ἄ-κῡρος

[87] ἄ-κῡρος, 1) ungültig, ohne Rechtskraft, ἄκυρον ποιεῖν, ungültig machen, Plat. Prot. 356 d; bes. von Beschlüssen, Gesetzen und richterlichen Entscheidungen, oft bei Rednern, ψήφισμα Andoc. 1, 8; Dem. 23, 93; συνϑήκην ἄκυρον ποιεῖν Lys. 18, 15; συγγραφήν Dem. 56, 15; τὸ ἀξίωμα Xen. An. 5, 9, 28; νόμος, dem κύριος entgegengesetzt, Aesch. 3, 38; Plat. Legg. IV, 715 d; κρίσις ἀκυροτέρα, die Entscheidung hat weniger Gewicht, Theaet. 178 d; δίκη ἄκυρος καὶ ἀτελής Legg XII, 954 e; neben ἀβέβαιος Plut. Sol. 27. – 2) Von Menschen; τινός, kein Recht auf etwas habend, ohne Gewalt über etwas, ἄκυρος ἔστω τῶν ἑαυτοῠ, er soll nicht frei über sein Eigenttzum verfügen dürfen, Plat. Theaet. 169 e; Legg. XI, 929 e; ἄκυροι πάντων γενήσεσϑε Dem. 19, 2; τὰ δικαστήρια ἄκυρα ποιεῖν τῶν προςτιμημάτων, den Gerichten die Macht nehmen, Zusatz-Strafen zu verhängen, 24, 2; auch absol., ἄκυρόν τινα ποιεῖν, Einem keine Vollmacht geben, Xen. Hell. 5, 3, 24; τοὺς βέλτιον βουλευσαμένους ἀκύρους καϑιστἀναι, ihnen keinen Einfluß gestatten, Lys. 9, 19; mit dem inf., ἄκυρος καὶ ἀτελὴς σῶσαι, ohne Macht zu retten, Andoc. 4, 9. Beide Bedtgn haben auch Plut. u. Sp. – 3) Von Wörtern: uneigentlich, Cic. Fam. 16, 17; so ἀκύρως, Schol. Il. 24, 614.

Quelle:
Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Braunschweig 31914, Band 1, S. 87.
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