II.


Auf das schöne Geschlecht.

[5] Gott gab den Stieren Hörner;

Den Hengsten starke Hufe;

Den Haasen schnelle Läufte;

Den Löwen weite Rachen,

Mit Zähnen stark besetzet;

Den Vögeln leichte Schwingen;

Den Männern gab er Klugheit.

Allein dem Weine keine.

Was gab man denn? Schönheit.

Die schüzt es wider Schilde,

Und wider alle Schwerdter.

Und beydes Stahl und Feuer

Bezwingt die blosse Schönheit.

Quelle:
Die Gedichte Anakreons und der Sappho Oden. Carlsruhe 1760, S. 5.
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Empfehlung

Konnertz, Ursula / Haker, Hille / Mieth, Dietmar (Hgg.)

Ethik, Geschlecht, Wissenschaft

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