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[251] 1.
Deoglori, Himmels Zier /
und der Erden wehrte Sonne /
meiner Seelen Seel und Wonne /
mein verlangen Wunsch und Gier /
mein Herz-auserlesnes Leben!
dir bin ich so gar ergeben /
daß mit Freuden / dir zu lieb /
ich Leib / Gut und Blut aufgib.
2.
Ach du meine Denke-Lust /
meiner Sinnen Sehnungs-Ziele /
meines Geistes Freuden-Spiele /
ohne die mir nichts bewust!
wann werd' ich das Nectar-fliessen
deiner Gegenwart geniessen?
wann wird / schönster Strahlen-Schein /
deine Klarheit bey mir seyn?
[252]
3.
Wann im Sternen-bunten Thron
ich im höchsten Grad solt schweben;
wann das Glück mich wolt erheben /
gäb mir aller Kronen Kron;
wann ich Cäsars Welt-besiegen /
oder dich / mein Lieb / solt kriegen:
wär es (O der Liebes-Macht!)
gegen dich vor nichts geacht.
4.
Deoglori bleibt mein Herz /
wann auch meines längst verwesen.
Sie hab' ich so fäst erlesen /
daß kein Welt-ersinnter Schmerz /
keine Mensch-erdenklichkeiten /
sie vermögen auszureuten.
Alles / alles ist umsonst
auszulöschen meine Brunst.
5.
Ach mein Seel-versenktes süß /
ein-geherzte Freuden-Flammen!
viel eh ich den Lebens-Stammen /
als dein Bild / verletzen ließ.
keine Trennung nicht empfinder
das / was selbst der Himmel bindet.[253]
Unauflösllich ist / das Band
von der Welt-Erbauungs-Hand.
6.
Komme / mein erseufzter Trost!
mich recht Englisch froh zumachen /
Ach beglückte Müh' und wachen /
ob ihr mich viel Krafft gekost!
tausendfach-belohntes sehnen!
Nectar-süß ergetzte Thränen!
Ach der überschwänglich Sieg!
wann ich Deoglori krieg.
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Geistliche Sonnette, Lieder und Gedichte
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