Verschiebungsellipsoid

[780] Verschiebungsellipsoid, Begriff der allgemeinen Elastizitätslehre.

Die Verschiebungen (Bd. 3, S. 390; Bd. 4, S. 793) der einem Körperpunkte m unendlich benachbarten Körperpunkte n in Hinsicht m lassen sich innerhalb gewisser Grenzen als stetige Funktionen der Richtungen n ansehen, in welchen letztere Punkte anfänglich von m aus lagen (Bd. 4, S. 793). Denkt man sich die Totalverschiebungen rn (Bd. 3, S. 390; Bd. 4, S. 793) aller Punkte n von m aus nach Größe und Richtung angetragen, so liegen die Endpunkte der rn auf einem Ellipsoide, für welches die rn der Punkt je dreier zueinander senkrechter Richtungen n konjungierte Halbmesser sind. Dieses Ellipsoid wurde nach Analogie des Spannungsellipsoids (S. 156) Verschiebungsellipsoid genannt. Die durch die Halbachsen desselben dargestellten rn heißen Grenzverschiebungen. Näheres f. Weyrauch, Theorie elastischer Körper, Leipzig 1884, S. 63, 69. Andre Bedeutung der Bezeichnung Verschiebungsellipsoid s. Dehnung, Bd. 2, S. 692.

Weyrauch.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 8 Stuttgart, Leipzig 1910., S. 780.
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