Revue

[313] Die Weiblichkeit laß ich vorüberrauschen,

Hilfsdienstmutwillige, Mädchen aus dem Land –

dem Schlagen eines Herzens will ich lauschen –

gib mir die Hand!


Ja, aber wer? In diesen Menschenwogen

schwimmt Tinchen, klein und blond, hin und zurück;

zwei linke Beine, zart und sanft gebogen –

ist das das Glück?


[314] Wie ists mit der? Gott Eros schwingt die Fackel,

die Stangen des Korsettes krachen leis,

die kurzen Finger ziehn an einem Dackel –

ein Traum in Weiß,


Und du? in schwärzlich finstrer Reife,

die Schatten dunkler Stunden im Gesicht?

Es gibt noch Menschen, die besitzen Seife –

du hamsterst nicht.


Ich denk an die gnädige Frau.

In Terzen

pfeif ich vergnügt: Mimi! von diesen Kindern keins.

Mein Wappenspruch, du Wort nach meinem Herzen:

Jeder seins!


  • · Theobald Tiger
    Die Weltbühne, 25.07.1918, Nr. 30, S. 85, wieder in: Fromme Gesänge.

Quelle:
Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Band 1, Reinbek bei Hamburg 1975, S. 313-314.
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Empfehlung

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Music Criticism in Nineteenth-Century France: La Revue Et Gazette Musicale de Paris 1834-80

Music Criticism in Nineteenth-Century France: La Revue Et Gazette Musicale de Paris 1834-80
CAMBRIDGE UNIV PR, 315 pages, 0521454433, 84,95 €.
This book focuses on the musical writings in the daily and periodical press in France during the nineteenth century. It covers the criticism of a ... weiterlesen
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