Kolonien

Gedenktage der deutschen Kolonialgeschichte.

1528. 27. März. Die Ehinger erhalten von Karl V. Venezuela als Familienleben und treten es später an die Welser ab (Ehinger-Welsersches Unternehmen bis 1555).

1681. 16. Mai. Kapitän Blonck vom brandenburgischen Schiff Morian schließt mit drei Negerfürsten in der Nähe des Dreispitzenkaps an der Goldküste einen Vertrag ab.

1682. 8. Nov. Schutzbrief des Großen Kurfürsten für die Afrikanische Handelskompanie auf 30 Jahre.

1683. 1. Jan. Heißung der kurbrandenburgischen Flagge durch Major Otto Friedr. v.d. Gröben auf Groß-Friedrichsburg an der Guineaküste.

5. Jan. Vertrag mit 14 Häuptlingen in der Umgebung von Groß-Friedrichsburg.

1684. Febr. Vertrag mit den Häuptlingen von Accada; Ende des Jahres Erwerbung der Arguininseln am Weißen Vorgebirge durch Brandenburg.

1685. Erbauung der Feste Taccarary an der Guineaküste.

24. Dez. Pachtvertrag mit Dänemark wegen Abtretung einer Faktorei auf St. Thomas.

1711. Der König von Preußen übernimmt die afrikanischen Kolonien als Eigentum.

1717. 18. Dez. Die preußisch-afrikanischen Besitzungen an die Holländer verkauft.

1824. 31. März. Gründung der Kolonie San Leopoldo in Rio Grande do Sul, der ersten deutschen Kolonie in Südbrasilien.

1872. Gründung des Sankt Raphael-Vereins zum Schutze katholischer deutscher Auswanderer.

1879. 24. Jan. Deutsch-samoanischer Freundschafts- und Handelsvertrag.

7. Okt. Beginn des Erscheinens der Wochenschrift ›Export‹, Organs des Zentralvereins für Handelsgeographie und Förderung deutscher Interessen im Auslande.

1880. 27. April. Die Samoavorlage im Reichstag

abgelehnt.

1882. 6. Dez. Gründung des Deutschen Kolonialvereins in Frankfurt a.M.

1883. 9. April. Angra Pequena durch die Firma F.A.E. Lüderitz in Besitz genommen.

1. Mai. Vertrag zwischen Lüderitz und Kapitän Joseph Frederiks von Bethanien.

25. Aug. Weitere Erwerbungen der Firma Lüderitz.

1884. 3. April. Gründung der Gesellschaft für deutsche Kolonisation.

24. April. Die Besitzungen der Firma F.A.E. Lüderitz in Südwestafrika durch den Fürsten Bismarck unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt.

26. Mai. Konstituierung der Neuguinea-Kompanie.

5. Juli. Das Togogebiet von Porto Seguro bis Lome an der Sklavenküste durch Gustav Nachtigal unter deutschen Schutz gestellt.

14. Juli. Flaggenheißung durch Nachtigal an der Kamerunmündung.

21. Juli. Flaggenheißung in Bimbia.

23. Juli. Flaggenheißung in Klein-Batanga.

7. Aug. Flaggenheißung in Angra Pequena.

12. Aug. Reichsschutz über die weitern Erwerbungen von Deutschen in Südwestafrika.

19. Aug. Das Generalkonsulat in Sydney beauftragt, im Neubritannia-Archipel und an der Nordküste von Neuguinea die deutsche Flagge heißen zu lassen.

28. Aug. Flaggenheißung in Hickory Town.

11. Okt. Die Bastards von Rehoboth stellen sich unter deutschen Schutz.

15. Okt. Flaggenheißung in Jaluit.

28. Okt. Vertrag Nachtigals mit Kapitän Frederiks von Bethanien.

3. Nov. Flaggenheißung in Matupi.

15. Nov. Eröffnung der Kongokonferenz in Berlin.

20. Nov. Flaggenheißung an der Nordküste von Neuguinea.

21. Nov. Vertrag zwischen Karl Peters und Mafungi Biniani, Herrn von Nguru.

20.–22. Dez. Kämpfe der Landungstruppen von den deutschen Kriegsschiffen Bismarck und Olga bei Kamerun.

1885. 22. Jan. Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Südafrikanischen Republik.

12. Febr. Gründung der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft.

21. Febr. Der Deutsche Kolonialverein beschließt, den Sitz der Gesellschaft nach Berlin zu verlegen.

26. Febr. Unterzeichnung der Generalakte der Berliner Kongokonferenz.

27. Febr. Kaiserlicher Schutzbrief zur Bestätigung der im November 1884 von Karl Peters in Usagara, Nguru etc. abgeschlossenen Verträge.

5. April. Gründung der ›Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika‹.

8. April. Vertrag des Sultans von Witu mit den Gebrüdern Denhardt.

20. April. Generalkonsul Nachtigal gestorben an Bord der Möwe auf der Höhe von Kap Palmas.

7. Mai. Vertrag mit England über die Abgrenzung Kameruns.

17. Mai. Die Neuguinea-Kompanie erhält kaiserlichen Schutzbrief.

27. Mai. Das Sultanat Witu unter deutschen Schutz gestellt.

10. Juni. Unglückliches Gefecht bei Moschi.

10. Juni. Graf Pfeil erwirbt Khutu für die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft.

19. Juni. Vertrag des Afrikareisenden Karl Jühlke und des Leutnants Weiß mit dem Sultan Mandara von Moschi (Kilimandscharo).

7. Aug. Ankunft des deutschen Geschwaders vor Sansibar.

13. Aug. Der Sultan von Sansibar erkennt vorläufig die deutschen Ansprüche auf Usagara, Nguru, Useguha, Ukami an.

25. Aug. Heißung der deutschen Flagge auf der Karolineninsel Yap.

7. Sept. Satzungen der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft.

21. Okt. Ka-Maharero, Häuptling der Herero, stellt sich unter deutschen Schutz.

22. Okt. Durch päpstlichen Schiedsspruch werden die Karolinen Spanien zugesprochen.

29. Nov. Vertrag des Grafen Pfeil und des Leutnants Schlüter über Uhehe.

2. Dez. Erstes Weißbuch des Reichskanzlers über die deutschen Schutzgebiete.

19. Dez. Vertrag des Leutnants Schmidt über Usaramo.

24. Dez. Deutsch-französischer Vertrag über die Besitzungen an der Kamerunküste Afrikas und in der Südsee.

1886. 6. April. Vertrag zwischen Deutschland und England über die Abgrenzung der beiderseitigen Besitzungen in der Südsee.

30. Juni. Auslauf des ersten subventionierten Dampfers Oder nach Ostasien.

2. Aug. Zweiter Vertrag mit England über die Abgrenzung Kameruns.

13. Sept. Allgemeiner deutscher Kongreß zur Förderung überseeischer Interessen in Berlin.

29. Okt. Übereinkunft zwischen Deutschland und England, betreffend das Sultanat Sansibar und die Abgrenzung der englisch-deutschen Interessensphäre in Ostafrika.

1. Dez. Karl Jühlke in Kismaju ermordet.

13. Dez. Zweiter Schutzbrief an die Neuguinea-Kompanie.

30. Dez. Übereinkommen Deutschlands und Portugals über die Abgrenzung, der beiderseitigen Besitzungen in Südwest- und Ostafrika.

1887. 27. März. Erteilung von Korporationsrechten an die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft.

1888. 15. März. Abänderung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete vom 17. April 1886.

16. März. Insel Nauru (Südsee) unter deutschen Schutz gestellt.

25. März. Kaiserliche Verordnung über das Bergwesen und die Gewinnung von Gold und Edelsteinen im südwestafrikanischen Schutzgebiet.

8. April. Verpachtung der Zollstätten an der Sansibarküste an die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft, die am 28. April die gesamte Verwaltung des Festlandsgebiets von Sansibar übernimmt.

25. April. Seyid Bargasch von Sansibar gestorben.

5. Aug. Verfügung über die Errichtung eines Seminars für orientalische Sprachen in Berlin.

15. Aug. Übernahme der Sansibar-Küstenzollstätten durch die Beamten der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. Beginn des Araberaufstandes unter Buschiri.

27. Nov. Blockade der ostafrikanischen Küste (aufgehoben 1. Okt. 1889).

18. Dez. Gefecht bei Vailele auf Upolu.

1889. 30. Jan. Der Reichstag beschließt die Bildung einer farbigen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika; Hermann Wissmann mit der Niederwerfung des Aufstandes beauftragt.

3. März. Buschiris Angriff auf Dar es Salam zurückgeschlagen.

16. März. Untergang der beiden deutschen Kriegsschiffe Eber und Adler im Hafen von Apia.

29. April. Die Samoa-Konferenz tritt in Berlin zusammen.

8. Mai. Das Lager Buschiris bei Bagamoyo von der Wissmann-Truppe gestürmt.

23. Mai. Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft erhält die Genehmigung zur Umwandlung in eine reichsrechtliche Korporation (s. 4. Juli 1889).

27. Mai. Umgegend von Dar es Salam unterworfen.

6. Juni. Eroberung von Saadani.

4. Juli. Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft eine Reichskorporation.

8. Juli. Eroberung von Pangani.

10. Juli. Wiederbesetzung von Tanga.

19. Okt. v. Gravenreuth schlägt die Mafiti Buschiris.

14. Dez. Buschiri hingerichtet.

1890. 15. Jan. Erstürmung des Lagers des Häuptlings Bana Heri von Useguha.

1. Febr. Gesetz betr. Errichtung einer Dampferlinie nach Deutsch-Ostafrika.

13. Febr. Ali an Stelle Chalifas Sultan von Sansibar.

9. März. Eroberung von Palamakaa (D.-Ostafrika).

20. März. Entlassung des Fürsten Bismarck; v. Caprivi Reichskanzler.

1. April. An die Spitze der neugegründeten Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes tritt Dr. Paul Kayser als Kolonialdirektor.

6. April. Übergabe Bana Heris von Useguha.

1. Juli. Deutsch-englisches Kolonialabkommen (Sansibar und Witu, Helgoland).

21. Aug. Schutzvertrag mit den Bondelzwaarts (südwestafrikanisches Schutzgebiet).

10. Okt. Kaiserlicher Erlaß über die Errichtung eines Kolonialrats.

17. Nov. Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich über die Erwerbung der festländischen Besitzungen des Sultans von Sansibar sowie der Insel Mafia durch Deutschland, die der Sultan durch Vertrag vom 28. Okt. und nach gleichzeitiger Vereinbarung hierüber zwischen Deutschland und England an Deutschland abgetreten hat.

20. Nov. Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft verzichtet auf ihre Hoheitsrechte.

27. Dez. 4 Mill. Mk. Abfindung an den Sultan von Sansibar gezahlt gegen Abtretung seines festländischen Besitzes.

1891. 1. Jan. Kaiserliche Verordnung über die Rechtsverhältnisse in Deutsch-Ostafrika.

31. Jan. Unglückliches Gefecht der Expedition Zintgraffs gegen die Bafuti.

12. März. Siegreiche Kämpfe des Majors v. Wissmann bei Kiboscho am Kilimandscharo.

22. März. Gesetz über die kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika.

9. April. Organisation der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika.

9. April. Gouverneur Freiherr v. Soden übernimmt die Verwaltung von Deutsch-Ostafrika.

1. Juni. Eröffnung des Kolonialrats und erste Tagung desselben.

1. Juli. Übernahme der Zollverwaltung in Deutsch-Ostafrika durch das Reich.

17. Aug. Niederlage des Expeditionskorps v. Zelewski bei Lugalo in Deutsch-Ostafrika durch die Wahehe.

5. Nov. Unglückliches Gefecht bei Buëa; Tod des Freiherrn Karl v. Gravenreuth.

1892. 30. März. Gesetz über die Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete.

10. Juni. Niederlage der deutschen Schutztruppe am Kilimandscharo.

6. Sept. Kaiserliche Verordnung über das Bergwesen im südwestafrikanischen Schutzgebiet.

12. Sept. Erteilung der Damaraland-Konzession.

6. Okt. Kampf Brünings mit Kwawa Mahinja bei Kilossa.

1893. 5. März. Hammed ben Thwain an Stelle Alis Sultan von Sansibar.

12. April. Erstürmung von Hornkranz in Deutsch-Südwestafrika durch Hauptmann Kurt v. François.

12. Aug. Erstürmung von Moschi durch den Gouverneur Freiherrn v. Schele.

15. Nov. Dritter Vertrag mit England über Abgrenzung im Hinterland von Kamerun.

15. Dez. Aufstand der aus Dahoméleuten angeworbenen Polizeitruppe Kameruns.

1894. 30. und 31. Jan. Gefechte vor der Naukluft (Südwestafrika).

4. Febr. Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich über das Hinterland von Kamerun.

15. März. Zweites Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich über das Hinterland von Kamerun.

27. Aug. Erstürmung der Naukluft (Deutsch-Südwestafrika).

9. Sept. Hendrik Witbooi legt die Waffen nieder.

26. Okt. Entlassung des Grafen v. Caprivi; Fürst Chlodwig Hohenlohe Reichskanzler.

30. Okt. Kuirenga, der Sitz Kwawa Mahinjas in Uhehe, durch den Gouverneur v. Schele erstürmt.

1895. 5. Juni. Gesetz über die kaiserlichen Schutztruppen für Südwestafrika und Kamerun.

20. Juli. Gesetz über die Bestrafung des Sklavenraubes und Sklavenhandels.

4. Nov. Der Deutsche Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien erhält die Rechte einer juristischen Person.

1896. 5. April. Gefecht mit den Khaua und Herero bei Gobabis.

1. Mai. Eröffnung der deutschen Kolonialausstellung in Berlin.

6. Mai. Gefecht bei Otjunda gegen die Khaua und Herero.

18. Juni. Gründung des Kolonialwirtschaftl. Komitees.

7. Juli. Abänderung des Gesetzes vom 22. März 1891 über die kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika und des Gesetzes vom 5. Juni 1895 über die kaiserliche Schutztruppe für Südwestafrika und für Kamerun.

9. Juli. Entdeckung des Ramu in Kaiser Wilhelms-Land.

18. Juli. Gesetz über die kaiserlichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die dortige Wehrpflicht.

26. Juli. Kaiserliche Verordnung über die Disziplinarstrafordnung für die kaiserlichen Schutztruppen.

9. Aug. Kaiserliche Verordnung über die Rechtsverhältnisse der Landesbeamten in den deutschen Schutzgebieten.

25. Aug. Tod des Sultans Hammed ben Thwain von Sansibar.

27. Aug. Der durch England vertriebene Sultan Chalid ben Bargasch von Sansibar flüchtet nach Deutsch-Ostafrika und stellt sich unter deutschen Schutz. Sultan wird Hamud ben Mohammed unter englischem Protektorat.

17. Okt. Verfügung des Reichskanzlers über das Kronland von Kamerun.

17. Okt. Kolonialdirektor Dr. Kayser legt sein Amt nieder; sein Nachfolger wird Geheimer Legationsrat Freiherr v. Richthofen.

1897. 30. März. Kaiserliche Verordnung über die Erfüllung der Dienstpflicht bei der kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika.

9. Juni. Gesetz über das Auswanderungswesen.

9. Juli. Protokoll über das deutsch-französische Abkommen über die Abgrenzung in Togo.

14. Aug. Stellvertretender Landeshauptmann v. Hagen ermordet (Neuguinea).

14. Nov. Landung deutscher Truppen in Kiautschou.

1898. 27. Jan. und 1. März. Kaiserliche Verfügungen übertragen die Verwaltung des von China erpachteten Gebiets dem Reichsmarineamt.

6. März. Endgültiger Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und China wegen der Pachtung von Kiautschou.

14. März. Bekanntmachung des Gesetzes vom 9. Juni 1897.

2. April. Oberlandesgerichtsrat v. Buchka wird Direktor der Kolonialabteilung des Ausw. Amtes.

27. April. Kiautschou durch kaiserlichen Erlaß unter deutschen Schutz gestellt.

30. April. Gründung des Deutschen Flottenvereins.

19. Juli. Tod des Sultans Kwawa Mahinja von Uhehe.

30. Juli. Fürst Bismarck gestorben.

2. Sept. Tsingtau als Freihafen eröffnet.

7. Okt. Abtretung der Landeshoheit über ihre Südseegebiete durch die Neuguinea-Kompanie an das Reich.

9. Okt. Kaiserliche Verordnung über das Bergwesen in Deutsch-Ostafrika._– Abänderung des Gesetzes vom 15. März 1888.

20. Nov. Annahme des Vertrags mit der kaiserlichen Regierung durch die Hauptversammlung der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft.

1899. 1. April. Übernahme der Landeshoheit über das Schutzgebiet von Deutsch-Neuguinea durch das Reich._– Verordnung des kaiserlichen Gouverneurs in Deutsch-Ostafrika über die Erhebung einer Gewerbesteuer.

7. April. Verkauf der Usambara-Bahn durch die Eisenbahngesellschaft für Deutsch-Ostafrika an das Deutsche Reich.

18. Juli. Kaiserlicher Schutz über die von Spanien 30. Juni ans Reich verkauften Karolinen, Palau und Marianen.

2. Sept. Grundsteinlegung der Mole in Swakopmund.

15. Okt. Eröffnung des deutschen Kolonialmuseums in Berlin.

6. Nov. Übernahme der Landeshoheit auf der Karolineninsel Yap.

14. Nov. Deutsch-englisches Abkommen über Samoa.

2. Dez. Deutsch-amerikan. Abkommen über Samoa.

1900. 17. Febr. Kaiserlicher Schutz über die Samoainseln erklärt; Verordnung über die Rechtsverhältnisse.

29. März. Wahl eines Beirats für das Auswanderungswesen durch den Bundesrat.

7. Juni. Wirklicher Geheimer Legationsrat Oskar Stübel übernimmt das bisher vom Kolonialdirektor v. Buchka innegehabte Direktorat der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes.

23. Juni. Rücktritt des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, Generalmajors v. Liebert; ersetzt Dezember 1900 durch den Major Grafen Götzen.

15. Aug. bis 30. Sept. Erste Volkszählung in Deutsch-Samoa.

17. Okt. Rücktritt des Fürsten Hohenlohe; Graf Bernhard v. Bülow Reichskanzler.

9. Nov. Abänderung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete vom 15. März 1888.

1901. 1. Jan. Inkrafttreten des neuen Schutzgebietsgesetzes vom 25. Juli bis 10. Nov. 1900 und des neuen Konsulargerichtsbarkeitsgesetzes vom 7. April 1900.

1. Juli. Einführung der Reichsmarkwährung auf Samoa.

6. Juli. Tod des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe.

1902. 26. März bis 7. Juni. Expedition des Oberstleutnants Pavel zum Tsadsee.

1. April. Errichtung einer Auskunftsstelle für Auswanderer seitens der Deutschen Kolonialgesellschaft.

1. Juni. Betriebseröffnung der gesamten Eisenbahnstrecke Swakopmund-Windhuk.

25. Juni. Nach kaiserlicher Verordnung können wehrpflichtige Reichsangehörige ihre Dienstpflicht in der deutschen Schutztruppe für Südwestafrika ableisten.

16.–19. Okt. Erster deutscher Kolonialkongreß in Berlin. Ende Okt. Ausbruch eines für erloschen geltenden Vulkans auf Sawaii (Samoa).

1903. 25. Okt. Aufstand der Bondelzwaarts in Warmbad.

24. Dez. Verfügung des Reichskanzlers, betreffend Bildung von Gouvernementsbeiräten in den deutschen Schutzgebieten.

1904. 11. Jan. Beginn des Herero-Aufstandes.

27. Jan. Omaruru von den Hereros mit großer Macht angegriffen.

28. Jan. Aufstand der Bondelzwaarts beendet. Das Hauptlager der Herero bei Okahandia erstürmt.

4. Febr. Hauptmann Franke entsetzt Omaruru nach schweren Kämpfen.

30. Febr. bis 22. Aug. Aufstand am Croßfluß (Kamerun), niedergeworfen durch Oberst Müller.

23. Febr. Betriebseröffnung der gesamten Eisenbahnlinie Tsingtau-Tsinanfu.

25. Febr. Schweres Gefecht der Kolonne v. Estorff bei Otjihinanapa.

13. März. Verlustreiches Gefecht v. Glasenapps gegen die Hereros bei Owikokorero.

16. März. Gefecht des Majors v. Estorff am Omatakoberg.

2. April. Siegreiches Gefecht v. Glasenapps gegen die Hereros bei Okarahui.

9. April. Siegreiches Gefecht Leutweins gegen die Hereros bei Onganjira.

13. April. Gefecht gegen die Hereros bei Okatumba.

1. Mai. Aufhebung der am 24. Febr. 1894 abgeschlossenen Zollgemeinschaft mit der britischen Goldküstenkolonie östlich des Volta.

16. Mai. Generalleutnant v. Trotha zum Kommandeur der Schutztruppe in Südwestafrika ernannt, Leutwein von der Stellung als Kommandeur enthoben._– Generalkonsul v. Lindequist als Nachfolger Leutweins zum Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika ernannt.

16. Juni. Die Gesetzentwürfe über die Togobahn Lome-Palime und die Mrogoro-Eisenbahn in Ostafrika werden vom Reichstag angenommen.

11. Juli. Bildung einer Handelskammer in Togo.

3.–4. Aug. Erste koloniale landwirtschaftliche Ausstellung in Dar es Salam.

11. Aug. Empfang der südwestafrikanischen Siedlerabordnung durch den Kaiser.

11. Aug. Siegreiches, aber verlustreiches Gefecht gegen die Hereros am Waterberg.

13. Aug. Überfall auf drei katholische Missionsstationen in den Bainingbergen (Neupommern) und Ermordung von zehn Missionsmitgliedern.

3. Okt. Abfall Hendrik Witboois in Gibeon.

24. Dez. Nach Verfügung des Reichskanzlers sind alle nach dem 31. Dez. 1905 gebornen Kinder von Haussklaven in Deutsch-Ostafrika frei.


Die 1904 in den deutschen Schutzgebieten tätigen Missionsgesellschaften.

(Die in Klammern stehenden Zahlen geben die Anzahl der Hauptstationen an, zu denen noch zahlreiche Neben- oder Außenstationon hinzukommen.)


Deutsch-Ostafrika.

Evangelisch. Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika, Berlin III (7).

Missionsanstalt der Evangelischen Brüder-Unität, Berthelsdorf bei Herrnhut (12).

Gesellschaft zur Beförderung der evangelischen Missionen unter den Heiden, Berlin I (17).

Evangelisch-lutherische Mission, Leipzig (8).

Universities Mission to Central Africa, London (7).

Church Missionary Society, London (9).

Evangelischer Afrikaverein (1).

Katholisch. Kongregation der Väter vom Heiligen Geist u. unbefleckten Herzen Mariä, Knechtsteden (13).

Missionsgesellschaft der Weißen Väter, Trier (Missionaires d'Afrique d'Alger) (31).

St. Benediktus-Missionsgesellschaft, St. Ottilien (Oberbayern) (11).

Trappistenmission, Mariannhill (Natal) (3).


Kamerun.

Evangelisch. Evangelische Missionsgesellschaft, Basel (10).

Missionsgesellschaft der deutschen Baptisten, Berlin (5).

Board of Foreign Missions of the Presbyterian Church in the U.S.A. (4).

Katholisch. Kongregation der Pallottiner, Limburg (7)


Togo.

Evangelisch. Norddeutsche Missionsgesellschaft, Bremen (4).

Evangelische Missionsgesellschaft, Basel (7).

Wesleyan Methodist Missionary Society, London (1).

Katholisch. Missionsgesellschaft vom göttlichen Wort, Steyl (5).


Deutsch-Südwestafrika.

Evangelisch. Rheinische Missionsgesellschaft, Barmen (24).

Finska Missions Sällskapet (Finnische Mission) (15).

Katholisch. Kongregation der Missionare Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria, Hünfeld (2).

Genossenschaft der Oblaten des Heiligen Franz von Sales, Oberdöbling bei Wien (1).

Infolge des Aufstandes ist ein Teil der Missionsstationen zerstört, und die Gemeinden haben sich teilweise aufgelöst.


Neuguinea-Schutzgebiet.

Evangelisch. Rheinische Missionsgesellschaft, Barmen (4).

Neuendettelsauer Mission (7).

Australasian Wesleyan Methodist Missionary Society, Sydney (5).

American Board of Commissioners of Foreign Missions, Boston (3).

Katholisch. Missionsgesellschaft vom göttlichen Wort, Steyl (5).

Kongregation der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu, Hiltrup (28).

Spanische und deutsche Kapuziner, Madrid und Straßburg im Elsaß (12).

Genossenschaft der spanischen Augustiner-Rekollekten (8).


Marshallinseln.

Evangelisch. American Board of Commissioners of Foreign Missions, Boston (19).

Katholisch. Kongregation der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu, Hiltrup (3).


Deutsch-Samoa.

Evangelisch. London Missionary Society (7).

Australasian Wesleyan Methodist Missionary Society, Sydney (2).

Mormonenmission, Saltlake City (3).

Katholisch. Kongregation der Maristen oder Väter der Gesellschaft Mariens, Meppen (14).


Kiautschou.

Evangelisch. Gesellschaft zur Beförderung der evangelischen Missionen unter den Heiden, Berlin III (5).

Allgemeiner evangelisch-protestantischer Missionsverein.

American Presbyterian Mission.

Katholisch. Missionsgesellschaft vom göttlichen Wort, Steyl.


Kolonien I. Kolonien II.
Kolonien I. Kolonien II.
Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907.
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