XVIII.

[40] Was hältst du von Hedschadsch, fragte dieser Tyrann eines Tages einen Beduinen, dem er unerkannt in der Wüste aufstieß: daß er ein Dränger und Tyrann ist. – Nun, wenn's so, warum führst du denn nicht Klage wider ihn am Throne des Chalifen Abdolmelek, des Sohnes Merwan's? – Der ist um[40] kein Haar besser, wenn nicht schlimmer. Gottes Fluch über beyde! – Jetzt kam das Gefolge des Statthalters angeritten, und der Beduine erkannte seinen Mann. – Höre, Emir, sprach er, das Geheimniß, das ich dir so eben anvertrauet, bleibt unter uns; wenn auch Gott etwas davon wissen sollte, so weiß er's besser. Hedschadsch mußte über die sinnreiche Wendung lachen, und beschenkte den Beduinen.

Quelle:
Hammer-Purgstall, Joseph Freiherr von: Rosenöl. Stuttgart/Tübingen: Cotta, 1813, S. 40-41.
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