Der Krüppel von Hohenstein

[391] Mit jener Episode war mein Urlaub erschöpft, und ich rüstete zum Rückzug. Aber nicht wieder über Leipzig wollte ich gehen, sondern durchs Erzgebirge, und nicht etwa, weil diese Gegend ein besonderes Interesse für mich gehabt hätte, sondern nur um den Versuch zu machen,[391] dort einen Mann aufzufinden, von dem neuerdings bei uns sehr viel die Rede gewesen war.

An den Loschwitzer Sonntagen hatte die Mutter uns ein Buch von Schubert vorgelesen, das unter dem Titel »Altes und Neues« allerlei erbauliche Züge aus dem Glaubensleben gottesfürchtiger Menschen mitteilte. Darin geschieht denn auch eines frommen Mannes aus dem Volke Erwähnung, seines Zeichens ein Leineweber, mit Namen Steffan, den Schubert persönlich kannte, da er in seiner Vaterstadt Hohenstein lebte. Dieser Mensch war alt und arm und krank. Er hatte somit alles, was man gewöhnlich am meisten scheut, und zwar in reichem Maße, denn sein Alter war beträchtlich, seine Armut bettelarm und seine Krankheit unheilbar. Nichtsdestoweniger war er ein glückseliger Mensch, und daß er das in Wahrheit sein konnte, machte ihn nicht weniger interessant, weil es ein Beleg für die beseligende Kraft des Christentums zu sein schien, das er bekannte.

Steffan hatte sich nach Schuberts Relation bis in ein vorgerücktes Alter als Junggesell verhalten – da starb sein Jugendfreund, ein anderer Weber und verheirateter Mann, und nahm ihm sterbend das Versprechen ab, für seine Hinterbliebenen zu sorgen. Um dem nachzukommen, heiratete Steffan die Witwe, deren Aussteuer nur in zwei kleinen Mädchen bestand, von denen das jüngste taubstumm war. Aber Steffan baute auf die Hilfe seines Gottes, die er denn auch bald, und zwar in ganz außerordentlicher Weise, nötig hatte und erfahren sollte. Der sonst kerngesunde Mann erkrankte, ward unausgesetzt von empfindlichen Schmerzen gepeinigt und endlich dergestalt gelähmt, daß er weder stehen noch gehen und daher das Bett nicht mehr verlassen konnte. Da war's denn aus mit der Weberei, und auch die Frau konnte nichts mehr verdienen, da sie weder den Mann noch die taubstumme Tochter aus den Augen lassen durfte. Die Familie schien dem Verderben preisgegeben.

Nun aber trat die wunderbarste Hilfe ein, von welcher Schubert in seinem Buche eine ganze Reihe auffallender Beispiele herzählt. Obgleich dem armen Kranken als Betriebskapital nichts anderes als die vierte Bitte geblieben war, so reichte diese doch zu aller Notdurft aus, denn es ward ihm stets zu rechter Zeit, und zwar meist von unbekannten Händen, das Nötigste ins Haus getragen. Es war zwar nur das Nötigste, aber ein Mehreres hatte Steffan auch früher nicht gekannt, und jetzt war er fast überwältigt von der Fülle des Guten, das ihm so unverdient von allen Seiten zufloß.

Von diesem Manne, wie daß ich ihn aufzusuchen dachte, hatte ich in[392] Hummelshayn gesprochen, und da ich nun Abschied nahm, steckte mir die Tante noch ein Sümmchen Geld zu »für den Leineweber«, wenn ich's nicht selber brauche. Das war eine Freude! Denn ich war allerdings so abgebrannt, daß ich keinen Groschen missen konnte. Nun brauchte ich nicht mit leeren Händen zu erscheinen.

Nach mehreren heißen Tagemärschen langte ich eines Abends in Hohenstein an. Ob mein Heiliger wohl noch leben würde, dachte ich, und ob Schubert auch den rechten Namen oder vielleicht aus Schonung nur den Taufnamen angegeben habe. Da stand gleich bei den ersten Häusern eine Gruppe Nachbarn, die ich nach Steffan fragen konnte; aber dieses Namens gab es mehrere. Der meinige, sagte ich, sei sehr arm, und das waren sie ebenfalls alle. Da ich endlich den Gesuchten als alt und an den Beinen gelähmt bezeichnete, bemerkte ein herzutretender Arbeiter: das passe schon auf einen, den er kenne, einen alten Betbruder; aber bei der Art würde ich wohl nichts zu suchen haben. Ich aber suchte gerade bei der Art etwas, war hocherfreut und ließ mir die Wohnung des Betbruders beschreiben, die, am andern Ende des Bergstädtchens gelegen, nicht leicht zu verfehlen war.

Vor der Türe des etwas windschiefen Hauses fand ich eine Frau, die kleingemachtes Holz eintrug und mich auf meine Frage nach dem Leineweber Steffan etwas verwundert die Treppe hinaufwies. Hier trat ich in ein ärmliches Zimmer, dessen wesentlichstes Ameublement in ein paar Betten bestand. In dem einen lag ein auffallend schöner alter Mann, der sich mittelst eines um das Fußende geschlungenen Seils, das er wie einen Zügel in der Hand hatte, aufrechthielt, und um ihn standen eine Menge Kinder, die er zu unterrichten schien. Er sah mich fragend an.

Ich sagte, ich hätte einen Auftrag an den Webermeister Steffan. »So heiße ich«, erwiderte er; »aber wenn's nicht allzu eilig ist, so verzeihen Sie ein wenig; meine Schule wird gleich aus sein.«

So ist er also mittlerweile Schulmeister geworden, dachte ich – wenn's nur der rechte Steffan ist! Ich setzte mich nun still in eine Ecke, und jener fuhr in seiner Sache fort. Er fragte den Kindern die Gebote ab und sprach zwischendurch zu ihnen so einfach und mit so rührend warmer Liebe, daß es auch mir zu Herzen ging. Ich konnte nicht länger zweifeln, ob ich in diesem Stübchen recht sei.

Inzwischen wurden die Kleinen bald entlassen, und auf den Wink des Alten trat ich ehrfurchtsvoll ans Bett, auf das er sich ermüdet zurückgelassen hatte. Am liebsten hätte ich gleich damit begonnen, mir seinen Segen auszubitten, und war ganz verlegen, ihm statt dessen ein klägliches Almosen einhändigen zu sollen.[393]

»Was haben Sie mir denn zu sagen?« redete Steffan mich jetzt an, indem er mir freundlich die Hand reichte. Ich sagte, eine Dame aus Thüringen, woher ich käme, hätte mir etwas für ihn mitgegeben. Ob ich ihm damit recht käme, wisse ich nicht, aber abgeben müsse ich's, und damit legte ich das Geld der Tante auf die Bettdecke. Es waren drei harte Taler.

Steffan erwiderte nichts. Er faltete die Hände, und eine Träne nach der andern ging aus seinen Augen. Als aber nun seine Frau eintrat, dieselbe, die mich unten zurechtgewiesen, sagte er mit leiser Stimme: »Sieh doch da, die ganze Miete!«

Ich konnte es nicht hindern, daß jene mir die Hände küßte, obgleich ich nicht der Geber war; sie löste sich fast auf in Dankbarkeit, und ich erfuhr nun, daß schon am nächsten Tage die Exekution wegen rückständiger Miete erfolgen sollte, die von mir überbrachte Summe die Schuld aber bei Heller und Pfennig decke. Nicht mehr und nicht weniger war es, es hatten gerade drei Taler gefehlt, wegen deren Geringfügigkeit ich mich dem ehrwürdigen Manne gegenüber geschämt hatte. Nun hatten sie dennoch ausgereicht, ihn vor Plünderung zu schützen.

Ich mußte jetzt berichten, wie es zugegangen, daß meine Tante von der Not eines so weit entfernten kleinen Mannes Kenntnis gehabt, und sprach natürlich von Schuberts Buche. Steffan richtete sich verwundert auf. Er konnte sich nicht gleich darein finden, daß von ihm, dem Hohensteiner Weber, etwas in Büchern stehe, ebensowenig als Schubert es sich gedacht haben mochte, daß jener etwas davon erfahren würde. Indessen kannte Steffan die Eigentümlichkeit seines alten Freundes und sagte endlich mit besonderem Tone: »Der liebe, gute Schubert! Aber unser Vater im Himmel hat wunderliche Kinder und wunderbare Wege!«

Letzteres wußte Steffan nicht erst seit heute abend; er hatte viel erfahren und sprach gerne davon, auf wie merkwürdige Art ihm oft die wunderbarste Unterstützung zugekommen, und immer ohne sein eigenes Zutun, denn er hatte nie gebettelt, außer an jener Schwelle, an welcher alle Christen, große und kleine, täglich zu betteln angewiesen sind. »Noch heute!« sagte er, »wer konnte wissen, daß wir den letzten Span verbrannt? – da fährt ein fremder Fuhrmann vor und ladet ein ganzes Fuder kleingespaltenes Holz ab. Daß meine Frau beteuert, wir hätten nichts bestellt und könnten nichts bezahlen, ist in den Wind gesprochen. ›Wenn's bei dem lahmen Steffan ist, so ist's schon recht!‹ und damit fährt mein Fuhrmann ab und will keinen Dank mitnehmen. Dann aber kommen Sie, mein junger Freund, vom Thüringer Walde her, um unsere Miete zu bezahlen! Und so ist's nun die ganzen zehn Jahre[394] her gegangen, seit ich mich nicht vom Bette rühre. Wer bin ich, Herr, daß du meiner so gedenkst! Du hast es nie am Öl und Mehle fehlen lassen, obgleich ich müßig liege wie ein Brachfeld.«

Aber die Schule, dachte ich, die muß doch ihre Früchte tragen. Als ich ihn indessen hieran erinnerte, sagte er, dafür habe er auch zu danken, daß die Kleinen gerne zu ihm kämen, arme Fabrikkinder, die den Tag über für ihren Unterhalt arbeiten müßten und die Schule nicht besuchen könnten. Da kämen denn ihrer einige am Feierabend zu ihm, und er unterweise sie im Lesen, Schreiben und im Katechismus. Das sei seine Freude und Erquickung.

So wurde denn dieser Ärmste noch der Wohltäter vieler armen Kinder, die ohne ihn verwildert wären. Vielleicht mußte er gerade darum leiblich krank sein, damit er den Samen geistiger Gesundheit in die Seelen dieser Kleinen streue, welche somit möglicherweise noch einen Vorzug vor denen hatten, welche die Ortsschule besuchten, denn dort wurde, wenigstens nach Steffans Ansicht, kein Christentum gelehrt, vielmehr nur Anweisung gegeben, nach dem Vorbild edelmütiger Tiere, wie Löwen, Elefanten und dergleichen, recht zu tun und nichts zu fürchten.

Unter solchen Reden war es ganz finster geworden, und die ab und zu gehende Frau hatte ein Blechlämpchen angezündet, das, an einer Drahtkette gerade über der schönen Stirn des Alten schwebend, sein Friedensangesicht ganz wundersam verklärte – ein Raffaelischer Kopf in Rembrandtscher Beleuchtung. Es war ein Bild, das anzusehen ich nicht ermüdet wäre und gern gemalt hätte, wenn das so ginge. Inzwischen ward für mich und Steffan eine Schwarzbrotsuppe serviert, die wir unter uns zweien mit Danksagung und ohne sündliche Überladung des Magens von töpfernen Tellern zu uns nahmen. Die Frau zog sich bescheiden zurück; ob sie sich für zu gering hielt, in meiner Gesellschaft zu speisen, oder mir vielleicht gar ihren eigenen Anteil abgetreten hatte, um selbst zu fasten, kann ich nicht sagen. Jedenfalls schien es mir nicht zuzukommen, sie auf ihre eigene Suppe einzuladen.

Nach Tische stellte sie sich jedoch ganz freundlich wieder ein, schob ihr Spinnrad aus der Ecke und blieb nun bei uns. Sie hatte auch die oberwähnte taubstumme Tochter mit hereingebracht, die mir grinsend die Hand reichte. Diese war eine auffallend häßliche Person, etwa von zwanzig Jahren, und trug ein Kind auf dem Arme, das sie unablässig herzte, bis Steffan es ihr abnahm. Ich fragte, ob sie verheiratet sei. Da schüttelte der arme Alte den Kopf und sagte bekümmert, dies Kind trüge keinen Vaternamen, sein Vater sei nicht zu ermitteln.

Also auch dies Entsetzliche hatten die armen Menschen über sich ergehen lassen müssen, und daß es empfunden wurde, kann man sich[395] denken. Doch kam kein hartes Wort, kaum eine Klage über Steffans Lippen. Nicht wunderte er sich nach Art des Unglaubens, wie gerade ihn, den Unschuldigen, dergleichen Unheil treffe, vielmehr wunderte er sich der unverdienten Güte Gottes über ihn und war der Meinung, daß er, dem täglich so viel Gutes zuteil ward, nicht sauer sehen dürfe, wenn es ihm auch einmal nach Verdienst erginge. Es sah lieblich aus, wie der freundliche Alte das kleine Kind in seinen Armen hatte, das er so lange bei sich behielt, als die Ungeduld der Mutter es gestattete.

Unterdessen war die Gesellschaft zahlreicher geworden. Der Mann der älteren Tochter, auch ein Weber, namens Uhlich, nebst seiner Frau und außerdem noch verschiedene andere Personen geringen Standes hatten sich nach und nach zusammengefunden. Sie waren augenscheinlich auf mich eingeladen, wie ich vordem auf Goethe, wenigstens äußerten sie kein Befremden, mich vorzufinden. Wie jeder eintrat, reichte er mir und allen übrigen die Hand mit zutraulicher Freundlichkeit: dann wurde Platz genommen, wo man ihn fand, das leere Bett als Sofa benutzt. Einer saß sogar noch auf dem Tische.

Die Unterhaltung war sehr bald im Flusse. Es ist natürlich, daß Reisende aufgefordert werden zu erzählen, wie es bei ihnen zu Hause aussieht, und ich hatte von zahlreichen Gesinnungs- und Glaubensgenossen nicht Unerfreuliches zu berichten. Einige Verwunderung dagegen mochte man nicht bergen, da man erfuhr, daß ich, den man für einen angehenden Theologen gehalten, nur Maler werden wolle. Die Kunst wollte diesen einfachen Männern, wenn nicht als ein eitles, doch jedenfalls als ein überflüssiges Gewerbe erscheinen. Steffan nahm mich jedoch in Schutz. Jedes Geschäft, sagte er, sei eitel, wenn man es im Dienst der Eitelkeit betriebe, sogar das Predigen; ein Maler aber könne wohl zu gottgefälligen Zwecken malen. Er selbst habe einmal in einer Kirche ein Bild gesehen, das habe ihn mehr als die Predigt erbaut; auch habe er gehört, daß der selige Zinzendorf durch ein Bild erweckt worden sei.

So sprach man hin und wider, und Steffan gab das Beste; aber auch die anderen schienen sämtlich achtungswerte Leute, in deren Gesellschaft man sich wohl und heimisch fühlen konnte. Jeder Quartaner mochte sie an Gelehrsamkeit übertreffen, und von den konventionellen Formen der oberen Gesellschaft hatten sie auch nichts an sich; indessen gibt das Christentum an sich da, wo es wirklich Herzenssache wird, eine eigentümlich liebenswürdige Bildung, welche das Wesen auch des geringsten Arbeiters zu adeln vermag. Steffan las schließlich noch ein Kapitel aus der Heiligen Schrift vor und entließ dann seine Gäste.

Was mich aber anbelangte, so sollte ich nicht entlassen werden. Der[396] herzliche Alte sowohl als seine Frau drangen in mich, die Nacht bei ihnen zu bleiben; und sie mußten es mir angetan haben – ich blieb sehr gern. Frau Steffan überzog für mich das andere Bett, wahrscheinlich ihr eigenes, mit frischen Laken und entfernte sich dann mit ihrer Tochter, um Gott weiß wo zu bleiben.

Als ich zur Ruhe war, blies der Alte sein Lämpchen aus und fing an zu beten. Er betete mit lauter Stimme in seiner einfachen Weise auch für mich, und zwar so glaubensfroh und zuversichtlich, daß meine Seele emporgetragen ward in den stillen Frieden einer besseren Welt, da es keine Zweifel, keine Sünde und keinen Tod mehr gibt. Es war mir, als fühlte ich die Gegenwart der Engel, die das Bett meines lieben Gastfreundes umstehen mochten, bis allgemach der Vorhang sich niedersenkte, der Schlaf und Wachen voneinander scheidet.

Was war doch dieser arme Steffan für ein Reicher! Ein Philosoph der alten Welt würde sich an seiner Stelle ohne weiteres entleibt haben, während er, ein gequälter, halb zertretener Wurm, der er war, nicht allein für seine Person heiter und dankbar lebte, sondern von seinem Überflusse auch noch andere stärkte und auferbaute. Das sind die Wunder des Christenglaubens. Wenn dieser denn auch wirklich eine Täuschung wäre, wie die klugen Leute fabeln, so fragt sich's, ob solche Täuschung nicht jeder Wahrheit vorzuziehen sei, die uns in Not und Sünden stecken läßt. Aber es ist nicht so – ein Steffansglaube wächst nicht auf dem Stamm der Lüge.

Ich hatte fest geschlafen bis zum hellen Morgen, als mich der Ton einer Geige weckte. Im ersten Augenblicke war ich erstaunt, mich in so fremdartiger Umgebung zu finden, Bett an Bett mit einem alten Greise, der mit heller Stimme wie eine Lerche zu seiner Geige sang. Steffan war seiner Gewohnheit gefolgt, den anbrechenden Tag mit einem Dankliede zu begrüßen.

Ich war bald auf den Beinen und horchte noch ein Stündchen den Gesprächen des merkwürdigen Mannes, bis Uhlich mit noch zwei anderen von der gestrigen Gesellschaft erschien, mir das Geleit zu geben. Da schied ich von dem teueren Alten, nachdem er seine Hände auf mein Haupt gebreitet und mich gesegnet hatte.

Quelle:
Kügelgen, Wilhem von: Jugenderinnerungen eines alten Mannes. Leipzig 1959, S. 391-397.
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