7. Die Herren des Zeichens

[334] Man unterscheidet zwei Arten von Herren des Zeichens: die konstituierenden und die beherrschenden. Der konstituierende Herr des Zeichens ist ohne Rücksicht auf Höhe und Güte des[334] Charakters derjenige Strich, der dem Zeichen den charakteristischen Sinn gibt, wie z.B. der oberste, schwache Strich in Nr. 43, Guai, die Entschlossenheit. Denn das Zeichen konstituiert sich aus dem Gedanken, diesen Strich entschlossen hinauszuwerfen.

Die beherrschenden Herren sind stets gut von Charakter und werden durch den Zeitsinn und ihre Stellung zu Herren. Meist sind sie auf fünftem Platz. Aber es kommen gelegentlich auch andere Striche vor.

Wenn der konstituierende zugleich der beherrschende Herr ist, so ist er sicher gut und auf zeitgemäßem Platz. Wenn er nicht zugleich der beherrschende Herr ist, so ist es sicher ein Zeichen davon, daß sein Charakter und sein Platz mit den Erfordernissen der Zeit nicht übereinstimmen.

Die Herren der Zeichen können immer aus dem Kommentar zur Entscheidung entnommen werden. Wenn der konstituierende Herr zugleich der beherrschende ist, so hat das Zeichen einen Herrn, sonst zwei. Oft gibt es zwei Striche, die den Sinn des Zeichens konstituieren, wie z.B. in Nr. 33, Dun, der Rückzug, die beiden vordringenden schwachen Striche, die dann beide Herren sind, indem sie die vier starken Striche zurückdrängen; oder kommt das Zeichen aus dem Zusammenwirken der beiden Bilder der Urzeichen zusammen, dann sind die beiden charakteristischen Striche der beiden Zeichen die Herren.

Bei den einzelnen Zeichen wurde durchgehends der konstituierende Herr mit ±, der beherrschende Herr mit Û bezeichnet. Falls sie identisch sind, ist das Zeichen Û gewählt. Im dritten Buch ist außerdem bei jedem Zeichen der Herr ausführlich erklärt.

Quelle:
I Ging. Köln 141987, S. 334-335.
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