Oberflächenspannung

[726] Oberflächenspannung, das Bestreben der Flüssigkeiten, ihre freie Oberfläche auf ein Minimum zu reduzieren, also bei Fehlen äußerer Kräfte Kugelgestalt anzunehmen, was beim Tropfen erfolgt, oder wenn man eine Flüssigkeit in einer andern von nahezu gleichem spezifischen Gewicht suspendiert (z.B. Oeltropfen in einer Wasserspiritusmischung oder die Fettkügelchen der Milch).

Die Oberfläche verhält sich also wie eine gedehnte elastische Haut, doch ist die zusammenziehende Kraft (bei konstanter Temperatur) für jede Flüssigkeit konstant, z.B. für Wasser an einem 1 cm breiten Streifen in der Richtung senkrecht zu der Kante von 1 cm = 0,082 g. Die Oberflächenspannung ist die Ursache des konkaven bezw. konvexen Meniskus von Flüssigkeiten in Röhren, die benetzt bezw. nicht benetzt werden, und des Hochsteigens bezw. der Depression in Kapillaren, also identisch mit der Kapillarität (s.d.).

Abegg.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 6 Stuttgart, Leipzig 1908., S. 726.
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