Platonische Liebe

[469] »Aber ist denn Zaide einzig in ihrer Art? Mirzoza ist wenigstens ebenso reizend als sie, von ihrer Zärtlichkeit habe ich tausend Proben: ich will geliebt sein, ich bin es, und wer sagt mir, daß Suleiman mehr[469] geliebt wird als ich? Ich war ein Narr, einen andern um sein Glück zu beneiden. Nein, niemand unter der Sonne ist glücklicher als Mangogul!« So fingen die Vorstellungen an, die Mangogul sich selbst machte. Ihre Fortsetzung hat der Geschichtschreiber unterdrückt; er begnügte sich, uns zu melden, daß der Sultan mehr darauf achtete, als auf die Vorstellungen seiner Minister, und daß Zaide ihm nicht wieder in den Sinn kam.

An einem Abend, als er sehr zufrieden mit seiner Geliebten oder mit sich selbst war, schlug er vor, Selim rufen zu lassen und sich ein wenig im Gebüsch des großherrlichen Gartens zu verlieren. Hier waren bedeckte Gänge, wo man ohne Zeugen mancherlei sagen und tun konnte. Auf dem Wege dahin lenkte Mangogul das Gespräch auf den Zweck, warum man liebt. Mirzoza, zu hohen Grundsätzen gestimmt und für Ideen eingenommen, die sicherlich weder zu ihrem Range, noch zu ihrer Schönheit, noch zu ihrer Jugend paßten, behauptete: man liebe, oft um zu lieben; es gäbe Verbindungen,[470] auf Übereinstimmung der Gemüter gegründet, durch Achtung aufrechterhalten, durch Vertrauen befestigt, die eine lange und beständige Dauer hätten, ohne daß der Liebhaber auf die höchste Gunst Anspruch mache, oder die Geliebte in Versuchung gerate, sie ihm zu gewähren.

»Da sieht man, Madam,« sagte der Sultan, »wie die Romane Sie verdorben haben. Doch gibt es freilich bis zur Dummheit ehrerbietige Helden und tugendhafte Prinzessinnen, aber Sie vergessen, daß solche Wesen nur im Gehirn der Dichter vorhanden sind. Fragen Sie Selim, der besser als jemand den Katechismus Cytherens aufsagen kann, was die Liebe ist. Ich wette, er antwortet Ihnen, die Liebe sei nichts als ...«

»Wollen Sie etwa wetten,« unterbrach ihn die Sultanin, »daß die Zartheit der Empfindungen nur ein Hirngespinst sei, und daß es ohne Hoffnung auf Genuß kein Fünkchen Liebe auf der Welt gebe? Wahrlich, dann müßten Sie eine sehr schlechte Meinung vom menschlichen Herzen haben.«[471]

»Das tu ich,« versetzte Mangogul; »unsere Tugenden sind eben so eigennützig, als unsere Laster. Der Tapfere setzt sich Gefahren aus, weil er den Ruhm liebt; der Feige liebt die Ruhe und das Leben, der Liebhaber will genießen.«

Selim ergriff die Partei des Sultans und setzte hinzu, daß, wenn zwei Dinge nicht wären, so würde die Liebe aus der menschlichen Gesellschaft verbannt werden und nie wieder zum Vorschein kommen.

»Was sind das für zwei Dinge?« fragte die Favorite. »Er will sagen,« antwortete Mangoguil, »wenn Sie und ich und die ganze übrige Welt das verlieren könnten, was Tanzai und Neadarne im Traume wiedererhielten.«

»Wie?« unterbrach ihn Mirzoza. »Sie glauben, daß es ohne diese elenden Dinge keine Achtung und kein Vertrauen unter zwei Personen von verschiedenem Geschlecht gebe? Ohne sie sollte eine Frau von Talent, Geist und Anmut keinen Eindruck machen können? Ohne sie werde man einen schönen, liebenswürdigen Mann,[472] einen Mann von Genie, von vortrefflichem Charakter nicht mehr anhören wollen?«

»Gewiß nicht, Madam,« versetzte Mangogul; »denn was sollte er sagen, wenn er Ihnen gefällt?«

»Tausend allerliebste Dinge,« antwortete Mirzoza, »die man immer gern hört.«

»Bedenken Sie, Madam,« sagte Selim, »daß derlei Dinge alle Tage ohne Liebe gesagt werden. Nein, Madam, nein, ich habe überzeugende Beweise: ohne einen wohlorganisierten Körper keine Liebe. Agenor, der schönste Junge im Congo und der geistvollste Mann am Hofe, könnte mir, wäre ich ein Frauenzimmer, noch so viel sein wohlgebautes Bein zeigen und seine großen blauen Augen auf mich werfen, die feinsten Schmeicheleien an mich verschwenden und mir jeden seiner Vorzüge zur Geltung bringen, ich würde ihm nur eine Frage vorlegen, und könnte er mir die nicht prompt beantworten, so hätte ich alle mögliche Achtung für ihn, nur keine Liebe.«

»Das ist nüchtern,« setzte der Sultan hinzu, »und Sie werden mir gestehen, diese[473] geheimnisvolle Frage ist in der Liebe nützlich und nötig. Sie sollten sich nur zu Ihrer Belehrung die Unterhaltung eines schönen Geistes von Banza mit einem Schulmeister erzählen lassen. Sie würden dann sogleich begreifen, warum der schöne Geist, der Ihren Satz ebenfalls behauptete, endlich gestehen mußte, daß er unrecht habe, und daß sein Gegner wie ein Kleinod spreche. Selim kann Ihnen das am besten sagen, von ihm weiß ich es.«

Die Favorite vermutete, ein Geschichtchen, das Mangogul nicht erzählen wolle, müsse sehr anstößig sein, und sie ging in eine Laube, ohne Selim danach zu fragen. Das war ein Glück für ihn. Denn bei all seinem Witz hätte er entweder die Neugierde übel befriedigt oder ihr Schamgefühl außerordentlich beleidigt. Um sie aber zu entschädigen und sie vollends von der Geschichte des Schulmeisters abzulenken, erzählte er ihr die folgende:

»In einem großen Lande, an den Quellen des Nils, lebte ein Jüngling, schön wie der Liebesgott. Noch war er nicht achtzehn[474] Jahre alt, als alle Mädchen bereits sich sein Herz streitig machten und alle Weiber ihn als Liebsten gern gehabt hätten. Geboren mit einem zärtlichen Herzen, liebte er, sobald er imstande war, zu lieben.«

Eines Tages befand er sich im Tempel beim Fest der großen Pagode, vor der er nach hergebrachter Weise, wie es das Gesetz befiehlt, siebzehnmal die Knie beugen wollte. Aber die Schöne, die er anbetete, ging vorbei und warf einen lächelnden Blick auf ihn, der ihn so in Verwirrung brachte, daß er das Gleichgewicht verlor, mit der Nase auf die Erde stürzte, der ganzen Gemeinde durch seinen Fall Ärgernis gab, seine Kniebeugungen zu zählen vergaß und bei der sechzehnten aufhörte.

Die große Pagode zürnte ob der Sünde und des Ärgernisses und strafte ihn grausam. Hilas, so hieß er, der arme Hilas, ward plötzlich von heftigen Begierden entzündet, aber glattweg des Mittels beraubt, ihnen zu genügen. Verwundert und traurig zugleich ob eines solchen Verlustes, befragte er deswegen das Orakel der großen Pagode.[475] Sie nieste und antwortete: ›Du sollst nicht eher genesen, bis dich ein Weib in ihre Arme schließt, die dein Unglück kennt und dich deswegen nicht minder liebt.‹

Selbsteingenommenheit ist gern die Begleiterin der Jugend und Schönheit. Hilas bildete sich ein, sein Geist und sein angenehmes Wesen würde ihm bald ein zartsinniges Herz gewinnen, das zufrieden mit dem, was ihm blieb, ihn um seiner selbst willen lieben und so ihm bald wieder zurückgeben werde, was er verloren hätte. Zuerst wandte er sich an die unschuldige Ursache seines Unglücks. Es war ein junges, lebhaftes, wollüstiges, Liebe heischendes Mädchen. Hilas betete sie an und erhielt von ihr ein Stelldichein bewilligt, wo sie den armen Jungen von Liebkosungen zu Liebkosungen dahin führte, wohin er niemals gelangen konnte. Er quälte sich rechtschaffen und suchte in den Armen der Geliebten die Erfüllung des Orakelspruchs; nichts geschah. Sie ward es überdrüssig, zu warten, brachte sich schnell wieder in Ordnung und verließ ihn. Das Schlimmste[476] bei dem Abenteuer war noch, daß die kleine Närrin es einer Freundin anvertraute, die es aus Verschwiegenheit nur drei oder vier andern Freundinnen weitererzählte, die ein so öffentliches Geheimnis daraus machten, daß Hilas, zwei Tage zuvor noch Hahn im Korbe bei allen Weibern, nun von ihnen verachtet ward, mit Fingern gezeigt und als eine Mißgeburt angesehen wurde.

Also in seinem Vaterlande verschrien, faßte der unglückliche Hilas den Entschluß, zu reisen und in der Ferne Heilung von seinem Übel zu suchen. Er begab sich unerkannt und ohne Gefolge an den Hof des Kaisers von Abessinien. Anfangs verliebte man sich in den jungen Fremdling, man riß sich um ihn. Aber der kluge Hilas vermied Verbindlichkeiten, bei denen er ebensosehr seine Rechnung nicht zu finden fürchtete, als er überzeugt war, daß die Weiber, die ihm nachstellten, sie bei ihm nicht finden würden. Aber bewundern Sie den Scharfsinn Ihres Geschlechts! ›Ein so junger, so kluger, so schöner Mann,‹ sagte man. ›Das wäre doch ein Wunder!‹ und es fehlte[477] wenig, so hätte man trotz aller in ihm vereinigten Vorzüge sein Gebrechen erraten und aus Furcht, ihm alles zuzugestehen, was ein vollkommener Mann haben kann, ihm gerade das Einzige vorenthalten, was ihm abging.

Nachdem Hilas eine Zeitlang die Töchter des Landes besehen hatte, fiel seine Wahl auf eine junge Frau, die, ich weiß nicht aus welcher Grille, von der feineren Liebelei zur hohen Andacht übergegangen war. Er schmeichelte sich mehr und mehr in ihr Vertrauen ein, nahm ihre Grundsätze an, ahmte ihr Betragen nach, begleitete sie Arm in Arm in die Gotteshäuser und unterhielt sich so oft mit ihr über die Eitelkeit irdischer Vergnügungen, daß er mit der Erinnerung unmerklich die Lust daran bei ihr wieder erweckte. Seit mehr als einem Monat besuchte er nun die Moscheen, hörte Predigten und pflegte Kranke, als er sein Genesungsheim unternahm; allein alles vergeblich. Seine fromme Freundin wußte zwar, wie es im Himmel zugeht, doch vergaß sie darüber nicht, wie man auf Erden[478] beschaffen sein muß, und der arme Junge verlor in einem einzigen Augenblick die ganze Frucht seiner guten Werke. Ein Trost blieb ihm freilich: man beobachtete unverbrüchliches Schweigen über diesen Vorfall. Ein Wort hätte sein Übel unheilbar gemacht, aber dieses Wort ward nicht gesprochen, und Hilas bandelte jetzt mit einigen andern frommen Seelen an, die er, eine nach der andern, für das spezifische Heilmittel hielt, das ihm das Orakel verordnet hatte, und die ihm nicht den Zauber lösten, weil sie nur das an ihm liebten, was er nicht mehr besaß. Ihre Gewohnheit, die Dinge dieser Welt zu vergeistigen, half ihm nichts. Sie schmachteten zwar nach Empfindung, aber nach der Empfindung des Genusses. »Sie lieben mich also nicht?« fragte Hilas betrübt. »Wissen Sie denn nicht, mein Herr,« war die Gegenfrage, »daß man erst erkennen muß, bevor man liebt? Und können Sie leugnen, daß Sie bei Ihrem Unglück durchaus nicht liebenswert sind, wenn man Sie kennt?«

Er ging seufzend von ihnen: »Die reine[479] Liebe, von der man soviel spricht, ist nirgends zu finden. Die Zartheit der Empfindungen, worauf alle Männer und alle Frauen so erpicht sind, ist ein bloßes Hirngespinst. Das Orakel hat mich angeführt, und ich habe Zeit meines Lebens genug davon.«

Auf seinem Wege fand er solche Frauen, die nur Herzensbeziehungen suchen und denen ein kecker Mann wie der Tod verhaßt ist. Sie empfahlen ihm so ernstlich, nichts Irdisches und Grobes in seine Absichten einzumischen, daß er davon viel für seine Genesung erhoffte. Er glaubte ihnen aufs Wort und verwunderte sich gewaltig, daß es trotz der erhabenen Gespräche, in die sie ihn verwickelten, mit ihm dennoch beim Alten blieb. »Vielleicht wird meine Genesung nicht durch bloße Gespräche bewirkt,« sagte er zu sich selbst und lauerte auf eine Gelegenheit, sich in die Lage zu setzen, die das Orakel etwa erforderte. Sie kam. Eine junge Platonikerin, die über alles gern spazieren ging, führte ihn in ein abgelegenes Hölzchen. Hier war sie fern von allen[480] Spähern, als ihr eine Ohnmacht ankam. Hilas warf sich über sie, tat, was er konnte, um ihr Erleichterung zu verschaffen, aber alle seine Anstrengung war umsonst. Die ohnmächtige Schöne merkte das so gut als er. »Ach, mein Herr,« sagte sie, indem sie sich seinen Armen entwand. »Was sind Sie für ein Mann! Ich gehe nie wieder mit Ihnen an einsame Orte, wo einem schlimm werden kann und man hundertmal sterben mag, ehe Hilfe kommt.«

»Andere erfuhren seinen Zustand, beklagten ihn, schwuren, der Zärtlichkeit, die sie für ihn empfänden, täte das keinen Abbruch, und sahen ihn niemals wieder.

Der unglückliche Hilas erregte mit dem schönsten Gesicht der Welt und den zartesten Empfindungen die Unzufriedenheit sehr vieler Frauen.«

»Weil er ein Gimpel war,« fiel der Sultan ein. »Warum wandte er sich nicht an eine Vestalin, wie es ihrer so viele in unsern Klöstern gibt? Die hätten einen Narren an ihm gefressen und er wäre unfehlbar durchs Gitter hindurch geheilt worden.«[481]

»Gnädigster Herr,« versetzte Selim, »die Chronik erzählt, er habe auch dieses Mittel versucht und erfahren, daß man nirgends umsonst lieben will.« »So verzweifl' ich an seiner Genesung,« erwiderte der Sultan. »Er verzweifelte auch daran, wie Ihre Hoheit,« fuhr Selim fort, »ward es überdrüssig, Versuche zu wiederholen, die zu nichts führten, und begab sich in eine Einöde, nachdem ihm eine unzählige Menge Frauenzimmer ihr Wort darauf gegeben hatten, daß er ein unbrauchbares Mitglied der menschlichen Gesellschaft wäre.«

Schon manchen lieben Tag irrte er so in der Wüste umher, als aus der Ferne Seufzer an sein Ohr drangen. Er horchte auf, das Seufzen dauerte fort, er ging dem Schalle nach und fand ein junges Mädchen, schön wie die Sterne, das Haupt auf die Hand gestützt, die Augen in Tränen gebadet und den übrigen Körper in einer traurigen nachdenklichen Stellung. »Was suchen Sie hier, mein Fräulein?« sagt er zu ihr, »ist denn diese Wüste für Sie geschaffen?« »Ja,« antwortete sie betrübt, »hier kann[482] man wenigstens ganz nach seiner Bequemlichkeit traurig sein.« »Und worüber sind Sie betrübt?« – »Ach!« – »Reden Sie, Fräulein; was haben Sie?« – »Nichts.« – »Wie denn nichts?« – »Ganz und gar nichts, und das eben ist mein Kummer. Vor zwei Jahren war ich so unglücklich, eine Pagode zu beleidigen, die mir alles nahm. Es war freilich so wenig, daß das kein großer Beweis ihrer Macht ist. Seit dieser Zeit fliehen mich alle Männer und werden mich fliehen, hat die Pagode gesagt, bis sich einer findet, der mein Unglück kennt und sich doch mit mir befreundet und mich liebt, wie ich bin.«

»Was hör' ich?« rief Hilas. »Der Unglückliche, den Sie jetzt zu Ihren Füßen sehen, hat gleichfalls nichts, und das ist ebenfalls seine Krankheit! Er war vor einiger Zeit so unglücklich, eine Pagode zu beleidigen, die ihm alles nahm, was er besaß, und ohne Ruhmredigkeit: das war etwas. Seit der Zeit fliehen ihn alle Weiber und werden ihn fliehen, sagt die Pagode, bis er eine findet, die sein Unglück[483] kennt und sich doch mit ihm befreundet und ihn liebt, wie er ist.«

»Ist das möglich?« fragte das junge Mädchen. »Was Sie mir sagten, ist es die Wahrheit?« fragte Hilas. »Sehen Sie selbst,« antwortete das Mädchen. »Sehen Sie selbst,« antwortete Hilas.

»Sie überzeugten sich gegenseitig, so daß kein Zweifel mehr sein konnte, daß sie beide Gegenstand des himmlischen Zorns waren. Ihr gemeinschaftliches Unglück vereinigte sie. Iphis, so hieß das Mädchen, war für Hilas gemacht, Hilas für Iphis. Sie liebten sich platonisch, wie Sie sich leicht denken können, denn sie konnten sich nicht anders lieben. Aber sogleich nahm auch der Zauber ein Ende; sie stießen jeder einen Freudenschrei aus, und die platonische Liebe verschwand.

Sie blieben mehrere Monate hindurch in der Wüste beisammen und nahmen sich Zeit, sich ihrer Veränderung zu vergewissern. Iphis war vollkommen genesen. Und was nun Hilas betrifft, so sagt der Gewährsmann, daß ihm ein Rückfall drohte.«

Quelle:
Denis Diderot: Die geschwätzigen Kleinode. München 1921, S. 469-484.
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