251. An Johanna Keßler

[131] 251. An Johanna Keßler


Wiedensahl 12 Febr. 75


Liebe Tante!

Ihre freundlichen Zeilen und die der Kinder erhielt ich heut Mittag. – Sie vertraun dem milden Einfluß der Zeit. Wohl und gewiß! Aber doch, derweil wir wandeln, geht all das Gute, was wir nicht gethan und all das Liebe, was wir nicht gedurft, ganz heimlich leise mit uns mit, bis daß die Zeit für dieses Mal vorbei. Es weht der Wind; das Schneegestöber hüllt mir Wald und Feld und Garten ein. Ich wollt ich wär ein Eskimo, säße hinten am Nordpol, tief unter der Schneekruste, tränke Leberthran und könnte mich wärmen, an Was ich möchte.

Bei Ihnen brennt's Feuer im Kamin. Da säß ich auch recht gern.

Ihr W.B.


251. An Johanna Keßler: Faksimile Seite 1
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251. An Johanna Keßler: Faksimile Seite 2
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Quelle:
Busch, Wilhelm: Sämtliche Briefe. Band I: Briefe 1841 bis 1892, Hannover 1968, S. 131-132.
Lizenz:

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