Dreiundzwanzigstes Kapitel

[212] Albrechts nächste Sorge war gewesen, sich in dem Restaurant eines separaten Kabinetts zu versichern. Es hätte so großer Eile nicht bedurft: sämtliche vier, derer sich das Lokal rühmte, standen zu seiner Verfügung. Einen behaglichen Aufenthalt versprach freilich keines: die Tapeten zeigten häßliche, wie es schien, von Feuchtigkeit herrührende Flecke; die Überzüge der alten, unschönen Möbel bedenkliche Risse, in den abgeschabten Teppichen klafften große Löcher; die Versicherung des schäbigen, vermauserten Kellners, – ein zweiter ließ sich auch diesmal nicht blicken – daß sich bei voller Beleuchtung alles viel besser und wunderschön ausnehme, klang nicht sehr glaubwürdig.

Und dann, sagte der Mann, wir legen auf die Ausstattung weniger Wert; unser Ruhm sind unsere Küche und unser Keller.

Ein schwacher Trost für Albrecht, dem der Sinn wahrlich nicht nach Essen und Trinken stand, und der nun doch ein Langes und Breites mit dem umständlichen Alten über das Souper verhandeln mußte. War doch das Souper der Rechtstitel, auf den hin er sich den Aufenthalt in dem fürchterlichen Kabinett erkaufte! Klotildens Rat folgend, bestellte er drei Couverts: für sich, seine[212] Braut und deren Bruder. Er werde einige Minuten vor neun kommen, sich zu versichern, daß alles in gewünschter Ordnung sei. Der Alte beteuerte, der Herr Graf werde seine Erwartungen übertroffen sehen.

Um sich Klara gegenüber für sein Ausbleiben am Abend zu entschuldigen, hatte er eine gesellige Zusammenkunft mit ein paar Kollegen vorgeschützt. Er erschrak aufs heftigste, als am Sonnabend vormittag der Direktor durch den Schuldiener herumsagen ließ: er müsse die für heute nach dem Schluß der Stunden anberaumte Konferenz auf den Abend verlegen und bitte die Herren Kollegen um pünktliches Erscheinen, da sehr wichtige Dinge zur Beratung, resp. zur Entscheidung ständen, und die Sitzung voraussichtlich geraume Zeit in Anspruch nehmen werde.

Albrecht kannte nur zu gut eines dieser wichtigen Dinge.

Der seiner besonderen Sorge empfohlene und anvertraute jüngste Sohn des Sudenburg'schen Hauses war, nachdem er sich längere Zeit gut gehalten, in seine angewohnte Liederlichkeit zurückgefallen und hatte sich Vergehen gegen die Schuldisciplin zu schulden kommen lassen, die nicht ungeahndet bleiben durften. Die Wage schwankte nur noch zwischen der Relegation und dem consilium abeundi. Albrecht hatte sich darauf vorbereitet, heute mittag für das mildere Urteil zu plaidieren, so hoffend, dem würdigen Manne, in dessen Hause er als Freund der Familie verkehrte, das Äußerste ersparen zu können. In diesem Sinne hatte er mit dem über den neuen Schlag ganz gebeugten Vater gesprochen und war von ihm des innigsten Dankes im voraus versichert worden.[213]

Was nun beginnen? Der Konferenz fern bleiben, schien unmöglich; die Verabredung mit Klotilde war nicht rückgängig zu machen, da sie heute keinen Brief mehr erwartete, also auch auf dem Postamt nicht nachfragen würde, und, direkt an sie zu schreiben, das teure Geheimnis jedem blöden Zufall preisgeben hieß. In seiner verzweifelten Ratlosigkeit dachte er einen Augenblick daran, Adeles oder Stephanies Vermittelung anzurufen; aber Klotilde hatte ihm geschrieben, wie kläglich ihr Versuch, die erstere in ihr Interesse zu ziehen, abgelaufen sei; und ihre Klage über die Strafpredigt, die ihr Stephanie gehalten, war noch bei ihm in zu frischer Erinnerung. Wiederum eine Entschuldigung, welche immer sie sei, würde, ja – wie er sich selbst eingestand – konnte der Direktor in diesem Falle nicht gelten lassen. Er riskierte, blieb er der Konferenz fern, nicht weniger als eine Disciplinar-Untersuchung, vielleicht Schlimmeres.

Dennoch, hier war keine Wahl. Er wollte, in der letzten Stunde, ein Billet an den Direktor schreiben und ein plötzlich eingetretenes, heftiges Unwohlsein vorschützen.

Um acht Uhr sollte die Konferenz beginnen; um acht Uhr verließ er seine Wohnung, sich nach dem Restaurant auf den Weg zu machen. Klotildens Rat folgend, hatte er eine Droschke auf Zeit genommen, in der sie auch die gemeinschaftliche Rückfahrt antreten wollten, während sie die, mit der sie selbst kommen würde, ablohnte.

Der dunkle Abend war windig und kalt. Ein früher Schnee stöberte in der Luft, bildete auch hier und da auf dem schwarzen, nassen Boden weißliche Streifen.[214] Die Chaussee schien ausgestorben; selten einmal, daß ein verspätetes Lastfuhrwerk oder ein Pferdebahnwagen vorüberrasselte. Die Lichter in den Laternen an den Wegseiten flackerten trübselig; in ihrem matten Schein standen die kahlen Bäume des Tiergartens rechts und links wie undurchdringliche Mauern. Als die Droschke den Bogen der Stadtbahn passierte, donnerte gerade ein externer Zug darüber weg, in Albrechts beklommenem Herzen den seufzenden Wunsch erweckend: er säße in dem Zuge mit ihr, und sie flöhen hinaus in die weite, weite Welt auf Nimmerwiederkehr. Nun ein lebhafteres Treiben auf der Straße, Lichter aus den Fenstern und Läden der Häuser zu beiden Seiten, und da hielt die Droschke vor dem Restaurant. Der Kutscher hatte jämmerlich gefahren und Albrecht würde ihn gern entlassen haben, wagte aber nicht gegen die Verabredung zu handeln.

In dem unwohnlichen, schlecht erleuchteten Saal des Restaurant spielten in einer Ecke drei Männer Karten; in einer anderen saß ein junges Pärchen, eifrig sprechend, die Köpfe dicht zusammengedrängt. Es mochte ein Student mit seiner Grisette sein, oder ein Handlungscommis mit seiner Flamme. Albrecht hatte sich nicht anders gedacht, als daß er das Lokal leer finden werden, wie die beiden ersten Male. Es war das zweifellos eine ganz willkürliche Annahme gewesen; dennoch ärgerte ihn die Anwesenheit dieser Menschen, an denen nun auch Klotilde, wenn sie kam, vorüber mußte; zu den Kabinetten konnte man nur durch den Saal gelangen.

Der Kellner schlurfte ihm entgegen in demselben, vom langen Gebrauch unheimlich glänzenden Frack, mit demselben selbstzufriedenen Lächeln auf dem schlecht rasierten,[215] dicken, dumm-pfiffigen Gesicht: zum Empfang der Herrschaften sei alles bereit.

Eine Behauptung, die sich nicht wohl rechtfertigen ließ, da in dem Kabinett noch nicht einmal die Gasflamme brannte und der runde Tisch vor dem Sofa ungedeckt stand, überhaupt alles in dem unheimlichen, dumpfigen Gemach war, wie es Albrecht bei seiner ersten Besichtigung gefunden hatte. Er ließ deswegen den Mann heftig an, den das aber keineswegs aus seinem Phlegma brachte; Albrecht mußte froh sein, als der Mann nun wirklich Tischtuch, Servietten, Teller, Gläser, Messer, Gabel, Löffel – eines nach dem andern – langsam herbeitrug und eine nichts weniger als elegant ausgestattete, kaum völlig saubere Tafel endlich zu stande kam.

Es war verabredet, daß er Klotilden vor der Thür des Hauses erwarten sollte. So ging er denn hinaus, nachdem er die Weine bezeichnet, die man bereit zu halten habe. Die Auswahl war nicht groß gewesen, aber der lächerliche Widerspruch, in welchem die Dürftigkeit der Karte mit der Prahlerei des Kellners von dem berühmten Groß-Weinlager des Restaurant stand, fiel ihm bereits nicht mehr auf.

Nun ging er vor der Thür auf und ab, fröstelnd in dem eisigen Zugwind, während ihm der Kopf brannte. Neulich an der Straßenecke hatte er nichts von der Kälte gespürt. Neulich! konnte das wirklich vor nur vier Tagen gewesen sein? Aber wie voller Sorgen und Qualen waren diese Tage gewesen! wie schlaflos die Nächte! Und jetzt der Direktor sein Billet erhalten, und er sah, wie sich die hohe Stirn des Mannes vor Zorn rötete. Und dann fiel ihm ein, woran er mit keinem Gedanken[216] gedacht hatte: der Entrüstete könne den Schuldiener in seine Wohnung schicken, ihm sagen zu lassen: in einem Falle von solcher Dringlichkeit dürfe man nicht krank sein, und er müsse unter allen Umständen kommen. Wenn er stehenden Fußes in die Stadt zurück führe, Klotilden ein Billet hinter lassend, in welchem er ihr kurz die Sachlage auseinandersetzte und sie bat, ihm zu verzeihen?

Er sah nach der Uhr: es fehlten nur noch ein paar Minuten an neun. Die Konferenz hatte bereits eine Stunde gewährt; bis er die Schule erreichte, auch wenn er von der Tiergartenstation aus die Stadtbahn benutzte, mußte mindestens wieder eine Stunde vergehen. Es hatte keinen Sinn; und da kam auch schon Klotilde.

Er hob die Dichtverschleierte aus dem Wagen und führte sie an seinem Arm durch den Saal des Restaurant nach dem Kabinett. Es ging so schnell; er durfte hoffen, daß sie die Gruppe der Spieler und das kosende Pärchen im Saal nicht bemerkt hatte. Auch machte sie, als er ihr in dem Kabinett Hut und Mantel ablegen half, nur die Bemerkung; Na, Schatz, in einem Feenpalast sind wir hier gerade nicht; aber, offen gestanden, das habe ich auch nicht erwartet.

Es war so lieb von ihr, und sie sah in dem eleganten, schwarzen Kleide, mit den von der Kälte rosig überhauchten Wangen entzückend aus; aber der Kuß, den sie ihm dann gab, deuchte ihm seltsam kühl. Es blieb auch bei dem einen, da der Kellner jetzt hereintrat und fragte, ob auf die dritte Herrschaft gewartet werden sollte? Klotilde brachte das Märchen von dem Bruder, der in dem letzten Augenblick verhindert worden sei, aber jedenfalls nachkommen werde, mit solcher Ruhe vor, daß[217] Albrecht ein wenig von der Fassung wieder gewann, die er fast ganz verloren hatte. Sie hatten Platz genommen: Klotilde auf dem verschlissenen Sofa, er ihr zur Seite auf einem der brüchigen Stühle, und das Mahl konnte seinen Anfang nehmen.

Ein Mahl, das einen Gourmand hätte zur Verzweiflung treiben müssen. Die Gerichte, welche der Mann im fettglänzenden Frack, eine unsaubere Serviette unter dem Arm, mit bedächtiger Langsamkeit in endlosen Zwischenräumen auftrug, erwiesen sich als ungenießbar, die Weine waren von der schlechtesten Sorte. Aber die beiden am Tisch hatten wichtigeres zu thun, als auf Speise und Trank zu achten: der Kellner mochte nach den ersten Gängen die unberührten Schüsseln nur wieder hinaustragen, was seinen Gleichmut keineswegs zu erschüttern schien.

Klotilde machte diese Bemerkung lachend; es war das erste Mal an diesem Abend, daß sie eine Spur von Heiterkeit zeigte. Wie sollte sie auch wohl heiter sein, wenn sie an ihre Lage denke, die mit jedem Tage prekärer werde! Seit der bekannten Scene der verunglückten Rekognoscierung habe Adele die kurioseste Miene angenommen: halb unheilschwanende Kassandra, halb barmherzige Samariterin; zu Stephanie wage sie schon gar nicht mehr zu gehen, aus Furcht, es könne zu einer neuen Handschlagsforderung kommen; Bekannte habe sie seit acht Tagen keine gesehen, da ihr Mann sich weigere, Gesellschaften mit ihr zu besuchen, und sie keine Lust habe, ihr Strohwitwentum durch die Welt spazieren zu führen. Auch müsse es binnen kurzem in dem Verhältnisse mit ihrem Manne zu einer Katastrophe kommen; daß es so[218] bleibe, wie jetzt, sei einfach eine Unmöglichkeit. Sie trage sich seit zwei Tagen mit dem Plane, unter irgend einem Vorwande ihre Eltern auf dem Gute zu besuchen, und wäre es auch nur, den Beobachtungen zu entgehen, denen sie in Berlin ausgesetzt sei, wo ihre Bekannten nach Hunderten zählten, die jetzt jedenfalls nichts eifriger hätten, als das Zerwürfnis mit ihrem Gatten zu kommentieren. Und wäre es nur das! aber sie habe die feste Überzeugung, daß sie bewacht werde. Gestern bereits zum zweitenmale, als sie ihren Brief von der Post holte, habe sie dicht hinter sich jenes Individium bemerkt, das in der Nationalgalerie so eifrig die Zeichnungen studierte. Dann sei sie zu Gerson gefahren und wahrhaftig, als sie nach einer halben Stunde das Geschäft verlassen, da stehe der Mensch wieder an einem der Schaufenster, scheinbar in Betrachtung der dort ausgestellten Roben-Stoffe versunken. Das könne kein Zufall sein. Und zu allem Unglück müsse sie nun noch seinen letzten Brief – den, in welchem er ihr die Einzelheiten der heutigen Zusammenkunft mitgeteilt – verlieren. Gestern abend habe sie ihn noch gehabt, das wisse sie bestimmt. Eine Stunde später, als sie ihn vor dem Zubettgehen verbrennen wollte – wie sie es mit allen seinen Briefen gethan – sei er verschwunden gewesen und geblieben, trotzdem sie die halbe Nacht nach ihm gesucht. Es sei ihr völlig rätselhaft. Sie zittere vor der Möglichkeit, er könne doch wieder auftauchen und in die Hände ihrer Kammerjungfer fallen, der sie gar nicht mehr traue. Sie traue überhaupt keinem Menschen mehr.

Das alles kam über ihre Lippen so gewandt und zierlich, – die graziöse Form hätte Albrecht entzücken[219] können, wäre der Inhalt nicht so unerfreulich gewesen. Und dann, in seiner Erwartung, sie werde schließlich auf das eine, was sie als endgültige Befreiung aus diesem Elend ersehne, wenigstens hindeuten, fand er sich getäuscht. Sie nippte, als sie ihr Klagelied beendet, an dem miserablen Sekt, der längst das letzte seiner spärlichen Schaumbläschen hatte aufsteigen lassen, und erklärte, nach Hause zu müssen.

Das konnte Albrecht nicht zugeben. Hatte sie ihm ihr Leid geklagt, er durfte erwarten, daß er das seine, wahrlich nicht minder große, ihr klagen durfte: die Ruhelosigkeit, die ihn peinigte im Bunde mit der fürchterlichen Sehnsucht; die mehr als menschliche Aufgabe, das Herz übervoll von solchen Empfindungen, den Kopf zerwüstet von so verzweifelten Gedanken, ruhig erscheinen zu müssen, als sei nichts geschehen; scheinbar harmlos dahinleben zu müssen an der Seite seiner verratenen, ungeliebten, aber in ihrer Bravheit verehrungswürdigen Frau, zwischen den ihn umspielenden ahnungslosen Kindern. Und an bösesten Zufällen fehle es auch ihm nicht: eben zu dieser Stunde sei etwas geschehen, habe er etwas geschehen lassen müssen, das ihn aller Wahrscheinlichkeit nach um Amt und Brot bringen werde.

Er hatte innig bewegt, zuletzt leidenschaftlich, mit Thränen in den Augen, gesprochen; aber den Eindruck, den seine Rede auf die geliebte Frau machen sollte, hatte er entschieden verfehlt. Ihr Ausdruck war immer düsterer geworden; immer finsterer hatten sich die Brauen über den gesenkten Lidern einander genähert; immer ungeduldiger hatte es um die zusammengepreßten Lippen gezuckt.[220]

Und nun, als er geendet, brach es mit einer Heftigkeit hervor, die ihn um so mehr erschreckte, als sie sich augenscheinlich Mühe gab, die vornehme Dame nicht zu vergessen.

Ja, mein Bester, das alles hättest Du doch voraussehen können, als Du mir die Ehre erwiesest, mich zu lieben; hättest an Deine brave Frau und die ahnungslosen Kinder denken sollen, bevor Du Dich in eine Leidenschaft stürztest, die Dir jetzt, wie es scheint, über dem Kopf zusammenschlägt. Jedenfalls, meine ich, bin ich die letzte, der Du mit Deinen Klagen kommen durftest. Ich leide ohnehin schon genug und meine, ich hätte es Dir deutlich genug zu verstehen gegeben. Ja, mein Lieber, da bleibt uns doch wohl nur eines übrig, und je eher wir uns dazu entschließen, desto besser ist es für uns beide.

Mehr noch, als der Mangel an Logik, den er ihr freilich auch nicht zugetraut hätte, empörte Albrecht die Lieblosigkeit, welche jedes ihrer Worte, ihn bis ins Herz erkältend, aushauchte. Aber die zornige Antwort blieb ihm auf der Zunge. Der Kellner, diesmal, wie auch sonst, keine Zeit mit Anpochen verlierend, trat ein, zu melden, daß der Kutscher im Saal sei und anfrage, wann die Herrschaften zu fahren gedächten.

Sogleich! sagte Klotilde.

Der Kellner war gegangen; die beiden standen einander gegenüber mit funkelnden Augen, bleich bis in die Lippen. Um die Klotildens zuckte ein gequältes Lächeln:

Wir haben uns in eine kindische Aufregung hineingeredet. Das ist so, wenn man bei schlechter Laune ist[221] und sie nun an dem andern ausläßt. Komm, laß uns wieder Frieden schließen!

Sie streckte ihm die Hand hin, die er stumm an seine Lippen führte.

Nun bitte, hilf mir den Mantel um – Gott, welch ein elender Spiegel! – man sieht wie eine Vogelscheuche aus – und weißt Du: ich möchte doch lieber allein fahren. Du wirst hier noch mit dem Kellner abzurechnen haben, und mir ist jede Minute kostbar. Du kannst ja dann die Pferdebahn nehmen.

Albrecht erwiderte nichts. So herzkränkend dies alles war – dem langen Tête-à-tête im Wagen mit ihr enthoben zu sein, dünkte ihm doch eine Wohlthat.

Er geleitete sie zu dem Wagen. Du schreibst mir morgen, sagte sie im Einsteigen. Er verneigte sich wortlos; das Fuhrwerk setzte sich schwerfällig in Bewegung; er kehrte in das Restaurant zurück, mit dem Kellner die Rechnung zu begleichen, über deren unverschämte Höhe er keine Bemerkung machte. In dem jähen Zusammenbruch seines Glücks spielte eine Handvoll Mark, die er zum Fenster hinauswarf, keine Rolle.[222]

Quelle:
Friedrich Spielhagen: Zum Zeitvertreib. Leipzig 1897, S. 212-223.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Dulk, Albert

Die Wände. Eine politische Komödie in einem Akte

Die Wände. Eine politische Komödie in einem Akte

Diese »politische Komödie in einem Akt« spiegelt die Idee des souveränen Volkswillen aus der Märzrevolution wider.

30 Seiten, 4.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

428 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon