11. auftritt.

[141] DER SCHATZGRABER zum bergherren.

7. Du wilt den guten freundt hye straffen,

Hetst noch wol von dir selbs zu klaffen.

Du gost mit grossem bergwerck umb;

Lug, das es dir nit darzu kumb

Mit deinem bergwerck, das du kauffest,

Das du auch zlest damit entlauffest!

Warlich dein narrheyt ist nit kleyn;

Du gibst dein gut umb dreck und steyn

Und lonest den, so darnach suchen,

Ja nach den grossen silberkuchen,

Die nit eim yeden mögen deyen.

Gerhat es eim, so fält es dreyen.

Doch thut dirs wol, du bist ein herr,

Dieweil dir ist dein seckel schwer.

Kumpst du hynein, du findst bald eyn,

Bringt dir entgegen ein handtsteyn

Und lobt dirs fast, riempt dir die sachen,[141]

Damit thut er dich lustig machen.

Das stat dann etwo lange zeit,

Das dir zum uberschutz wurdt nit

Und stetigs grossen kosten gist

Merckt man, das da unlustig bist,

Man spricht: »Ach herr, lond euchs nit rawen!

Wir hand so lang am wasser bawen,

Es werdt, ob gott will, nim fast lanck;

Dann wir hand troffen einen ganck,

Wurt glaßertz, digen silber geben,

Möchten wirs wasser nur entheben.«

Damit so bleibst du aber bharren

Gleich wie die andren doppelnarren.

Dann bist erst inn die grub versteckt,

Mit narrenkappen zwyfach deckt.

Du machst manchen im bergwerck reich,

Der dirs doch bweist gantz ungeleich.

Noch dannocht bist ein bergherr gsein,

Wann du schon hast gestossen drein

Ein hundert gulden oder vier.

Verhofft, sye werden kummen schier;

Ja etwann z pfingsten auff dem eyß,

Da sich die krägen baden weiß.

Wer dich inn diser sach acht gschickt,

Den hat der narr auch hart verstrickt.


Quelle:
Georg Wickram: Werke. Band 5, Tübingen 1903, S. 141-142.
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