VII. Von Graupen-Menschen.

[181] Hinsicht im Schauplatze: p. 683. vor ein grosses Wunderwerck steht zu achten / das man zu Cremona erzehlet: nehmlich daß anno 1240. in dem Kloster S. Gabriel ein Stück Hagel gefallē sey / darinnen das Zeichen des Creutzes gleichsam als mit allem Fleiß gegraben gestanden nebenst dē Angesicht des HErren CHristi / und denen Buchstaben: JESUS NAZARENUS: als auch eins von denen davon geflossenen Wassertröpflein einen Blinden genetzet / sey er sehend worden. Wie selbiger Scribent Vinc. Histor. lib. 30. c. 138. und aus ihm Majolus p. 15. d. Tom. bezeuget / deßgleichen Nauclerus Gener. 41.

Gar denckwürdig ist auch / was sich im Jahr Christi 1395. begeben: das es in den Nordländern gar wunderseltzame Schloßen gesteinet / worauff Menschlicher Angesichter Figuren / beides Männliche und Weibliche gewesen. Die Männliche Figuren hatten Bärte / wie die Männer: Die Weibliche hergegen lange Haarlocken und Schleyer welches von gar glaubwürdigen Männern / die es mit ihren Augen gesehen / und mit den Händen betast / berichtet worden. Cranzius in Wandal. lib. 9. c. 3.

M. Heinr. Sebald. in Breviar. Histor. pag. 473. de anno 1650. den 18. Julii wie aus Preßburg geschrieben ward / ist allda ein so schrecklich Wetter gewesen / daß sehr grosser Schad vom Hagel geschehen / es weren Steine so groß gefallen / daß dergleichen zu[181] der Zeit kein Mensch gesehen. Sie sollen allerley Form gehabt haben / auch etliche den Türcken Köpffen gleich.


In meiner 1666. Jährigen Welt-Chronick / wird der gönstige Leser ein Wunder Geschichte finden von Pohlen / wie nehmlich / in diesem Jahre / allda / zu Warschau sich vor der Bernhardiner Kirche / ein Crucifix zwey mahl verdrehet gehabt / und das Gesichte allemahl nach der Kirchen hingewendet gehabt: davon es der König allezeit wieder zu rücke kehren lassen. Was folgete drauff? traun der grosse verlohrne Scharmützel / drinnen die Königlichen sehr einbüßeten. Vide Tom. 1. Traun solte es damit aus seyn / so müste es mir wunder deuchtē. Angesehen man weit mehr / und weiter hinauß sehende Vordeutungen hat von grössern Unglücke. Als wie da / unter andern / hingehöret nachfolgendes: nemlich Eine sonder- und wunderbahre Propheceyung das Königreich POHLEN betreffende; Wie es nach dero Aussage albereit in demselben ergāgen und hinführo ergehen solle / dem new-begierigen Leser zu gefallen durch den Druck ans Licht gebracht. Eine Offenbahrung so von einem Gottfürchtigen Mann der Geburth von Crackau an seinem letzten Ende Anno 1558. gesehen / welche hernach in eines Priesters Bibliotheca / der ein heiliges Leben geführet / und Anno 1595. in Gott dem Herren entschlaffen / gefunden worden / also lautende: Wann eine Zeit [182] erfüllet / und zu der Zeit noch fünf Jahr gesetzet werden; so wird nicht alles was geseet wird / auffgehen / sondern gantz zu nichte werden / auch werdē die Früchte unzeitig bleiben darauß wird grosse Theurung und Hungers Noth entstehen / so man niemahls wird so grausam gehöret haben daß Viehe / Fische / Vögel und alles was sonsten den Menschen zur Nahrung erschaffen / wird wenig vorhanden seyn / also / daß das Volck in grossen Aengsten seyn und vor Hunger verschmachten wird / der Ehebrecher wird sampt der Huren nieder geschlagen werden / und zum Verdamniß des Todes vertilget seyn. Zu der Zeit wird ein Kind von Mitternacht regieren / seine Herrschafft wird schwer und voll Traurens seyn / bey seiner Regierung wird Pestilentz / Hunger und Krieg überhand nehmen / vorhero aber wird er mit Moßcaw einen solchen Frieden treffen / derogleichen seine Vorfahren nie gehabt / er wird ein gewaltiger Monarch werden. Ein böser Rath wird ihm von den jenigen / so Oberschafften / und ihren eigen Nutzen hierinnen suchen werden / mit Unrecht derer so es würdig / und in Bedrengniß der Unschuldigen / gegeben werden. Das Pohler Land wird von den Türcken geschwinde eingenommen werden / doch nicht aus Krieges Macht oder Gewalt / sondern durch einen vermeinten Frieden und wird gewandts Weise den Soldaten und Krieges Leuten / die sich den heiligen Bund nennen werden / die Steur abgetreten / da wird weder geistliches noch weltliches Standes verschonet werden / kein Edelman wird über seine Unterthanen seyn / sondern[183] werden alle gleich seyn / wie zu Zeiten Adams des ersten Menschen. Die Vornehmsten ja auch die Gesalbten werden durch den blancken Säbel des Türcken fallen müssen und diß wird der Türcke thun auff daß / ihr Pohlen / ihn ehren werdet. Ich rede die Wahrheit / und was ich am Ende meines Lebens rede und durch GOttes Offenbahrung gehöret und gesehen habe / gebe GOtt / daß ich der Höllen Pein gewißlich leyden möge / wo solches nicht geschehen wird. Außlegung diser Offenbahrung durch den Menschen / welcher sie gesehen / und ihme offenbahret ist. Pohler Land wird wegen unzehlichen Sünden und Undanckbarkeit / gleich wie die Juden ümbkommen; Aber zu der Zeit werden seyn schwere Plagen und wird sich anfahen eine schwere Zeit / 35. Jahr / dieses wird alles vorkommen / also daß die Pohlen werden fressen der Menschen Cörper / man wird von grossen Schlachten / Hunger und Pestilentz hören sagen / alles Viehe wird Hungers sterben / der geseete Samen wird nicht auffgehen / vor grosser Dürre wird nichts wachsen / Pestilentz und Unfruchtbarkeit der Erden wird einfallen / der Himmel wird den Regen nicht geben / die Erde wird wüste stehen / von denen die darauff wohnen / in vielen Flüssen wird Mangel am Wasser seyn / alle Teiche werden außtrucknen und alles Fischwerck sterben. Der König wird vorm Tode schlecht und recht / er wird endlich im Felde regieren / und sein Leben enden oder sein Nachkommen wird erhöhet und durch schändliche Propheten verführet werden / er wird stehen und[184] verachten die Wäysen und Frommen / er wird pflegen des Raths-Ehr vergessene Leute und auff derselben Rotte gantz und gar unbedachte Sachen sich verlassen / Der Geitz wird ihn einnehmen / die Warheit wird er nicht leyden können / der Güther und Königlicher Personen wird er wenig achten die gantze Zeit seiner Regierung wird Hunger / Pestilentz und schädliche Kriege regieren / das Volck wird mit voller Schatzūg geplaget werden / keiner wird dem andern trauen / die Gerichte werden alle verfälscht und verkehret werden / und wird bey seiner Zeit ohn Ende Zang / Zwytracht und Todtschlag gehöret werden / und im Schwange gehen / Alle Stände geistlich und weltlich vom Obersten biß zum Niedersten / werden nicht auff dem Wege der Warheit gehen / sondern auff dem Wege des Verderben wandeln unn greuliche Laster begehen. Der Feind mit den Freun den listige Prackticken verkehren und die Aempter so sie erkaufft beschweren. Darumb wird GOtt ihre Reichs Tage und Recht nicht segnen / sondern dieselben verwirrē / daß sie den gewünschten Ausgang nicht haben und gewinnen werden. Die armen Priester werden von dem Reichen und Gewaltigen bedränget werden. Pohler Land wird weinen / wenn es wegen seiner gräulichen Sünde und Ubertretung wird gestrafft werden. Es wird über sie kommen / GOttes Ruthe der Türcke / durch welches Tyranney sich Gott an euch / O ihr Polen / wird rechnen / Euer Königreich wird in eines andern Volcks Gewalt kommen und es besitzen nicht mit Macht und Gewalt / sondern unter einem[185] listigen Vertrag / euch wird er glatte Wort geben / doch mit verrätherischer und listiger Condition eines Friedens euch unter sein Joch bringen / er wird euch diß geben wollen / was er in seiner Macht selbst nicht haben wird / gantz weise einen Christen für einen Käyser krönen / und über unsrer Häupter einen Blutdürstigen Mann setzen. In der selben Zeit wird durch Verhengniß Gottes die Lehre des Gesetzes Gottes vertunckeln und Christliche Religion untergehen und auffhören. Ihr / ihr Pohlen werdet umb rechte der Heiligen Statuten und Privilegien kommen / also wird euer Christenthumb ein Ende nehmen / sambt der schändlichen Hoffarth und Undanckbarkeit / welche ihr jederman / und denen beweiset / so auch auff dem Wege der Warheit leiten / und von ihnen gestraffet werdet. Ihr grossen Herren / die ihr itzund alles nach euren Willen thut / werdet die Allerverachtesten seyn / und vor den blancken Eisen des Türcken fallen / auch eur sehr viel in die Dienstbarkeit und Gefängniß gerathen: das geplagte Königreich wird / von Gestanck und Hunger umbkommen / alle eure Weiber werden vor euren Augen geschändet / eure Söhne und Töchter / für eurem Angesichte weggerissen wernen / und unaußsprechliche schmertzliche Dinge leiden müssen / und werdet im Kriege vor Furcht die Flucht geben / ob euch gleich niemand jaget / und weit in die Dienstbarkeit verkauffet / und gleich wie die Jüden hin unn wieder unter die Völcker zerstreuet werden. Der Adel welcher noch überblieben / wird den Bauren gleich seyn / die Dignität[186] und Gerichte werden auffgehoben werden / da wird kein Bischoff / Priester noch ie ein Herr seyn / denn sie werden alle vom Schwerd umbkommen / und durch die Tyranney vertilget wernen. Der Türcke wird einreissen / und Christliche Ehre vertilgen / und wird trotziglich erhalten / das viele der Pohlen werden Mahometisch werden / er wird seine Schulen anrichten / dadurch wird Pohlen Heidnisch werden und den Türckischen Greul Glauben mit Weinen annehmen / mit unaußsprechlicher Trübsahl werden sie ihre Tage zubringen / solches wird euch / ihr Pohlen / und dir / O Crakaw / mein liebes Vaterland /wiederfahren. Weh / weh / weh denn es wird alles Unglück über dich kommen / du wirst wüste und zu nichte werden. Solches bezeuge ich bey dem lebendigen Gott bey Himmel und Erden. Ich rede das bey meiner Seelen die Worte sind nicht mein / als eines todten Menschen Träume und vergebliche Worte / sondern seynd Warnung GOttes selber an euch / den er euch nicht straffen will / Er lest es euch denn zuvor wissen und verkündigen; Er giebet euch noch Zeit zur Busse / und thut dir guths / o Pohler Land / glaube und treibe keinen Spott darauß. Aber ihr auffgeblasene / schändliche und halßstarrige Leute die zu allen guten solten haben Anleitung gegeben / wollets nicht gläuben / denn ihr verwerft die Furcht GOttes / und seine Gesetze / und macht daß der Menschen Gewissen frech und muthwillig werden / ihr gebet Ursach ohne Schande zu sündigen / ihr verfälschet den Glauben und die Warheit / ihr macht das Heiligthumb[187] zum Grewel / ihr verkehrt die Warheit und Liebe unter den Menschen / ihr richtet Haß und Neidt an / ihr seyd eine Ursach / habet Schuld daran / das Pohler Land einfället / durch euch wird der König fallē / durch euch wird Schmuck und Zierheit des Pohler Landes unwiederbringlichen Schaden leiden und nehmen / O Trawrigkeit / O Weinen und Heulen / O sehr schwere und grausame Bitterkeit. Zu der selben Zeit / werden deine Krieges Leute klagen und werden einen schrecklichen Fall und Trübniß leiden: Alles Krieges Volck der Pohlen wird in ihrer Tyranney unn ümb ihres gottlosen Lebens und Wesens willen zu Schanden werden. Aber was soll ich viel sagen / solches grossen Trübsahls / Schmertzens / und gewissen Untergangs soll Pohler-Land jederzeit alle Tage und Stunden gewärtig seyn.

Beschluß dieser Propheceyung. Dieser Mann /welcher diese Offenbahrung von Gott selbst gehabt / und selbst außgeleget hat / es scheinet zwar / als sey die lengste Zeit / in welcher bemeldte Traurigkeit beschehen soll / tunckel und schwer zuverstehen / aber wie er saget / wann eine Zeit oder ein hundert Jahr in welcher wir alle gelebet / solche Jahr sind schon vergangen / wenn man nach der Geburth des HErren JEsu CHristi 1603. zehlen wird und wird also der Termin bemeldter Zeit / wie er aufgezeichnet / in das 1665. Jahr / und neiget sich allbereit darzu / denn die Pohlen ie länger ie mehr Sünde / Schande und Laster begehen / und dencken nicht an Besserung zu Gott. Der Allmächtige eilet mittler weile mit der Strasse / darumb / wachet[188] auff ihr Pohlen / thut Busse / und du O HErr JEsu kom balde und mit Gnaden: Biß hieher jene wiederholete Propheceyung: zu welcher vielleichte nicht uneben möchte gesetzet werden / was D. Schuppius Sel. hat in seinem Ambrosio Mellilambio lit. A. das ist eine gewisse und unfehlbare in Gottes Wort gegründete Regul: Wo gleiche Sünden sind / da folgen auch glei-Sraffen / wo die Leute nicht bey zeiten Busse thun wie die Niniviter. Nun sind im Königreiche Pohlen solche Sünde vorgegangē / wie im Lande Canaan / darumb ist kein Wunder / das ihme Gott einen solchen Medicum zu geschicket der ihme eine Purgation eingeben soll / daß das Land ihre Inwohner außspeye wie das Land Canaan. Allein ich zweiffele nicht daran / es werden noch viel Frommer ehrlicher Leute darin seyn / welche zu GOtt im Sack unn in der Aschen seuffzen / gleich wie die Niniviter / und das noch viel Einfältige unschuldige Seelen darin seyn / welche GOtt in Gnaden ansehen werde / wie die hundert und zwantzig-tausend Kinder zu Ninive. Ich bin in meiner Jugend durch POHLEN gereiset / und habe gesehen daß die Leute welche fromm und gottsfürchtig seyn; die lassen ihnen ihre Gottesfurcht einen Ernst seyn. Welche aber Epicurer seyn / das seynd rechte Ertz-Epicurer. Und solcher Epicurer seyn viele unter den (Schlachcicen) Edelleuten / welche ihre arme Bauren und andere Knechte tractiren wie die Hunde. Uberladen sie mit solcher Last / wie Pharao die Kinder Ißrael in Egypten / also / das sie wohl sagen mochten wie jener Lieffländer:[189]


Ich bin ein Polnischer Baur /

Mein Leben wird mir saur.

Ich steige auff den Bürcken Baum /

Und haue davon Sattel und Zaum.

Ich binde meine Schue mit Bast /

Und fülle meinem Juncker den Kast;

Und gebe den Pfaffen die Pflicht /

Und weiß von Gott und seinem Worte nicht.


Allein es sind auch viel Fromme und Evangelische Hertzen in diesem Königreiche / und bin in mancher Kirchen gewesen / da ich sonderbahre Devotion gesehen. Wenn der Prediger etwas notables auff der Cantzel gesagt / hab ich gesehen / daß sie an ihre Brüste geschlagen / und in der Kirchen also gesäuffzet / daß es mir sonderlich zu Hertzen gangen ist. Ich zweifle nicht daran / daß solcher Leute Seuffzer zu GOtt durch die Wolcken dringen und GOtt der HErr mitten in seinem Zorn werde seiner Barmherzigkeit eingedenck seyn / unn sich über sie erbarmen / wie über die Niniviter welchen Er Zeit und Stunde hat benennen lassen wann und wie er sie würde ruiniren und verderben wolte. Aber da GOtt sahe daß sie sich bekehreten von ihrem bösen Wege / da reuete ihn des Ubels das Er geredet hatte zu thun / und thäts nicht / Jonae 3. Ich bitte abermahls mein hochgeehrter HErr / wolle verzeihen mein Offenhertzigkeit / welche mich zwinget frey heraus zu reden und gegen ihm mein Hertz auß zu schütten. Er weiß daß ich der Schwedischen Nation allezeit sehr affectioniret gewesen sey / und habe noch viel grosse Patronen[190] und Gönner unter ihnen: Allein ich sorge es seyn der Schweden viel im Anfang etwas hoffärtig geworden / als sie in Pohlen und Preussen kamen / und gesehen / daß dieselbe Städte seyn wie Feygen Bäume mit reiffen Feygen welche wenn man sie schüttelt / deme ins Maul fallen der sie essen will. Nahum redet Cap. 3. Ich sorge sie werden abermahl hoffärtig worden seyn / wenn sie gesehen haben / daß das tapffere Polnische Krieges Volck sey zu Weibern worden und die Thore ihres Königreiches / welche bißhero dē Erbfeind des Christl. Glaubens aufgehalten habē / seind mit Verwunderūg d' gantzen Welt ihnē eröffnet worden. Ich sorge sie werden der Christlichen Commiseration ein wenig vergessen haben / alß sie gesehen / daß es bey nache dem König und der Königin in Pohlen und allen ihren Gewaltigen sey ergangen / wie der Prophet Nahum dem Königreiche Assyrien Cap. 2. gedrohet. Ich sorge daß ihr Hertz sich erhoben habe / als sie gesehen das gantz Pohlen sey gewesen wie ein Teich voll Wasser / welches / wen der denn loß gehet / unversehens verfliesset / und darf sich dennoch niemand verwundern / wann umb solcher Hoffarth willen Gott der Herr den Schweden auch ein wenig auff die Finger klopffet. Es kommen offte Leute welche der grossen Cavallier Kühnheit stärcken auß der Offenbahrung Johann s. Also daß sie meinen / und sich einbilden / es müsse also seyn / wie der Bauers-Krieg. Denn man sahe in der Offenbahrung Johannis / daß die Babilonische Hure werde fallen / und sie haben eine gerechte Sache. Drümb könne es ihnen nie[191] fehlen / es gehe wie es wolle. Allein viel Außleger der Offenbahrung Johannis kommen mir für / wie jener junger Edelmann welcher erweisen wolte / daß der Toten Geschlechte / das älteste Geschlecht sey in Schweden und Dennenmarck. Denn Peter Tott oder wie sie reden Peer Tott habe schon zu Virgilii Zeiten gelebt. Sintemahl im Virgilio stehet; per varios casus / per TOT discrimina rerum / tendimus in Latium. Neben dem ist bey einer rechtmessigen Ursach zu kriegen / nicht allezeit Glück und Sieg. Quod justum est / juste exequaris /was recht und billig ist / muß man auch durch billigmessige Mittel vollführen Es kan die beste Sache / male agendo / oder wenn man sich dabey nicht gottselig und klüglich gouvernirt undverhelt / böse und ungerecht werden. Die Kinder Ißrael hatten eine rechtmessige Ursache zu streiten wieder die Benjamiter; gleichwohl bekamen sie Stöß. Warumb? denn sie verliessen sich mehr auff ihre Macht / als auff GOtt. Da sie aber Busse thäten / und sich mit Gott versöhneten / und zum dritten mahl außzogen / da schlugen sie von Benjamitern über 120000. Mann. Jud. 20. Josua war von Gott erweckt daß er dz Land Canaan einnehmen und außtheilen solte. Josua thäte für seine Person was dem Herrn wolgefiel: Aber ümb einer bösen That / umb eines bösen Buben willen / ergrimmete der Zorn des HErrn über die Kinder Ißrael daß da Josua eine Parthey außschickete von Jericho gen Ai die bey Bethaven gegen dem Morgen lag für Bethel / da schlugen die von Ai (welche Stadt die Ißraelitische[192] Kundschafter für gar gering gehalten hatten und dem Josua gerathen / Er solte nicht die gantze Armee wieder sie schicken:) des Josuae außgeschickte Trouppen / und jagten sie biß an das Thor zu Sabarim / und brachten dadurch ein Schrecken unter die gantze Ißraelitische Armee / daß ihr Hertz verzagt und zu Wasser wurde / wie Josuae c. 7. zu lesen. Als aber Josua seine Kleider zerreiß / fiel neben den Aeltesten in Ißrael auff die Erden / und wurffen Staub auff ihre Heupter / seuffzeten zu Gott: Da befand sich endlich / daß der einige Dieb / der Achan Schuld hatte an allem diesem Unglück. Und da der Dieb / der Achan / gebürlich abgestrafft war / da gieng wieder alles glücklich fort. Da sagte GOtt / Cap. 8 / zu Josua fürchte dich nicht und zage nicht. Nim mit dir alles Krieges-Volck / und mache dich auff und zeug hinauff gen Ai / siehe da / Ich habe den König Ai / sambt seinem Volck in seiner Stadt und Land in deine Hände gegeben und solt mit Ai und ihrem ihrem Könige thun / wie du mit Jericho und ihrem Könige gethan hast. Mein Herr verzeihe mir abermahls / Ich rede mit ihme / als ein armer Studiosus Theologiae / als ein armer Schulfuchs. Qui mulia tulit fecitque puer sudavit et alsit. Und er wolle meine Worte eben nicht halten als wenn es Dracula Delphica weren / oder Edicta Imperatoria aut Praetoria; Mich düncket aber nach meinē Schulfüchsischen Verlande es gehe itz und all anders her bey den Schweden / als zu König Gustavi Zeiten da man immer redete / von der Religion / von der Augßspurgischen Confession /[193] da alles einen grössern Schein der Gottesfurcht / d' Andacht und des Gebets hatte / als itzo. Der König Gustavus ist manchmal /wenn er in eine Feldschlacht hat gehen wollen / vom Pferde gesprungen / hat sich auf seine Knie gesetzt / seine Hände gen Himmel gehoben / hat sein Gebeth gethan und hernach seine Waffen ergriffen / und mit Freuden angesetzet. Rosse werden zum Streit-tage bereitet. Aber der Sieg kömt vom Herrn Prov. 21. v. 31. Der Sieg kömpt vom Himmel / und wird nicht durch grosse Menge erlanget / sagt Judas der Maccabeer 1. Macc. c. 3. p. 19. Itzo aber scheints als wenn man unsern Herrn GOtt hintern Offen setze / unn thue / als wenn an ihme nicht viel gelegen sey. Mann will nicht dran dencken daß GOtt allein der jenige sey / der den Königen das Schwerd abgürte / Esaiae Cap. 45. v. 1. / der den Kriegern den Muth nehme / Esaiae 19 / v. 3. Der das Hertz der Helden in Edom mache / wie das Hertz einer Frauen in Kindes Nöthen Jerem. 49. v. 22. oder den Streitenden das Hertz feig mache / daß sie ein rauschendes Blat jaget / daß sie dafür fliehen / als jagte sie das Schwerdt Lev. 26. v. 36. Wer den Soldaten itzo von solchen Dingen sagen will / der wird nur außgelacht. Wenn itzo ein Soldat des Morgens ein Vaterunser in den Hut betet / und hernach ein paar hundert tausend Sacrament herauß wirfft / und die Trompeter anfangen zu blasen / so meinet er / unser Herr Gott müste gleichwohl / weil er einem Evangelischen Herrn diene / alsbald Zeichen und Wunder thun / und die Mauren lassen übern hauffen fallen wie zu Jecho.[194] Ich bekenne auch dem Herrn in Geheimb daß mir der Proceß mit den Jesuiten welche die Schwedische hier und dar aus Polen verjagt / etwas zu hitzig fürkommen sey? denn der Herr dencke wenn ein Potentat einē Churfürsten oder Fürsten im Röm. Reiche überzöge / und jagte Priester und Schulmeister aus dem Lande / was würde man davon sagen? was würden die Unterthanen für Affection zu einen solchen Potentaten haben? Da er für allen Dingen / ehe sie besser informitet werden / ihr Gewissen turbiret / durch plötzliche Verjagung ihrer gewöhnlichen Seel-Sorger / von welchē sie die von Vater und Mutter eingepflantzte und gleichsam mit der Muttermilch eingesogene Option gehabt haben daß sie die einige Leute seyn / welche ihnen den Weg zur Seligkeit zeigen können? Wenn der Jesuitische Geist außgetrieben wird / so durchwandert er dürre Städte / suchet Ruhe und findet sie nicht / so spricht er Ich will wieder umbkehren in mein Hauß darauß ich gangen bin / nimbt denn sieben Geister zu sich / die ärger sind denn er / solten es auch Türcken und Tartern seyn.

Sehet das Königreich Frankreich an / seit den Jesuiten ein paar Possen begegnet sind / haben sie nicht betrachtet / das Franckreich einen Catholischen König habe / sondern haben mit aller Macht sich dahin bearbeitet / daß die Frantzösische Lilien auff Italiänischen Boden nicht recht wachsen / oder gedeyen wollen / sond'n Italien d' Frantzosen Kirchhof worden ist / ich hielte dafür / doch unmaßgeblich / es were besser / dz man die Leute /[195] die Jesuiten und andere Pfaffen hätte an ihrem Orte sitzen lassen / und hätte daneben vernünfftige reine Lehrer und Prediger vociret / von Königsberg oder anderen Orten in Preussen da viel Studiosi und Theologi sind welche der Polnischen und Lateinischen Sprache mächtig / welche so wohl grossen Herren als auch den armen gemeinen Leuten hatten durch schöne bewegliche Oratorische Predigen zu Gemüth können führen / worinne unsere Religion bestehe. Unter den grossen Polnischen Herren sind viele die nicht wissen worin unsere Religion bestehe / sondern weil sie als Laici / unsere Theologorum Bücher nicht zu lesen bekommen und die Jesuiten auff den Cantzeln stehen und calumniiren / daß wir nichts von guten Wercken halten / daß wir die Mutter Gottes die Jungfrau Mariam verachten und auff sie schmähen / als meinen die Leute / daß wir ärger seynd als Türcken und Jüden / was die gemeinen Leute anlanget in Pohlen / die wissen gar nichts von der Religion. Der Herr wird unter hundert Polnischen Bauren / kaum einen finden / dem die Zehengebott und der Apostolische Glaube bekant / oder der ein Vaterunser zu beten weiß / sondern wenn er für einem Crucifix / deren es sehr viel in Pohlen gibt / für über fähret und seine Polnische Mütze abziehet / so meinet er / er habe dē Tag einen Schlüssel zum Himmel verdienet. Wenn nun neben den Papisten weren gelahrte gottselige Leute gehalten worden / welche Edelleuten und Bauren / mit Christlicher Sanfftmuth / und Bescheidenheit die Warheit geprediget hätten / hätte es viel 1000. Seelen[196] zu zeitlicher und ewiger Wohlfarh gedeyen können: Allein es scheinet daß man itzo nach solchen Dingen unter Trommel / Pfeiffen und Trompeten-Schall nicht viel frage und aller Feld-Prediger oder anderer Theologorum Consilia und adhortationes wenig oder nichts geachtet werden. Ich erinnere mich das für einem Jahre ein vornehmer Cavallier mit seinem Regimente in Pohlen marchierete / da fragt ich ihm / ob er auch einen Feld-Prediger habe? Er antwortet nein. Nehme ich einen Feld-Prediger mit / so will er einen eigenen Wagen und Pferde haben und ihr glaubet nicht / was heutiges Tages auff die Werbung gehet. Es mangeln mir noch viel Leute / welche ich vor andern haben muß. Es mangelt mir noch ein Kutzscher. Es mangelt mir noch ein Regiments Profoß. (Eben als wann an den Regiments Profoß mehr gelegen were als an einen Feld-Prediger) Ich fragte ferner / wenn den ein arme Soldat soll gehengt werden / wer ihn trösten soll? Da antwortet er mit lachenden Munde / das mag der Profoß thun. Mein hochgeehrter Herr verzeihe mir / Er weiß daß ich ein armer Socius sey & sunt mihi tres fratres, quorum unus in Arte Magister, Alter adhuc nihil est, Tertius ego vocor. Wenn ich aber ein Schwedischer Feld-Prediger were wolt ich ihnen offt zu Gemüthe führen das 20. Cap. im ersten Buch der Könige / da erzehlt wird / wie Benhadad der König zu Syrien versamlet habe alle seine Macht / und seynd bey ihm gewesen zwey und dreissig Könige mit Roß und Wagen: Und seynd herauffgezogen / und haben[197] Samarien belägert / und wieder sie gestritten. Samaria war die Königliche Residentz-Stadt des Königs Ahabs. Ahab war ein gottloser Herr; Seine Gemahlin die Jesabel war nicht einen Lübischen Schilling werth. Ohn Zweiffel hat Gott den König Benhadad neben andern 32. Königen erweckt diesen gottlosen König Ahab zu bekriegen. Und Benhadad sandte Boten zu Ahab dem Könige Ißrael in die Stadt und ließ ihm sagen. So spricht Benhadad: Dein Silber und dein Gold ist mein / und deine Weiber und deine besten Kinder sind auch mein. Der König Ißrael antwortetet und sprach: Mein Herr König wie du es geredt hast; Ich bin dein und alles was ich habe. Und die Boten kamen wieder und sprachen / so spricht Benhadad: weil ich zu dir gesand habe und lassen sagen: dein Silber und dein Gold deine Weiber und deine Kinder soltu mir geben: So wil ich morgen umb diese Zeit meine Knechte zu dir senden daß sie dein Hauß und deiner Unterthanen Häuser besuchen / und was dir lieblich ist / sollen sie in ihre Hände nehmen und wegtragen. Da rieff der König alle Aeltesten des Landes und sprach: Mercket und sehet wie böß ers fürnimbt / er hat zu mir gesand umb meine Weiber und Kinder / Silber und Gold / und ich habe ihm das nicht gewehret. Da sprachen zu ihm alle Alten / und alles Volck: Du solt nicht gehorchen noch bewilligen. Und Er sprach zu den Boten Benhadad: Saget meinem Herrn dem Könige / alles was du[198] am ersten deinem Knechte entboten haft / wil ich thun / aber diß kan ich nicht thun. Und die Bothen giengen hin und sagten solches wieder. Da sandte Benhadad zu ihme und ließ ihm sagen: Die Götter thun mir diß und das wo der Staub Samaria gnug seyn soll das alles Volck unter mir eine Hand voll da von bringe. Aber der König Israel antwortet und sprach: Saget / der den Harnisch anleget / soll sich nicht rühmen / als der ihn hat abgeleget. Da das Benhadad höret / und er eben tranck mit den Königen in den Gezelten sprach er zu den Knechten: Schicket euch / und sie schickten sich wieder die Stadt. Und siehe ein Prophet trat zu Ahab dem Könige Ißrael und sprach: So sprich der HERR Du hast ie gesehen allen diesen grossen Hauffen; Siehe ich will ihn heute in deine Hände geben / daß du wissen solst / Ich sey der HERR. Ahab sprach durch wen? Er sprach: So spricht der HERR / durch die Knaben der Land-Vögte / und ihrer waren zweyhundert und zwey und dreißig. Und zehlet nach ihnen das gantze Volck aller Kinder Israel sieben tausend Mann. Und zogen auß im Mittage. Benhadad aber tranck und war truncken im Gezelte sambt den 32. Königen / die ihm zu hülffe kommen waren / und die Knaben der Land Vögte zogen am ersten auß. Benhadad aber sandte aus und sie sagten ihme an und sprachen: Es ziehen Männer aus Samaria. Er sprach: Greifft sie lebendig / sie seyn umb Friede oder Streit willen außgezogen.[199] Da aber die Knaben der Land-Vögte waren außgezogen / und das Heer ihnen nach: schlug ein jeglicher /wer ihm für kam. Und die Syrer flohen / und Ißrael jaget ihnen nach. Und Benhadad der König in Syrien entran mit Rossen und Reutern. Und der König Ißrael zog aus / und schlug Roß und Wagen / daß er an den Syrern eine grosse Schlacht that. etc. Ich dencke itzo an den tapfferen Helden / Philipsen / den großmüthigen Land-Graffen zu Hessen / der hat aus seiner Custodi seinen Herren Söhnen sagen lassen: Glücklich ist der Mann / der zu rechter Zeit ja sagen kan.

Hätte Benhadad JA sagen können / da ihme Ahab sein Silber und Gold anboth / so hätte er mit grosser Reputation aus dem Königreich Ißrael ziehen können. Da Er aber den Bogen gar zu hoch spannete / und sich sein Hertz gar zu sehr erhub / da strafte ihn Gott / daß eine geringe Parthey von 232 Mann seine gantze Armee / für welcher sich hiebevor gantz Ißrael entsetzete / in die Flucht schluge. Summa / wehre ich ein Schwedischer Feld-Prediger / so wolte ich immerdar ruffen: Polonicus intrà muros peccatur & extra. Zu wünschen were es / daß beyde Königreiche / Schweden und Pohlen bey zeiten mit einander Friede macheten / und ihre beyden Armeen conjungierten / und wünscheten erstlich dem Muscowiter einen Bonus dies / der an ihnen beyden untrewlich gehandelt, der weder den Catholischen oder Protestirenden treu und holdt ist; der wo er Lufft hat / ärger tyrannisiret als der Türcke: der den Römisch-Catholischen eben so feind ist /[200] als den Lutheranern; der in Religions-Sachen keine Erinnerunge / keinen bessern Bericht leiden kann oder will der fürwar den Pohlen nicht halten wird / was er ihme zusagt. Zu wünschen were es / daß / wenn die Herrn Muscowiter ein wenig gedemüthigt wären / daß die Schwedische und Polnische Armee / hernach für Constantinopel gienge / und jagte den Türcken aus gantz Thracia. Es haben mich glaubhaffte vornehme Schwedische Cavallier / denen der Schwedische Estat wohl bekand ist / bey ihrem Eydt und Gewissen versichert / daß das Ihr. Kön. Majestät niemals in Sinn kommen sey / daß sie das Königreich Polen wolten an sich bringē / und ich glaube es auch wohl / denn was wäre der Cron Schweden mit dem Königreich Pohlen gedienet? Es würde dem Könige in Schweden / wenn er beide Cronen / die Schwedische und Polnische auff sein Heupt setzen wolte / ergehen / wie dem Könige in Spanien mit seinen vielen Königreichen / Cui ipsa copia est inter causas inopiæ. Der Poet sagt: Laudato ingentia rura, exigum colito. Thomas Lansius erzehlet / daß / da Henricus III. Valensius / sey zu einem Könige in Pohlen erwehlet worden / sey eine hoch ansehnliche Legation aus Pohlen in Franckreich kommen und haben unter andern mit Henrico III. capituliret / daß er keinem Frantzosen Landgüter in Pohlen zuschenken macht haben solte. Alleine was die Frantzosen dazu gesaget haben / als sie in Pohlen kommen / wolle der Herr bey Lansio selbst lesen. Fürwar gantz Pohlen ist nicht werth / daß so mancher Edeler /[201] tapffer / unerschrockener Deutscher und Schwedischer Heldt / der wie eine Maur gestanden / wenn ihme ein Curasirer mit einen blossem Schwerdte entgegen kommen / sein Leben in wilden Wäldern und Morästen / durch die Hand eines Meuchelmörders / welcher auch in Friedens Zeiten alle Polnische Wildtnisse voll sind / so elendig hat enden müssen / ihr lieben Herrn / was sucht ihr doch in Pohlen? In Pohlen ist nichts mehr zu holen / Mann sagt / daß einsmahls etzliche Studenten seynd durstig gewesen / unn seynd zu Mitternacht zu einem Pennal in seine Stube kommen / und haben vermeinet sie wollen etwas darinnen zutrincken finden. Allein der Pennal habe zu ihnen gesagt; Ihr lieben Herrn was sucht ihr in meiner Stuben in der Nacht? Ich kan im Tage nichts darinnen finden.


Wenn der König in Schweden das Königreich Pohlen in Ruhe besitzen wolte / so müste er allezeit eine Armee auff den Beinen halten von funffzig tausend Mann. Ob dieses Pohlen / wann auch ihr Acker im besten Flor stehet / ertragen könne / davon lasse ich andere judiciren / Und wann schon der König in Schweden diesen Tag gantz Preussen und Pohlen quitirete / so wäre doch den Pohlen damit nicht geholffen / sondern sie würden sich unter einander selbsten die Hälse brechen / wo sie nicht einen tapffern General haben / der sie anführet wieder einen außländischen[202] Feindt / da sie wieder gute Beuthe holen können. Denn die Zobelbeltze sind weg. Die Polnischen Suppen sind versaltzen. Der Gemeine Mann hat weder Chleba oder Piwa oder Gorsalky. Das gantze Königreich ist gleichsam biß hero mit Huff-Eisen bedeckt gewesen. Es werden viel Jahre darzu gehören / daß der Acker-Bau und die Vieh-Zucht wieder in Flor kommen; Der König in Schweden aber hat der gantzen Welt erwiesen / daß Er ein guter Soldat / ein guter General sey.


Wenn Er nun ein Exercitium Leonum Polonicorum / neben seinen Edlen Teutschen und wehrhafften / Wohlgeübten Schweden könte für Constantinopel führen / so könte Er mit den Schätzen und mit dem Reichthumb in Constantinopel die Pohlen überflüssig contentiren. Er könte die Galeatos Lepores die Türcken / nicht allein aus Constantinopel / sondern aus gantz Asia jagen / Er könte das gantze Orientalische Käyserthumb wieder einnehmen / Welches der Blut-Hund der Türcke der Christenheit entzogen hat. O wie viel hundert tausend Christen würden dadurch erfreuet werden / welche itzo unter dieses Bluthundes Tytannischen Joch seuffzen!


Welche ihme nicht allein von ihrer Haab / von[203] ihren Gütern / sondern auch von ihren Kindern / von ihrem Fleisch und Bluth müssen Tribut und Zoll geben / und dieselbe dem Molochauffopffern. Wann das geschehe / wolte ich meinem hochgeehrten Herrn rathen / daß er nicht eine Stunde länger sitzen bliebe sondern seinen Küras wieder anzöge / und zu der Armee eilete. Denn das wäre ein GOtt und Engeln und Menschen wolgefälliger Krieg.

Sehet doch wie GOTT die Venetianischen Waffen segne / welche sie gegen diesen Tyrannen führen? Kan diese einige Republique diesem Bluth-hund solchen Wiederstand durch Gottes Hülffe thun / was würden diese mächtigen und streitbaren Völcker nicht thun / wenn sie ihre Waffen conjugirten / und alle für einen Mann stünden? daß der Periodus fatalis des Türckischen Reichs herzu nahe / und dasselbige einen mercklichen Stoß leiden werde / hat mit vielen scheinbaren Argumenten erwiesen ein gelahrter Mönch in Brabandt Philippus Bosquier welche zu finden in seinen operibus in folio / und zu lesen wol würdig sind: Warumb nehmen sie diese Occasion nicht in acht? wozu dienet das / daß sie mit güldenen Hamen wollen Kuhlbarsche in der Weichsel fangen / da sie dort mit eisern Hamen könten Wallfische fangen? Hätten die aus Pohlen gejagten Jesuiten Lust / die Religion fort zu pflantzen / so möchten sie Constantinopel helffen einnehmen / und in dem Templo Sophiae predigen lassen / und den unsrigen auch ein freyes Exercitium der Religion gönnen; Hätten sie lust zu beten / so könten sie[204] weiter gehen / und beten auff den Bergen / auff welchen die Patriarchen / die Propheten / die Aposteln / ja Christus selbst / gebetet haben. Wo wolte oder könte doch ein ehrlicher Christlicher Cavallier sein Bluth mir grösserer Reputation / mit besseren Gewissen / vergiessen / als in dem Lande / welches mit dem Bluthe unsers Erlösers und Seligmachers JEsu CHristi ist befeuchtet worden? Allein es scheinet / daß die hitzigen Jesuiter lieber wollen / daß die verfluchte teuffelische Lehre des Mahomets fortgepflantzet werde / als das sie UNS / und unsers Glaubensgenossen dulden sollen. UNS sage ich / die wir wissen / daß wir Gott sollen lieben von gantzen Hertzen / von gantzer Seelen / von gantzem Gemüthe / und unsern Nechsten als uns selbst: UNS / die wir alles glauben / was im Apostolischen Glauben stehet: Uns / die wir das H. Abendmahl empfangen / wie es Christus hat eingesetzet: Uns / die wir getauffe sind im Nahmen GOttes des Vaters / des Sohnes / und des H. Geistes; Uns / die wir GOtt / der da ist / einfaltig im Wesen und dreyfaltig in Persohnen / täglich anruffen / mit dem Formular / welches der Sohn GOttes mit seinen Lippen geheiliget / und nicht gesagt hat /wenn ihr beten wollet / so sprecht: Ave Maria / ora pro nobis: Sondern wenn ihr betē wollet / so sprecht: Vater unser / der Du bist im Himmel / etc. UNS / die wir beten / nicht für die Irrige / Verführete und Schwergläubige / sondern auch für unsere Feinde / und Verfolgere / daß sie GOtt bekehren wolle. Wie kömpt es doch / daß sie zu Rom / zu Wien / zu Prag / und[205] anders wo / die Juden passiren lassen / und wollen Uns nicht leiden? Stehet das der Societät Jesu an? Hat der HErr JEsus die Leute also zu rechter Religion bracht? wie kömt es doch / daß wir in der Jesuiter Augen ärger und geringer gehalten werden / als Türcken und Tartern? Es geben etliche für / daß die Tartern herkommen / von den zehen Stämmen Ißrael /welche Salmanasser der König in Assyrien gefänglich weggeführet hab. Allein dieser Meinunge habe ich anders wo in einem Lateinischen Tractätlein wiedersprochen. Das aber ist gewiß / daß die Tartern sich beschneiden lassen / und also keine Christen sind. Sie sind aber auch keine rechte Jüden / den sie feyren den Sabbath nicht / sie wissen nichts vom Gesetze. Sie nehmen ihre Stieff-Mutter und leibliche Schwester zur Ehe. Sie fressen allerley unreine Thiere / als Pfercde / Hunde / Katzen. Welche die Juden nicht essen / Sie sauffen Pferde-Bluth. etc. Solchen Leuten bauen die unruhigen Jesuiter Brücken / daß sie in Christliche Länder und Königreiche kommen / sie wetzen ihnen ihre Schwerdter. Sie spannen ihnen ihre Bogen / sie säen ihnen / sie erndten ihnen / sie pflantzen ihnen / sie halten ihnen gleichsamb ein Handbecken voll Christen-Bluth vor / daß sie ihre Hände darin waschen. Sehet doch / welche schöne Sodales Jesu das seyn? Wunder ists / daß sie nicht zum Teuffel selbst geschickt / und gesaget haben: Potentissime et exercitatissime Domine Diabole: Hierein erscheint die Societas Jesu / welche von zweyen Ketzern / dem König in Schweden / als einē Lutheraner / und dē Churfürsten von Brandenburg als einem Calvinisten /[206] molestiret wird. Muß demnach / eine der Catholischen Kirchen nützliche Resolution fassen und sagen: Flectere si nequeo superos. Acheronta movebo. Es haben die Papisten den Tartern den Weg gezeigt in die Christlichen Länder und Königreiche. Sie sehen zu / daß sie nicht bald wieder kommen / und zeigen / waß das sey / wenn man den Teuffel einmahl zu Gaste bittet. Die Chinenser bilden sich ein / sie haben zwey Augen / die Europaeer eins / die übrigen Völcker in d' Welt seyn blind. Allein die Tartern kamen jüngst zu diesen zweyäugigen Völckern ungebeten / und ohne Brill? Polonicos intra muros / et extra peccatur. Wann ich ein Schwedischer Feld-Prediger wäre / so wolte ich dem Könige und den Churfürsten immer zuruffen / daß sie viel getauffte Christen für sich haben / unn daß Christenbluth mit dem Blute des Sohnes Gottes thewer erkaufft sey. Scipio Africanus sagte: se malle unum Civem servare / quam mille hostes occidere. Hat dieser Heydnische Cavallier seiner Soldaten und Unterthanen Bluth sparen wollen / wie viel mehr soll ein Christlicher Potentat mit Christenbluth sparsam und behutsā umbgeben? Ich wolte sie erinnern an den Spruch des Livii / d' da sagt: simul parta et sperata unius horae fortuna evertere potest. Ich wolte ihnen zu Gemüthe führen die Rede beym Quinto Curtio. Cave ne dum ad culmen venire contendis / una cū ipsis ramis / quos cōprehenderis / decidas. Und wenn ich ein Jesuit wäre / so wolte ich König Casimir und der gantzen Polnischen Ritterschafft zu Gemüthe führen / daß die Schweden Soldaten seyn / daß ihre Vorfahren wol eher aus den[207] Schwedischen Steinklippen hervor gangen / und ihre Speise auff den Italiänischen Feldern in die Erde gestecket haben, daß der Wolff nichts darnach fragte / wenn schon der Schaffe viel seyn daß es den Schweden gemeiniglich gehe / wie den Kauffleuten / welche einmahl Panquerot spielen / oder Schiffbruch leiden / die nehmen sich hernacher desto besser in acht / handeln desto behutsamer / und werden offte reicher / als sie zuvorn gewesen sind. Ich wolte ihnen remonstriren / daß der Churfürst von Brandenburg ein mächtiger Herr sey an Land und Leuten / und fast den siebnden Theil des Römischen Reichs besitze. Ich wolte zu Gemüthe führen / wie nach der Nördlinger Schlacht / und dem getroffenen Prager Frieden / als Gustav Horn / das Häupt der Schwedischen Armee gefangen war / als Hertzog Bernhard starb / als Landgraff Johann per varias artes von der Armee abduciret wurde / jederman die Schwedische Armee habe verschlingen wollen: Allein / da sie gesehen / daß es heiße: Vogel friß / oder stirb / da hat sie die Desperation damalß zu rechten Soldaten gemacht / und zu grossen Heldenthaten aufgemuntert / Ich wolte ihr zu Gemüthe führen / was Seneca saget: Nullus perniciosior est hostis, quàm quem audacem angustiæ faciunt, longeque violentius semper ex necessitate, quàm ex virtute corrigimur. Majora aut certè paria conatur animus magnus & perditus. Ich wolte ihnen zeigen / daß die Schweden ihre Pferde binden an die Polnischen Zäune; Die Pohlen aber werden viel zu thun haben /[208] biß sie durch und über die Schwedische Scheren und Steinklippen kommen. Als hie bevor zwischen König Gustavo und König Sigismundo induciae gemacht wurden / war ich eben in Preussen / und es waren damals die zerschnittene Wämbser sehr gemein. Als ich nun zu Dantzig in ein Wirtshaus kam / da aßen zween Polen und discurrirten mit einander. Der eine sagte / wir haben einen Frieden gemacht / der unser Cron nicht reputirlich ist / der ander sagt: Wir müssen sehen / daß wir desto grösser Ehre einlegen in einem Zug wieder den Türcken. Bey diesem Kriege ist nichts zu erjagen. Dann bekompt ein Schwede einen Polen gefangen / so findet er bey ihme für zwey oder drey Mann Kleidung: aber wenn du einen Schweden oder Teutschen gefangē bekömst / so hat der Huren Sohn das Wambs so zerschnitten / daß du nichts draus machen kanst. Ich wündsche zwar der Stadt Dantzig alles Liebes und Gutes / von gantzem Hertzen und von gantzer Seelen. Denn ich habe in allen Ständen viel liebe / werthe / alte Freunde darin wohnen. Allein / wann sich diese Stadt auch wolte zu hoch erheben / und hoffärtig werden / und den Frieden hindern, wolte ich ihr rathen / sie solte sehen / daß der Bogen nicht breche / wenn er zu hoch gespannet werde. Ich wolte ihr zu Gemüthe führen / wz Johannes Dantiscanus / Culmensis olim et Varmiensis Episcovus / personam Jonae prophetae mutuatus / der Stadt Dantzig gleichsamb propheceyet hat / da er saget: Urbs nova, dives opum Danti cum sive Gedanum, Accipe, divinâ quæ tibimente loquor.[209]


Est benè tempus adhuc, si non peccata relinques.

Hoc quibus exundas tempore, fracta rues.

Crevisti citò: sic etiam superis malè grata, repentè

Decresses: Instant jam tua fata tibi.

Impietas, fastus, luxus, tria monstra ruinam

Jam tibi, nî fuerint prorsus abacta, parant.

His tribus es jam facta tumens, effrænis & exlex,

Hinc quodcunque libet licere, putas.

Parsque tui potior tribus his est plena Senatus.

Humor hic in plebem deviùs indè fluir.

Interiisse prius funditus ista,

Cum populis urbes, oppida, regna liquet.

Hæc nequit omnipotens tria ferre diutius in Te.

Quæ nisi pepuleris, Te gravis Ira manet. etc.


Ich halte dafür Ninive sey eine Stadt gewesen / grösser als Amsterdam / grösser als Londen / grösser als Pariß / Da aber der Prophet Jonas von Ninive weg kam / und die Leute sich besserten und Busse thaten / hernach aber die vorige Sünde und Missethat wieder trieben / da muste der Prophet Nahum aufftreten / und sagen: Meinestu / du seyst besser denn die Stadt NO der Regenten / die da lag an den Wassern / und rings umbher Wasser hatte / welcher Mauren und Veste war das Meer. Mohren und Egypten war ihre unzehlige Macht. Put und Lybia war deine Hülffe / noch hat sie müssen vertrieben werden / und gefangen wegziehen / und sind ihre Kinder auff allen Gassen erschlagen worden / und umb ihre Edlen warff man das Loß / und alle ihre Gewaltigen wurden[210] in Ketten und Fesseln gelegt / Es hat die Stad Dantzig Anno 1638. zur Demuth ermahnet Elisaeus Aurimontanus ein Dantziger Kind / in einer Epistel / darinnen Er unter andern saget;

Vicinam aspice Pomeraniam, & in eâ potentissimam quondam Metropolim quære Julinum, præclarum (:teste Crantzio:) Vandalorum Emporium, circa annum Christi nongentesimum, tantis opibus, mercatorumque negotiis frequens, quale vix tota habuit Europa, solâ Constantinopoli exceptâ; quare, inquam, nunc tantam Civitatem, & ne locum quidem ejus facile inveneris. Cæterùm quot nostro hoc seculo in Belgio & Germaniâ præstantissimas civitates, nobilissimas arces, munitissima propugnacula, quâ ingenium & astus, quâ obsidia & fames, quâ ferrum & flamma decepit, domuit, expugnavit, delevit? Ne itaque mœnibus tuis & vallis superbias: Ne dixeris? Civitas Dantiscum est; & mansura civitas est. Magdeburgum memoriâ repete: Quantarum erat illa urbs viriu? Quàm vastis circundata vallis? quàm firmis coronata muris? quàm altis obducta fossis? quàm multis cincta propugnaculis? quantisque animis virisque instructa, tot olim Imperatorum ducumque belli despectrix? & quàm paucę interfluxerunt horæ inter urbem hanc magnam & nullam? An Magdeburgô munitiorem civitatem tuam existimas? Si oportuna liberi Maris vicinitas majores animos sumere jubet; Ad modestiam OSTENDA te & RUPELLA vocant: [211] Ita hæc illaqueatum innodatum vinculis maro vidit, ut potentissimi Regis spe & ventis inflara classis iis rumpendis fuerit impar, adeoque etiamnum mare clausum libellis editis Angli fateātur: si commoditate portus tui Nobilitatem Polonam nō posse carere existimas; vide ne erres: Fortè viam mōstrabit neccessitas, & alibi, ubi minimè speras, portum aperiet. Antvverpia te terreat: ostendit circa illam elatis Hispanis Betavorum industria, portuum celebritatem non tam in situ locorum, quàm voluntate Dominantium positum esse. Plurima nimirum temporum occasio immutat, multaque non rarò etiam Regno utilia, tollunt Reges, ne nimium fastui alterius concessisse videantur etc.

Diese und andere Dinge wolte ich den Herrn Dantzigern zu Gemüthe führen / Summa / wenn ich auff einem hohen Berge zwischen beyde Armeen stünde /wie Abner auff dem Hügel Amma / der für Giah liegt / auff dem Wege zur Wüsten / Gibeon. 2. Sam. 2. so wolte ich ihnen zu ruffen / wie Abner dem Joab: Soll denn das Schwerdt ohne Ende fressen? weissestu nicht / daß hernach möchte mehr Jammers werden? wie lange wiltu dem Volcke nicht sagen / daß es ablasse von seinen Brüdern? Ich wolte beyden Königen / deren Vor-Eltern und Anverwandten unter einem Hertzen gelegen / und von einem Geblüthe her kommen / zu ruffen und sagen: Macht Frieden / macht Frieden / oder ihr werdet allesampt bey diesem Kriege keine Seide spinnen: Sed victus peribit / et victor flebit. Wolten[212] dann die Unruhige und Bluthdurstige Esauwiter fernere Auffwickelung machen / und mehr Bluthvergiessung anrichten / so wolte ich dem Schweden zu ruffen / wolan. Im Nahmen unsers GOttes werffen wir Panier auff. Mit GOtt könnet ihr über die Mauren springen / ich wolte ihnen für Augen stellen den Königlichen Propheten David / welcher im 44. Psalm frey herauß bekennet / daß seine Vorfahren das Land Canaan haben eingenommen / nicht durch Schwerdt. Ihr Arm sagt er halff ihnen nicht / sondern deine Rechte / dein Arm und das Licht deines Angesichts / denn du hattest Wohlgefallen an ihnen. Und ferner sagt Er: Durch dich wollen wir unsere Feinde zerstossen / in deinem Nahmen wollen wir untertreten / die sich wieder uns setzen / denn ich verlasse mich nicht auff meinen Bogen / und mein Schwerd kan mir nicht helffen / sondern du hilffest uns von unsern Feinden / und machest zu schanden die uns hassen. Ich wolte ihnen zu ruffen / sie solten es machen / wie der König Assa / als Er wieder die grosse Menge der Mohren zu Felde zog / thäte er ein eifriges Himmelauffreisendes Gebeth / und sagt: HErr / es ist bey dir kein Unterscheid / helffen unter viel / oder da keine Krafft ist / hilff uns HErr unser GOtt / denn wir verlassen uns auff dich / und in deinem Nahmen sind wir kommen wieder diese Menge. 2. Chron. c. 14. v. II. Mein Herr versicher sich / die Schweden sind noch nicht alle todt. Ast manū de Fabula: biß hier Schuppii Wörter und Meinung: als der es zu seiner Zeit allzu hoch gespannet hat; angesehen die weit gefährlichere[213] nachfolghende Zeit nicht einmahl so schädlich gewesen ist / als wie es zur selbigen Frsti ihr eingebildet hat. Doch wer weiß / was die vorhandene Zeit noch geben möchte: wie wohl ich für mich dem lieben und übelgeplagten Lande kein übels noch böses wünschen kann oder mag / ohne was gleich wohl die vielfältigen Wunderzeichen für sich dreuen. Davon in meiner neuen Welt-Beschreibung: als wo unter andern gedacht wird von einem Steine / so von sich selbst unlängst einen Berg hinan gegangen ist. Ein verkehrtes mit demē / das in der Bibel stehet im Daniele / wie ein Stein vom Berge von sich selbst herunter fallen und alles zuscheitern werde. Item daß man beym Adam Oleario lieset im Persianischen Rosenthal lib. 7. fol. 154. Von einem Steine / so sich selber vom Berge herunter geweltzet hat für die Höle / darinnen der erstgeborne und von der Mutter heimlich verstackte Abraham verbörgen worden. So könte es auch mit nachfolgenden nicht allerdings über ein. Nemlich man lieset beym Zeilero in Miscell. pag. 442. etc. Es schreibet Balthasar Ernerus / in seinem Valerio Maximo Christiano / lib. 7. c. 8. Summar. 7. daß Käyser Maximilianus I. und sein Sohn Philippus I. König in Hispanien / zu Brüssel / in des Pallasts innern Orth / sich befunden / von einer wichtigen Sache zu berathschlagen. Bald habe der Windt einen grossen Stein aus der Wand geschlagen / so zwischen beide Potentaten gefallen. Der König Philippus habe den Stein auffgehebt / und mir seinem Herren Vater / dem Käyser / weiter geredet;[214] Der Windt aber hatte stracks an das Stücke des Steines / so Philippus in Händen gehabt / gestoßen / und solches zerbrochen. Darüber dann der König / zum Käyser / gesagt habe / dieses zeiget an / daß Euer Liebbd meiner Kinder Vater werden wird. Welches denn auch nicht lang hernach wahr worden; in dehm Philippus gestorben / und seine Pupillen dem Herrn Vater hinterlassē hat. (Doch / kömpt das Zeichen gleich verkahrt / so scheinet doch die Außdeutung denen vorigen Gemeß. Und so weit vom Pohlen; ein mehrers dicto loco / und im Wunder ABC. und Welt-Chronicke dieses 1666. Jahres. Und des / folgendē / mit Gottes Hüllfe / Jahres.

Quelle:
Praetorius, Johannes: Anthropodemus plutonicus. Das ist eine neue Welt-beschreibung [...] 1–2, Magdeburg 1666/67, S. 181-215.
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