Die sechste Szene

[157] Sie Szene ist unverändert. Nur daß an der Stelle, wo der Gendarm zu Tod getroffen hinstürzte und Innocentia kniete, nun ein Marterl steht.

Nach Jahren.


DIE ALTE WABN liests oft und oft:

Hier hat sich ein Tag und eine Nacht

nach der letzten Sedanfeier

der Polizeigendarm Josef Meir

in verschmähter Liebe umgebracht.

Wanderer, die ihr die Tafel seht,

(eh ihr dran vorüber geht)

betet für Josef Meir ein Gebet.

Und, obschon der Mensch ein Selbstmörder war,

fühlte sich doch ein Freund verpflichtet

und hat ihm dies Marterl hier aufgerichtet

und läßt es ganz frisch renovieren alle Jahr.

Quelle:
Heinrich Lautensack: Das verstörte Fest. Gesammelte Werke. München 1966, S. 157-158.
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