Als Buch bei Amazon
3. Einweihung eines (erweiterten und umgesetzten) Hauses.

[165] 1. Was Bauer, Wiederbauer auch, und Umbauer gefügt haben

An der Wohnung, der allreichen, dieses Gefügte lösen wir.


2. Was dir gefügt ist, Allreiche, was Band und Fug' an dir gemacht,

Ich löse wie Brihaspati mit meinem Spruche diese Kraft.


3. Er hat verbunden, hat verschränkt, und hat die Fugen fest gemacht;

Wie ein kundiger Schlächter lös' ich mit Indra die Glieder ab.


4. Der Balken, der verbindenden, und des Strohes, des deckenden,

Deiner Seiten, o Allreiche, jedes Gefüge lösen wir.


5. Das Gefüge der Kerbungen, des Röhrichts, der Bekleidung auch,

An der Wohnung, der maßvollen, dieses Gefüge lösen wir.


6. Was für Henkel in dir man angemacht zur Bequem lichkeit,

Dieselben lösen wir dir ab. –

Glücklich mögest du Maßvolle für unsern Leib errichtet sein!


7. Opferstätte, Feuerwohnstatt, Frauenbehausung, ja ein Haus,

Ein Haus der Götter bist du, Göttin Wohnung.


8. Das gespannte Gewölbe hehr, das tausendaugige im Raum,

Das gefugte, errichtete, mit dem Gebete lösen wir's.


9. Wer in Besitz dich, Wohnung, nimmt, und der, von dem du bist gebaut,

Beide mögen, o maßvolle, leben als Achtzigaltrige!


10. Dorthin sollst du nun zu ihm gehn, fest gefuget und ausgeschmückt,

O du, von der wir lösen hier jedes Gelenk und jedes Glied.


11. Der, o Wohnung, dich hat gebaut, und zusammen gebracht das Holz,

Zur Fortpflanzung dich hat gemacht der oberste Fortpflanzungsherr;


[165] 12. Gruß demselben, dem Geber Gruß, Gruß bringen wir dem Wohnungsherrn;

Gruß dem Feuer, dem wandernden; Gruß dem Manne, dem du gehörst.


13. Den Rindern und den Rossen Gruß, was in der Wohnung sich vermehrt;

Vermehrerin, Fortpflanzerin, ab deine Bande nehmen wir.


14. Innen bedeckst den Agni du, die Manen samt den Herden auch;

Vermehrerin, Fortpflanzerin, ab deine Bande nehmen wir.


15. Was zwischen Erd' und Himmel für ein Raum ist,

Mit dem nehm' ich dir in Besitz die Wohnung;

Welch ein Gefäß der Strömungen die Luft ist,

Das mach' ich hier zu einem Bauch den Schätzen.

So nehm' ich ein für diesen Mann die Wohnung.


16. Du reich an Nahrung und an Milch, auf der Erd' umgebaut, gebaut,

Wohnung an jeder Speise reich, tu kein Leids den Einnehmenden!


17. Mit Stroh bedecket und mit Schilf bekleidet,

Herberge gleich der Nacht dem Geh'nden gebend,

Gleich einer Elefantin auf den Füßen stehst du auf dem Grund.


18. Nun das Gefüge deines Schilf s enthüllend lös' ich ab von dir;

Zugerichtet von Waruna, richte Mitra dich morgen ein!


19. Die Wohnung, durch Gebet gebaut, von Sängern umgebaut, gebaut,

Die Wohnung schützen Indr' – Agni, die Ewigen, des Soma Haus.


20. Zugerichtet ein Nest im Nest, und ein Versteck in dem Versteck;

Darinnen pflanzt der Mensch sich fort, auf die Art, wie sich alles mehrt.


21. Die da zweiseitig, vierseitig, die sechsseitig wird umgebaut,

Die Wohnung, die achtseitige, die zehnseitige, maßvolle,

In ihr schläft Agni's Leibesfrucht.


22. Der zugekehrten zugekehrt, harmlose Wohnung, nah' ich dir,

Denn Feu'r und Wasser sind in dir, die zwei ersten des Opferbrauchs.


23. Hier diese Wasser bring' ich her, siechtumlos, siechtumscheuchende;

Nieder im Hause lass' ich mich mit Amrita und Agni.


24. Löse du unser Band nicht auf; du, eine schwere Last, sei leicht!

Als wie ein Weib, o Wohnung, dich führen wir hin, wohin's beliebt.
[166]

25. Der Ostgegend der Wohnung, sei Gruß zu Wachstum, Wohlfahrt

Den Göttern, den wohlfahrtigen!


26. Der Südgegend der Wohnung, sei Gruß zu Wachstum, Wohlfahrt

Den Göttern, den wohlfahrtigen!


27. Der Westgegend der Wohnung, sei Gruß zu Wachstum, Wohlfahrt

Den Göttern, den wohlfahrtigen!


28. Der Nordgegend der Wohnung, sei Gruß zu Wachstum, Wohlfahrt

Den Göttern, den wohlfahrtigen!


29. Der untern Gegend der Wohnung, sei Gruß zu Wachstum, Wohlfahrt

Den Göttern, den wohlfahrtigen!


30. Der obern Gegend der Wohnung, sei Gruß zu Wachstum, Wohlfahrt

Den Göttern, den wohlfahrtigen!


31. Jedweder Gegend der Wohnung, sei Gruß zu Wachstum, Wohlfahrt

Den Göttern, den wohlfahrtigen!

Quelle:
Atharwaweda. Hannover 1923, S. 165-167.
Lizenz:

Buchempfehlung

Stifter, Adalbert

Die Narrenburg

Die Narrenburg

Der junge Naturforscher Heinrich stößt beim Sammeln von Steinen und Pflanzen auf eine verlassene Burg, die in der Gegend als Narrenburg bekannt ist, weil das zuletzt dort ansässige Geschlecht derer von Scharnast sich im Zank getrennt und die Burg aufgegeben hat. Heinrich verliebt sich in Anna, die Tochter seines Wirtes und findet Gefallen an der Gegend.

82 Seiten, 6.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Hochromantik

Große Erzählungen der Hochromantik

Zwischen 1804 und 1815 ist Heidelberg das intellektuelle Zentrum einer Bewegung, die sich von dort aus in der Welt verbreitet. Individuelles Erleben von Idylle und Harmonie, die Innerlichkeit der Seele sind die zentralen Themen der Hochromantik als Gegenbewegung zur von der Antike inspirierten Klassik und der vernunftgetriebenen Aufklärung. Acht der ganz großen Erzählungen der Hochromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe zusammengestellt.

390 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon