Der Schlüssel zur Abderitengeschichte

[447] Als Homers Gedichte unter den Griechen bekannt worden waren, hatte das Volk, das in vielen Dingen mit seinem schlichten Menschenverstand richtiger zu sehen pflegt als die Herren mit bewaffneten Augen, gerade Verstand genug, um zu sehen, daß in diesen großen heroischen Fabeln, ungeachtet des Wunderbaren, Abenteuerlichen und Unglaublichen, womit sie so reichlich durchwebt sind, daß eine Amme Märchen genug um ihr Kind in Schlaf zu singen daraus machen konnte, mehr Weisheit und Unterricht fürs praktische Leben liege, als in einem milesischen Ammenmärchen; und wir sehen aus Horazens Brief an Lollius, und aus dem Gebrauch, welchen Plutarch von Homers Gedichten macht und zu machen lehrt, daß noch viele Jahrhunderte nach Homer die verständigsten Weltleute unter Griechen und Römern der Meinung waren, daß man was recht und nützlich, was unrecht und schädlich sei, und wie viel ein Mann durch Tugend und Weisheit vermöge, so gut und noch besser aus Homers Fabeln lernen könne, als aus den subtilsten oder beredtesten stoischen Sittenlehrern. Man überließ es alten Kindsköpfen (denn die Jungen belehrte man eines Bessern,) an dem bloßen materiellen Teil der Dichtung kleben zu bleiben; verständige Leute fühlten und erkannten den Geist, der in diesem Leibe atmete, und ließen sichs nicht einfallen, scheiden zu wollen, was die Muse untrennbar zusammengefügt hatte, das Wahre unter der Hülle des Wunderbaren, und das Nützliche durch eine Mischungskunst, die nicht allen geoffenbart ist, vereinbart mit dem Schönen und Angenehmen.

Wie es bei allen menschlichen Dingen geht, so ging es auch hier. Nicht zufrieden, in Homers Gedichten warnende oder aufmunternde Beispiele, einen lehrreichen Spiegel des menschlichen Lebens in seinen mancherlei Ständen, Verhältnissen und Scenen zu finden, wollten die Gelehrten späterer Zeiten noch tiefer eindringen, [448] noch mehr sehen, als ihre Vorfahren; und so entdeckte man (denn was entdeckt man nicht, wenn man sichs einmal in den Kopf gesetzt hat, etwas zu entdecken) in dem was nur Beispiel war, Allegorie, in allem, sogar in den bloßen Maschinen und Decorationen des poetischen Schauplatzes, einen mystischen Sinn, und zuletzt in jeder Person, jeder Begebenheit, jedem Gemälde, jeder kleinen Fabel, Gott weiß was für Geheimnisse von hermetischer, orphischer und magischer Philosophie, an die der gute Dichter in der Unschuld seines Herzens gewiß so wenig gedacht hatte, als Virgil, daß man zwölf hundert Jahre nach seinem Tode mit seinen Versen die bösen Geister beschwören würde.

Immittelst wurde es unvermerkt zu einem wesentlichen Requisit eines epischen Gedichts (wie man die größern und heroischen poetischen Fabeln zu nennen pflegte,) daß es außer der natürlichen Sinn und der Moral, die es beim ersten Anblick darbot, noch einen andern geheimen und allegorischen haben müsse – wenigstens gewann diese Grille bei den Italiänern und Spaniern die Oberhand; und es ist mehr als lächerlich, zu sehen, was für eine undankbare Mühe sich die Ausleger oder auch wohl die Dichter selbst geben, um aus einem Amadis und Orlando, aus Trissins befreitem Italien oder Camoens Lusiade, ja sogar aus dem Adone des Marino, alle Arten von metaphysischer, politischer, moralischer, physikalischer und theologischer Allegorien herauszuspinnen. Da es nun nicht die Sache der Leser war, in diese Geheimnisse aus eigner Kraft einzudringen: so mußte man ihnen, wenn sie so herrlicher Schätze nicht verlustigt werden sollten, notwendig einen Schlüssel dazu geben; und dieser Schlüssel war eben die Exposition des allegorischen oder mystischen Sinnes; wiewohl der Dichter, gewöhnlicherweise, erst wen er mit dem ganzen Werk fertig war, daran dachte, was vor versteckte Ähnlichkeiten und Beziehungen sich etwa aus seinen Dichtungen herausholen lassen könnten.

Was bei vielen Dichtern bloße Gefälligkeit gegen eine herrschende Mode war, über welche sie sich nicht hinwegzusetzen wagten, wurde für andre wirklicher Zweck und Hauptwerk. Der berühmte Zodiacus vitae des sogenannten Palingenius, die Argenis des Barcley, die Feenkönigin des Spencer, die neue Atlantis der Dame Manley, die malabarischen Prinzessinnen, das [449] Märchen von der Tonne, die Geschichte von Johann Bull und eine Menge andrer Werke dieser Art, woran besonders das sechzehnte und siebenzehnte Jahrhundert fruchtbar gewesen ist, waren ihrer Natur und Absicht nach allegorisch, und konnten also ohne Schlüssel nicht verstanden werden, wiewohl einige derselben, z.B. Spencers Feenkönigin, und die allegorischen Satyren des D. Swift, so beschaffen sind, daß eine jede verständige und der Sachen kundige Person den Schlüssel dazu ohne fremde Beihülfe in ihrem eignen Kopfe finden kann.

Diese kurze Deduction wird mehr als hinlänglich sein, um denen, die noch nie daran gedacht haben, begreiflich zu machen, wie es zugegangen sei, daß sich unvermerkt eine Art von gemeinem Vorurteil und wahrscheinlicher Meinung in den meisten Köpfen festgesetzt hat, als ob ein jedes Buch, das einem satyrischen Roman ähnlich sieht, mit einem versteckten Sinn begabt sei, und also einen Schlüssel nötig habe. Daher hat auch der Herausgeber der gegenwärtigen Geschichte, wie er gewahr wurde, daß die meisten unter der großen Menge von Lesern, welche sein Werk zu finden die Ehre gehabt hat, sich fest überzeugt hielten, daß noch etwas mehr dahinter stecken müsse, als was die Worte beim ersten Anblick zu besagen scheinen, und also einen Schlüssel zu der Abderitengeschichte, als ein unentbehrliches Bedürfnis zu vollkommner Verständnis eines so interessanten Buches zu erhalten wünschten, sich dieses ihm häufig zu Ohren kommende Verlangen seiner werten Leser keineswegs befremden lassen; sondern er hat es im Gegenteil für eine Aufmerksamkeit die er ihnen schuldig ist gehalten, bei gegenwärtiger neuer und vollständiger Originalausgabe, demselben, so viel an ihm ist, ein Genüge zu tun, und ihnen, als einen Schlüssel oder statt des verlangten Schlüssels (welches im Grunde auf eins hinausläuft) alles mitzuteilen, was zu gründlicher Verständnis und nützlichem Gebrauch dieses zum Vergnügen aller Klugen, und zur Lehre und Züchtigung aller N**n geschriebenen Werkes, dienlich sein kann.

Zu diesem Ende findet er nötig, ihnen vor allen Dingen die Geschichte der Entstehung desselben, unverfälscht und mit den eigen Worten des Verfassers, eines zwar wenig bekannten, aber seit dem Jahr 1753 sehr stark gelesenen Schriftstellers, mitzuteilen.

[450] »Es war (so lautet sein Bericht) – es war ein schöner Herbstabend im Jahr 177*; ich befand mich allein in dem obern Stockwerk meiner Wohnung und sah – denn ich schäme mich nicht zu bekennen, wenn mir etwas menschliches begegnet – vor langer Weile zum Fenster hinaus; denn schon seit vielen Wochen hatte mich mein Genius gänzlich verlassen. Ich konnte weder denken noch lesen. Alles Feuer meines Geistes schien erloschen, alle meine Laune, gleich einem flüchtigen Salze, verduftet. Ich war dumm, aber ach! ohne an den Seligkeiten der Dummheit Teil zu haben, ohne einen einzigen Gran von dieser stolzen Zufriedenheit mit sich selbst, dieser unerschütterlichen Überzeugung, welche gewisse Leute versichert, daß alles, was sie denken, sagen, träumen und im Schlaf reden, wahr, witzig, weise, und in Marmor gegraben zu werden würdig sei – einer Überzeugung, die den echten Sohn der großen Göttin, wie ein Muttermal, kennbar und zum glücklichsten aller Menschen macht. Kurz, ich fühlte meinen Zustand, und er lag schwer auf mir; ich schüttelte mich vergebens; und es war, wie gesagt, so weit mit mir gekommen, daß ich durch ein ziemlich unbequemes kleines Fenster in die Welt hinaus guckte, ohne zu wissen was ich sah, oder etwas zu sehen, das des Wissens wert gewesen wäre. Auf einmal war mir, als höre ich eine Stimme – ob es Wahrheit oder Täuschung war, will ich nicht entscheiden – die mir zurief: setze dich und schreibe die Geschichte der Abderiten! Und plötzlich ward es Licht in meinem Kopfe. Ja, ja, dacht ich, die Abderiten! Was kann natürlicher Sein? Die Geschichte der Abderiten will ich schreiben! Wie war es doch möglich, daß mir ein so natürlicher Einfall nicht schon längst gekommen ist? Und also setzt ich mich und schrieb, und schlug nach, und compilierte, und ordnete zusammen, und schrieb wieder, und es war eine Lust zu sehen, wie mir das Werk von den Händen ging.

Indem ich nun so im besten Schreiben war, (fährt unser Verfasser in seiner treuherzigen Beichte fort,) kam mir in einem Anstoß von Capriccio, oder Laune, oder wie man's sonst nennen will, der Einfall, meiner Phantasie den Zügel schießen zu lassen, und die Sachen so weit zu treiben, als sie gehen könnten. Es betrifft ja nur die Abderiten, dacht ich, und an den Abderiten kann man sich nicht versündigen: sie sind ja doch am Ende weiter [451] nichts als ein Pack Narren; die Albernheiten, die ihnen die Geschichte zur Last legt, sind groß genug, um das Ungereimteste, was du ihnen andichten kannst, zu rechtfertigen. Ich gesteh es also unverhohlen – und wenn's unrecht war, so verzeihe mirs der Himmel! – ich strengte alle Stränge meiner Erfindungskraft bis zum Reißen an, um die Abderiten so närrisch denken, reden und sich betragen zu lassen, als es nur möglich wäre. Es ist ja schon über zweitausend Jahre, daß sie allesamt tot und begraben sind, sagte ich zu mir selbst; es kann weder ihnen noch ihrer Nachkommenschaft schaden; denn auch von die ser ist schon lange kein Gebein mehr übrig. Zu diesem allem kam noch eine andre Vorstellung, die mich durch einen gewissen Schein von Gutherzigkeit einnahm. Je närrischer ich sie mache, dachte ich, je weniger habe ich zu besorgen, daß man die Abderiten für eine Satyre halten, und Anwendungen davon auf Leute machen wird, die ich doch wohl nicht gemeint haben kann, da mir ihr Dasein nicht einmal bekannt ist. Aber ich irrte mich sehr, indem ich so schloß. Der Erfolg bewies, daß ich unschuldigerweise Abbildungen gemacht hatte, da ich nur Phantasie zu malen glaubte.«

Man muß gestehen, dies war einer der schlimmsten Streiche, die einem Autor begegnen können, der keine List in seinem Herzen hat, und, ohne irgend eine Seele ärgern oder betrüben zu wollen, bloß sich selbst und seinem Nebenmenschen die Langeweile zu vertreiben sucht. Gleichwohl war dies was dem Verfasser der Abderiten schon mit den ersten Kapiteln seines Werkleins begegnete. Es ist vielleicht keine Stadt in Deutschland, und so weit die natürlichen Grenzen der deutschen Sprachen gehen (welches, im Vorbeigehen gesagt, eine größere Strecke Landes ist, als irgend eine andre europäische Sprache inne zu haben sich rühmen kann), wo die Abderiten nicht Leser gefunden haben sollten; und wo man sie las, da wollte man die Originale zu den darin vorkommenden Bildern gesehen haben. »In tausend Orten (sagt der Verfasser) wo ich weder selbst jemals gewesen bin, noch die mindeste Bekanntschaft habe, wunderte man sich, woher ich die Abderiten, Abderitinnen und Abderitismen dieser Orte und Enden so genau kenne; und man glaubte, ich müßte schlechterdings einen geheimen Briefwechsel oder einen kleinen Cabinetsteufel haben, der mir Anekdoten zutrüge, [452] die ich mit rechten Dingen nicht hätte erfahren können. Nun wußte ich (fuhr er fort) nichts gewisser, als daß ich weder diesen noch jenen hatte: folglich war klar wie Taglicht, daß das alte Völklein der Abderiten nicht so ausgestorben war, als ich mir eingebildet hatte.«

Diese Entdeckung veranlaßte den Autor, Nachforschungen anzustellen, die er für unnötig gehalten hatte, so lange er bei Verfassung seines Werkes mehr seine eigne Phantasie und Laune als Geschichte und Urkunden zu Rate gezogen hatte. Er durchstöberte manche große und kleine Bücher ohne sonderlichen Erfolg, bis er endlich in der sechsten Dekade des berühmten Hafen Slawkenbergius p. m. 864. folgende Stelle fand, die ihm einigen Aufschluß über diese unerwartete Ereignisse zu geben schien.

»Die gute Stadt Abdera in Thracien (sagt Slawkenbergius am angeführten Orte), ehmals eine große, volkreiche, blühende Handelsstadt, das thracische Athen, die Vaterstadt eines Protagoras und Demokritus, das Paradies der Narren und der Frösche diese gute schöne Stadt Abdera – ist nicht mehr. Vergebens suchen wir sie in den Landcharten und Beschreibungen des heutigen Thraciens; sogar der Ort, wo sie ehmals gestanden, ist unbekannt, oder kann wenigstens nur durch Mutmaßungen angegeben werden. Aber nicht so die Abderiten! diese leben und weben noch immer fort, wiewohl ihr ursprünglicher Wohnsitz längst von der Erde verschwunden ist. Sie sind ein unzerstörbares, unsterbliches Völkchen; ohne irgendwo einen festen Sitz zu haben, findet man sie allenthalben; und wiewohl sie unter allen andern Völkern zerstreut leben, haben sie sich doch bis auf diesen Tag rein und unvermischt erhalten, und bleiben ihrer alten abderitischen Art und Weise so getreu, daß man einen Abderiten, wo man ihn auch antrifft, nur einen Augenblick zu sehen braucht, um eben so gewiß zu sehen und zu hören, daß er ein Abderit ist, als man es zu Frankfurt und Leipzig, Constantinopel und Aleppo einem Juden anmerkt, daß er ein Jude ist. Das Sonderbarste aber, und ein Umstand, worin sie sich von den Israeliten, Beduinen, Armeniern und allen andern unvermischten Völkern wesentlich unterscheiden, ist dieses: daß sie sich ohne mindeste Gefahr ihrer Abderitheit mit allen übrigen Erdbewohnern vermischen, und – ungeachtet sie allenthalben die Sprache des Landes, wo sie wohnen, [453] reden, Staatsverfassung, Religion und Gebräuche mit den Nichtabderiten gemein haben, auch essen und trinken, handeln und wandeln, sich kleiden und putzen, sich frisieren und parfümieren, purgieren und klysterisieren lassen, kurz, alles was zur Notdurft des menschlichen Lebens gehört ungefähr eben so machen wie andre Leute – daß sie, sage ich, nichts destoweniger in allem was sie zu Abderiten macht sich selbst so unveränderlich gleich bleiben, als ob sie von jeher durch eine diamantne Mauer, dreimal so hoch und dick als die Mauern des alten Babylons, von den vernünftigen Geschöpfen auf unserm Planeten abgesondert gewesen wären, alle andre Menschenarten verändern sich durch Verpflanzung, und zwo verschiedne Arten bringen durch Vermischung eine dritte hervor. Aber an den Abderiten, wohin sie auch verpflanzt wurden und soviel sie sich auch mit andern Völkern vermischt haben, hat man nie die geringste wesentliche Veränderung wahrnehmen können. Sie sind immer noch die nämlichen Narren die sie vor zweitausend Jahren zu Abdera waren; und wiewohl man schon längst nicht mehr sagen kann: siehe hie ist Abdera oder da ist Abdera: so ist doch in Europa, Asia, Africa und America, soweit diese große Erdviertel policiert sind, keine Stadt, kein Marktflecken, Dorf noch Dörfchen, wo nicht einige Glieder dieser unsichtbaren Genossenschaft anzutreffen sein sollten.« – So weit besagter Hafen Slawkenbergius.

»Nachdem ich diese Stelle gelesen hatte, fährt unser Verfasser fort, so hatte ich nun auf einmal den Schlüssel zu den vorbesagten Erfahrungen, die mir ersten Anblicks so unerklärbar vorgekommen waren; und so wie der Slawkenbergische Bericht das was mir mit den Abderiten begegnet war, begreiflich machte, so bestätigte dieses hinwieder die Glaubwürdigkeit von jenem. Die Abderiten hatten also einen Samen hinterlassen, der in allen Landen aufgegangen war und sich in eine sehr zahlreiche Nachkommenschaft ausgebreitet hatte; und da man beinahe allenthalben die Charaktere und Begebenheiten der alten Abderiten für Abbildungen und Anekdoten der neuen ansah: so erwies sich dadurch auch die seltsame Eigenschaft der Einförmigkeit und Unveränderlichkeit, welche dieses Volk, nach dem angeführten Zeugnis, von andern Völkern des festen Landes und der Inseln des Meeres unterscheidet. Die Nachrichten, die mir hierüber von allen [454] Orten zukamen, gereichten mir aus einem doppelten Grunde zu großem Troste: erstens, weil ich mich nun auf einmal von allem innerlichen Vorwurf den Abderiten vielleicht zuviel getan zu haben erleichtert fand; und zweitens, weil ich vernahm, daß mein Werk überall, auch von den Abderiten selbst, mit Vergnügen gelesen, und besonders die treffende Ähnlichkeit zwischen den alten und neuen bewundert werde, welche den letztern, als ein augenscheinlicher Beweis der Echtheit ihrer Abstammung, allerdings sehr schmeichelhaft sein mußte. Die Wenigen, welche sich beschwert haben sollen, daß man sie zu ähnlich geschildert habe, kommen in der Tat gegen die Menge derer die zufrieden sind in keine Betrachtung; und auch diese Wenigen täten vielleicht besser, wenn sie die Sache anders nähmen. Denn da sie, wie es scheint, nicht gerne für das angesehen sein wollen was sie sind, und sich deswegen in die Haut irgend eines edlern Tieres gesteckt haben: so erfodert die Klugheit, daß sie ihre Ohren nicht selbst hervorstrecken, um eine Aufmerksamkeit auf sich zu erregen, die nicht zu ihrem Vorteil ausfallen kann.

Auf der andern Seite aber ließ ich mir auch den Umstand, daß ich die Geschichte der alten Abderiten gleichsam unter den Augen der neuern schrieb, zu einem Beweggrund dienen, meine Einbildungskraft, die ich anfangs bloß ihrer Willkür überlassen hatte, kürzer im Zügel zu halten, mich vor allen Karikaturen sorgfältig zu hüten, und den Abderiten in allem was ich von ihnen erzählte, die strengste Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Denn ich sah mich nun als den Geschichtschreiber der Altertümer einer noch fortblühenden Familie an, welche berechtigt wäre, es übel zu vermerken, wenn man ihren Vorfahren irgend etwas ohne Grund und gegen die Wahrheit aufbürdete.«

Die Geschichte der Abderiten kann also mit gutem Grunde als eine der wahresten und zuverlässigsten, und eben darum als ein getreuer Spiegel betrachtet werden, worin die Neuern ihr Antlitz beschauen, und, wenn sie nur ehrlich gegen sich selber sein wollen, genau entdecken können, in wiefern sie ihren Vorfahren ähnlich sind. Es wäre sehr überflüssig, von dem Nutzen, den das Werk in dieser Rücksicht so lange als es noch Abderiten geben wird – und dies wird vermutlich sehr lange sein – stiften kann und muß, viele Worte zu machen. Wir bemerken also nur, daß es [455] beiläufig auch noch den Nutzen haben könnte, die Nachkömmlinge der alten Teutschen unter uns behutsamer zu machen, sich vor allem zu hüten was den Verdacht erwecken könnte, als ob sie entweder aus abderitischen Blute stammten, oder aus übertriebner Bewundrung der abderitischen Art und Kunst und daher entspringender Nachahmungssucht, sich selbst Ähnlichkeiten mit diesem Volke geben wollten, wobei sie aus vielerlei Ursachen wenig zu gewinnen hätten.

Und dies, werte Leser, wäre also der versprochne Schlüssel zu diesem merkwürdigen Originalwerke, mit beigefügter Versicherung, daß nicht das kleinste geheime Schubfach darin ist, welches Sie sich mit diesem Schlüssel nicht sollten aufschließen können; und wofern Ihnen jemand ins Ohr raunen wollte, als ob noch mehr darin verborgen sei, so können Sie sicherlich glauben, daß er entweder nicht weiß was er sagt, oder nichts Gutes im Schilde führt.


– – SAPIENTIA PRIMA EST STULTITIA CARUISSE –


Fußnoten

1 Solin. Polyhist. c. X.


2 Paläphatus in seinem Buche von Unglaublichen Dingen erklärt auf diese Weise die Fabel, daß dieser Fürst seine Pferde mit Menschenfleisch gefüttert habe, und ihnen endlich selbst vom Herkules zur Speise vorgeworfen worden sei.


3 Herodot. I. 43.


6 Juvenal. Satyr. X. v. 50.


8 Ein berühmter Sophiste von Abdera (etwas älter als Demokritus), welchen Cicero dem Hippias, Prodikus, Gorgias, und also den größten Männern seiner Profession an die Seite setzt.


9 Was hier von den Abderiten gesagt wird, erzählen andere alte Schriftsteller von der Stadt Alabandus. S. Coel. Rhodog. Lect. Ant. L. XXVI. Cap. 25.


10 Plato de Republ. L. III. Tom. opp. II. p. 398.


11 Plin. Naturgesch. B. IV.


12 Solin. C. XXX. auch Plinius, Mela, und andere Alte und Neuere, welche uns alle die Wundermenschen, von denen hier die Rede ist, für wirkliche Geschöpfe Gottes zu gehen kein Bedenken tragen.


13 Solinus aus dem Ktesias.


14 Ebenderselbe.


16 Parmenides von Elea wird für den Erfinder der Lehre von den Ideen oder wesentlichen Urbildern gehalten, welche Plato in sein System aufgenommen, und sich so eigen gemacht hat, daß man sie gewöhnlich nach seinem Namen zu nennen pflegt.


17 Ein sehr gewöhnlicher Griff der abderitischen Gelehrten und Kunstrichter.


18 Griechische Possenspiele, die mit der Opera buffa der Welschen einige Ähnlichkeit hatten, und wovon uns der Cyklops des Euripides, das einzige übrig gebliebene Stück dieser Art, einen Begriff gibt.


19 Aelian. Var. Hist. III. 36.


20 Die Athenienser hatten zu ihrem Kriege mit Megara keinen bessern Grund (wenn man dem Aristophanes glauben dürfte,) als daß etliche junge Herren von Megara, um die Entführung einer megarischen Courtisane zu rächen, ein paar junge Dirnen von der nämlichen Profession aus Aspasiens Pflanzschule entführt hatten. Aspasia vermochte alles über den Perikles, Perikles alles in Athen, und so wurde den Megarern der Krieg angekündigt. Plutarch im Leben des Perikles.


21 Ob diese Stelle, der Gasthöfe wegen, für unecht und eingeschoben zu halten sei, überläßt man dem Urteile derjenigen, welche die Rem cauponariam Veterum gründlich untersucht haben.


22 Ein fremdes Wort! Ich bitte es den Puristen ab. Aber weder Lage, noch Stellung, noch Gebärde drückt das aus was Attitüde; und so oft es uns an unentbehrlichen einheimischen Worten gebricht, werden wir wohl genötiget bleiben, fremde zu borgen. Und von wem können wir solchenfalls schicklicher borgen als von derjenigen lebenden Sprache, welche die polierteste und allgemeinste ist? So machten es die alten Römer mit der griechischen; und warum sollten deutsche Schriftsteller, mit gleicher Bescheidenheit, nicht tun dürfen, was sogar Cicero, dem seine Muttersprache so viel zu danken hatte, für erlaubt hielt?


23 Die öffentliche Ehrbarkeit diente ihnen statt eines Schleiers, sagt, ich weiß nicht welcher Alter, von den spartanischen Töchtern.


24 Frau Salabanda hat Recht. Lange vor dem Hammel der Madame Dannoy machte Lucian in seiner wahren Geschichte, und lange vor Lucian machten die griechischen Komödiendichter, Metagenes, Pherckrates, Teleklides, Krates und Kratinus, Beschreibungen vom Schlaraffenlande und vom Schlaraffenleben, worin sie sich in die Wette beeiferten, der ausschweifendsten Einbildungskraft eines neuern Märchenmachers nichts übrig zu lassen. Die kühnsten Züge im Gemälde, welches Demokritus davon macht, sind aus den Fragmenten genommen, die uns Athenäus im sechsten Buche seines Gastmahls der Sophisten davon aufbehalten hat.


25 Um denjenigen Lesern, welche weder den Diogenes Laertius, noch des Deslandes, oder Bruckers kritische Geschichte der Philosophie, noch die Compendien des Herrn Formey oder D. Büschings, gelesen haben, irrige Vermutungen zu ersparen, erinnert der Verfasser, daß alle hier vorkommende Hypothesen sich eines sehr ehrwürdigen Altertums, und zum Teil einer Menge Verfechter und Anhänger rühmen können. Die Meinung unsers Demokritus ist die einzige, welche, vermutlich bloß weil sie die vernünftigste ist, keine Secte gemacht hat.


26 Dieser Philosoph war also ein Cartesianer vor dem Cartesius.


27 Xerxes, der bei seinem Kriegszuge gegen die Griechen einige Tage zu Abdera bei dem Vater des Demokritus sein Hauptquartier gehabt, hatte den damals noch sehr jungen Demokritus lieb gewonnen, und zu dessen besserer Erziehung ein paar von den Magis, die er bei sich hatte, zurückgelassen. Diogen. Laert


28 S. Lucian im Philopseudes.


29 Epopten hießen diejenigen, welche nach ausgestandner Prüfung zum Anschauen der großen Mysterien zu Eleusis zugelassen wurden. S. Warburtont's Divine Legation Vol. I. p. 155 der 4ten Ausgabe.


30 Ein Mann, von dessen wunderbarer Leibesstärke und Gefräßigkeit die fabelhaften Graeculi erstaunliche Dinge zu erzählen wissen; z.E. daß er einen wohlgemästeten Ochsen dreihundert Schritte weit auf den Schultern getragen, und, nachdem er ihn mit einem einzigen Faustschlag tot gemacht, in einem Tage aufgegessen habe.


31 Eine der Hälfte des menschlichen Geschlechts verhaßte Sagacität – nennt dies Joh. Chrysostomus Magnenus, in seinem Leben des Demokritus.


32 Plinius, der in seiner Natur- und Kunstgeschichte Wahres und Falsches ohn Unterschied zusammengetragen hat, erzählt, im Capit. 49 seines zehnten Buchs, in ganzem Ernst: Demokritus habe in einer seiner Schriften gewisse Vögel benennet, aus deren vermischtem Blut eine Schlange entstehe, welche die Eigenschaft habe, daß derjenige, der sie esse, (ob mit Essig und Öl? sagt er nicht) von Stund an alles verstehe, was die Vögel miteinander reden. Wegen dieser und anderer ähnlicher Albernheiten, wovon (wie er sagt) die Schriften des Demokritus wimmeln, liest er ihm an einem andern Orte seines Werkes den Text sehr schulmeisterhaft. Aber Gellius (Noct. Atticar. L. X. Cap. 12.) verteidigt unsern Philosophen mit besserm Grund, als Plinius ihn verurteilt. Was konnte Demokritus dafür, daß die Abderiten dumm genug waren, alles, was er im Ernste sagte, für Ironie, und alles, was er scherzweise sagte, für Ernst zu nehmen? Oder wie konnt' er verhindern, daß nicht lange nach seinem Tode abderitische Köpfe tausend Albernheiten, an die er nie gedacht hatte, unter seinem Namen und Ansehen an andre Abderiten verkauften? Was für klägliches Zeug ließ ihn nicht erst im Jahr 1646 Magnenus in seinem Democritus redivivus sagen? Und was müssen nicht die Leute in der andern Welt von sich sagen lassen?


33 Dies ist wohl ein Irrtum des Übersetzers. Denn wer weiß nicht, daß die Truthühner dem Aristoteles selbst unbekannt waren, und unbekannt sein mußten, weil sie erst aus Westindien zu uns und in die übrigen Teile unsrer Halbkugel gekommen sind? S. Buffon Histoire naturelle des Oiseaux, T. 3. p. 187 u. f.


34 Nichts ist möglicher, als daß Sokrates wirklich einmal etwas gesagt haben konnte, das zu dieser Türlipinade Anlaß gegeben. Er durfte nur in einer Gesellschaft, wo die Rede von Größe und Kleinheit war, den Irrtum angemerkt haben, den man gewöhnlich begeht, da man von Groß und Klein als von wesentlichen Eigenschaften spricht, und nicht bedenkt, daß es bloß auf den Maßstab ankommt, ob etwas groß oder klein sein soll. Er konnte nach seiner scherzhaften Art gesagt haben: man habe Unrecht, den Sprung eines Flohs nach der attischen Elle zu messen; man müsse, um die Schnellkraft des Flohs mit derjenigen eines Luftspringers zu vergleichen, nicht den menschlichen Fuß, sondern den Flohfuß zum Maß nehmen, wenn man anders den Flöhen Gerechtigkeit widerfahren lassen wolle – und dergleichen. Nun brauchte nur ein Abderite in der Gesellschaft zu sein, so können wir sicher darauf rechnen, daß er es als eine große Ungereimtheit, die dem Philosophen entfahren sei, nach seiner eignen Art wieder erzählt haben werde; und wenn gleich Aristophanes klug genug war, zu begreifen, daß Sokrates etwas kluges gesagt hatte, so war es doch für einen Mann von seiner Profession und zu seiner Absicht, den Philosophen lächerlich zu machen, schon genug, daß man diesem Einfall eine Wendung geben konnte, wodurch er geschickt wurde, die Zwerchfelle der Athenienser, welche (den Geschmack und den Witz abgerechnet) ziemlich Abderiten waren, einen Augenblick zu erschüttern.


35 Perpetuo risu pulmonem agitare solebat Democritus. – Juvenal. Sat. X. 33.


36 De Tranquill. animi c. 15.


37 Bei allem dem erklärt sich doch Seneca bald darauf, daß es noch besser und einem weisen Manne anständiger sei, die herrschenden Sitten und Fehler der Menschen sanft und gleichmütig zu ertragen, als darüber zu lachen oder zu weinen. Mich dünkt, er hätte mit wenig Mühe finden können, daß es – noch was bessers gibt als dies Bessere. Warum immer lachen, immer weinen, immer zürnen, oder immer gleichgültig sein? Es gibt Torheiten, welche belachenswert sind; es gibt andere, die ernsthaft genug sind, um dem Menschenfreund Seufzer auszupressen; andre, die einen Heiligen zum Unwillen reizen könnten; endlich noch andre, die man der menschlichen Schwachheit zu gut halten soll. Ein weiser und guter Mann (nisi pituita molesta est, wie Horaz weislich ausbedingt,) lacht oder lächelt, bedaurt oder beweint, entschuldigt oder verzeiht, je nach dem es Personen und Sachen, Ort und Zeit mit sich bringen. Denn lachen und weinen, lieben und hassen, züchtigen und loslassen, hat seine Zeit, sagt Salomo, welcher älter, klüger und besser war als Seneca mit allen seinen Antithesen.


40 Apolog. C. 46.


41 Memorab. Socrat. Lib. 1. Cap. 3. Num. 14.


42 Brucker; vom Magnenus, der den Demokritus nach seiner eignen Phantasie raisonnieren und deraisonnieren läßt, nichts zu sagen!


43 Bruck. Histor. Crit. Philos. T. 1. p. 1190.


44 Hier scheint sich eine Unrichtigkeit in den Text eingeschlichen zu haben. Der Pfau war vor Alexanders Eroberung des persischen Reiches ein unbekannter Vogel in Griechenland. Und da er nachmals aus Asien nach Europa überging, war er anfangs so selten, daß man ihn zu Athen um Geld sehen ließ. Jedoch wurde er in kurzer Zeit (nach dem Ausdruck des Komödienschreibers Antiphanes) so gemein als die Wachteln. In der üppigen Epoche von Rom wurde deren eine unendliche Menge daselbst erzogen, und der Pfau machte ein vorzügliches Gerichte auf den römischen Tafeln aus. Woher der Herr von Büffon genommen hat, daß die Griechen keine Pfauen gegessen, weiß ich nicht; das Gegenteil hätte ihm eine Stelle aus dem Poeten Alexis beim Athenäus beweisen können. Indessen wäre doch, wenn es vor Alexandern keine Pfauen in Europa gegeben hätte, gewiß, daß Demokritus dem Priester Strobylus keinen gebratnen Pfauen hätte schicken können; man müßte denn voraussetzen, daß dieser Naturforscher unter andern Seltenheiten auch Pfauen aus Indien mitgebracht hätte. Und warum sollte man dies nicht voraussetzen können? Im Notfall könnten uns auch die alten samischen Münzen, auf denen man neben der Juno einen Pfau abgebildet sieht, aus der Schwierigkeit helfen – wenn es der Mühe wert wäre.


45 Eine persische Goldmünze, die von Cyaxares 11, oder Darius aus Medien, nach der Eroberung Babylons zuerst soll geschlagen worden sein.


46 Wie ungleich sich doch das nämliche Factum erzählen läßt. Von eben dieser Tat, die unser Sykophant für den vollständigsten Beweis eines verrückten Gehirnes hält, spricht Plinius als von einer höchst edeln und der Philosophie Ehre machenden Handlung. Demokritus war viel zu gutherzig, um sich auf Unkosten andrer, die nicht so viel entbehren konnten wie er, bereichern zu wollen. Ihre ängstliche Unruhe und Verzweiflung, einen so großen Gewinnst verfehlt zu haben, rührte ihn; er gab ihnen ihr Öl, oder das daraus gelöste Geld zurück, und begnügte sich, den Abderiten gezeigt zu haben, daß es nur von ihm abhange, Reichtümer zu erwerben, wenn er es für der Mühe wert hielte. In diesem Lichte sieht Plinius die Sache an; und in der Tat muß man ein Abderite, ein Sykophant, und ein Schurke zugleich sein, um so wie unser Sykophant davon zu sprechen.


47 Es befindet sich noch etwas unter dieser Rubrik in den Ausgaben der Werke des Hippokrates. Es ist aber ohne allen Zweifel untergeschoben, und die Arbeit irgend eines schalen Gräculus späterer Zeiten; so wie die ganze Erzählung von der Zusammenkunft dieses Arztes mit dem Demokritus in einem der unechten Briefe, die den Namen des erstern führen.


48 Denen, welche sich etwan hierüber verwundern möchten, dienet zur Nachricht, daß die Lorgnetten damals noch nicht erfunden waren.


49 Zum Unglück sind alle seine Werke verloren gegangen. V. Recherches sur Hecatée de Milet, Tom. IX. des Mém. de Litterat.


50 Ovid. Metamorph. L. V, v. 218.


52 Es nannte sich Eugamia, oder die vierfache Braut. Eugamia war von ihrem Vater an einen, von der Mutter an den andern, und von einer Tante, an deren Erbschaft ihr gelegen war, an den dritten Mann versprochen worden. Am Ende kam heraus, daß das voreilige Mädchen sich selbst in aller Stille bereits an einen vierten verschenkt hatte.


55 Ein Ausdruck, der vor kurzem von einem französischen Schriftsteller bei einer solchen Gelegenheit gebraucht worden ist, daß er nun für unwiederbringlich ruiniert angesehen werden kann, und allein noch in einem Possenspiel auszustehen ist.


58 Es ist bekannt, daß dieses häßliche Laster dem Euripides, wiewohl unverdienter Weise, Schuld gegeben wurde.


59 Der Ratsherr war einer von den Fürsorgern des geheiligten Froschgrabens, welches in Abdera eine sehr ansehnliche Stelle war. Man nannte sie die Batrachotrophen, welches zu deutsch sehr füglich durch Froschpfleger gegeben werden kann.


62 Der Apostel Paul bedient sich des von diesem Worte abgeleiteten Beiworts, da er die Athenienser, ironischer oder wenigstens zweideutiger Weise, wegen ihrer unbegrenzten Religiosität zu loben scheint. Apost. Gesch. XVII. 22. Man könnte es Götterfurcht oder Dämonenfurcht übersetzen.


63 Es versteht sich von selbst, daß der Dichter das Seinige getan haben muß, um die Illusion zu bewirken und zu unterhalten; denn sonst hat er freilich kein Recht, von uns zu verlangen, daß wir, ihm zu gefallen, tun sollen, als ob wir sähen, was er uns nicht zeigt, fühlten, was er uns nicht fühlen macht, u.s.w.


64 Aufrichtig zu reden, dieser Vers ist der einzige rührende in dem ganzen Fragment der Rede des Perseus, das zufälliger Weise noch vorhanden ist, wie unsre des Griechischen kundige Leser selbst urteilen mögen – denn so lauten die Worte:


Αλλ' ω τυραννε Θεων τε κανϑρωπων, Ερως,

Η μη διδασκε τα κακα φαινεϑαι καλα,

Η τοι ερωσιν, ών συ δημιουργος ει,

Μοχϑουσι μαχϑους ευτυχως συνεκπονει, κ. τ. λ.


65 Wir wissen wohl daß dies nicht à la grecque gesprochen ist; aber die Dame Struthion ist wie Frau Damon in unsern Komödien: und was liegt dem Leser daran, wie die Zahnärztin mit ihrem eigenen Namen geheißen haben mag


Quelle:
Christoph Martin Wieland: Werke. Band 2, München 1964 ff..
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Schell, F. J.

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