1 In der alten deutschen und auch in der alten französischen Übersetzung fehlt hier: »Blicken wir auf unsere Zeit. Die deutschen Ketzereien, von dem einen Luther begonnen, sind heute so zahlreich, dass fast jede Stadt ihre eigene Ketzerei hat; und die Führer und Urheber waren noch vor wenigen Jahren um ihrer Beredsamkeit und ihrer Federgewandtheit willen so berühmt, dass man ihrem Ruhme nichts hinzufügen konnte; jetzt sind sie Häupter und Fürsten der Ketzer.«
2 »So fingen wir an, stumme Bilder unserer Heiligen in unsere Kirchen zu tragen, sie mit grossen Ehren auf die Altäre zu stellen, und wo der Mensch, das Ebenbild Gottes, nicht stehen darf, dorthin stellen wir leblose Bilder, verbeugen uns vor ihnen, küssen sie, zünden ihnen Kerzen an, hängen ihnen Weihgeschenke auf, schreiben ihnen Wunder zu, kaufen von ihnen Ablässe, machen ihnen Wallfahrten und Gelübde, verehren sie, beten sie an.« Diese Stelle ist in der alten Übersetzung fortgelassen.
3 »Wir müssen aber auch erkennen, dass die Heiligen fromme Beter überall erhören können; und wenn das auch leichter ist an den Orten, wo irgend ein Pfand von ihnen vorhanden ist, so besteht doch eine grosse Unsicherheit, weil man an verschiedenen Orten die Pfänder oder Reliquien derselben Heiligen zu besitzen glaubt; und so muss das Vertrauen da oder dort töricht sein.« Auch diese Zeilen fehlen in der alten Übersetzung.
4 Hier ist in der alten Übersetzung die folgende furchtbare Anklage fortgelassen:
Doch genug davon; es ist unvorsichtig, sie auf so freie Art anzugreifen. Denn sie pflegen sich im Zorn zu verschwören und ihre Angreifer vor das Inquisitionsgericht zu schleppen, wo sie zum Widerruf gewungen oder gar dem Scheiterhaufen überliefert werden; oder die Angreifer werden auch durch Gift aus der Welt geschafft, denn es gehört ja auch zu diesem geheimen Glaubensbekenntnis, dass es ein erlaubtes und frommes Werk sei, Leute, die in der Religion ein Ärgernis geben, heimlich zu vergiften, damit die Ordnung nicht durch eine öffentliche Anklage gestört werde.