Schergen-Teuffel.

Erstes Gesicht.

Nach dem von meinen Aelteren ich zeits der ersten Jugend in dem Christenthumb einfältig als ein Kind vnderwiesen, bald im Eylfften Jahr auff die nächstgelegene Hoheschul, an der Ill, vmb Kunst vnd Tugend allda zuerlernen, verschicket worden; In welcher ich auch selbigen mahls beständig zimliche Jahr verharret; Befande ich endlichen vnd im außkehren, daß alles dasjenige, so ich daselbsten in den Büchern von der Welt vnd ihrem Wesen gelesen, auch vnder vnd bey den Mänschen auß ihrem Thun vnd Leben, Handel vnd Wandel absehen vnd vermercken können, mir dergestalt vorkäme, daß ich, ein einfältiger, mich darein nicht wohl richten konte.

Ich lase die Historien der Welt; Aber ich sahe es doch anderst, alß geschrieben stunde. Ich hörete die Leüte in ihrem Wesen; aber ich sahe es doch anderst, alß sie redeten. Ich sahe die Leute an; aber ich sahe sie doch anderst, alß sie außsahen. Jedem ding gab man zwar seine gestalt; aber es war eine blosse gestalt; dann das inerliche war anderst. Von aussen war alles herrlich; sobald man darnach grieffe, ward es ein schatten vnd verlohre sich vnder den händen. Es gleissete vber die massen, aber es war darumb kein Gold, sondern lauter Auripigmentum vnd Antimonium. Ich wuste immer nicht wie ich das verstehen, oder mich in die gefärbte, gemäntelte, verdeckte Händel schicken solte. Mit einem wort: Es dauchte mich aller Mänschen Wesen nur eine angenommene weise, eine eitele Heucheley sein, vnd solches fast ohne vnderscheid bei allen Ständen. [7] [Rand: Philosophi] Ich hatte gelesen, daß die Philosophi die weiseste Leute sein solten; befande aber im werck, daß sie offt die grösseste Narren [Rand: Medici] waren. Ich hatte gelesen, daß die Medici die Krancken heylen und gesund machen solten; befande aber im werck, daß sie so wol als andere an eben selbigen Kranckheyten selber sterben mußten. [Rand: ICti] Ich hatte gelesen, daß die Juristen die Gerechtigkeit lehren und befürderen solten; befande aber im werck, daß niemand dem Rechten mehr verhinderlich und schädlicher wäre als eben die Juristen [Rand: Theologi] selber. Ich hatte gelesen, daß die Theologi Heilige vnsträffliche Leute sein solten; befande aber im werck, daß eben viel derselben am meisten in vnversöhnlichem Haß vnd Neid, Ehr- vnd Geltgeitz, auch andern Sünden vnd heimlichen Lastern lebten.


[Rand: Owen lib. 2./ Ep. 69.]

Aegrotant Medici. Fraudantur jureperiti.

Descendunt multi in tartara Theiologi.


Schlosse demnach: Es ist warlich vnser Welt ein lauteres Spiel, vnd all vnser Wesen ein Spiegelfechten.


[Rand: Owen lib. 2./ Ep. 131.]

Theiologi Ambigui Juristae lenti et Iniqui;

Immundi Medici, Mundus ab his regitur.


Vnd, O wehe vns armen Mänschen, die wir vnser Elend so gar nicht erkennen, noch vns darauß helffen können!

Man stellet sich wohl, aber es ist doch wenigen im Hertzen. Wir rumpffen die stirn, zehlen schritt vnd tritt, gehen vnd reden nach dem tact vnd der tabulatur, schelten auff alles, was nur ein wenig uberzwerch gehet; vnd dieses ist der äusserliche Wandel; wann man aber den Mantel hienweg thut vnd das Hertz ansiehet, so ist es anderst. Dann, die man vor die beste achtet, die sind offt die ärgste: Eben wie bey den Franzosen, viel Complimenta, wenig Cordimenta. Je mehr wort, je minder Werck; je mehr geschrey, je minder Woll: je mehr geschwätz, je minder Hertz; je mehr schein, je minder Golde.[8]

Es sind Leute, man haltet sie für die Frömmeste vnd Heiligste, Religione devotissimi, Juris administratione rigidissimi, Sanitatis cura superstitiosissimi, Artium doctrina superciliosissimi, Reliqua vita regularissimi, Denique in Titulorum distributione largissimi. Wann ich das Hertz recht erkundschaffete, so kam mir alle mahl dieser vnwidersprechliche Schluß vor, daß ich sagte: diese Leute sind warhafftig nicht wie sie sich vor der Welt stellen, es ist Heucheley dahinder. Multi videntur, et non sunt; Multi non videntur, et sunt. Es stellen sich viel, wollen es sein, vnd sinds doch nicht; Viel stellen sich nicht also, sinds aber doch.

Dannenhero


Los Spagnoles parescan sabios, y sont locos

Los Franceses parescan y sont locos

Los Italianes parescan y sont sabios

Los Alemanos parescan locos, y sont sabios.


Viel wissen sich in Worten für den Leuten nicht gering genug zu machen vnd zu demütigen, nur damit sie desto mehr fürgezogen, mit großen Namen geehret, gezieret, gelobet vnnd angesehen werden; da sie vnderdessen anderwerts ihre Pfauenfedern gewaltig herfürthun, die sie doch durch Christliche demut sinken, oder gar abschneiden lassen solten. Solche Sanfftmütigkeit ist der ärgste Stolz und Ehrsüchtigkeit: Es ist heuchelen, es ist schmeichelei, Liebkosen, heimliche Boßheit, heimliche Arglist, heimlicher Geitz, heimlicher Neid, heimliche Mißgunst, heimlich weiß nit was. Vor dem gemeinen Mann gibt es etwas nachdenckens vnd scheins; bei verständigen Leuten wird es verlacht. Der Arme gemeine Mann laßt sich in dem vberreden, wann man nur nach seinem gefallen sich stellen vnd lencken kan, vnd dencket nicht, was sonst für geschmincks vnd falschheit dahinder sein möchte. Nimmermehr aber kans was redliches sein, wo man so gar hinder dem Berg haltet, wann man Brey im Mund hat, vnnd dem Kind nicht will den rechten Namen geben.

Viel können schwerlich leiden, daß von anderen Leutten auch irgend was löbliches geredet oder gerühmet werde, es verdreißt sie[9] solches im Hertzen, als ob ihnen etwas von ihren Ehren damit benommen wäre. Schmälern auch selbst, wo nicht durch offentliches afterreden, doch durch heimliches Liegen, heimliches Angeben, heimliches Einhauen, heimliches Ohrenblasen, wie sie ihrem Nächsten möchten etwas anmachen, Ihm eine klette anhencken, Ihn durch die Hechel ziehen, an seinem glück und Wohlfahrt verhinderen; Insonderheit mit dem verkleinerlichen Aber; stellen sich mitleidig vnd als wolten sie dich loben; Aber, mit einem schändlichen Aber, stossen sie alles widerum i zu boden.

Das ist der Welt sitte, Wir spiglen vnd kitzlen vns in frembder thorheit, vnd dörfften doch selbst alle wol, daß vns einer die Hand reichte.

In solchem Welthandel dachte ich, Nun helfe dir Gott, Philander! Mustu dich in diese Weltköpffe alle richten, was wird es noch für Angst vnd Arbeit kosten! Heüchelstu nicht mit? so wird man Deiner wenig achten; Heuchelstu aber, vnnd thust auch also? Ach was hertzquelens mustu leiden! Was eine saure Last, was eine verachtete Last, was eine wüste Last ist es Auff zwoen Achslen tragen.

Pfuy was ein schandlicher Mann ist der! diese Arbeit kann vnd mag ich nicht thun. Rondeur vaut mieux que Ruse. Besser Esel alß Hund. Darumb so laß ich diesen schandlichen Mann stehen, vnd will gehn an ein Ort da es wohl hergehet. Vieleicht möchte es nur in meinem Vatterland also beschaffen sein; anderstwo aber redlichere Arbeit vnd bessere belohnung geben.

Doch, solches eigentlich zu erkennen, nam ich mir vor, vber[10] den blowen Berg in ein ander Land vnnd Reich zu ziehen, vmb zusehen, ob daselbsten Treu vnd Religion, Glauben vnnd Redlichkeit auch also vermummet, oder ob sie besser zu finden, ehrlicher gehalten vnd belohnet wirden.

Zu welchem Ende ich im Frühling in GOttes Namen davon zoge, vnd meinen Weg durch Nancy in Lottringen, auff Pariß nahm. Als ich aber abends daselbsten ankam, vnd in der Herberg à St. Nicolas einkehrete, begab es sich, daß ein Priester mit vns zu Tische sass, Namens Messire Louys d`Ainuille, der sagte mir, daß morgenden tags man einen besessenen Mänschen, vnsern von da, à Nostre Dame de Bon-secour, vor St. Niclaus Pforten beschwören wirde; wo ich nun willens wäre selbiges auch zu sehen, er mir vor anderen darum bedienet sein könte; dessen Erbieten ich. zu Dank annam vnnd nach beschehenem Nachtwunsch darauf im Namen GOttes wol eingeschlaffen; Morgens früh neben meinem Würth an gemeldten Ort gegangen! da dann mich der Vorwitz, solches zusehen, wie die andern triebe, daß ich mich vnder dem geträng fast brauchete, einem hie dem andern da einen stoß gab vnd der vorderste sein wolte. Weil mir aber die zeit zu lang vorkame, vnnd eben im ruck kehren gegen der Statt widerum zu gehen wolte, begegnete mir zu gutem glück obgedachter Priester, mit vermahnen, wieder umbzukehren vnd mich weder zeit noch mühe deßwegen dauren zu lassen, in dem er mich durch ein kleines thürlein gegen dem Altar hienein führete.

Sobald ersahe ich einen Mänschen eines scheützlichen schröcklichen [Rand: Geberden eines / Besessenen] Angesichts, dessen Kleider zerrissen, die Haar stiegen ihm auf dem Haupt als Igels-stacheln, die Stirn gefalten als ein Rock, die Augbrauen gekrümt als ein Bogen, die Augen als ein Fackel glantzend, daß Maul als ein Roß sich beschäumend: Dieser finge an jämmerlich zu schreyen, vnd sich grausamlichen zuerbeben; Er zischete als ein Schlang, er knirschete mit den Zähnen als ein Eber vnd blähete den Mund auff alß ein Blaßbalg, die Kähle alß einen Schlauch auffsperrend, Mit den Händen zerkratzte er das Angesicht, zerstiesse die Brust: vnd letzlichen, gleich ob er gestorben, sinckete danider zu Boden, vnd mit wüsten geberden gaffete gen Himmel.

Ich, mit bezeichnung deß H. Creutzes, ô GOtt, sprach ich,[11] was ist das! vnd ein Geistlicher, so in dieser manier bekleidet bei ihm stunde, sagte zu mir: Da sehet ihr diesen elenden Mänschen mit dem bösen Geist besessen. Alsbald hub an der böse Geist in ihm zureden vnd sprach: Du Geistloser hasts erlogen; dann es ist nicht ein Mänsch mit einem bösen Geist besessen, sondern ein böser Geist mit einem Mänschen geplaget. So wisset nun, das wir Geister wider vnsern willen, vnd genötigter weise, bißweilen in den mänschen, insonderheit den Schärgen wohnen; darumb wann ihr mir meinen rechten titul geben wollet, so sagt nicht, dieser ist ein besessner Mänsch; sondern, dieser ist ein verteuffelter-Scherg, ein verschergter-Teuffel, ein Teuffels-Scherg, Ein mit-einen-Schergen-besessener Teuffel. Dann die Mänschen in gemein könen sich viel besser vor dem Teuffel, mit Bezeichnung deß H. Kreutzes segnen vnd hüten, als vor einem Schergen, Dannenhero sie auch


απέχϑημα πάγκοινον βροτοῖς

Odium publicum hominibus


Hass-aller-welt, Aller-welt-hass genennet werden.

Auch so man vnser Thun vnd der Schergen Wesen gegen einander erweget, so befindet es sich gleichförmig zu sein in allen stücken; dann ja, gleich wie sich die Teuffel bearbeiten, vnnd darumb herummer lauffen vnd geschäfftig sind, daß die Mänschen möchten gestrafft vnd verdamt werden; Also thun auch die Schergen, vnd warten mit verlangen, wo der Richter Ihnen irgend einen Angriff zu thun anbefehlen wirde. Die Teuffel wünschen, daß die Welt nur voll böser Buben wäre; solches thun auch die Schergen, damit sie immer zu jagen, zu klagen vnd zu nagen hätten, vnd thun es viel eyfferiger, in dem sie ihr leben vnd nahrung dieser gestalt suchen vnd erhalten. Sind also in dem die Schergen noch ärger als[12] die Teuffel; dann sie thun demjenigen böses an, der doch ein Mänsch, ihres Wesens vnd Geschlechts ist, vnd ihnen offtmals gutes erwiesen; solches thun die Teuffel, (ob sie schon aller genaden beraubte Engel sind,) gar nicht.

Darumb, mein lieber Pater, ist es lauter umbsonst vnd vergebens mit den gauckeleyen und beschwörungen, damit ihr vmbgehet, dann so der Teufel einen Menschen einmal in seinen Kloben bekommet, ist er, wo ihn Gott nicht sonderlich erlösen will, nicht widerum zuerretten;


[Rand: Owen lib. 3./ Ep. 48.]

Sic, velut in muros mures, in pectora Daemon

invenit occultas, aut facit ipse vias.


Insonderheit aber dieser Scherge; dieweil ja die Schergen vnd Teuffel eines Handwercks sind, in dem allein vnterscheiden, daß jene bekleidete oder vermumte Teuffel, wir aber unbeleibte vnd unsichtbare Teuffel sind und ein verdamtes leben führen in der Hölle, eben wie die Schergen vff Erden.

Wie ich nun solcher massen den verdamten Geist mit verwunderung reden vnd forschen hörte, fuhr in deß der Pater mit seinem beschwören immer fort, vnd den Teuffel vermeyntlich stumm zumachen, besprengte er den Mänschen offt mit Weyhwasser, davon der besessene heftig tobete, mit den zähnen ein solches klapperen, vnd mit den Augen ein so elende gestalt machte, daß den umbstehenden recht angst vnd bange ward, vnd die wände davon erzitterten.

Nicht meynet, sprach der Geist, daß solch erdichtete Krafft dem Weyhwasser zuzuschreiben; daß ich so tobe vnd wüthe, das geschicht allein wegen der Natur des bloßen puren Wassers; dann nichts ist, das die Schergen ihrer gewohnheit nach mehr fliehen, hassen vnnd förchten als daß Wasser; dergestalt, wann vns die Schergen in der Hölle nutz wären, wir sie nur mit darweisung eines einigen glases mit rotem Wein sprungsweise zu vns bringen wolten.

Vnd damit ihr ja sehet, wie so gar nichts die Schergen nach Heiligen Geistlichen Dingen fragen, so wisset, daß man sie vor Jahren Gerichtsknechte genennet, welchen Namen sie verändert, vnd [13] secundum opera et operata, in den Namen Hatschier verwandelt haben, als die die Leute Hatschen Schieren vnd Scheeren, das denselben der beutel also blutt a blauß wurd assa nackites mouysle.

Der Pater, als er alles dieses mit becreutzigen gehöret, sprach zu mir, daß ich solche des Bößwichts spottreden mich nicht wolt irren lassen, alß der, so man ihm das geschwätz vergönnen thäte, tausenterley schelt- vnd schmachwort wider die heilsame Justitiam vnnd derselben Dienere ausstoßen wirde, die weil sie die Gottlosen straffet, vnd dadurch zum rechten weg vnd ihrer Bekehrung zu weisen begehret, also daß viel Seelen auß des Feindes banden, darinnen sie gefangen lagen, können erlöset werden.

Vndersteht nicht mit mir euch in disputation einzulassen, sprach der Teuffel, ich hab mehr erfahren vnd gelernet als Ein Pater. Machet nur daß ich einmahl von diesem Schergen erlediget werde, ich bitt drumb; dann so ein stattlicher Teuffel, als ich bin, soll mich billich schämen, in eines Schergen Leib länger zu wohnen. Das soll, sprach der Pater, ob GOtt will, bald geschehen, damit der arme Mänsch von dir erledigt werde; vnnd nicht vmb deiner lasterhafften wort willen. Vnd warumb, möchte ich wissen, plagestu den armen Leib also? Darumb, sprach der Geist, weil seine Seele vnd ich mit einander in einen Streit gerathen vnd gezancket haben, welcher der ärgste Teuffel vnder vns beiden seye, der Scherge oder Ich?

Daß Geschwätz wurde dem Pater verdrüßlich zu hören, ich aber bate ihn, zu erlauben, daß ich den besessenen etwas fragen dörffte, vielleicht möchte es mir, dachte ich, heylsam sein, ob es schon des Teuffels meynung nicht wäre, welches er mir bewilliget; in dem der Feind immerzu fortfuhre vnd vnder anderem sagte: [Rand: Aulicum] An Fürsten vnd grosser Herren Höfen haben wir auch grosse Freunde und Kundschafft. Niemand aber ist der uns daselbsten [Rand: Poëtae] grösser Dienst leiste als die Poeten, Lieder-Dichter, mit liegen vnd sonsten, darumb so belohnen wir dieselbige auch redlichen in der Höllen.

Hat es dann auch Poeten in der Hölle? fragte ich. ja freylich, sagt der Teuffel: es wimmelt vnd wibblet voll darinn, darum man vor kurtzen Jahren ihr Quartier hat erweittern müssen. Vnd[14] ist nichts lächerlichers alda zusehen, als wann ein Novitius ein Neuer Schwärmer von ihnen ankommet, seine literas commendatitias Gruß- vnd- Vorschreiben einhändiget, in Hoffnung die solennes Deos, quibus agitantibus illi calescunt, als Charon, Cerberus, [Rand: plures poetarum / dii et deae] Minos, Pasiphae, Megaera, Medusa, Proserpina, Pluto, Aeolus, Rhamnusia, Neptunus, Bacchus, Juno, Venus, Cupido, Mercurius, Juppiter, Apollo, Phoebus, vnd andere zu finden vnd zu begrüssen.

Weil mich dieses schier ein wenig kützelte, fragte ich, was dann für eine belohnung die Poeten in der Hölle zu gewarten hätten?

Vielerley, sagte der Geist, als vielerley Inventiones vnd Einfälle ein Poet in dem Kopff hat. Dann etliche werden darinn zur belohnung gepeiniget, wenn sie ihrer Corrivalium oder Competitorum ihrer Mittmeister, Mit-gesellen opera vnd Carmina, grillen vnd bossen lesen hören, vnd solches geschicht auch bei den Musicanten. Etliche haben ihre Belohnung darinn, daß nach viel [Rand: Musicanten] hundert vnd tausend Jahren sie dannoch nicht können aufhören ihre Vers zu revidiren vnd zu corrigiren, zu besehen, vbersehen, vermehren vnd verbesseren. Einer gibt sich mit der Faust einen Stoß an die Stirn. Ein anderer kratzt hinder den Ohren. Einer grübelt in der Nasen. Ein anderer hat keine Invention oder venam, wie sie es nennen, (daß ist die Grillen wollen ihm nicht steigen) er habe dann gesoffen.


[Rand: Owen 1. 2./ Ep. 80.]

Sic potant, tanquam sine potu nemo Poeta

aut tanquam potus quisque poeta foret.


Ein anderer seufftzet. Ein anderer grummet vnd brummet als wie eine Humse in einer Drummel, murmur insolitum, et sub [Rand: Petr. Arbit.] diaeta Magistri quasi cupientis exire belluae gemitum gemens.[15] Ein anderer verkehrt die Augen alß ein Geyß, deren ein Streich [Rand: Idem] oder Stich worden, oculos ad accersendos sensus longius mittit, vnd dannoch können sie noch heut zu tag nicht finden oder errathen, ob man sagen sollte vultus oder facies, scripsit oder scribsit, sumptus, oder sumtus; optimè oder optime, sollicitus oder solicitus, an haec vel illa syllaba brevis an longa an anceps. Etliche, damit sie ja nicht vmb einen Buchstaben neben die schnur hauen, gehen, bald rennen, auf vnd ab, nagen sich die Nägel [Rand: Idem] an den Fingern biß aufs Blut, als vnsinnige, Pollice ad periculum raso, vnd in allem diesem tieffen Nachsinnen, fallen sie in verdeckte Gruben, darauß man sie mit grosser mühe kaum widerum kan bekommen.

[Rand: Poetae Comici] Die Potae Comici aber haben es am allerärgsten, zur billigen Straff, daß sie so manche Königinnen, Princessen vnd Göttinnen ihrer Ehre beraubet, so viel vngleiche Heyrath gekuppelt vnd so viel rechtschaffner Cavalliers, ihrem vorgeben nach, so schimpfflich [Rand: Amadis/ Schäfferey etc.] und vntrewlichen angeführet, wie im Amadiß, Schäfferey, Diana de Monte Majore, Ritter Löw, Tristrant, Peter mit den Silbernen Schlüsseln vnd anderen dergleichen zusehen.

[Rand: Spinnstuben / Historien] Vnd diese Poeten sind nicht bei den andern, dann aus; vrsachen sie so viel List vnd räncke, so viel Kunst vnd schelmenstücklein erdacht, als hat man ihnen quartier verordnet bei den [Rand: Procuratores / et solicitatores] Gewissen-Losen Procuratoren vnd Solicitanten der processen, als Leuten die in diesen Stücken vor anderen wol erfahren. Dann ihr Mänschen sollt wissen, sprach der Geist weiters, das es in der Hölle, ohnvergleichlich zu reden, besser hergehe, vnd haben wir ein vil richtiger Regiment vnd Ordnung als ihr bei eüch auff der Welt; da ist weder Vetter noch Bäsel, weder Vorzug noch Vorschub, weder Gunst noch Ansehen der Person; welches darauß zuersehen daß, als Neulich ein grosse truppe fremder Gäste angelanget, [Rand: Guffenspitzer] darunter der Erste eine armer Guffenmacher oder Spingler gewest, vnd man denselben zu den Schlossern legen wollen, einer[16] vnder vns den Rath gegeben, daß er zu den Notarien vnd Schreibern [Rand: Notarii / Scribae] gelegt wirde, als Leuten die da könten die Feder spitzen vnnd durch Spitzfinde vnnd gespitzte Wort manchen ehrlichen Mann vmb das seine bringen.

Ein anderer, so da sagte, er wäre ein Schneider, vnnd man [Rand: Schneider] fragte, ob er ein Bruchschneider, oder Wappenschneider wäre? vnd zur Antwort gab, er wäre ein Schneider der Kleyder; denselben hat man zu den Fuchsschwänzern, Lügnern vnnd Suppenfressern eingeleget, als Leuten, die einem ehrlichen Mann seinen guten Namen, Ehr vnnd Leymuth beschneyden können, gleich wie jene die Kleider.

Ein Blinder, der auff vorschrifft des Homerus vermeynte [Rand: Blinde] bei den Poeten zuherbergen, ward zu den Buhlern gewiesen, [Rand: Buhler] wegen der Sympathiae vnd Eigenschafft, so sie mit einander haben.

Ein Todtengräber, ein Marckatenter, und Gartküchner, welche [Rand: Todtengräber / Marckatender / Gartküchner] Katzen für Hasen, Pferdsfleisch für Wildpret vnd Mucken für Rosinen verkaufft hatten, sind bei die Pastetenbecken einfurirt. [Rand: Pastetenbecken]

Ihrer fünf oder sechse so sich für Narren außgaben, sind [Rand: Narren] bey die Astrologos vnd Alchymisten, Calenderschreiber vnd Goldmacher [Rand: Astrologi / Alchymistae] geführet worden.

Einer, so bekante, daß er etliche Todschläg begangen, ward [Rand: Mörder] bei die Herren Medicos geführet. [Rand: Medici]

Eine Wäscherin ward zu den Würthen gewiesen, weil diese [Rand: Die Würthe / vnd Gäuffer / gewohnen an / gepichtem Bier / vnnd Schwefelichtem / mein,/ des Feuers,/ des Pechs vnd / des Schwefels / in der Hölle./ D.G. de / Inferno p. 702/ n. 90.] den Wein so wol wäschen können. Ja Lucifer selbsten, wann er zur Taffel ist, hatt jedermalen dergleichen Weinschencken vor andern bey sich sitzen, so ihme müssen bescheid thun, weil sie nemlichen des Schwefels im Wein besser gewohnt als jemand anders.

Ein Zigler kam auch daher, vnnd als er nach Herberg ansuchte, ward er zu den Würtzkrämern gewiesen, weil er vor diesem mit gebrantem Leymen vnd Ziegelmehl bey ihnen im Gewerb [Rand: Ziegler /Würtzkrämer] gestanden.

Ein Seiler kam hinden hernach, der vermeynte bey den Kauffvnd [Rand: Seiler] Handelsleuten quartir zu haben, ist aber zu den Werckheiligen gewiesen worden, welche durch ihr eigen Werck (doch nicht ohne Hanff) reich vnd Gerecht werden wollen.

[17] [Rand: Nägderin / Singerin] Eine Nägderin vnd Singerin kamen in gesellschafft daher vnnd liessen sich bey etlichen Damen zu Hoff anmelden, aber sie wurden den Frantzosen vbergeben, welche sie bey denen einfurirten, so sie Enfans perdus nennen.

[Rand: Gärtnerin]Ein Gärtnerin begerte, daß man ihr quartier verordnen wolte, die hat man auch zu den Würthen gewiesen, weil sie das Wasser ebener massen vnder der Milch, als jene vnder dem Wein, wol vnd thewer könte verkauffen.

In summa, es ist aufs Erden keine Statt noch Land so wol bestelt als die Hölle, warin einem jedem widerfahret, wie er es Ehren halben wol verdienet, welches auff der Welt nimmermehr wird also gerathen vnd ins Werck gebracht werden mögen.

Mich duncket, sprach ich nach allem diesem gespräch, daß ich auch von den Verliebten sagen hören, vnd weil ich vor jahren sowol mit dieser Kranckheit, als auch der Poeterey etwas behafftet gewest, möchte ich wol wissen, ob auch viel Verliebte zur Hölle kom men? Die Liebe, Antwortete der Geist, ist wie ein grosser Flecke oder Maase von Oel, die ein gantzes Kleid verschändet, [Rand: Verliebte rielerley] vnd hat der Verliebten freylich genug in der Hölle, aber von vnderschiedlicher gattung, dann etliche sind Verliebt in sich selbsten, so man nennet φιλαύτους etliche in ihr Gelt; etliche in ihre [Rand: Poeten Lieb] Schriften, wie die Poeten, die mehr Lieb zu einem ihrer vngeschickten Verse tragen, als mancher Vatter zu seinen wohlgestalten [Rand: D. Meyfart / de Academ./ lib. 2. cap. 5./ fin.] Kinderen. Ja, wie auch die wüste garstige Kinder ihre Mutter belustigen, Also Fuchsschwäntzen vnd Liebkosen den Poeten ihre heßliche Verse, vnd einen jeden Schreiber betriegen seine eygene Schrifften, vnd vbertäuschen ihn vor den Ohren.

Etliche sind verliebt in ihre Weiber, vnd deren sind am wenigsten zufinden, auß vrsachen weil die Weiber entweders durch ihre böse halßstarrige Köpffe, oder aber durch ihren Vngehorsam, Vnfreundlichkeit, Vnhäußlichkeit, vnsauberkeit vnd andere dergleichen Vntugenden ihren Männern vielmahl Vrsach geben sich der Hochzeit zugereuen; Insonderheit die Schwatz- vnd waschhaffte, welche[18] den armen Männern am meisten mühe vnd Sorge machen. Darum dann geschrieben stehet


[Rand: Owen / ep.]

Vincitur nisi ligua prius, non vincitur Uxor:

Uxorem solus qui superit superat.


Die andere Verliebte sind wunderlichen anzuschauen, vnd möchte mancher meynen, er sähe einen Kram-Gaden auffgethan, oder in einen Pater-noster Laden, so mit mancherley farben von Nesteln, Bändeln, Zweifelstricken, Schlüpffen vnd anderm, so sie favores [Rand: des fave] nennen, sind sie an Haut vnd Haaren, an Hosen vnd Wambs, an Leib vnd Seel behencket, beschlencket, beknöpffet vnd beladen. Andere haben so viel Zöpff vnd Haarlocken vmb vnd an sich hangen [Rand: Haar] wie die junge Pferde mit ihren mähnen. Andere, so man für Postbotten halten möchte, sind dermassen mit Brieffen beladen, wie [Rand: Buhlen-Brieff] ein Müller-Esel mit Säcken.

Vnder diesen, in einem finstern wüsten Ort, voller gestanck von Widder, Bocks, Ochsen vnd Schafhörnern etc. ligen diejenige so man vnder vns, Esel, aber in gemein Gäuche nennet, vnd [Rand: Gäuch] diese können am allermeisten tragen, auch sind sie die allergeduldigste vnd frömbste. Sie sehen alles, sie hören alles, sie riechen alles, sie greiffen alles, vnd derowegen sind sie sinnhaffter, als andere alle. Ja sie leiden alles, sie dulden alles, vnd dannoch hat die Liebe bey ihnen kein Ende. Es sind Leute ohne Gall vnd Zorn, gleich wie die Lackeyen oder Beyläuffere ohne Miltz, vnd heißet wol


[Rand: Owen 1./ Ep. 110]

Cornutum te Corneli scis esse, tacesque:

Non Cornelius es modo, sed Tacitus.


Nach inhalt der Regul, welche in Grammatica Cornutorum zu lesen


[Rand: Owen 1./ Ep. 133]

Audi, cerne, tace, cui publica contigit uxor:

Haec tria praecipue verba notanda tibi.
[19]

Andere sind, die vngeachtet ihres alters, Natur, Neigung [Rand: Alte Lieb] vnd Lüsten, sich in Liebe gegen alte Hadermätzen vnd Kuplerinnen annehmen, vnd diese sind am härtisten angefässelt, auß vorsorg, daß sie sich auch an den Teuffeln selbsten vergreiffen möchten; dann, wie heßlich, schwartz vnd vnflätig wir auch außsehen, so deucht sie doch vnderweilen als ob wir Adonides, Arethusae, Veneres, Narcissi, vnd die allerschöneste zierlichste bilder wären.

[Rand: Mahler] Vber niemand sind wir in der Hölle mehr erzürnet als vber die Mahler, darum, weil sie mit vns vmbgehen, als ob wir ihre Narren, ihre Verdampte; sie aber vnsere Herren vnd Teüfel wären; indem sie vns abreißen vnd mahlen ihres gefallens, bald mit Klawen vnd griffen, da wir doch weder Adler noch Greiffen sind; bald mit Hörnern vnd Habichtsnasen, da wir doch weder Schaafe noch Vögel sind; bald mit langen küheschwäntzen, als ob wir der mucken wehren müsten; welche Ehr vnd Würde vnder vns niemand gebühret als Beelzebub dem Obristen vnd seinen vnderhabenden allein; Bald mit Bärten wie die Indianische Hanen.

[Rand: Mahler] Der vnder euch Mänschen bekante Mahler Michel Angelo Bonaroti ist dieser tagen fürgefordert worden vnd scharff gefraget, warumb bey Abmahlung deh Jüngsten Gerichts er vns so vielerley gestalt, so gräßlich, so abschewlich, so wunderlich, so hönisch, so förchterlich angestrichen vnd angedichtet habe? Der gab zu seiner Entschuldigung diese kahle antwort, Nemlichen, Er hätte sein Lebtag keinen Teuffel gesehen, auch (wie die meiste Mahler, Künstler, Hoffleute vnd Hochgelehrte pflegen) viel weniger geglaubet, daß Teuffel oder Hölle sein solte, wäre derowegen solches verbrechen nicht seinem bösen willen, sondern allein dem blossen Wahn zuzuschreiben. [Rand: Ignorantia / non semper / absolvit] Aber er hat nicht gedacht, quod ignorantia non absolvat à peccato, hat ers nicht gewußt, so hat ers sollen wissen. Sind also die in gleichem Werth; welche wissen, was sie nicht wissen sollen; vnd welche nicht wissen, was sie wissen sollen.

Was wir aus denjenigen Mahlern machen, welche einen Hoffschrantzen[20] vnd dergleichen zugefallen allerley Posturen, allerley Abbildungen Mänschlicher gestalt vnd Leiber mahlen, dahero die vnvorsichtige Jugend vns heimlichen beyführen, das ist auß ihren treuen Diensten leichtlich zu erachten. Cum aspectu nudorum [Rand: Theodor] corporum tam mares quam foeminas irritare soleant ad enormis lasciviae appetitum, dis gehet euch an ihr Herren Mahlere, dann


Et pictus laedere novit Amor

Sed

Et scriptus laedere novit Amor


Dies ist euch gesagt ihr Herren Poeten!

Ein Ding ist, so vns vber die massen verdreußt, welches [Rand: Mägde] doch euch Mänschen, insonderheit den Dienstbotten, gar gemein ist. Dan da vor diesem dem Niemand alles zugeschrieben worden, wo es wider sinnes hergegangen; so schiebet man es jetzt alles auff die Arme Teuffel; was sonst Niemand will gethan haben, das hat der Teuffel gethan, das thu der Teuffel, alles dem Teuffel zu, das woll der Teuffel, was Teuffels ist dz? welcher Teuffel hat das gethan? welcher Teuffel hat das gesagt? welcher Teuffel hat das geschwätzt? welcher Teuffel hat mich verrathen? der Teuffel den Schneider, wie hat er mir das Kleid verderbet! wie hat er mich [Rand: Schneider] so lang umbgezogen! wie hat er mir das so kurtz, das so enge gemacht! wie hat er mich bestohlen! Vnd ist vns mehr Vnfalls noch niemahlen gewünschet worden, als nur von der Schneider wegen, daher sie gar als Erben vnnd liebe Kinder im Hauß sein wollen: werden also die arme Teuffel eben schlecht gehalten vnd liederlichen verehret, da wir doch so hungerig nicht sind, daß wir alles das so man vns zuwünschet annehmen wirden.

Hat ein Lackay was Vbels gethan: ey das ihn der Teuffel [Rand: Lackay] hol, sprecht Ihr; aber wisset, der Teuffel begehrt der Bernhäuter keinen, dann der meiste theil vnder ihnen ist viel ärger als der Teuffel, vnnd ist vns ein sehr unnützes gesindlein in der Hölle, als die weder zu sieden noch zu braten tügen.

Der Teuffel hole diesen Italianer! aber wisset, er thue sich [Rand: Italianer][21] der Verehrung bedancken, dann wol ein Italianer dürffte einem vnvermerckt einen Dolchen in den buckel stossen. Also auch:

[Rand: Spannier] Der Teuffel hole diesen Spannier! Aber weil vns der Spannier Regiersucht bekant, dörfften sie sich auch der Hölle wohl gar vnderfangen wollen. Nur dem Türcken zu mit diesem Gesind, dann er bedarff der Moresken, seine Heer der Janitscharn vnd beschnittenen damit zu stärcken.

[Rand: Commissarii] Indessen begab es sich, das vnder den zuschauenden zween mit Worten hart vnd biß zu streichen an einander gerathen; als ich danach sahe, war der eine General-Commissarius, der ander ein Commissarius, Renovator, oder Reformator, vnd der Geist sprach, das sind die gröste Diebe vff Erden.

Diese beide nun verweiseten je einer dem andern seine schelmenstücklein; weil sie mir aber von Gesicht vnd thun gantz wol bekandt, als welche Vrsach an meines betrübten Vatterlands verderben vnd vndergang waren, sprach ich, wan der Teuffel diese beyde Schindhunde vnd Marcksäuger, pestes Regnorum et rerum publicarum; diese Retscher vnd Anbringer, diese Anstifter neuer beschwerungen, Aufflagen, Leib vnd Seelendiensten nach verdienst belohnen solte, wie wirde es ihnen so wunderlichen ergehen! Ihr verstehet leider nicht viel, sprach der Teuffel auß dem besessenen, das Ihr vns auch dergleichen loses gesindlein zuwünschet, da Ihr doch wisset, daß sie deß Teuffels ärgste Kinder seind; vnd wo ihnen die Hölle nicht von Rechtswegen zugehören thäte, sie nimmermehr durch andere mittel dazu gelangen solten.

Es ist jetzt an dem, das wir sie, wo müglich, gantz abschaffen wollen, dann es ist ein recht vndankbares Völcklein, vnnd zur boßheit so abgeführet vnnd abgeschäumet, daß sie auch vnderstehen vns vnnd vnser Reich in das verderben zusetzen, in dem sie eine neue Aufflag oder Zollgelt aufs unserm Weg auffrichten wollen. Eben wie newlich der Duc d`Alba in den Niderlanden den hunderten Pfenning von allem vermögen, widerum den zwantzigsten Pfenning von aller Fahrnuß, widerum den zehenden Pfenning von allen Käuffen, Reichen vnd Armen, Herren vnd Knechten ewig zu geben strängiglichen gebotten. Wie neulichen von jedem Fenster auff die Gasse,[22] wie neulichen von jedem Schornstein im Hause, wie neulich von jeder Staffel an der Stiege, vom 29. Octobris 1639 auß Leipzig bekräfftiget worden. Weil nun dergleichen beschwerden sich von tag zu tag erheben vnd häuffig mehren, ist zu besorgen, das mit der Zeit durch unbillige Steigerungen vnd andere solenniteten der Admodiatorum der Preiß dermaßen gehöcht werde, daß letztlichen [Rand: Admodiatores] der Handel vnd Gewerbschafft, den die Welt mit vns biß hierhero gepflogen, gar in einen Abgang gerathen möchte, welches dann vnsers Reichs endlicher Vndergang vnd Ginösung sein müste. Aber, so sie von ihrem beginnen nicht bald abstehen, dannenhero auß vnserem Reich bannisiret werden, so sind sie ja viel ärmer als die andere verdampte alle, weil, wie bekant vnd offenbahr, Ihnen der Himmel ohne daß schon verschlossen.

Der Pater, so müde ward das lange Geschwätz anzuhören, sprach: gleich wie der Teuffel wünschet, daß keine Gerechtigkeit oder Gerichtsdiener auff Erden wären, also meynet er, müsse man alles dieses sein Geschwätz, so wider Gericht vnd Gerechtigkeit gerichtet, auch glauben vnd ihm beyfall geben.

Ich meyne ja, sprach der Teuffel, es seye keine Gerechtigkeit mehr auff Erden, vnd wann du Pater die Histori nicht weissest, will ich sie dir erzehlen; wie


Wahrheit vber Meer gezogen,

Gerechtigkeit nach Himmel geflogen,

Lügen vnd Gewalt sind auff Erden blieben.


Es geschahe, daß Veritas vnd Justitia eines tags mit einander [Rand: Justitia et / Veritas] zu reysen vnd beysamen zu wohnen sich entschlossen, aber niemand war, der sie hätte auffnehmen wollen, dann Veritas war gantz nacket vnd bloß, vnd hatte nicht vil geschmücks am Leibe; Justitia sahe sawer auß vnd achtete keines Mänschen. Endlich, nachdem sie ohne einige hülffreichung herum geirret, vnd niemand sich ihrer annehmen wollen, wurde Veritas auß noth gezwungen, bei einem Stummen einzukehren; Justitia, weil sie sahe, daß allein ihr blosser Name bey den Mänschen geliebet vnd gebraucht wirde, damit alle Vngerechtigkeit, Tyranney vnd schinderey zu bemänteln vnd verbergen, wurde sie kurtz bedacht vnd kehrete wider vmb nach[23] dem Himmel, da sie zuvor herkommen. Derohalben vnd zu diesem ende, so zoge sie eylends von grosser Fürsten vnd Herren Höffen, als daselbsten Ihro viel schimpff von den Hoffschrantzen vnd Fuchsschwäntzern wiederfahren; Sie verließ auch so bald alle herrliche Gewerbe, die grosse Stätte (da man auf gunst vnd Vetterschafft mehr siehet dann auf Recht) vnd kam in ein kleines elendes Dorff, da sie bey einem schlechten Bauren-Schulzen einzoge, Namens [Rand: Pauper] Pauper, dessen Weib (hier zur nachricht zu vermelden, ob man [Rand: Simplicitas / Malitia / Injuria] sie noch allda finden möchte) Simplicitas genennet; weil aber etliche vornehme Herren, auß den Stätten Malitia vnd Injuria, ihr hefftig vnd gewaltsamer weise nachforscheten vnd sie verfolgeten, kam sie in ein ander Dorff, gienge von Hauß zu Hauß, ob sich ihrer jemand erbarmen vnnd heimlichen einlassen wolte; vnd alldieweil Justitia nicht liegen noch triegen kan, vnd sie gefragt war, wer sie wäre? Sie aber rund durch gienge vnd sagte, ihr Nahm wäre Justitia; Da schlug ihr ein jeder die Thür vor der Nasen zu, mit vermelden, sie wißten nichts von ihr, solte anderstwo umb Herberg suchen; also, nachdem sie in gemein dermassen abgewiesen worden, sie endlich davon geflohen vnd gen Himmel geflogen, daß man seithero nichts mehr von ihr gesehen oder erfahren können, als allein etliche kleine Wortzeichen vnd vnvermerckte anzeigungen, welche doch soviel Zeugnuß geben, daß sie vorzeiten auff der Welt gewesen. Die Mänschen, in dem sie jetzt noch ihrem Namen nachdencken, [Rand: atio status] geben vnd eygnen sie derselben zu einen Stab oder Scepter, welches oben eine Hand hat, vnd man Justitiam zu nennen pfleget. Aber es ist ein blosser schein, vnder welchem das arme Volck nur herumb gezogen, gehalten, gespannen, gefässelt, betrogen vnd beraubet wird, ärger als von offentlichen Dieben mit allen ihren Diebsschlüsseln, Dietrichen vnd anderen dergleichen passepar-tout.

[Rand: Dieb allerley] Ist also dieser gestalt das Mänschliche wesen in eine solche Verwürrung vnd vppigkeit gerathen, daß sie alle ihre Leibs vnd Seelenkräfften, alle ihre sinne vnd verstand allein zu stehlen vnd zu Rauben gebrauchen.

[Rand: Buhler] Dann ein Buhler, stihlet er nicht mit seinem Willen die Ehreiner [Rand: Advocaten] Jungfrawen? Ein Vorsprech stihlet er nicht eim andern sein[24] gut ab mit seinem Verstand? dum pervertit vim legis, eique aliam planeque contrariam affingit.

Ein Gauckler, stihlt er nicht einem andern sein Gelt, vnnd [Rand: Gauckler] die gute zeit ab? in dem durch seine bossen vnd Gauckeley er sich sehen lässet?

Die Liebe stihlet ja mit den Augen, die Wohlredenheit mit dem Mund, der Musicant mit der Stimm vnd Fingern, das Hertz die Sinne, die Ohren. Potens brachio nocet, miles manibus, der Medicus stihlet das Leben mit dem Todt, der Apothecker stihlet die Gesundheit mit der Artzney, der Wundartzt den Wehetag durch schmertzen, der Calendermacher den Himmel mit seiner Bryllen.

Vnd diser Versoffne Kunz, stiehlet er nicht den Durst hienweg, mit seinem Knorrichten glas voll wassers?

In summa, totus Mundus furatur, sie sind alle Dieb vnd Diebsgenossen. Ich bin auch ein Dieb, sagt jener arme Baur, dem die Soldaten ein Pferd außspanten; damit er es aber erhalten möchte, sprach er: Ach ihr Herren, lasset mir doch mein Pferd, ich bin auch ein Dieb. Vnd ist keiner so Reich oder Arm, so jung oder alt, so groß oder klein, der nicht in etwas sich mit diesem Laster, offt vnder dem Schein grosser Heiligkeit, grosser Freundschafft vnd Wolgewogenheit, tugentlichen hätte vergriffen. Insonderheit aber die Schergen, welche so geartet sind, daß ihr Mänschen billich daß jenige wider sie sprechen soltet, welches ihr wider vns zu betten gelehret vnd gewohnet seit: Libera nos Domine.

[25] [Rand: Weiber] Mich wunderte aber, daß er nichts von den Weiberen gesagt hatte, bevorab weil sie rechte Diebe, vnd billich vnder solche Zunfft wegen Handwercks hätten gezehlet werden sollen. Darauf der besessene antwortete: O dencket mir nichts von Weibern, laßt sie, wo sie sind, wir haben ihrer in der Hölle so genug, wir sind deren so vberdrüssig vnd müde, daß einem davor billich angsten solte. Es ist ein fast schlechter Lust, umb die Weiber stetigs zu wohnen. O was geben die arme Teuffel drumb, daß sie keine Weiber hätten! Dann seithero Medusa, die alte Zauberin, gestorben, ist kein sterne mehr in der Hölle; vnd erdencken die Weiber täglich so viel neuer trachten, so viel neuer spitzfünde vnd Liste, daß sie nichts nutzen, als nur stetigen Zanck vnd vnfug vnter vns anzustifften, vnd zu beförchten, sie sich letzlichen auch an vns wagen vnd, das Regiment an sich zu bringen, gar zu Siehmännern machen möchten. Das beste an ihnen ist, daß sie vns nimmermehr vmb ichtwas ansprechen; auch haben sie schlechte Freundschafft, als verdächtige Personen, von uns zugewarten, insonderheit die alte heßliche Vetteln, deren es sechsmal mehr in der Hölle hat als [Rand: Schöne Weiber] der schönen. Dann in dem sie, die schönen, viel ehe einen guten Gesellen finden, der Ihrem willen beygethan, vnd sie also befridiget werden, geschicht es, daß je allemahl eine, wann sie in Sünden ihre Jugend nach belieben zugebracht, endlich etwan durch sonderbar gut Eingeben in sich selbsten gehet, sich bekehret, vnd also vns vnd vnserem Reich entgehet.

Aber die heßliche Weiber, nach dem niemand sich ihrer annimmt, noch sich vber ihre garstige Liebe erbarmen will, kommen endlich auß hitziger begierde vnd verzweiffelung so erhungert dürr vnd mager zu vns, daß wir etlich mahl auß forcht vor ihnen [Rand: Heßliche / Weiber] entlauffen vnd vns verkriechen müssen. Wie sie dan meist auß lautter verzweiffelung vnd gruntzend gestorben, wie die Schweine, mit grossem vnwillen, die weil die Junge ihnen vorgezogen werden. Neulicher tagen kam eine bey uns von 90. Jahren, welche vorgeben, sie hätte großes Zähnweh thum, vnd käme vns vmb mittel anzusuchen, als ob wir so einfältige Teuffel wären, vnd solches glauben sollen; dann weil sie vorgab, daß sie Zähne hätte, vermeynte sie, sich dardurch jünger vnd desto angenehmer bei vns[26] zu machen, da doch vor mehr als 30. Jahren sie ihre Zähne schon alle verlohren. Weil ich aber fragte, ob auch Arme in der Hölle zu finden seyen, vnd der Teuffel antwortete, was ich dann durch das Wort Arme verstünde? sprach ich, den jenigen, welcher nichts hat noch besitzet von dem, was die Welt hat vnd hoch hält. ô du vngelehrter tropff, sagte der Geist, hastu dan niemahlen gelesen, was eurer vornembsten Patrum einer sagt: quod paupertas sit manuductrix [Rand: D. Chrysost./ 15. sup./ Epist. ad / Hebr.] quaedam in via, quae ducit ad Coelum! vnd ob schon sie sich in ichtwas vergreiffen, so heißt es doch: Quisquis inops peccat, [Rand: Petr. Arbit.] minor est reus. Vnd das wäre ja vnbillich, daß die Arme solten verdamt werden, die doch nichts haben von allem deme, das den Reichen die verdamnus bringet! Sind also die Arme nicht in unserem Stattbuch eingeschrieben; vnd laß du dich dessen nicht wunder nemmen.

Dann Mein, Wie könte ein Teuffel ärger sein als ein Ohrenbläser [Rand: Ohrenbläser / Neidige / Vntreue /Freunde.] vnd Neidhund? als ein falscher vntreuer Freund? als ein verwegener vntreuer ( Pro-curator) Vorsprech, der der einen Partey dienet, damit er der andern dienen möge? als böse verführerische [Rand: Böse Gesellschafft./ Vngeratbene / Kinder,/ Ärger als der /Teuffel] Gesellschafft? als ein vngerathenes Kind, Bruder oder Verwandter, der anders nichts wünschet, als das du tod, vnd er dein Guth besitzen möchte; der sich stellet, deine Kranckheit seye ihm leyd; vnd doch im Hertzen wolte, der Teuffel hätte dich schon weggenommen.

Dieses alles gehet einen armen nicht an; Er hat keine Ohrenbläser oder schmeichler; er hat keinen, der ihm etwas könte mißgönnen; er hat keine Freunde, weder böse noch gute: Er hat keine Procuratores, dan bey den Armen redet ein jeder für sich selbsten, wan er kein Gelt hat, nach dem Armen waidspruch Qui nihil [Rand: Bettler] hat, nihil dat. Er hat auch keine Gesellschaft. Seine Kinder vnd Freunde haben seinen Todt weder zu wünschen, noch davon zu reden. Es sind Leute, die da wohl leben vnd noch besser sterben. Vnd sind deren etliche in ihrem stand so benüget, daß sie auch ihr Leben, Handel vnd Wandel nicht gegen einem Königreich außtauschen wollten; dann sie sind ein freyes Volck, mögen bettlen,[27] wo sie wollen, gehen hien, wo sie wollen, beydes zu Kriegs vnd Friedenszeiten, sind Frey von allen beschwerden vnd Aufflagen, Zollfrey, keiner Jurisdiction noch botmässigkeit vnderworffen, ohne Zanck vnnd Proceß, vnd in Summa vnangreifflich vnd vnergreifflich. Im vbrigen, so sorgen sie nicht für den morgenden tag, folgen in dem den Geboten Gottes, wissen sich in künfftige zeit zu schicken, von derselben alles zu hoffen, der gegenwertigen zeit gebrauchen sie, der vergangenen haben sie vergessen.

Zwar wahr ists, daß die Arme ihre Hölle genug auff der Welt haben, dann es ist so mit euch, jeder Mänsch ist fast des andern Teuffel offt mehr als der Teuffel selbsten, Homo homini lupus. Homo homini Diabolus.

Vnd damit ihr nicht zu förchten habt was das Sprichwort [Rand: Prov.] sagt: que quand le Diable presche, le monde approche sa fin. Wan der Teuffel predigen muß, so wird gewiß die Welt vndergehen, als bitte ich, Herr Pater, ihr wollet mich von diesem Schergen, in dem ich geplagt werde, durch eure Kunst erlösen, dessen solt ihr danck haben.

Darauff sich der Pater zu vns wendete vnd sprach: nun mag man wohl sagen, daß Gott hierin seine Macht erweise, dann du böser Geist, bist von anfang ein Vatter der Lügen vnd alles betrugs; vnd nichts destoweniger hastu an jetzo solche Warhaffte dinge erzehlet, daß wohl ein steinern Hertz sich darob bewegen, erweichen vnd bekehren solte. O, nicht meynet, daß solches zu eurem besten vnd heyl geschehen, sprach der Teuffel nochmahlen, es ist auß keiner andern meynung, als, wann es zum treffen [Rand: vide Historiam / Continuat./ Sleidani lib. 19/ part. 3. Ann./ 5149] kommen soll, euere Straffen euch desto mehr zu häuffen, dann ja nun könt ihr euch der Vnwissenheit nicht mehr entschuldigen, ob hätte es euch niemand gesagt, dann ehe müßten euch die Steine predigen, ja die Teuffel selbsten.

Dan der Knecht, so deß Herren willen weiß, ihn aber nicht thut, der ist doppeler streiche werth. Aber ihr alle, die ihr Zusehere vnd Hörer seit, seit rechte Heuchler, da stehet ihr, die meyste [Rand: Poenitentia / ficta.] mit weinenden Augen, nicht wegen eurer Sünde, das ihr Gott damit erzürnet habet; sondern weil es euch leyd ist, daß ihr einmahl die Welt gesegnen vnd davon müßt, vnd ob es bißweilen[28] geschicht, daß euch der begangenen Sünden reuet, so ist es doch einig vnd allein deßwegen, weil ihr auß mangel eurer Kräfften vnnd deß abgebrauchten Leibs, auß viele der Jahren, so ihr auff euch habt, nicht mehr sündigen könnet oder möget, vnd fehlet oder mangelt euch deß wegen nimmermehr am bösen willen, den wir eben wol nicht ungestrafft lassen, insonderheit an denen die Andere lehren vnd vnderweisen solten.

Du bist ein betrieger, wie vorgesagt, sprach der Pater; zweiffele nicht, es werden sich hie viel fromme Seelen an deinen Reden vnd Thun spiegeln, vnd sich vor dir durch beystand Gottes wol zu hüten wissen. Aber ich sehe wohl, du meynest durch dein geschwätz also Zeit zu gewinnen, den Armen Menschen desto länger zu plagen. Darumb so beschwöre ich dich durch die Krafft vnd Allmacht Gottes, daß du verstummen vnd diesen armseligen Mänschen verlassen müssest! Wie dan mit einem großen brausen der Böse außfuhr, vnd darauff der Pater sich umbwandte vnd zu vns sprach: Ihr Herren, Freunde vnd Christen; Ob es schon das ansehen, Es habe der Teuffel durch diesen armselig-geplagten Mänschen als durch einen Werckzeug zu vnserm besten geredet, so ist doch gewiß, daß auß seinen Gespräch ein nachsinniger Christ viel vnd mercklichen nutzen mag haben. Darum bitte ich euch Umbstehende alle, daß ihr, auß billigem Haß wider den bösen Geist vnd seine Wohnung diese rede darum nicht verachten noch in den wind schlagen wollet. Gedencket, daß ein gottloser König dermahlen die, wahrheit geredet vnd propheceyt. Dann ja auch Speise gung von dem Fresser vnd Süssigkeit von dem Starcken. Auch sagt der Alte Priester Zacharias, Salutem ex inimicis nostris et de manu qui [Rand: Luc. 1. v. 17] oderunt nos. Vult quidem plerunque nocere Diabolus, sed non [Rand: D. Aug. in ?/ D. Ambros./ in Luc.] potest, quia potestas est sub potestate. Ideoque ne potentiam Diaboli magis timeatis quam offensam Divinitatis. Nun bewahre euch alle Gott, in dessen Namen ich euch gesegne, demütig seine Allmacht bittend, das diese Traurige erschröckliche Geschichte zu euerer aller Besserung vnd Bekehrung gereichen möge.

Quelle:
Johann Michael Moscherosch: Gesichte Philanders von Sittewald. Berlin; Stuttgart [.o. J.], S. 5-29.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Schnitzler, Arthur

Flucht in die Finsternis

Flucht in die Finsternis

Robert ist krank und hält seinen gesunden Bruder für wahnsinnig. Die tragische Geschichte um Geisteskrankheit und Tod entstand 1917 unter dem Titel »Wahn« und trägt autobiografische Züge, die das schwierige Verhältnis Schnitzlers zu seinem Bruder Julius reflektieren. »Einer von uns beiden mußte ins Dunkel.«

74 Seiten, 3.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Spätromantik

Große Erzählungen der Spätromantik

Im nach dem Wiener Kongress neugeordneten Europa entsteht seit 1815 große Literatur der Sehnsucht und der Melancholie. Die Schattenseiten der menschlichen Seele, Leidenschaft und die Hinwendung zum Religiösen sind die Themen der Spätromantik. Michael Holzinger hat elf große Erzählungen dieser Zeit zu diesem Leseband zusammengefasst.

430 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon