Scandix

[1013] Scandix.

Scandix, Dod.

Scandix semine rostrato vulgaris, C.B. Pit. Tourn.

Pecten Veneris, sive Scandix, Ger.

Scandix vulgaris, sive Pecten Veneris, Park.

Pecten Veneris, J.B. Raji Hist.

frantzösisch, Peigne de Venus.

teutsch, Nadelkörbel.

Ist ein Kraut, dessen Blätter schier so zart zerkerbet sind als wie die an dem Coriander, schmecken süßlicht und etwas scharff, und stehen auf ziemlich langen Stielen. Die Stengel werden etwa eines Schuhes hoch, sind dünn und ästig, rauch, oben grün und unten röthlicht. Darauf stehen, oben auf den Spitzen, Umbellen oder Kronen, und auf diesen kleine fünffblätterige weisse Blümlein, in Lilienform. Wann die Blüte vergangen ist, so kommt eine Frucht hervor, die bestehet aus zwey Stücken, die als wie Nadeln sehen. Die Wurtzel ist des kleinen Fingers dick, schlecht, weiß und schmecket süsse. Dieses Kraut wächst im Getraide, im Felde und Weinbergen. Es führet viel Sal essentiale; und ist im May und Junius in seiner besten Kraft: etliche Leute essen es.

Es eröffnet, ist gut zu den Wunden, machet zeitig, zertheilet, dient den Urin zu treiben, ist auch gut zu den Miltzgebrechen, wann es abgesotten gebrauchet wird.

Scandix kommt vom griechischen σκάνδιξ, das bedeutet eben soviel.

Pecten Veneris wird es genannt, dieweil die Früchte dieses Krautes, die als wie Nadeln formiret sind und nahe bey einander stehen, gleich als wie Zähne eines Kammes sehen.

Quelle:
Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 1013.
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