Heliozentrisch

[37] Heliozentrisch. Mit diesem Worte als Zusatzbezeichnung belegt man alle Distanzen, Winkel u.s.w., sobald sie sich auf das Zentrum der Sonne als Ursprung beziehen, während die Resultate der direkten Messungen fall stets auf den auf der Oberfläche der Erde gelegenen Beobachtungsort bezogen sind.

Nachdem die Erkenntnis, daß nicht die Erde der Mittelpunkt des Weltalls sei, sondern die uns direkt wahrnehmbaren Bewegungen der Gestirne richtiger als um die Sonne als Gravitationszentrum vor sich gehend aufzufassen seien, allgemeine Anerkennung gefunden hat, pflegt man auch die Koordinaten der Planeten und Kometen auf das Zentrum der Sonne oder strenger auf das allgemeine Gravitationszentrum des Sonnensystems zu beziehen. Durch besondere Rechnungsvorschriften und gewisse in den astronomischen Jahrbüchern enthaltene Bestimmungsstücke wird es ermöglicht, alle Beobachtungsresultate zunächst von der Wirkung der Refraktion und der Parallaxe (s.d.) zu befreien, sie als geozentrische darzustellen und diese sodann auf Grund der jeweiligen Koordinaten der Erde bezogen auf die Sonne als Ursprung auch auf ihre heliozentrischen Werte zurückzuführen.

Ambronn.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 5 Stuttgart, Leipzig 1907., S. 37.
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