Zweiundzwanzigstes Kapitel.

[171] An diesem selbigen Tage stand an einem der hohen Fenster des Schlosses Blankenburg, von denen aus man die weiteste Aussicht über das weiße, im Sonnenschein glänzende Land hatte, eine sehr vornehme Dame und sehr sorgenvolle, durch Kummer und Verdruß schwer bedrückte Gattin und Mutter: Frau Philippine Charlotte, Schwester des Königs Friedrich des Zweiten in Preußen, Gemahlin Seiner Durchlaucht des Herzogs Karl des Ersten von Braunschweig-Lüneburg.

»Weh, Niedersachsen, weh!«

Jawohl, auch diese Fürstin der Niedersachsen hatte wohl Grund und Ursache, das Wort aus tiefster Seele mitzuseufzen. Heute ruht sie sanft, nach langem, unruhvollem Leben, im Dom von Sankt Blasius in der Stadt Braunschweig bei neun von ihren dreizehn Kindern, von denen zwei Söhne auf dem Schlachtfeld gefallen sind und einer ihr ertrunken ist, weil sie ihn gelehrt hatte, sein Dasein nicht höher zu achten, als das seiner Mitbrüder auf der Erde. –

Sie trug das Kind, welches später Prinz Leopold, Kommandeur des Regiments von Dieringshofen zu Frankfurt an der Oder sein sollte, an diesem Tage auf dem Arm in der Fensternische, während drei von ihren jüngsten Prinzessinnen in einem Winkel des weiten glänzenden Gemaches ihre Spiele trieben, doch etwas verschüchtert und so leise als möglich, denn maman war nicht allein mit ihnen. Ein schwarzgekleideter, geistlicher Herr aus Braunschweig war zum Besuch gekommen[172] und stand neben der Frau Mutter und Brüderchen Pold da am Fenster und sie redeten eindringlich, doch gar nicht vergnüglich miteinander, maman und der ihnen wohlbekannte und vertraute geistliche Herr.

»O quelle ignominie, quel déshonneur, welche Schmach und Schande, Herr Abt, hier so in Sicherheit stehen zu müssen und auf der Höhe in der Stille den Jammer des Landes dort unten um so lauter im Ohr zu haben! O Hastenbeck! Hastenbeck! Hastenbeck! Hochwürden, da unten in Dorf und Hütte ist kein Weib mit dem Feind im Haus, das nicht von der armen Philippine Charlotte in ihrem Asyl von Richelieus Gnaden und rapacité um ihr Elend beneidet wird!«

Er war wahrlich auch nicht um Trost zu bringen von Braunschweig gekommen, der Herr Abt Jerusalem. Abgesendet hatte man ihn, um womöglich solchen von dem Landesherrn zu holen. Den ganzen Morgen hatte er mit Seiner Durchlaucht verhandelt über die Zustände seiner Landes- und Residenzstadt und nur das Wort gehört:

»Sehet zu, wie ihr euch durchschlaget! Unser lieber Geheimerat von Schrader wird ja auch für die Herren Professoren von unserem Collegio Carolino sein möglichstes tun. Sie müssen sich aber wie wir selber besserer Zeiten getrösten und Geduld haben. Es werden doch mit Gottes Hilfe einmal wieder für uns alle pläsantere Tage kommen, Herr Abt.«

Er war ein trefflicher Kanzelredner, der Abt von Riddags-Hausen, Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem; aber bei Seiner Durchlaucht Herzog Karl in seinem Asyl auf Schloß Blankenburg half ihm unter laufenden Umständen die Gabe, der Menschen Seelen zu bewegen, zu nichts, und es war dem hohen Herrn eigentlich auch gar kein Vorwurf darum zu machen.

In dem Zimmer der regierenden Frau Herzogin redete er wie ein Freund zur Freundin, und sie sprachen auch deutsch miteinander – eine Zunge, die sonst wenig am herzoglich[173] braunschweigischen Hofe bekannt zu sein schien, jedenfalls wenig daselbst vernommen wurde – auch mit dem Franzos als unverschämtesten Feind im Lande und – bei Hofe.

Von der letzten Plünderung der Stadt Halberstadt gerieten sie auf die Kinder, die zu Hause und die draußen in der Fremde und im Felde. Sie waren ja alle, diese Prinzen und Prinzchen, Prinzessinnen und Prinzeßchen, die Zöglinge, die dankbaren Schüler und Schülerinnen des Mitgründers des berühmten Collegium Carolinum. Der Abt von Riddagshausen hatte längst den kleinen Leopold auf dem einen Knie, als Philippine Charlotte ihm vertraulich die Hand auf das andere legte, da sie von dem eigentlichen, dem wirklichen Sieger bei Hastenbeck, ihrem Erbprinzen Karl Wilhelm Ferdinand, auf das »arme Kind in Weimar« kam.

»Ach die Amalie!« seufzte die Frau Herzogin. »Ach, Jerusalem, wenn ich diesen Sonnenschein noch im Hause hätte, so würde sich alles auch leichter tragen lassen. Aber jetzt ist das ja auch noch eine neue Sorge bei Tage und bei Nacht zu den übrigen. In solchen Zeiten sie mit ihren achtzehn Jahren, er mit seinen neunzehn – der schwächliche kränkliche junge Mann und das wilde, liebe Mädchen dort auf ihrem Thrönchen in Thüringen! Welch eine Mutter hätte wohl ein gutes Kind mit mehr Sorgen und Angst in die Ehe und die Welt ziehen lassen müssen, als ich?«

Nun hätte der Herr Abt fast seinerseits der hohen Frau die Hand aufs Knie gelegt, als er jetzt seinerseits von der Anna Amalie in Weimar Tröstliches, Löbliches, Liebliches und – Hoffnungsreiches berichtete. Er erhob sie aber lieber doch nur zur Beteuerung, als er aus eigenster Kenntnisnahme und Erfahrung als Lehrer und Beobachter in innigster Überzeugung behauptete: Ihre Herzogliche Durchlaucht von Sachsen-Weimar werde allem sich gewachsen zeigen, was ihr die Gegenwart und die Zukunft bringen könne.[174]

Die regierende Herzogin von Braunschweig nickte hierzu wohl:

»Ja, ja, ja, Hochwürdiger!« aber sie seufzte doch auch wieder: »Und nun ist auch der Enkel gekommen – zu dem kranken Mann das liebe Kindchen, in Tagen, wo monsieur de Soubise ungebeten sich selber zum Taufschmaus hätte einladen mögen! Dem hat nun wohl mein Herr Bruder durch Roßbach ein Ende gemacht; aber seit Roßbach sind wir nun auch ohne Nachricht aus Weimar hier in unserem – Asyl!«

»Voilà papa, maman,« sagte der kleine Pold, den Abt Jerusalem schnell von seinem Knie auf den Teppich stellte. Herzog Karl der Erste war ins Zimmer getreten – noch immer der schöne, stattliche Herr – sonst ein fröhlicher Mann, leuchtenden Auges, ein Mann von Geist und Geistesgegenwart in allen Sachen, die das Leben licht und heiter machen, in Künsten, Wissenschaften und dergleichen wohl bewandert, ein Mann von unbegrenztem Wohlwollen, wo es nicht gegen seine Bequemlichkeit und seine fürstlichen Launen ging: gegenwärtig aber doch auch nur ein Mann der Trübsal und des Elends.

Er trug einen Haufen Papiere – Briefschaften und Dokumente in der Hand. Die Unterhaltung wurde von jetzt an wiederum in französischer Sprache geführt.

»Wieder böse Nachrichten, Charles?« fragte die Herzogin, angstvoll dem Gatten in das finstere Gesicht blickend.

»Es bestätigt sich alles,« rief der Herzog. »Bruder Ferdinand ist auf dem Marsch nach Celle. Er hat bei Stade meine braven Generale Imhof und Behr, die bei ihrem Eide gegen ihren Landesherrn ausharren wollten, gefangen gesetzt. Er hat die Regimenter – meine Regimenter – von den Hannoveranern umringen lassen, und sie ihm, meinem Herrn Bruder, schwören lassen! Euer Liebden, er hat unseren Sohn, den Erbprinzen, in sein Hauptquartier gelockt und ihn bewogen, das Kommando über meine Truppen zu übernehmen, und mein Sohn Karl Wilhelm Ferdinand hat es getan –«[175]

»Und wird unter unseres Bruders Ferdinand Fahnen Hastenbeck rächen und uns, seine Eltern, seine Brüder und Schwestern, aus diesem – Asyl, diesem Unterschlupf der Schmach und Schande erlösen!«

»Derweilen aber sind wir fürs erste noch in Richelieus Hand und Gnaden; hier, Philippine! Da lesen Euer Liebden, was die Herren Franzosen uns aus unserer fürstlichen Residenzstadt Braunschweig zu schreiben belieben.«

Mit bebender Hand nahm die Fürstin das Schreiben, las mit zuckenden Lippen, nickte:

»Sie sagen sich los von der Neutralisierung der Grafschaft Blankenburg, wenn der Herzog von Braunschweig auch seinerseits die Konvention von Kloster Zeven bricht. Sie erklären ihn mit seiner Familie für kriegsgefangen und werden auch sein Land für sein Verhalten mit verantwortlich machen ... Charles, Charles!«

Der Herzog lachte, wie man beim Vortrag eines solchen historisch-politischen Dokuments eben zu lachen pflegt. Dabei wendete er sich zu seinem Gast in seinem Asyl.

»Da hören der Herr Abt selber, was ich Ihnen nach Braunschweig zum Trost für unsere getreuen Untertanen mitzugeben habe. Auch die Herren Professoren von unserem Collegio Carolino werden sich, was ihre gegenwärtige Sustentation anbelangt, wie ich Euer Hochwürden schon gesagt habe, an das halten müssen, was der Herzog von Ayen auch für sie von unserem landesfürstlichen Einkommen überlassen wird.«

»Aber, wie auch ich Euer Durchlaucht bereits berichtet habe,« rief der Abt von Riddagshausen, »in Braunschweig wußte man, daß der Graf von Villeneuve, den der Herr Marschall von Richelieu sein Korps bei Winsen an der Luhe hatte zusammenziehen lassen, von dort im fluchtartigen Rückzuge begriffen sei. Man wußte, daß Seine Durchlaucht Herzog Ferdinand den Marschall selber zum Aufgeben seiner Stellung[176] gezwungen habe. Hochfürstliche Herrschaften, man lebt in Dero getreuer Landesstadt der festen Hoffnung, daß bis zum Frühjahr kein Feind mehr im Lande zu finden sein werde.«

»Aber wir bis dahin hier und mein Land doch in des Feindes Klauen, sous les griffes de l'ennemi, monsieur l'abbé! Oder ich mit meiner Familie auf dem Wege nach Paris unter französischer Dragoner-Eskorte als liebwerteste Gäste Seiner Majestät des Königs Louis des Fünfzehnten, hochwürdiger Herr!«

»Davor sei der liebe Gott!« stammelte Jerusalem. »Das wird er nicht zulassen! Was aber Dero getreue Staaten anbetrifft, so hat Seine Majestät von Preußen den Marschall von Richelieu wissen lassen: für jedes Dorf, das in den Landen Braunschweig und Hannover in Flammen aufgehe, werde auch eines in Böhmen angezündet werden. Und wir hoffen und vertrauen, als wie auf einen Helfer gesendet vom Gott der Heerscharen, auf Dero Herzoglicher Durchlaucht glorwürdigen Herrn Bruder Ferdinand, Seiner Majestät in Preußen jetzigen berühmten Mitfeldherrn im Lager bei Stade! O hochfürstliche Herrschaften, nur noch ein klein Stündlein Geduld! Der Herzog d'Ayen in Braunschweig hat dem Herrn Bürgermeister bei der letzten Audienz auch nicht seine große Unruhe verhehlen können wegen des Anmarsches der hohen Allierten heraus aus – der Konvention von Kloster Zeven.«

»Nicht weinen, maman!« klang jetzt plötzlich die helle Kinderstimme des Prinzen Leopold in den sonoren Kanzelton des hochwürdigen Abts von Riddagshausen. »Oncle Frédéric in Berlin hat viele, viele Soldaten, und ich will auch sein Soldat werden. Soeur Amélie hat auch viele, viele Soldaten, und Papa hat auch viele, viele Soldaten! Und großer Bruder Charles Wilm Ferdi ist auch Soldat, und Bruder Frédéric ist auch Soldat, und wir wollen alle maman helfen. Ich auch! Ich fürchte mich auch vor nichts, wie Papa und Mama und oncle Frédéric und Schwester Amélie und die großen Brüder.[177] Man soll sich vor gar nichts in der Welt fürchten, nicht wahr, maman?«

Wir haben es schon erzählt: nach Hastenbeck hatte diese Mama, diese stolze Mutter ihren Erstgeborenen mit den Worten geschickt: »Ich verbiete Euch, mir wieder vor die Augen zu kommen, wenn Ihr nicht Taten getan habt, Eurer Geburt und unserer würdig!« Fünf Jahre vor Jena hat sie Gott gnädig von der Erde fortgenommen, aber die Schlacht bei Vellinghausen und die eisschollentreibende donnernde Oder hat er ihr nicht erspart. Gefürchtet hat sie sich nicht; aber soviel und mehr Angst, Sorge, Schmerzen, Kummer und Elend, wie andere Erdenweiber, hat sie auch getragen! –

»Herr Referendarius von Fritsch aus Weimar bittet um die Gnade,« meldete in diesem Augenblick aus dem Vorzimmer der Heiduck, und Philippine Charlotte von Hohenzollern stürzte dem Boten von Anna Amalie aus Weimar mit ausgebreiteten Armen entgegen:

»Fritsch?! Sie selber als Kurier? Was bedeutet das? Mon dieu – was, was, was?«

»Königliche Hoheit, die durchlauchtigste Frau Herzogin und der junge Prinz befinden sich nach Wunsch,« sagte Herr von Fritsch, der Mutter einen Brief der jüngstverheirateten Tochter überreichend.

»Gott sei gelobt!«

Mit einem Blick auf den geistlichen Herrn aus Braunschweig fuhr der Bote aus Weimar, an den Herrn Vater der jungen Frau sich wendend, fort:

»Seine Exzellenz der Herr Graf von Bünau haben nur den Wunsch gehabt, daß ich Eurer Herzoglichen Durchlaucht über sonstige demnächstige leider mögliche Umstände und Ereignisse auch mündlich Nachricht geben möge.«

»Der Herzog Ernst?« ... fragte Herzog Karl, und der junge Weimarsche Beamte, auf einen Wink näher an Serenissimus[178] herantretend, sagte: »Das Befinden Seiner Durchlaucht gibt leider mehr und mehr zu schweren Sorgen Anlaß, und der Herr Graf wünscht jetzt schon den erhabenen Rat Eurer Durchlaucht bei eintretender höchster Kalamität in betreff von Vormundschaft und Familienfreunden für Dero erlauchten Enkel.«

»Liebe Philippine –« rief Herzog Karl, doch die regierende Frau rief:

»Kommen Sie, Jerusalem, Sie sind in den Häusern Braunschweig und Weimar auch Familienfreund! Wir wollen zuerst unserer Amalie Brief lesen.« –

Die Gruppen sonderten sich. An dem einen Fenster hielt sich der Herzog im eifrigen Gespräch mit dem Abgesandten des Herzoglich Weimarschen Staatsministers, in der anderen Fensternische saß Serenissima mit ihrem Brief, umringt von ihren Prinzessinnen Elisabeth Christine, Friederike Wilhelmine und Auguste Dorothee, deren allzu heftigem Zudringen der Abt von Riddagshausen vergeblich zu wehren suchte.

Es war ein langer Brief, den Anna Amalia von Sachsen-Weimar über ihren ersten Jungen und sich geschrieben hatte. Zwischen Weinen und Lachen brauchte die Frau Mutter auch eine ziemliche Weile, ehe sie mit ihm zu Ende kam. In dieser Fensternische war die Not der Zeit für einen kurzen Moment nicht mehr vorhanden. Und zuletzt, ehe der Herzog sich mit dem Herrn von Fritsch in sein Privatkabinett zurückzog, fand sich sogar auch noch Zeit für etwas, was weder die Hohenzollern, noch die Welfen, noch die Wettiner persönlich betraf. Es blieb Zeit für – die Wackerhahnsche und ihre im Unterschlupf des Hauses Braunschweig mit Asyl suchenden Schützlinge, den herzoglich braunschweigischen Blumenmaler Pold Wille und das Bienchen aus dem Boffzener Pfarrgarten, Jungfer Hannchen Holtnicker, verehelichte Wille!

»Wie kommen Sie denn hierzu, monsieur de Fritsch?«[179] fragte Philippine Charlotte, das in dem Unterrock der Hexe vom Landwehrturm sehr zerknitterte und durchaus nicht reinlicher gewordene Handschreiben der Frau Gräfin von Stolberg-Stolberg in der Hand.

Es war der spätere Antonio des späteren Weimarschen Staatsministers von Goethe, welcher jetzt den Brief der Frau Gräfin der Frau Herzogin auf Schloß Blankenburg überreicht hatte.

»Was schreibt Ihre Erlaucht mir denn da? Sie empfehle die Leute meinem Mitleid und dem Wohlwollen meines Gemahls, und ich solle mir die Historie von der alten Frau selber erzählen lassen, sie sei des Anhörens wert? Haben Sie uns denn dem mir in diesem Billett angekündigten Besuch auch als Eskorte gedient, mein lieber Herr von Fritsch? Nun, der Frau und dem Kinde geht es wohl; Sie sind mir heute ein solcher freundlicher Bote, daß niemand in der Welt sich einen günstigeren maître des cérémonies bei uns hätte auswählen können, als wie Sie, mon cher monsieur de Fritsch.«

»Ich traf die Leute am Grenzpfahl, schon auf Dero Königlicher Hoheit schützendem Gebiet. Eine junge Dirne habe ich auf meinen Schlitten genommen, einen jungen Mann und eine seltsame alte Dame durch meine Begleitmannschaft und Diener auf den ihrigen mit hierher gebracht. Die Jungen waren dem Tode nah, doch warten sie nun mit der alten Frau im Schloßhofe auf Eurer Königlichen Hoheit und Seiner Herzoglichen Durchlaucht Befehle, Gnade oder Ungnade.«

»Aber Euer Liebden,« meinte Herzog Karl, jetzt von seinem Fenster und dem Schreiben des Weimarschen Staatsministers Grafen von Bünau, Exzellenz, zu seiner Gemahlin tretend, »ich möchte wirklich erst mit Ihnen über unsere eigenen Affairen reden! Monsieur de Fritsch wird –«

»Herr Abt,« wendete sich die Herzogin zu ihrem würdigen Berater und Freunde, »würden Sie wohl die Güte haben,[180] sich nach den näheren Umständen dieser malheureusen, uns vom Himmel zugesendeten Kompagnie vorerst etwas des genaueren zu erkundigen?«

Die erlauchten Herrschaften zogen sich mit dem jungen Gesandten des Grafen von Bünau in die »innersten Gemächer« ihres »Asyls« zurück: Jerusalem stieg in den Schloßhof hinunter, den Brief der Frau Gräfin von Stolberg jetzt als sein Beglaubigungsschreiben an die Wackerhahnsche mit sich nehmend.

Quelle:
Wilhelm Raabe: Sämtliche Werke, 3 Serien, 18 Bände, 3. Serie, Band 6, Berlin o. J. [1916], S. 171-181.
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