κλίνω

[1454] κλίνω, fut. κλινῶ, perf. κέκλικα, aor. pass. ἐκλίϑην, ep. u. ion. ἐκλίνϑην, in Zusammensetzungen auch ἐκλίνην, denn Her. 9, 16 ist κλινῆναι zweifelhaft, perf. κέκλιμαι, κέκλινται, plur., Xen. equ. 5, 5, – 1) biegen, beugen; feindliche Truppen zum Weichen bringen, Iliad. 5, 37 Τρῶας δ' ἔκλιναν Δαναοί, Odyss. 9, 59 Κίκονες κλῖναν δαμάσαντες Ἀχαιούς, vgl. Lehrs Aristarch. ed. 2 p. 151 u. Friedlaender zu Scholl. Aristonic. Iliad. 5, 37, auch Schol. Odyss. 9, 59, welches wohl ebenfalls aus Aristonicus Bammt; ähnlich Iliad. 14, 510 ἔκλινε μάχην ἐννοσίγαιος; Theogn. 711 ἐκλίνϑη μάχη; Euripid. Suppl. 704 ἔκλινε γὰρ (ὁ λόχος) κέρας τὸ λαιὸν ἡμῶν; – ἡμέρα κλίνει τε κἀνάγει πάλιν ἅπαντα τἀνϑρώπεια Soph. Ai. 131, der Tag beugt nieder u. hebt empor; τάλαντα κλίνειν, die gleich schwebenden Schalen der Wage in eine schräge Richtung bringen, so daß die eine steigt, die andere sinkt, Il. 19, 223, womit Plat. zu vgl. ἰσόῤῥοπον πρᾶγμα ἐν μέσῳ οὐχ ἕξει μᾶλλον οὐδ' ἧττον οὐδαμόσε κλιϑῆναι, Phaed. 109 a; ὄσσε πάλιν κλίνειν, die Augen zurückwenden, Il. 3, 427; τὰς δ' ἐκ τῶν ἀριστερῶν ἐπὶ τὰ δεξιὰ κλίναντες, Plat. Tim. 77 e; – ἐκ δὲ πυϑμένων ἔκλινε κοῖλα κλῇϑρα, er riß die Schlösser auf u. warf die Thüren zurück, Soph. O. R. 1262. – 2) anlehnen; κλῖνε δ' ἄρα μάστιγα ποτὶ ζυγόν Il. 23, 509; ἔκλιναν ἅρματα πρὸς ἐνώπια Il. 8, 435; ἔστησαν σάκε' ὤμοισι κλίναντες, indem sie die Schilder an die Schultern lehnten, Il. 11, 591; κλῖνόν μ' εἰς εὐνὴν αὖϑις Eur. Or. 227; κλίνατέ μ', οὐ σϑένω ποσί, leget mich hin, Alc. 268; ἷζε δ' ἐπὶ οὐδοῦ κλινάμενος σταϑμῷ, indem er sich an den Pfosten lehnte, med. Homerisch = passiv., Od. 17, 340; pass., κλινϑῆναι ἐυξέστῳ ἐνὶ δίφρῳ Il. 23, 335; στήλῃ κεκλιμένος 11, 371; κεκλιμένα καλῇσιν ἐπάλξεσιν 22, 3; ἀσπίσι κεκλιμένοι, auf die Schilde gelehnt, gestützt, 3, 135; κλισμῷ κεκλιμένη, in den Sessel gelehnt, Od. 17, 97; Ἀσία δὲ χϑὼν ἐπὶ γόνυ κέκλιται, Asien beugt sich u. fällt aufs Knie, Aesch. Pers. 894; ὑπτία δὲ κλίνομαι δείσασα πρὸς δμωαῖσι, ich lehne mich zurückgebeugt auf die Mägde, Soph. Ant. 1173; τοῖς ἐμοῖς πλευροῖς ὁμοῦ κλιϑεῖσαν Trach. 1216; Eur. κλίϑητί νύν μοι πλευρὰ ϑεὶς ἐπὶ χϑονός, Cycl. 544. Auch = sich auf die Seite lehnen, fallen, Od. 19, 470; sich niederlegen, Il. 10, 350. 23, 232; παραὶ λεχέεσσι κλιϑῆναι, sich neben der Braut im Bette lagern, Beilager halten, Od. 18, 213. – Dah. im perf. = liegen, ἔντεα δέ σφιν καλὰ παρ' αὐτοῖσι χϑονὶ κέκλιτο, die Waffen lagen auf der Erde, Il. 10, 471; Od. 11, 194; ἠέρι δ' ἔγχος ἐκέκλιτο καὶ ταχέ' ἵππω Il. 5, 356, eigtl. Schild u. Pferde waren an den Nebel gelehnt, in Nebel gehüllt, verborgen; auch von Orten, gelegen sein, liegen, (νῆσοι) αἵϑ' ἁλὶ κεκλίαται, die im Meere gelegen sind, Od. 4, 608; λίμνῃ, gegen den See gelegen, 13, 235, vgl. 11, 234, wobei an eine Abdachung nach dem Orte hin, der im dat. steht, anzunehmen ist; auch von Menschen, Ὀρέσβιος λίμνῃ κεκλιμένος Κηφισίδι, dessen Wohnsitz am kephisischen See gelegen ist, Il. 5, 709; ῥηγμῖνι ϑαλάσσης κεκλίαται, sie lehnen sich an den Strand, sind am Strande, 16, 68; sp. D., πόλις κεκλιμένη ἐπὶ Εὐρύτου ῥεέϑροις Coluth. 223; von den Himmelsgegenden, τὴν πρὸς ἀνατολὰς κεκλιμένην πλευρὰν τῆς Ἰταλίας Pol. 2, 14, 4; τὸ εἰς τὰς ἄρκτους κεκλιμένον 1, 42, 5, u. öfter, wie D. Sic. 1, 17. 2, 53 u. a. Sp. Bes. auch = b egraben sein, Ἀλφεοῦ πόρῳ κλιϑείς, am Alpheus, Pind. Ol. 1, 92; οὐ νόσῳ οὐδ' ὑπὸ δυςμενέων δούρατι κεκλίμεϑα, nicht durch Krankheit [1454] noch durch der Feinde Speer sind wir hingestreckt, Antp. Sid. 84 (VII, 493), u. öfter in der Anth. – Einen Platz zum Liegen anweisen, sich niederlegen oder niedersetzen lassen, z. B. zur Mahlzeit, Her. 9, 16. – Auch intrans., sich hinneigen, ἡ πόλις ὅπως ποτ' ἐπὶ τὸ χεῖρον ἔκλινεν Xen. Hem. 3, 5, 13; τῶν πραγμάτων ὁλοσχερῶν ἐπὶ Ῥωμαίους κεκλικότων Pol. 30, 10, 12; κλίνοντος ἡλίου, als sich die Sonne zum Untergang neigte, Ap. Rh. 1, 452; ἅμα τῷ κλῖναι τὸ τρίτον μέρος τῆς νυκτός Pol. 3, 93, 7; N. T.; vgl. Poll. 4, 158; – κλινεῖν ἐπ' ἀσπίδα Pol. 3, 115, 9, ποτὲ μὲν παρ' ἀσπίδα κλίναντες ποτὲ δ' ἐπὶ δόρυ, linksum, rechtsum kehrt machen, 6, 40, 12. – Bei den Gramm. = biegen, abwandeln, sowohl decliniren als conjugiren, Apoll. Dysc. synt. 319, 24.

Quelle:
Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Braunschweig 31914, Band 1, S. 1454-1455.
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