[211] Den 5ten März.
Und stehe jetzt in einer zehnmal ärgeren – in einer wahren ruchlosen Stimmung wieder auf; denn ich möchte mich gern dem Teufel übergeben, um mich von hier wegzubringen, wenn ich so gut Freund mit ihm wäre, als Doktor Faust.
»Warum hätte ich denn Sie und Ihren Kammerdiener,« überschrie der Kerl meine Flüche, als er nach neun Uhr vor mein Bette trat, »um nichts und wieder nichts aus dem süßen Schlafe rütteln sollen, da, so hören Sie doch mir! vor Nachmittags keine Postpferde zu haben sind. Was verlieren Sie denn dabei? Sie sind ja hier gut aufgehoben, und können nun die Residenz, die Bilderkammer, den Hausschmuck und die Terrasse von Monseigneur nach aller Bequemlichkeit besichtigen; denn ehe Sie mit Ihrem Frühstücke und Anzuge fertig werden, ist der Kastellan munter.«
Der Mensch blieb mir unausstehlich, er mochte vorbringen, was er wollte. Ich wies ihm die Thür, ging dreimal die Stube auf und ab, und wiederholte, wie jener Kaiser, das A.B.C. um über meinen Ingrimm Herr zu werden. Ich ward es, und machte mich um zehn Uhr auf den Weg. Alleweile, da ich zurückkomme, ist es zwei Stunden über Mittag. Mein aufgewärmtes Essen habe ich dahin gewiesen, wo es herkam; denn ich mag nicht eher[211] wieder essen, trinken und mich sonst nach einer Freude umsehen, als in Castelnaudari. Dort in dem trefflichsten Gasthause der ganzen französischen Monarchie, wie die Kenner behaupten, hoffe ich wieder Freundschaft mit mir selbst zu stiften und während eines herrlichen Frühstücks Dir den Pallast, die Terrasse, die Zimmer und Gemälde des Bischofs und seine persönlichen Amtsverrichtungen so poetisch zu beschreiben, als sie es verdienen. Habe ich doch über den heutigen halben Tag und die folgende ganze Nacht zu gebieten, um in meiner lieben heimlichen Berline, die ich eben nach langem Stillstand wieder begrüßen und nicht eher, als vor dem Thore jenes berühmten Hotels verlassen werde, meine schönen Rückerinnerungen in Musik zu setzen.