Kapitel III.
De grammatica
oder
Von der Sprachenkunst oder Grammatica

[27] Aus diesen so unbeständigen und stets veränderlichen Principiis der Buchstaben ist die erste die Sprachenkunst oder Grammatica; denn aus dieser entspringen die andern Künste, wohl zu reden. Aber weil es wenig Nutzen bringet, wenn man nur die Buchstaben, dieselben aber nicht mit einer sonderlichen Art und Weise zusammenzusetzen, und aus den Buchstaben Silben, aus den Silben ganze Worte und Reden zu formieren weiss, so haben die Erfinder sich unterstanden, gewisse Reguln und Konstructiones zu geben, dass was nämlich nach denselben geredet, wohl geredet sei, und haben diese Kunst Grammaticam genannt; deren erster Erfinder ist gewesen bei den Griechen der Prometheus; welche hernachmals der Grates Mallotes, der von dem Attalo zum römischen Rat, zur Zeit des andern und dritten punischen Kriegs geschicket worden, in Rom eingeführt; und ist diese Kunst hernachmals mit einem grossen Gepränge von dem Palämo profitieret worden, dergestalt, dass sie solche die palämonische Kunst genannt haben; welcher aber so ein[27] ruhmrediger Mann gewesen, dass er gesaget, mit ihm wären die Buchstaben geboren und mit ihm würden sie auch wieder sterben und untergehen. Dieser hat alle gelehrten Leute zu seiner Zeit verachtet, auch den M. Varronem ein Schwein zu nennen sich unterstanden.

Aber es ist und bleibet wahr, dass die lateinische Grammatica so arm und der griechischen Sprache so unterworfen ist, dass, wer von dieser keine Wissenschaft hat, sich unter die Zahl der Sprachkünstler nicht zählen darf; derowegen bleibet's wohl dabei, dass alle dergleichen grammatikalische Vernunft aus nichts anders, als aus unserer Vorfahrer Gebrauch und Autorität herkomme, denen es gefallen, eine Sache so oder so zu nennen, so zu schreiben, die Worte so zusammensetzen, befohlen und gutgeheissen haben. Es rühmet sich die Grammatica, dass sie eine Kunst recht zu reden sei, aber ganz falsch, weil wir dieses viel besser von unsern Müttern und Säugammen, als von denen Grammaticis lernen können. Die Sprache der Gracchen, die für die beredtesten sind gehalten worden, haben die Söhne von der Mutter Cornelia gelernt. So ist auch bekannt, dass in vielen Ländern auswärtiger Nationen, wenn Kolonien hingebracht worden, die Kinder ihre Muttersprache behalten, daher Plato und Quintilianus gelehret haben, dass man vor allen Dingen bei Auferziehung der Knaben um gute Ammen sich bekümmern sollte.

Derowegen sei es ferne von uns, dass wir die Vernunft, recht zu reden, den Grammatikschreibern beimessen wollen, welche, indem sie nur die Grammaticam profitieren, desto weniger wissen; welche auch Priscianus in seinem ganzen Leben nicht hat lernen können, und wird für gewiss vorgegeben, dass Didymus von der Grammatica viertausend oder, wie andere wollen, sechstausend Bücher soll geschrieben haben. Wir lesen, dass der Kaiser Claudius der griechischen Sprache[28] so ergeben gewesen, dass er noch drei Buchstaben erfunden, welche er als Kaiser beibehalten hat, und Karl der Grosse hat bei Einführung der deutschen Grammatica den Monaten und Winden neue Namen gegeben. So wird auch noch heute zu Tag und Nacht in dieser Sache gearbeitet; es werden Commentaria, Observationes, Scolia und andere Sachen geschrieben und ans Licht gebracht, und kommen auf solche Art soviel Grammatiken, als Grammatici sind, an den Tag, und ist doch wohl fast keiner unter ihnen, er mag ein Grieche oder Lateiner sein, der die rechte Ursache und Ordnung in der Konstruktion anzuführen und die rechte Principia zu zeigen weiss. Ob fünfzehn Pronomina, wie der Priscianus, oder mehr, wie der Diomedes und Phoca dafür hält, sein sollen, ob das Partizipium allezeit oder nur bisweilen ein Partizipium bleibe, ob die Gerundia Nomina sind oder Verba, warum die Nomina pluralia, welche bei den Griechen neutrius generis sind, mit dem Verbo singularis numeri können konjugiert werden. Auch dass etliche gewisse lateinische Wörter mit einem griechischen Diphthongo schreiben, etliche aber nicht, als zum Exempel Foelix, Qaestio, auch ob auf Lateinisch die Diphthongi æ und œ nur geschrieben, nicht aber ausgesprochen, oder ob beide Vocales, wie sie geschrieben, nur mit einer Syllaba exprimieret werden sollen. Gleicher Gestalt, warum bei den meisten lateinischen Wörtern gar viel den griechischen Buchstaben y, viel aber nur das lateinische i brauchen, wie in dem Wort considero. Gleicher Gestalt machen manche bei etlichen Wörtern einen doppelten Buchstaben, manche aber nicht, wie in Caussa, Relligio; also auch, ob die Seele des Aristotelis soll geschrieben werden Endelechia durch ein Delta oder Entelechia durch ein Tau. Ich will jetzt vorbeigehen und nicht berühren den vielen und nimmer aufhörenden Zank von dem Akzent, von der Art recht zu schreiben, von der Aussprache der Wörter und Buchstaben, von den[29] Figuren, Regeln und anderen Bedeutungsarten, von Veränderung der Fälle und Zeiten, der Personen, der Zahlen und viel anderer Sachen mehr.

Ob bei den Lateinern H ein Buchstabe sei oder nicht, und viel dergleichen; also streiten sie auch zum öftern über die Buchstaben, Silben und Wörter, und kommen selten miteinander überein. Dergleichen Streit hat Lucianus Samosatensis von den Buchstaben S und T in einem absonderlichen Buche artig belacht. Ein Exempel kann uns das Wort Thalassa und Thalatta geben; einer auch, Andreas Salernitanus genannt, hat eben von dieser Sache einen grammatischen Krieg mit sonderlicher Beredsamkeit beschrieben.

Dieses alles sind nur kleine Sachen; von mehreren und die von grösserer Wichtigkeit sind, könnten wir gedenken als von bösen und verfälschten Auslegungen und ungleichen Verdolmetschungen, derer die ganze Welt voll ist, aus welchen einer Republik nicht geringer Schaden entsteht, nämlich, wenn sie sagen, den Gesetzen sich zu unterwerfen ist eine Sklaverei und Servitut; dieses aber sei eine recht bürgerliche Freiheit, da einem jedweden alles vergönnet ist, und das nennen sie eine Isonomiam oder rechte Gleichheit und Billigkeit, da ohne Unterscheid ein jedweder gleiches Recht und gleiche Belohnung hat.

Auf dergleichen Art, sagen sie, wäre das die allergeruhigste Regierung, wenn alles dem Fürsten zu seinem Belieben stünde, die allerglückseligste, wenn die Untertanen und das Volk mit Pracht und Verschwendung und mit guten müssigen Tagen ihre Zeit zubrächten. Solchen und dergleichen andern Auslegungen mehr sind auch unterworfen die Medizin und die weltlichen und göttlichen Gesetze, mit welchen sie machen, dass die Heilige Schrift und Christus selber von ihnen dissentieret, indem sie solche Deutungen nicht nach des Heiligen Geistes Meinung und zu Erhaltung gemeiner menschlicher Wohlfahrt, sondern nur zu ihrem eigenen Nutzen auslegen, aus welcher Sache oftmals viele Gefährlichkeiten sich ereignet[30] haben, wie gemeiniglich ein Irrtum, so nur in einem Worte besteht, einen grossen Irrtum in der Sache selbst verursachen kann. Auf solche Weise ist betrogen worden der erste König der Hebräer, der Saul, mit dem Wort sackar, welches heisst ein Mannsbild und auch das Gedächtnis. Als nun Gott sagte: Delebo memoriam Amalech, das ist: ich will auslöschen das Gedächtnis Amalech, da meinete Saul, wenn er diesen Geboten genug tun wollte, dürfe er nur die Mannsbilder wegnehmen; dergleichen Irrtum hat sich auch bei den Griechen und Welschen zugetragen, mit dem Worte phos, welches ein Mensch bedeutet und auch ein Licht. Daher haben etliche Beehrer des Saturni wegen des Wortes Zweideutung sich betrügen lassen und haben dem Saturno jährlich einen Menschen geopfert, da sie denselben mit einem angezündeten Lichte hätten besänftigen können, und ist dieses närrische Volk erstlich durch ihren Lehrmeister, den Herculem, klug worden.

Endlich haben auch die Geistlichen und Brüder mit weiten Ärmeln, die sich in dieses grammatikalische Wesen mit eingemischet, von Bedeutung der Wörter mit vielen ketzerischen Anhängen gestritten, und durch diese Gelegenheit die Heilige Schrift anders ausgeleget, auch durch diese Sprachenkunst sich selbst verblendet, und das Licht der Wahrheit vorbeigangen; denn indem sie allzusehr der Bedeutung der Wörter nachgegrübelt, so haben sie den wahren Inhalt der Heiligen Schrift nicht verstehen wollen, und also das wahre Wort verkehret und verloren. Wie von einem, es mag nun wahr oder eine Fabel sein, erzählt wird, der, als er viele Hostien zu konsekrieren gehabt, damit er aber nicht anstosse und wider die Grammatica impingieren möchte, hat er mit solchen Worten: Haec enim sunt corpora mea, nicht, das ist mein Leib, sondern in Plurali, das sind meine Leiber, konsekriert. Daher ist entstanden die abscheuliche Ketzerei, der[31] Antidicomarianitarum oder Elvidianorum, welche der heiligen Mutter Christi stets währende Jungfernschaft geleugnet haben, und nur aus diesem einzigen Worte Donec oder Bis, wenn in dem Evangelio gelesen wird: Qoniam Joseph non cognoscebat eam, donec peperit suum primogenitum; das ist: Joseph erkennete Mariam sein Gemahl nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar.

Aber was hat die lateinische und griechische Kirche für Zank erweckt aus den beiden Wörtlein ex und per, da die Lateinischen behaupten wollen, der Heilige Geist ginge aus aus dem Vater und dem Sohn; die Griechischen aber, aus dem Vater durch den Sohn.

Was für Trauerspiele hat das Wort Nisi in dem Basilienischen Concilio den Böhmen zuwege gebracht, dass sie die Kommunion unter beiderlei Gestalt statuiert haben: Nisi manducaveritis carnem filii hominis et biberitis ejus sanguinem, non habebitis vitam in vobis, das ist: wo ihr nicht esset den Leib des Menschensohnes und trinket sein Blut, so werdet ihr das Leben nicht bei euch haben. Woher kommt der Waldenser und anderer nachfolgender Ketzerei wegen Gebrauch des heiligen Abendmahls, aus nichts anders als aus dem Worte est. Es sind auch noch viel andere schädliche grammatische Ketzereien, aber so verborgen und subtil, dass, wenn sie nicht von den scharfsinnigen englischen Geistlichen zu Oxfurt und von den Sorbonnischen Lehrern zu Paris beizeiten wären wahrgenommen und mit grossen Siegeln verdammet worden, so hätte man sich vor denselben schwerlich hüten können.

Fürwahr, wenn dieses Ketzereien genannt werden sollten, so müsste der Prophet Esaias und Maleachi Ketzer sein. Der erste sagt ad Ezechiam mit diesen Worten: Ecce ego addet super dies tuos, das ist: Siehe, ich will deinen Tagen zulegen. Er sagt nicht addam,[32] sondern addet. Der andere: Et si Domini ego, ubi est timor meus? Bin ich euer Herr, wo fürchtet man mich? An welchem Ort Gott in Plurali sich einen Herrn nennt. Aber noch mehr würden diejenigen alle Ketzer sein, welche durch den ganzen römischen Erdboden für Geistliche gehalten, sofern sie die allgemeine Lehre der wahren Kirchen mit einer neuen Pronuntiation, wider aller Grammaticorum Kunst und Redensart sich vorgetan und unterstanden haben.

Unzählige dergleichen Händel gibt es, und ist zu beklagen, was bei unsern Zeiten für unnötigen Streit und Irrtum die stolzen Grammatici und Sophisten mit ihren verkehrten Wortauslegungen erwecket, indem etliche aus den Worten die Meinungen, etliche aus den Meinungen die Worte erzwingen wollen. Daher entstehen in der medizinischen Kunst sowohl auch in beiden Rechten, als in der Theologie und Philosophie, und dergestalt aus allen Fakultäten täglich unzählige Streit und Irrtümer. Denn die Grammatici beweisen nichts, sondern gründen sich nur allein auf ihre Autorität, welche oftmals unter ihnen so variabel und strittig ist, dass es nicht fehlen kann: es müssen die meisten unter ihnen Lügner sein. Es bestehet ja richtiges Reden nicht bei den Grammaticis, sondern bei dem Volke, und durch die gemeine Gewohnheit wird die Art zu reden eingeführet.

Aber der lateinischen Sprache beste Zierat, nachdem sie bei den barbarischen Völkern abgenommen, muss man nicht von den Grammaticis, sondern von den geschickten und gelehrten Skribenten, als von dem Cicerone, Catone, Varrone, den beiden Plinio, Quintiliano, Seneca, Suetonio, Quinto Curtio, Tito Livio, Sallustio und von andern mehr hernehmen, bei welchen allein die Zierat der lateinischen Sprache noch übrig ist, nicht aber bei diesen Buchstabschreibern, welche mit ihren Reguln und Kompositionen der Latinität viel aufbürden wollen, und oftmals solche Worte zusammensetzen, die ein Mensch, welcher Lateinisch kann, nicht zu gebrauchen befugt ist, es wäre denn,[33] dass die Parisische Sorbonne solche unter ihre Artikul mit gesetzet.

Und wenn man recht hievon reden wollte, so sollte man den Grammatikenschreibern keinen Glauben beimessen, da diese doch zu Richtern und Judizierern sich aufwerfen, und sich vor andern hervortun wollen; es wird niemals einer so klugen Verstandes gefunden worden sein, der über ihre Zunge nicht hätte springen müssen, oder den sie nicht getadelt und gescholten hätten. Sie lästern auf den Platonem, dass er so konfus und keine Ordnung gehalten hätte, von dessen Mangel der Georgius Trapezuntius ganze Bücher geschrieben hat. Bei dem Aristotele suchen sie mehr Erleuchtung und geben vor, er wäre gar zu obskur gewesen, und nennen ihn Sepiam, das heisset, einen alles trübenden Tintenfisch. Sie taxieren Virgilium, dass er eines schlechten Ingenii gewesen, und dass er nur von andern das Seinige zusammengetragen und erborgt hätte. Demosthenes gefällt dem Tullio nicht, und der grösste lateinische Redner wird von den Griechen eines gelehrten Diebstahls bezichtiget und auf allerhand Arten angeklaget, dass er furchtsam, weitläuftig in Wiederholung, kalt in guten Scherzreden, langsam im Anfang, träge und faul im Fortgang, sparsam im rechtmässigen Eifer wäre befunden worden. Ja, er wird auch von den Unsrigen karpieret, nämlich von M. Capella, dass er nicht ordentlich geredet, und von dem Apollinari, dass er faul und verdrossen gewesen sei. Der Trogus hält des Livii Orationes für Fabeln und ein erdichtetes Werk; dem Horatio hat der Plautus nicht gefallen, und dieser verdammt auch den Lucilium wegen seiner übel zusammengesetzten Verse; es wird gesagt, dass Plinius zu solcher Verwirrung viel Ursache gegeben und der Ovidius sehr zärtlich gelebet hätte. Von dem Asinio Pollione wird der Sallustius für einen, der voller Affektation gewesen, angegeben, von dein Labione und dessen Helfer, dem Scipione, wird[34] dem Terentio beigemessen, dass er Diebstahl und andere Sachen begangen.

Der Seneca wird calx sine arena genannt, welchen der Quintilianus mit diesen Worten tadelt: Si nullum aequalium contempsisset, si partem non concupisset, si non sua omnia amasset, si pondera rerum minutissimis sententiis non fregisset, consensu potius eruditorum, quam puerorum amore comprobaretur. Das ist: Wenn er vor seinesgleichen niemand verachtet hätte und wäre nicht auf alles so begierig gewesen; wenn er nicht nur das Seine allein hochgehalten, und die Wichtigkeit anderer Sachen nicht so sehr niedergeschlagen, so wäre er vielmehr von hohen verständigen Leuten, als nur von unverständigen Kindern geehrt und hochgehalten worden.

Aber der M. Varro ist ein Schwein, und der h. Ambrosius ein Krählein und Fabeldichter genannt worden; Macrobius, einer von den Gelehrtesten, ist eines unverschämten und undankbaren Gemütes gescholten von Laurentius Valla, und der, der Allergelehrteste unter den Grammatisten, ist von dem Mancinello über die Bank gehauen worden. Wie auch der Servius von dem Beroaldi, und diesen haben die neuen Grammatici als einen Barbarum gänzlich gehasset.

Also haben die Grammatici einer in den andern gleichsam zu wüten im Gebrauch gehabt, ja endlich ist's durch ihr Tun dahin gekommen, dass die Heilige Schrift aus Prätext einiger Korrektion etliche Male geändert, und durch ihre Zensur von der Offenbarung Johannis des Apostels, von der Epistel Pauli an die Hebräer, von der Epistel Judä und andern Kapituln Neues Testamentes gezweifelt worden. Sie haben die Evangelia selber ad problemata zu revozieren, oder zweifelhafte Fragen daraus zu machen, sich unterstanden. Nun aber wollen wir uns zu den Poeten wenden.[35]

Quelle:
Agrippa von Nettesheim: Die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften und die Verteidigungsschrift. München 1913, Band 1, S. 27-36.
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