28. Werweiß.

[145] Vor undenklichen Zeiten hauste einmal ein Wirt nahe bei einem Walde. Er war sehr geizig und tat mit dem kleinsten Dinge, als ob es Goldes wert wäre. Zur selben Zeit lebte ein mächtiger, reicher König, und der schaute das Geld nicht an, sondern lebte in Saus und Braus. Einmal schrieb der König eine Jagd aus und setzte für das beste Weidstück einen herrlichen Lohn. Wenn einer von Adel das beste Wild erjagen würde, sollte er des Königs Tochter zur Frau erhalten, wenn ein Gemeiner, so sollte dieser mit Gold reichlich belohnt werden.

Der Tag der Jagd brach an und auch unser Wirt war dabei, denn die Belohnung stach ihm zu sehr in die Augen. Den ganzen Tag wurde gejagt und geblasen und die Hunde bellten, daß es in den Wäldern einen Höllenlärm gab. Abends war die Jagd vollendet und den Preis erhielt ein Graf, der einen stolzen Hirsch mit goldenem Geweihe erjagt hatte. Der Wirt war aber mit seinem Tagewerk auch nicht unzufrieden, denn er hatte ein wildes Männlein, das ein goldenes Schwert trug, eingefangen und mit sich heimgebracht.

Das Männlein war so lieb und nett, daß der Wirt einen Glaskasten über dasselbe machen ließ und ihn auf den Kasten stellte, und wenn Jemand den Wirt besuchte, so mußte er auch das wilde Männlein im Glaskasten sehen.[146]

Die Wirtsleute hatten auch ein Söhnlein. Das war ein munterer, feiner Knabe und das einzige Kind im Wirtshause. Das wilde Männlein gefiel ihm gar über die Maßen wohl und stundenlang stand er vor dem Kasten und konnte sich an dem kleinen Wichte und an dem funkelnden Schwerte nicht satt sehen. »Wenn ich nur auch so ein schönes, goldenes Schwert hätte,« dachte sich immer der Knabe, denn laut zu sagen, wagte er es nicht seines geizigen Vaters wegen. Als er einmal allein in der Kammer war und das Männlein im Glaskasten gar lieb und freundlich tat, gewann der Knabe ein Herz und sagte: »O liebes Mannl! schenke mir doch dein goldenes Schwert! Ich bitte dich gar schön.«

»Gerne geb' ich es dir,« antwortete das Männlein, »doch nur unter einer Bedingung. Du mußt mich aus dem Kasten lassen und es niemandem sagen. Tust du das, so sollst du mein Schwert haben.«[147]

Der Knabe war mit dieser Antwort zufrieden und versprach dem Männlein, was es verlangte. Aber nun fragte es sich, wie er zum Schlüssel des Glaskastens gelangen könnte, denn die Mutter mußte ihn wie einen Schatz bewahren und trug ihn immer bei sich. Der Knabe war gescheit und wußte bald Rat. Er ging zur Mutter und bat sie, ihm Läuse zu suchen. Die Mutter hatte heute am willigen Kinde die größte Freude, denn sonst wollte der Knabe sich diese Arbeit nie gefallen lassen. Die Mutter kämmte ihm nun das Haar aus und suchte und suchte, und während sie ihr ganzes Augenmerk auf die kleinen Tierlein gerichtet hatte, huschte der Knabe mit seiner Hand in die Rocktasche der Mutter und nahm ihr unbemerkt den Schlüssel heraus.

Der Bursche war nun froher Dinge, lief in die Kammer, wo das kleine Männlein stund, und ließ es aus dem Kasten.

Das Männlein hielt auch sein Wort, dankte seinem kleinen Befreier und schenkte ihm das goldene Schwert. Darauf sprang es zum Fenster hinaus und war in einem Nu in den Wald verschwunden.

Der Wirtsknabe mit dem goldenen Schwert wußte nun vor Freude fast nicht, was er anfangen sollte, stellte sich in den gläsernen Kasten hinein und tat gerade so, wie das Männchen. Da kam aber die Mutter dazu und die erschrak nicht wenig, als sie ihren Buben im Glaskasten und vom Männlein keine Spur mehr sah. Sie rief gleich den Vater herbei, und als dieser sah, was geschehen war, holte er sich birkene Ruten, nahm den Knaben aus dem Kasten und schlug ihn so, daß er keinem Menschen mehr glich. Den so übel zugerichteten Kleinen warf er dann über die Mauer in den Anger hinaus mit den Worten: »Nun packe dich und geh zu deinem wilden Mannl hinaus!«

Der Knabe lag nun lange, lange im grünen Grase draußen, ohne zu sich zu kommen. Als er endlich die Augen aufschlug, stund das[148] Männchen vor ihm, hielt ihn und nahm ihn zu sich. Es führte ihn in den kühlen Wald hinaus, gab ihm alles, was er brauchte, und zog ihn auf wie sein eigenes Kind. Der Knabe wuchs zusehends und ward immer schöner und stärker. Als er groß und stark genug war, um eine Lanze schwingen zu können, lehrte ihn das Männlein die Ritterspiele und der Bube hatte seine größte Freude daran und lernte, daß es eine Lust war. Als er nun ausgelernt hatte, gab ihm das Männlein ein neues gar läppisches Kleid und ein Schwert und sagte zu ihm: »Du bist nun erwachsen und sollst auch die Welt sehen. Geh nun aus dem Walde und suche die Königsstadt. Hast du diese gefunden, so diene an dem Hofe des Königs. Wenn dich aber jemand fragt, wer du seiest, so sage immer: ›Wer weiß?‹ und schweige sonst. Wenn dir aber etwas fehlt, so rufe mich. Ich werde dann gewiß kommen und dir helfen.«

Mit diesen Worten entließ er den Wirtssohn aus dem Walde. Der war gar wunderlich aufgelegt, als er wieder ins Freie hinaus kam. Er war traurig und froh zugleich und so wanderte er weiter, bis er zur Königsburg kam.

Als ihn dort der Wächter sah, mußte dieser laut auflachen, denn der Junge war gar absonderlich gekleidet und sah aus wie ein Narr. Der Knabe wollte nun durchaus zum Könige, die Wächter aber ließen ihn nicht und hatten ihn zum besten. Sie taten ihm allerlei Fragen und er antwortete immer nur: »Wer weiß?« und deswegen hießen sie ihn nur Werweiß. Einem Diener gefiel aber der schöne, rätselhafte Jüngling und dieser meldete ihn dem Könige, der nun den Werweiß zu sich kommen ließ. Der König gewann nun den wunderlichen Jungen lieb und ließ ihn in der Küche anstellen. Werweiß tat nun Dienste als Küchenjunge, mußte Wasser tragen, Feuer machen, Holz spalten und Töpfe und Teller spülen. Das war aber dem Werweiß[149] zu schlecht und er hätte aus der Küche wegkommen mögen. Deswegen zerschlug er, als er einmal allein war, alles Küchengeschirre und trat die Scherben mit Füßen. Da kam aber das kleine Waldmännlein, verwies ihm dieses Treiben und machte alles wieder ganz.

Werweiß war aber damit nicht zufrieden und zertrümmerte noch zweimal das Küchengeräte, Teller, Töpfe, Schüsseln, Häfen, Pfannen und Pfännlein. Aber immer kam das winzige Männlein und machte das Zertrümmerte wieder ganz. Das dritte Mal hatte ein Küchenjunge gesehen, wie Werweiß das Geschirr zu Stücken schlug, und dieser sagte es dem Koche. Der Koch war aber darüber böse und jagte den Werweiß aus der Küche in den Stall hinunter. Der frühere Küchenjunge war nun Stallknecht und mußte die Pferde füttern und tränken, sie striegeln und waschen. Das gefiel aber dem Werweiß gar nicht, denn er wäre lieber darauf herumgeritten und hätte lieber Ritterspiele getrieben. In dieser Zeit war der König in den Krieg gezogen, denn seine Feinde waren in das Land eingefallen und verbrannten die Dörfer und verwüsteten die Saatfelder. Da kam es zu einer großen Schlacht und der König hätte bald den kürzeren gezogen. Wie der Werweiß im Stalle hörte, daß eine sehr bedenkliche Schlacht geschlagen werden sollte, rief er dem Waldmännlein und Waldmännlein kam und brachte dem Werweiß fürstliche Kleider und ein ganzes Heer von Männlein. Werweiß zog die schönen Kleider an, schwang sich auf ein mutiges Roß und kam dem Könige zu Hilfe.

Als die Feinde den unerwarteten Helfer des Königs und das neue Heer sahen, verloren sie den Mut und warfen sich in die Flucht. Sobald aber die Feinde flüchtig wurden, gab der Werweiß seinem Rosse die Sporen und jagte fort nach Hause und die kleinen Männlein mit ihm. Der König wollte dem unbekannten Retter danken, allein er war samt Roß und Rüstung nicht mehr zu sehen. Wie[150] der König als Sieger nach Hause kam, war Werweiß schon wieder im Stalle und putzte die Pferde.

Bald brach ein neuer Krieg aus und das Männlein brachte ein Heer und Werweiß kam damit dem Könige zu Hilfe und verhalf ihm zum Siege. Nach vollendeter Schlacht wollte der König dem Retter danken, allein er war nirgends mehr zu sehen, denn er war wie im Sturm davon geeilt. Den König wunderte es wohl oft, wer seine Helfer gewesen waren, allein er mochte forschen und fragen wie er wollte, nirgends konnte er eine Spur von den schönen Fürsten, die ihm zu Hilfe gekommen waren, entdecken. Und wie es diese Zweimal gegangen war, so ging es auch das drittemal. Es kam wieder ein Fürst mit seinem Heere und schlug die Feinde und ritt dann mit seinen Mannen so schnell als ein Wetter davon. – Werweiß war aber, als der König heimkehrte, schon wieder im Stalle und putzte die Pferde. Allein das Stallknechtsein wollte ihm gar nicht behagen und er dachte: »Wenn ich doch aus dem verfluchten Stall draußen wäre!« Wie sollte er aber da hinauskommen?! – Er ließ alle Pferde los und trieb sie gegeneinander. Da schlugen und traten sie sich blutig, daß es ein Grausen war. »Wenn die anderen das sehen, wird mich der Stallmeister aus dem Stalle jagen«, meinte Werweiß. Allein der Junge hatte sich verrechnet. Denn es kam das Waldmännlein und machte alle Pferde wieder gesund, als ob ihnen gar nichts geschehen wäre.

Werweiß war aber deswegen im Stalle nicht zufriedener und ließ die Pferde noch zweimal los und diese schlugen sich mit den Hufen so blutig, daß das Blut über den Boden rann. Allein es half ihm nichts, denn es kam immer das kleine Waldmännlein und machte die Pferde gesund und heilte die Wunden. Das drittemal hatte aber der Stallmeister den Höllenlärm, den die losgelassenen[151] Pferde im Stalle machten, gehört, wurde böse und jagte den Werweiß aus dem Stalle.

Der Junge war nun ohne Dienst und wußte nicht, wo an und wo aus. Da erbarmte sich seiner der Gärtner und nahm ihn als Gartenjungen an. Werweiß mußte nun im Garten helfen, die Pflanzen bewässern, die welken Blätter abpflücken und die Blumen pflegen, und das gefiel ihm besser als in der Küche helfen und die Rosse striegeln. Da stund er wohl oft bei den Rosen, und wenn er in ihren Kelch sah und ihren Duft einatmete, wurde ihm so wohl, daß er mit keinem Könige getauscht hätte. Er trug, wenn er im Garten war, immer einen Strohhut und hatte ihn so in das Gesicht gedrückt, daß seine schönen, goldenen Haare fast gar nicht gesehen wurden. Und wenn Werweiß so die Blumen begoß oder bei ihnen sinnend stand oder jätete, da saß die älteste Königstochter wohl auf dem marmornen Söller droben und schaute in den Garten hernieder. Und so oft sie den Gartenjungen sah, konnte sie fast ihre Augen nicht wieder wegwenden, denn er gefiel ihr so wohl, weil er so schön wie der Mai war. Hatte sie ihn bei Tage gesehen, dann kam er ihr auch im Schlafe vor und es träumten ihr vom Gärtnerknaben die wunderlichsten Dinge. Einmal sah sie ihn wieder im Garten drunten bei den Blumen und da konnte sie nicht mehr droben bleiben, sondern mußte hinuntersteigen. Sie ging zu ihm hin und bat um einen Blumenstrauß. Allein wie sie auch bat, Werweiß gab ihr keine Blumen, denn er wollte ihnen nicht das Leben nehmen, und gab ihr auch keine Antwort. Wie alles Bitten und Flehen nichts half, da wurde die Königstochter böse und ging zu den Rosen hin und riß die schönsten davon ab. Als Werweiß dies sah, vergaß er das Gebot des Waldmännleins und sprach: »Reiße nicht die Rosen ab, denn« – – da fiel ihm aber die Rede des Männleins, die er im Zorne vergessen hatte,[152] wieder ein und er schwieg und tat, als ob er sich schämte. Wie er so dastund und leicht errötet war, konnte ihm die Königstochter nicht mehr böse sein. Sie ging ihm näher und sprach: »Junge, nimm doch einmal deinen Hut ab, damit ich deine Haare sehen kann, ich bitte dich gar schön.«

Werweiß stellte sich aber, als ob er kein Wort verstünde. Als die schöne Königstochter das sah, meinte sie wirklich, er verstehe ihre Rede nicht, ging auf ihn zu und wollte ihm den Strohhut lüften. Das ließ aber der schöne Gärtnerjunge nicht geschehen und lief auf und davon, denn er fürchtete, an seinen Locken erkannt zu werden. Traurig und sinnend stund die Prinzeß bei den Rosen und ging dann auf ihr Zimmer zurück, um vom rätselhaften Jüngling zu träumen. Sie stund seit dieser Zeit noch öfter als früher auf dem Söller oder am Fenster und sah in den Garten. Und wenn sie den Jungen drunten sah, vergaß sie Leid und Weh und fühlte sich gar glücklich.

Indessen war seit den Kriegen fast ein Jahr vorübergegangen, und es stunden die Bäume wieder mit goldenen oder roten Blättern da und schüttelten sie in das bereifte Gras.

Da dachte der König wieder an die drei Schlachten und an die drei Könige, die ihm zu Hilfe gekommen waren. Wohl oft hatte er an die schönen Helden gedacht und Boten ausgesandt, um sie aufzufinden, allein alles Suchen war vergebens. Da fiel ihm ein, ein großes Hochzeitsfest zu veranstalten, und wenn die drei Könige kommen würden, jedem von ihnen eine seiner schönen Töchter zu geben. Er bereitete also ein großes königliches Fest, das zwei Tage dauern sollte, und lud aus nah und fern Gäste ein. Selbst in die Nachbarländer sandte er Herolde und ließ Fürsten und Grafen zur Hochzeit laden.[153] Seinen Töchtern aber gab er wundervolle prächtige Geschenke. Diese sollten sie den Königen als ihren Erwählten geben. Wie der Tag des Festes anbrach, gab's ein Reiten und Fahren, als ob die wilde Fahrt los wäre. Droben im Königsschlosse waren alle Türen und Tore bekränzt und im Saale wurde musiziert, als ob man im Himmel wäre. Der König und seine drei schönen Töchter empfingen oben im Saale die Ankommenden und waren so schön gekleidet, daß man nichts Schöneres sehen mochte. Es kam der Mittag, allein die drei Könige kamen nicht. Man setzte sich zur Tafel und aß und trank, aber der König war schwermütig und konnte nicht heiter werden. So ging es bis zum Abende. Da gingen die zwei jüngeren Töchter zum Vater und sagten: »Was sollen wir mit den prächtigen Geschenken tun? Die Könige kommen doch nicht mehr.«

Da erwiderte der König: »Wegen meiner was ihr wollt, arme Kinder.«

Die Älteste saß aber ruhig und ernst da und gab ihr Geschenk keinem. Sie dachte an den schönen Gärtner, der ihr so wohl gefiel und den sie heute noch nicht gesehen hatte. Die Schwestern merkten das und neckten sie mit dem Gärtnertroll, wie sie ihn nannten. Sie erwiderte kein Wort. Als man vom Tische aufgestanden war, holte sie das Geschenk und stieg in den Garten hinunter. Dort stund Werweiß sinnend bei den Rosen und war gar traurig. Wie sie ihn sah, hatte sie die größte Freude und gab ihm das prächtige Geschenk. Er küßte ihre Hand und wollte danken, aber da fiel ihm die Rede des Waldmännleins ein und er schwieg. – Traurig gingen Werweiß und die Königstochter voneinander, denn es war ihnen gar schwer ums Herz. Noch trauriger war aber der alte König und es fraß ihm der Gram fast das Herz ab, weil morgen Hochzeit sein sollte und kein Bräutigam sich sehen ließ. Er konnte die ganze Nacht kein[154] Auge schließen und seine Haare bleichten vor Kummer und Sorge über Nacht.

Während aber der König so ohne Schlaf in seinem Bette lag, kam das Waldmännlein zum Werweiß in die Schlafkammer und brachte gar prächtige, goldgestickte Kleider, wie sie nur Könige tragen. Werweiß mußte gleich aufstehen und sich ankleiden. Dann führte ihn das graue Männlein in den Hof hinaus und da saßen hundert und hundert Reiter auf stolzen Rossen.

»Das ist alles dein«, sprach das Männchen. »Nun melde dich dem Könige und wirb um seine Tochter.« So sprach das Männlein und verschwand. Da bliesen einige Reiter in die Trompeten, und wie dies der König hörte, eilte er ans Fenster. Da sah er den König, der ihm die Schlachten gewonnen hatte, und seine Mannen und er hätte vor Freude und Staunen vergehen mögen. Er setzte sich nun gleich die Krone auf, eilte in den Hof hinunter und umarmte den Werweiß. Dieser entschuldigte sich aber, daß er erst heute habe kommen können, und der König war des zufrieden. Er führte nun den schönen Ritter hinauf in den Saal und bot ihm eine seiner Töchter an. Werweiß wählte sich die Älteste und da mußte sie neben ihm sitzen und war so glücklich, daß sie selbst mit den Engeln im Himmel droben nicht getauscht hätte, weil ihr Bräutigam dem Gärtnerjungen so glich wie ein Apfel dem andern. Es gab nun eine lustige Hochzeit, wie noch nie eine gefeiert worden ist, so lange der Himmel blau und das Gras grün war. Und wie man so beisammen saß, sich Gesundheit trank und die Braut nie einen Blick von ihrem schönen Bräutigam wandte, öffneten sich plötzlich die Tore und ein schöner, stolzer König, dem der graue Bart bis auf die Brust niederwallte, trat mit einem großen Gefolge ein. Er eilte auf Werweiß zu und küßte ihn. Der König mit dem Barte war aber niemand anderer, als das Waldmännlein, das endlich erlöst[155] war, weil Werweiß sein Gebot so treu befolgt hatte. Nun ging es noch lustiger her als früher und die Freude hatte kein Maß.

Werweiß und die älteste Königstochter gaben aber ein recht glückliches Paar und lebten bald beim Waldkönig, bald auf der Burg des Vaters. Als die Könige aber starben, erbte Werweiß beide Königreiche und war der reichste und glücklichste Fürst, der je lebte.


(Bozen).

Quelle:
Zingerle, Ignaz Vinc. und Josef: Kinder- und Hausmärchen aus Tirol. Innsbruck: Schwick, 1911, S. 145-156.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Klopstock, Friedrich Gottlieb

Hermanns Schlacht. Ein Bardiet für die Schaubühne

Hermanns Schlacht. Ein Bardiet für die Schaubühne

Von einem Felsgipfel im Teutoburger Wald im Jahre 9 n.Chr. beobachten Barden die entscheidende Schlacht, in der Arminius der Cheruskerfürst das römische Heer vernichtet. Klopstock schrieb dieses - für ihn bezeichnende - vaterländische Weihespiel in den Jahren 1766 und 1767 in Kopenhagen, wo ihm der dänische König eine Pension gewährt hatte.

76 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Dass das gelungen ist, zeigt Michael Holzingers Auswahl von neun Meistererzählungen aus der sogenannten Biedermeierzeit.

434 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon