Zehnter Auftritt.

[61] RUHBERG DER SOHN allein. Allein – allein muß ich sein, seit ich lasterhaft bin – oder ist es frömmlende Gewissenhaftigkeit – Ueberbleibsel der Ammenmoral? – Aber diese Angst, diese Bangigkeit – das Blut schlägt zum Herzen – meine Hände sind kalt – alle Besinnung verläßt mich – ist das das Zagen des gemeinen Sünders? – – Rasender – du bist's! – »Meinem Vater heimlich abgeliehen,« sage ich! – »Er hat die Landeskasse angegriffen, wird die Menge sagen. Neid, Verfolgung, Falschheit, Wuth und Gesetze werden gegen mich aufstehen. »Er hat die Kasse best –« Hier darf ich das Wort nicht sprechen, in kalten Mauern werde ich es beweinen, die Gesetze werden ihr Opfer suchen – und der Gedanke hat es entseelt.


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August Wilhelm Iffland: Theater. Band 2, Wien 1843, S. 61.
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