Vom Drachen zu Babel.

22ES war auch ein grosser Drach daselbs / den die zu Babel anbeteten. 23Vnd der König sprach zu Daniel / Wie / wiltu von dem auch sagen / das er nichts denn ein eherner Götze sey? Sihe er lebet ja /Denn er isset vnd trincket / Vnd kanst nicht sagen /das er nicht ein lebendiger Gott sey / Darumb so bete jn an. 24Aber Daniel antwortet / Jch wil den HERRN meinen Gott anbeten / Denn der selbige ist der lebendige Gott. 25Du aber Herr könig / erleube mir / so wil ich diesen Drachen vmbbringen / on einig schwert oder stangen. Vnd der König sprach / Ja / es sey dir erleubt. 26Da nam Daniel pech / fettes vnd har / vnd kochet es vnter einander / vnd macht Küchlin daraus /vnd warffs dem Drachen ins maul / Vnd der Drache barst dauon mitten entzwey. Vnd Daniel sprach /Sihe / das sind ewr Götter.

27DA nu die zu Babel solchs höreten / verdros sie es seer / vnd machten eine Auffrhur wider den König /vnd sprachen. Vnser König ist ein Jüde worden /Denn er hat den Bel zurstöret / vnd den Drachen getödtet / vnd die Priester vmbbracht. 28Vnd sie tratten fur den König / vnd sprachen / Gib vns den Daniel her / Wo nicht / So wöllen wir dich vnd dein gantzes haus vmbbringen. 29Da nu der König sahe das sie mit gewalt auff jn drungen / muste er jnen den Daniel vbergeben. 30Vnd sie worffen jn zun Lewen in den Graben / darin lag er sechs tage lang.

31VNd es waren sieben Lewen im Graben / den gab man teglich zween Menschen / vnd zwey Schaf. Aber diese tage gab man jnen nichts / auff das sie Daniel fressen solten.


32ES war aber ein Prophet Habacuc in Judea / der hatte einen Brey gekocht / vnd Brot eingebrocket in eine tieffe Schüssel / vnd gieng damit auffs feld / das ers den Schnittern brechte. 33Vnd der Engel des HERRN sprach zu Habacuc / Du must das Essen das du tregst / dem Daniel bringen gen Babel / in der Lewengraben. 34Vnd Habacuc antwortet / HERR / Jch hab die stad Babel nie gesehen / vnd weis nicht wo der Graben ist.

35DA fasset jn her Engel oben bey dem Schopff /vnd füret jn wie ein starcker windgen Babel an den Graben. 36Vnd Habacuc rüffet / vnd sprach / Daniel /Daniel / Nim hin das essen / das dir Gott gesand hat. 37Vnd Daniel sprach / HERR Gott / du gedenckest ja noch an mich / vnd verlessest die nicht / die dich anruffen / vnd dich lieben. 38Vnd er stund auff / vnd ass. Aber der Engel Gottes bracht Habacuc von stund an wider an seinen Ort.

39VND der König kam am siebenden tage / Daniel zu klagen. Vnd da er zum Graben kam / vnd hinein schawet / sihe / da sas Daniel mitten vnter den Lewen. 40Vnd der König rieff laut / vnd sprach / O HERR /du Gott Daniels / Du bist ein grosser Gott / vnd ist sonst kein Gott / denn du. 41Vnd er lies jn aus dem Graben nemen. Aber die andern / so jm zum tode wolten bracht haben / lies er in den Graben werffen / Vnd worden so bald fur seinen augen von den Lewen verschlungen. [242a]


Quelle:
Martin Luther: Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände, München 1972.
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