Maisliesche

[285] Maisliesche (nach dem Lieschgrase, Phleum) oder Kolbenblatt, die Kolbenscheide, die den weiblichen Blütenstand und den Fruchtkolben des Maises (Zea-Mais, Kukuruz) in verschiedener Anzahl einhüllt.

Trocken sind die Lieschen gelblichweiße, blattartige, stark gerippte, strohähnliche Organe, deren faserige Elemente die Verarbeitung derselben zu Papierstoffen [1] begründen; jedoch ist diese Art der Verwendung verhältnismäßig gering; viel häufiger werden die Lieschen als Füllmaterial (ordinäre Matratzen), zu Flechtwerk (Matten, Hüte) verwendet. Ausführliches über Verwendung in [1] und [2], über Mikroskopie in [3], [4].


Literatur: [1] Auer v. Welsbach, Alois, Die Verarbeitung der Maispflanze, Wien 1862. – [2] Wiesner, Dinglers Polytechn. Journal, Bd. 175. – [3] Hanausek, T.F., Maisliesche in »Realencyklop. d. ges. Pharm.«, Wien 1889, Bd. 6, S. 499 (mit Literaturangaben), und Lehrb. d. techn. Mikroskopie, Stuttgart 1901, S. 107. – [4] Wiesner, Rohstoffe u.s.w., Leipzig 1903, 2. Aufl., 2. Bd., S. 436.

T.F. Hanausek.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 6 Stuttgart, Leipzig 1908., S. 285.
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