Inhalt.

[377] Artus war von Karidol aufgebrochen, um dem rothen Ritter nachzuziehen, welchen die Tafelrunde in ihre Genoßenschaft aufnehmen wollte. An den Ufern des Plimizöl läßt er sich wegen der Nähe von Monsalväsche und des Gralsheeres von seinen Rittern geloben, ohne seine ausdrückliche Erlaubniss nicht zu streiten. Parzival, den der Zufall dahin führt, versinkt beim Anblick dreier Blutstropfen im Schnee ganz in Gedanken an Kondwiramur. So findet ihn ein Knappe Kunnewarens, der es als einen Schimpf für die Tafelrunde beschreit. Segramors wirkt sich Erlaubniss zum Kampf aus, wird aber von dem bewustlosen Parzival abgestochen. Gleiches Schicksal hat Keie, der im Fall den rechten Arm und das linke Bein zerbricht, womit Kunnewarens Schmach an ihm gerochen ist. Gawan reitet unbewaffnet hinaus, erkennt Parzivals Zustand und wirft ein Tuch über die Blutstropfen. Parzival kommt zu sich und reitet mit Gawan zu Artus, wo ihn Kunneware als ihren Ritter empfängt, kleidet und schmückt. Artus und seine Ritter bitten ihn, Genoß der Tafelrunde zu werden, die zwar zu Nantes geblieben ist, hier aber durch ein rundgeschnittenes Tuch vorgestellt wird. Ueber dem Festmal erscheint Kondrie la Sorziere, die ungeheure Botin des Grals, er klärt die Tafelrunde für entehrt durch die Mitgliedschaft Parzivals (dessen Namen und Geschlecht hier zuerst verlautet) und flucht diesem, weil er bei Anfortas Qual und den[377] Wundern des Grals nicht gefragt habe. Dann lädt sie zur Befreiung der vier zu Chatelmerveil gefangen gehaltenen Königinnen ein. Gleich darauf erscheint Kingrimursel und fordert Gawanen, als den Mörder seines Herrn und Vetters Kingrisin, zum Zweikampf, der nach vierzig Tagen zu Schampfenzon vor dem König Vergulacht von Askalon Statt haben soll. Klamide wird auf Parzivals Fürsprache mit Kunnewaren verlobt. Ekuba, die heidnische Königin von Janfuse, erzählt Parzival von seinem Bruder Feirefiß. Parzival verzichtet auf die Tafelrunde, gelobt sich dem Gral und reitet traurig und an Gott verzweifelnd hinweg. Auch Gawan rüstet sich zu seiner Fahrt, Ekuba schifft sich ein, Artus zieht gen Karidol und Orilus mit Klamide gen Brandigan, wo seine Hochzeit mit Kunnewaren feierlich begangen wird.

Quelle:
Wolfram von Eschenbach: Parzival und Titurel. 2 Bände, Stuttgart 1862, Band 1, S. 377-378.
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