mir hätte.

Er sagte, der Zeug wäre schon auf dem Schlosse zu bekommen. Ich dachte bei mir: bairischer Taler, Essen, Trinken und Quartier! Geh zurück und schneid weg, was zu viel ist. Ich ging mit dem Boten, die gnädige Frau ließ mich geschwind zu ihr kommen und empfahl mir den Stier an.

Ich ließ nun selben im Hofe binden und werfen, machte das Instrument dran und schnitte und brannte solchen, so gut ich konnte. Da alles vorbei war, bekam ich den mir versprochenen bairischen Taler, Essen und Trinken und, weil es schon so spät war, daß ich meinen Weg nicht mehr hätte fortmachen können, auch ein gutes Bett; denn die gnädige Frau war ganz wohl zufrieden.

Ich machte mich dem andern Tag sehr früh auf und ging meinen Weg über Salzburg ins Tyrol nach Hause.

Quelle:
Prosch, Peter: Leben und Ereignisse des Peter Prosch, eines Tyrolers von Ried im Zillerthal, oder Das wunderbare Schicksal, Geschrieben in den Zeiten der Aufklärung, München 1964, S. 79-99.
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