Einhundertunddreiundvierzigstes Kapitel.

[201] – Ich meine, Ew. Gnaden, sagte Trim, – die Befestigungen sind nun genug zerstört, und das Bassin ist mit dem Molo gleich gemacht. – Ich meine auch, erwiederte mein Onkel Toby mit einem halb unterdrückten Seufzer, – aber geh ins Wohnzimmer, Trim, und hole mir die Stipulation, – sie liegt auf dem Tisch.

– Sie hat sechs Wochen da gelegen, sagte der Korporal, aber heute Morgen hat die Haushälterin Feuer damit angemacht.

– Dann braucht man uns also nicht mehr, sagte mein Onkel Toby. – Schlimm genug, Ew. Gnaden, sagte der Korporal, und dabei warf er seinen Spaten mit dem Ausdruck tiefster Bekümmerniß in einen Schiebkarren, der neben ihm stand; dann sah er sich nach seiner Hacke, seiner Schaufel, nach den Meßpflöcken und dem andern Kriegsgeräth um, um Alles zusammen fortzuschaffen, als – hei – ho – ein so kummervoller Ton aus dem leichtgezimmerten Schilderhäuschen zu ihm herüberklang, daß er augenblicklich innehielt.

– Nein, sagte der Korporal zu sich, ich will das morgen früh machen, eh' Se. Gnaden aufgestanden ist; – damit nahm er seinen Spaten wieder vom Schiebkarren, schaufelte mit demselben ein wenig Erde, als wolle er am Fuße des Glacis noch etwas glatt machen, – eigentlich aber um seinem Herrn näher zu kommen und sich mit ihm zu unterhalten, – lockerte ein paar Rasenstücke, schnitt ihre Seiten mit dem Spaten gerade, klopfte sie mit der Rückseite desselben wieder an und setzte sich dann dicht zu meines Onkel Toby's Füßen nieder, um folgendermaßen zu beginnen:

Quelle:
Sterne [, Lawrence]: Tristram Shandy. Band 2, Leipzig, Wien [o. J.], S. 201.
Lizenz:
Kategorien:
Ausgewählte Ausgaben von
Tristram Shandy
Leben und Meinungen von Tristram Shandy, Gentleman
Leben und Meinungen von Tristram Shandy, Gentleman: (Reihe Reclam)
Tristram Shandy
Leben und Meinungen von Tristram Shandy Gentleman (insel taschenbuch)
Leben und Meinungen von Tristram Shandy Gentleman (insel taschenbuch)