Vierte Vorlesung

[48] [Fortsetzung des Versuchs. Beschreibung des Genusses des Lebens in der Idee, falls jemand es selber lebt.]


Ehrwürdige Versammlung!


Der bestimmte Gegensatz des Lebensprincips des von uns zu charakterisirenden dritten Zeitalters, nemlich das Princip des vernunftmässigen Lebens, hatte sich in der vorigen Rede ergeben; – dieses: dass das persönliche Leben an das Leben der Gattung, oder wie wir dies weiterhin bestimmten, an die Ideen gesetzt werde; und wir fanden zweckmässig, bei diesem Puncte, als einem der helleren in unserer ganzen Untersuchung, denkend zu verweilen. Ich wollte Ihnen zunächst an Ihnen selber zeigen, dass Sie sich nicht entbrechen könnten, die Aufopferung des persönlichen Lebensgenusses für die Realisirung einer Idee zu billigen, zu bewundern und hochzuachten; dass daher in Ihnen selber ein Princip dieses Ihres Urtheils unaustilgbar liegen müsse, des Inhalts: dass das persönliche Leben an die Idee gesetzt werden solle, und das persönliche Daseyn eigentlich und in der Wahrheit gar nicht sey, da es aufgegeben werden solle, dagegen das Leben in der Idee allein sey,[48] indem es allein behauptet und durchgesetzt werden solle. Ich erklärte dieses bei Ihnen vorausgesetzte Gefühl der Billigung aus dem Grundsatze: Alles Leben liebe nothwendig sich selber, und so müsse auch das vernunftgemässe Leben sich lieben, und als das wahre und rechte Leben sich lieben über alle andere Liebe. Nun könne das vernunftgemässe Leben auf zweierlei Weise für den Menschendaseyn und an ihn gebracht werden: entweder im blossen Bilde und als Beschreibung eines fremden Zustandes, oder dadurch, dass er es unmittelbar selber sey. In dem ersten Falle liebt es sich selber und gefällt es sich selber in dieser Vorstellung, weil diese wenigstens die des Vernunftgemässen, und selber vernunftgemäss ist, und es entsteht die erwähnte Billigung, Achtung und Bewunderung; im zweiten Zustande erfasst es sich in einem unendlichen Selbstgenusse, welcher Seligkeit ist. Den ersten Zustand, den der Billigung, wollte ich in der vorigen Stunde an Ihnen versuchen, für heute versprechend eine schwache Beschreibung des letzteren. –

Um für den ersten Zweck nicht ungebunden herumzuschweifen und blind in meine Materialien hineinzugreifen, sondern meine Betrachtung unter einen ordnenden Einheitspunct zu bringen, sagte ich: Alles grosse und gute! über welchem unsere Zeit steht und da ist, ist allein durch die Aufopferung der Vorwelt für Ideen wirklich geworden. Nach der Erinnerung, dass der Boden aus dem Zustande der Wildheit zur Cultur, die Menschheit aus dem Stande des Krieges in den des Friedens, dem der Unwissenheit zur Wissenschaft, dem der blinden Scheu vor der Gottheit zur Furchtlosigkeit übergegangen, – zeigte ich, dass das erstere; wenigstens für den Boden, den wir bewohnen, durch Religiose, das letztere überall und allenthalben durch Heroen bewirkt sey, welche, die einen so wie die anderen, ihr Leben und allen Genuss desselben für ihre Ideen aufopferten. Indem ich auf einen Einwurf, welcher in Absicht des letzteren Punctes gemacht werden könnte, antworten wollte, brach der Ablauf der Zeit den Faden unseres Vortrages ab, den ich gerade an derselben Stelle wieder aufnehme. –[49] Die Ehre, dürfte man nemlich sagen, die Ehre ist es, die den Helden begeistert; das brennende Bild seines Ruhms bei der Welt und Nachwelt ist es, welches ihn durch Mühe und Gefahren hindurchtreibt, und ein ganzes aufgeopfertes Leben ihm in derjenigen Münze, der er nun einmal den höchsten Werth gegeben, reichlich bezahlt. Ich antworte: wenn dies sich also verhielte, was ist denn diese Ehre selber? Woher bekäme denn der Gedanke an das Urtheil anderer über uns, besonders an das Urtheil künftiger Generationen, deren Tadel oder Lob, unvernommen von uns, über unseren Gräbern verhallen wird, diese furchtbare Gewalt, mit der er das persönliche Leben des Heroen verschlingen soll? Musste denn nicht offenbar seiner Gesinnung das Princip zum Grunde liegen, dass sein Leben nur unter der Bedingung Werth für ihn haben und ihm erträglich seyn könne, inwiefern die Stimme der gesammten Menschheit sich vereinigen müsse, demselben einen Werth beizulegen? Wäre denn sonach nicht diese Gesinnung schon selber unmittelbar der Gedanke der Gattung, und der Gedanke ihres Ausspruchs, als Gattung, über das Individuum, und die Anerkennung, dass diese Gattung allein das Endurtheil über wahren Werth habe: wäre es nicht die Voraussetzung, dass dieses Endurtheil auf die Frage sich stützen werde, ob das Individuum der Gattung sich aufgeopfert, und der stumm sich ergebende Respect vor diesem Urtheile aus dieser Prämisse; kurz, wäre diese Gesinnung nicht unmittelbar gerade dieselbe, in die wir das vernunftmässige Leben gesetzt haben? Aber lassen Sie uns diesen Gegenstand noch inniger durch. dringen.

Der Held handelt, – ohne Zweifel denn doch auf eine bestimmte Weise, setze ich hinzu, – um dadurch Ruhm bei Welt und Nachwelt zu erwerben, sagt man – ohne Zweifel denn doch, setze ich abermals hinzu, ohne bei Welt und Nachwelt erst die Herumfrage gehalten zu haben, ob sie ein Leben in dieser Weise loben wolle – ohne, setze ich ferner hinzu, ohne über diesen Zweifel auf irgend eine Weise in der Erfahrung sich Raths erholen zu können, indem seine Handelsweise, so gewiss sie nach einer Idee einhergeht eine neue und bisher[50] unerhörte, darum noch nie an das menschliche Urtheil gehaltene Handelsweise ist. Doch rechnet er bei dieser Handelsweise so sicher auf Ruhm, sagt man, dass er auf die Richtigkeit dieser Berechnung sein Leben daran setzt. Wie weiss er denn nun, dass er sich nicht verrechne? So wie er an das Handeln geht, und das Opfer seines Lebens schon mit einem Male für immer im Gemüthe vollendet hat, hat noch einzig und allen er selber, und kein anderer ausser ihm, seine Handelsweise beurtheilt und sie gebilligt; wie weiss er denn nun, dass Mitwelt und Nachwelt sie billigen und mit unsterblichem Ruhme belegen werde, und wie kommt er dazu, seinen eigenen Maassstab des Ehrewürdigen so kühn der ganzen Gattung anzumuthen? Doch thut er es, wie ihr sagt: und so erweiset diese einzige Bemerkung, dass er keinesweges durch die Hoffnung ihres Rühmens bewogen thut, wie er thut, vielmehr durch seine aus dem Urquell der Ehre vor sich selber rein hervorbrechende That ihnen hinlegt, was sie billigen und ehren müssen, falls ihm an ihrem Urtheile überhaupt gelegen seyn solle; verachtend bis zur Vernichtung sie selber und ihr Urtheil, falls es nicht der Wiederschein ist seines eigenen, für alle Ewigkeit gefällten Urtheils. Und so erzeuget nicht der Ehrgeiz grosse Thaten, sondern grosse Thaten erzeugen erst im Gemüthe den Glauben an eine Welt, von der man geehrt seyn mag. Die Ehre zwar, in derjenigen Gestalt, in welcher sie alle Tage vorkommt und von der wir hier nicht reden, geht völlig auf in der Furcht vor der Schande; ohne zu Thaten zu treiben, hält sie bloss zurück von dem, was notorisch verachtet wird, und verschwindet, sobald man hoffen darf, dass es niemand er. fahren werde. Ein anderer Ehrgeiz, von welchem wir hier gleichfalls nicht reden, der erst in alten Chronikenbüchern nachschlägt, was da gelobt worden, und es nachzumachen strebt, um auch gelobt zu werden, und welcher, unfähig das neue zu erschaffen, ausgetrocknete Mumien, die ehemals freilich kräftig leben mochten, in sich zu wiederholen strebt, mag sich auch wohl aufopfern, aber das, wofür er fällt, heisst nicht Idee, sondern es heisst Grille: und er verfehlt seines Zwecks; denn das einmal gestorbene wird nie wieder lebendig, und, wenn[51] auch nicht von der vielleicht blöden und betäubten Mitwelt, doch sicherlich von der Nachwelt, wird der Nachahmer der sich für einen Schöpfer hielt, verachtet.

Diese hier lediglich in Beziehung auf den Heroismus beigebrachte Bemerkung über die Ehre gelte auch für das folgende, wo von der Oberflächlichkeit gleichfalls eines Ehrgeizes erwähnt zu werden pflegt, über dessen Wesen und Möglichkeit nachzudenken sie nie die Kraft gehabt.

Durch die Wissenschaft ist dem vorher scheuen und durch jede Naturgewalt eingeengten Wilden seine innere Natur aufgedeckt, und die ihn umgebende äussere unterworfen: sagten wir in der vorigen Stunde. Wer sind die, welche die Wissenschaften erfanden und erweiterten; haben sie dieses ohne Mühe und Aufopferung vermocht, was hat ihnen für diese Aufopferung gelohnt?

Indess ihr Zeitalter um sie herum fröhlich seines Tages genoss, waren sie verloren in einsames Nachdenken, um zu entdecken ein Gesetz, einen Zusammenhang, der ihre Bewunderung erregt hatte und mit welchem sie durchaus nichts weiter wollten, als ihn eben entdecken: aufopfernd Genüsse und Vermögen, vernachlässigend ihre äusseren Angelegenheiten vergeudend die feinsten Geister ihrer Existenz, verlacht vom Volke als Thoren und Träumer. – Nun, ihre Entdeckungen haben ja dem menschlichen Leben mannigfaltig genützt, wie wir selbst erinnert. – Wohl, aber haben sie diese Früchte ihrer Mühen mit genossen; haben sie dieselben im Auge gehabt, oder sie nur geahnet; haben sie nicht vielmehr, wenn ihr geistiger Aufflug durch eine solche Ansicht anderer von ihrem Geschäft unterbrochen wurde, über die Entweihung des Heiligen zu profanem Gebrauche des Lebens, von welchem letzteren ihnen freilich verborgen blieb, dass es gleichfalls geheiligt werden müsse, wahrhaft erhabene Klagen angestimmt? Erst nachdem durch ihre Bemühung ihre Entdeckungen so fasslich gemacht und so verbreitet waren, dass sie auch an weniger begeisterte Köpfe gebracht werden konnten, wurden sie von diesen, – welche wir, auf einem ganz anderen Standpuncte stehend, darüber keinesweges verachten, die es aber erkennen sollen, dass[52] sie nicht so edler Natur sind, als jene, – auf die Bedürfnisse des Lebens angewendet, und so das Menschengeschlecht mit Uebermacht gegen die Natur bewaffnet. Wenn also nicht einmal Anblick nicht einmal die Ahnung der Nutzbarkeit ihrer Entdeckungen sie entschädigen konnte, was entschädigte sie denn für die dargebrachten Opfer; und was entschädigt noch heute falls noch heute jemand, mit denselben Aufopferungen, und ohne dafür etwas zu begehren, unter dem Spotte und dem Hohngelächter des Pöbels rein sein Auge nach der ewig neufliessenden Quelle der Wahrheit hinrichtet? – Das ist es; – sie sind in das neue Lebenselement der geistigen Klarheit und Durchsichtigkeit hineingerathen, wodurch das Leben in jede anderen Elemente durchaus ungeniessbar gemacht wird. Eine höhere Welt, die uns zuerst, und die uns am innigsten durch das Licht, welches in ihr einheimisch ist, ergreift, ist ihnen aufgegangen; dieses Licht hat mit seinem wohlthätigen und erquickenden Scheine ihre Augen ergriffen und erfüllt, so dass sie ewig nach nichts anderem sich richten können, als Dach jenen in tiefer Nacht allein erleuchteten Höhen; dieses Licht hält in diesen ihren Augen ihr ganzes Leben gefesselt und gefangen, so dass alle ihre übrigen Sinne ruhig ersterben. Sie bedürfen keiner Entschädigung; sie haben einen unermesslichen Gewinn gemacht.

Das furchtbare Schreckbild einer menschenfeindlichen Gottheit ist entflohen, sagten wir, und dem Menschengeschlechte Ruhe und Freiheit von diesem Schreckbilde erworben. Wer war es, der diesen allgemein verbreiteten und so tief in allen Völkern eingewurzelten Wahn ausrottete; geschah es ohne Aufopferungen; was hat für diese Opfer entschuldigt?

Die christliche Religion ganz allein ist es, welche dieses Wunder vollbracht, und durch jedes Opfer der ihr ergebenen und von ihr ergriffenen durchgesetzt hat. Was diese, was der erhabene Stifter derselben, was seine nächsten Zeugen, was deren nächste Nachfolger lange Reihen von Jahrhunderten hindurch bis auch auf uns, als eine späte Geburt, ihr Wort kam, – gearbeitet, und unter blödsinnigen und abergläubischen Völkern erduldet, – lediglich begeistert von der beseligenden[53] Wahrheit, die ihnen innerlich aufgegangen war, und ihr Leben ergriffen hatte, – will ich nicht erinnern. Das Zeitalter erinnert sich dessen sehr wohl. und bringt es häufig in Erwähnung, um ihrer Schwärmerei zu spotten. Lediglich durch das Christenthum, und durch das ungeheure Wunder, wodurch dieses entstand und in die Welt eingeführt wurde, ist die Verwandlung geschehen. Dass, nachdem die Wahrheit verkündigt und durch zahlreiche Anhänger auch eine Autorität geworden, man ruhig denkend ihren Gründen nachforsche, sie in seinem eigenen Verstand nachconstruire, und auf diese Weise sie gewissermaassen nacherfinde, lässt sich erklären, und ist sehr begreiflich; aber woher der erste den Muth bekam, dem allgemeinen und durch die bisherige Uebereinstimmung des ganzen Geschlechts geheiligten Schreckbilde, dessen blosser Gedanke schon lähmte, kühn in die Augen zu sehen, und zu finden, es sey nicht, und statt seiner sey nur Liebe und Seligkeit: das war das Wunder. Was insbesondere die Repräsentanten betrifft, so ist, nach den übrigen Proben ihrer Erfindungskraft und ihres Witzes zu urtheilen, ganz gewiss: dass sie es nicht diesem Witze, sondern lediglich den von ihnen nur nicht geahneten Einflüssen derselben Tradition, welche sie verlachen, allenthalben, wo ihr stumpfes Auge hinreicht, dieselbe zu bemerken, zu verdanken haben, dass sie nicht noch bis diesen Tag ihr Gesicht zerschlagen vor hölzernen Götzen, und ihre Kinder durchs Feuer gehen lassen dem Moloch.

Ob Sie, E. V., sich entbrechen können, diese in allen diesen Beispielen sich zeigende Aufopferung des persönlichen Lebensgenusses für Ideen zu billigen, ist die Frage, deren Beantwortung nun Ihnen selbst überlassen wird; ebenso, wie ihnen überlassen wird das Geschäft, aus diesem Phänomen die Folgerungen zu ziehen, welche, nach unserer früheren Auseinandersetzung, sich daraus ergeben.

Diese Billigung ist, nach derselben Auseinandersetzung, die unmittelbare Wirkung der Betrachtung des Lebens in den Ideen, im blossen Bilde und als fremden Zustandes: das eigene Seyn dieses Lebens, setzten wir hinzu, gewährt einen unendlichen[54] Selbstgenuss, der die Seligkeit ist, und versprachen eine Beschreibung dieses Zustandes, welche freilich nur schwach und verblasst auszufallen vermag, wie jede Beschreibung des Lebendigen.

Es ist hier der Ort, zuerst bestimmter zu erklären, was Idee, als Idee, in ihrem eigentlichen Wesen sey; eine Erklärung, welche selber wir durch das bisherige vorbereiten wollten.

Ich sage: die Idee ist ein selbstständiger, in sich lebendiger und die Materie belebender Gedanke.

Zuvörderst ein selbstständiger Gedanke. – Darin eben besteht die verkehrte Ansicht des dritten Zeitalters, und überhaupt alle verkehrte Ansicht, dass sie die Selbstständigkeit, das auf sich selber Beruhen und in sich selber Bestehen, dem todten und starren Seyn beilegen; und diesem nun die sodann völlig überflüssige Zugabe des Denkens, man weiss nicht warum und woher, hinzufügen. Nein, das Denken selber ist das wahre und einige Selbstständig und auf sich selbst Beruhende; nicht, wie sich versteht, dasjenige Denken, das eines besonderen denkenden Individuums bedürfe, indem dieses ja nicht selbstständig seyn könnte, sondern das Eine und ewige Denken, in welchem alle Individuen nur Gedachtes sind. Nicht der Tod ist die Wurzel der Welt, welcher Tod erst durch allmählige Verringerung seines Grades zum Leben heraufgekünstelt werden müsste; sondern vielmehr das Leben ist die Wurzel der Welt, und was da todt scheint, ist nur ein geringerer Grad des Lebens. – Ein lebendiger Gedanke; wie unmittelbar klar ist: denn das Denken ist seinem Wesen nach lebendig, ebenso wie das Selbstständige seinem Wesen nach lebendig ist; und eben darum kann der Gedanke nur als selbstständig gedacht, und die Selbstständigkeit nur in das Denken gesetzt werden, weil beides das Leben mit sich führt. Ein die Materie belebender Gedanke: dieses in doppelter Rücksicht. Alles Leben in der Materie ist Ausdruck der Idee: denn die Materie selber in ihrem Daseyn ist nur Wiederschein einer unserem Auge verdeckten Idee, und daher kommt die ihr selber beiwohnende Regsamkeit und Lebendigkeit. Bricht aber die Idee durch, offenbar und begreiflich als Idee und reisst[55] sich los zu eigenem, in ihr als Idee begründeten Leben, so verschwindet der niedere Lebensgrad der verdeckten Idee, und geht auf in dem höheren; welcher nun allein die Person erfüllt, und in ihr ihr eigenes Leben treibt; und es entsteht mit Einem Worte, dasjenige Phänomen, welches in allen unseren bisherigen Schilderungen sich zeigte: das Phänomen der Aufopferung des persönlichen, d.h. des unbestimmt idealen Lebens an das Leben der bestimmten und als Idee sich darstellenden Idee. – So sage ich, verhält es sich mit dem Leben – nicht das Fleisch lebet sondern der Geist; und diese Grundwahrheit, welche der speculative Philosoph auf dem Wege der Denknothwendigkeit erweiset, hat jeder, in welchem die bestimmte Idee in irgend einer Form zum Leben gekommen, an seinem eigenen Daseyn bewährt und dargethan, gesetzt auch, dass er sich dessen nicht deutlich bewusst werde. Diesen unmittelbaren Beweis am eigenen Daseyn zum Bewusstseyn zu erheben, und jeden desselben zu überführen, ist das Geschäft eines populär philosophischen Vortrags, und hier insbesondere das meinige. –

Wo die Idee als ein eigenes und selbstständiges Leben sich darstellt, geht der niedere Grad des Lebens, das sinnliche, völlig in ihr auf, und wird in ihn verschlungen und verzehrt, – sagten wir. Die Liebe dieses niederen Lebens zu sich selber, und sein Interesse für sich selbst ist vernichtet. Aber alles Bedürfniss entsteht nur aus dem Daseyn dieses Interesse, und aller Schmerz nur aus der Verletzung desselben. Das Leben in der Idee ist vor aller Verletzung auf diesem Gebiete in Ewigkeit gesichert, denn es hat sich aus demselben zurückgezogen. Für dieses Leben giebt es keine Selbstverläugnung mehr und keine Aufopferung: das zu verläugnende Selbst, und die Objecte des Opfers sind seinem Auge entrückt, und seiner Liebe verschwunden. Diese Verläugnung und diese Opfer bewundert nur derjenige, für den die Gegenstände davon noch Werth haben, weil er selbst sie noch nicht aufgegeben; wie man sie aufgiebt, so verschwinden sie in nichts, und es findet sich, dass man nichts verloren habe. Für dieses Leben in der Idee ist das ernstgebietende Pflichtgebot aufgehoben,[56] welches die Lust voraussetzt, und nur dazu da ist, um anfangs die Begier in das dunkle des Herzens zurückzuscheuchen, damit die Idee Platz gewinne, ihr Leben zu entwickeln. Nur der erste Schritt ists, der da kostet. Ist man einmal hindurch, so steht dasjenige, was erst als ernste Pflicht drohte, da als das, was man allein noch treiben, und um dessen willen allein man noch leben möchte: als einige Lust, Liebe und Seligkeit. Es ist daher Unkunde, wenn man einer tiefen Philosophie zutraut, sie solle die finstere Sittenlehre der Selbstkreuzigung und Ertödtung erneuern. O nein; einladen will sie, dass man hinwerfe was keinen Genuss gewährt, damit dasjenige, was unendlichen Genuss verleiht, an uns kommen und uns ergreifen könne.

Die Idee ist selbständig, genügt ihr selbst, und geht auf in sich selber. Sie will leben und daseyn, schlechthin um dazuseyn, und verschmäht jeden Zweck ihres Daseyns, der ausserhalb ihrer selbst liege. Sie schätzt daher und liebt ihr Leben keinesweges nach dem fremden Maassstabe irgend eines Erfolges, Nutzens oder Vortheils, den dasselbe ertrage. Wie sie in der ganzen Gattung keinesweges das Wohlseyn, sondern nur die absolute Würde, – nicht etwa Würdigkeit der Glückseligkeit, sondern Würde durchaus für sich – anstrebt: ebenso ist sie, wo sie zum besonderen Leben gediehen, in sich selber durch diese Würde vollkommen ersättigt, ohne des Erfolgs zu bedürfen. Die Unsicherheit desselben kann daher ihre innere Klarheit nie trüben, noch der wirkliche Nichterfolg ihr jemals Schmerz verursachen, da sie auf den Erfolg nicht rechnete, und ihn ebenso aufgegeben hat, wie die sinnliche Begierde. Wie könnte in diesen in sich geschlossenen Cirkel des Lebens Leid und Schmerz, oder Störung je eintreten?

Die Idee ist durch sich selber sich selbst genug zum lebendigen, thätigen Leben, das da ewig aus sich selber quillt, ohne eines anderen zu bedürfen, oder ihm den Einfluss in sich zu verstatten. Das Selbstgefühl dieser ewig unmittelbar gegenwärtigen Unabhängigkeit, und dieses sich selbst Genügens zu ewig und ununterbrochcn aus ihm selber hervorgehender Thätigkeit, – die Gediegenheit dieser ewig, an sich selber zehrenden,[57] und in alle Ewigkeit mit gleichbleibender Kraft sich erschwingenden Flamme, ist die Liebe des Vernunftlebens zu sich selber, und der Selbstgenuss seiner Selbst, und die Seligkeit: – keinesweges ein eitles Brüten über sich selber in Betrachtung und Anschauung seiner Vortrefflichkeit denn die Betrachtung ist durch das Seyn verschlungen, und zu ihr lässt die rastlos fortbrennende Flamme des wirklichen Lebens weder Zeit noch Anhalt, tödtend und in den Schooss der Vergessenheit versenkend alles Vergangene, um in jedem Augenblicke neu sich zu gebären.

Dergleichen Schilderungen nun und Beschreibungen Voll der Seligkeit des Lebens in der Idee würden für jeden, in welchem nicht in irgend einer Form die Idee zum Leben hindurchgebrochen wäre, völlig unverständlich, und Töne einer anderen Welt seyn, und – da ein solcher nothwendig jede Welt ausser der seinigen läugnet – Träume, Thorheit und Schwärmerei. Aber lässt sich denn nicht in einer gebildeten Gesellschaft mit einiger Sicherheit darauf rechnen, dass wohl jeder auf irgend eine Weise mit Ideen in Berührung gekommen?

So wie die Idee in ihrem Wesen, ebenso ist die Seligkeit des Lebens in der Idee allenthalben sich gleich und dieselbe: nemlich das unmittelbare Gefühl ursprünglicher, rein und schlechthin aus sich selbst hervorgehender Thätigkeit. Nur in Absicht der Gegenstände, in welche diese ursprüngliche Thätigkeit innerhalb unseres Gefühls und Bewusstseyns ausströmt und sich darstellt, giebt es verschiedene Formen der Einen Idee; welche verschiedene Formen nun wohl auch selber verschiedene Ideen genannt werden. Ich sage ausdrücklich: innerhalb unseres Gefühls und unseres Bewusstseyns; denn nur im Bewusstseyn sind die Aeusserungen der Idee verschieden, jenseits desselben ist diese Aeusserung nur Eine.

Die erste, unter der Menschheit am frühesten ausgebrochene, und dermalen am weitesten verbreitete Art jenes Ausflusses der Urthätigkeit ist die in Materie ausser uns vermittelst unserer eigenen materiellen Kraft: und in dieser Art des Ausflusses besteht die schöne Kunst. Ausfluss der Urthätigkeit,[58] habe ich gesagt, – der nur aus sich selber strömenden und sich selbst genügenden, keinesweges der auf Erfahrung und Beobachtung in der Aussenwelt sich stützenden; diese letztere giebt nur das individuelle, und darum unedle und hässliche, welches schon um das Einemal, da es in der Wirklichkeit da ist, zu viel da ist, durch dessen Wiederholung sonach und Vervielfältigung durch die Kunst ein schlechter Dienst geleistet werden würde. In Materie ausser uns, sagte ich, gleichgeltend in welche; ob nun der körperliche Ausdruck des in eine Idee verlorenen Menschen – denn nur dieser, nur als solcher ist Gegenstand der Kunst, – fixirt werde im Marmor, gebildet werde auf der Fläche, u. dergl., oder ob die Bewegungen eines begeisterten Gemüths in Tönen ausgedrückt werden, oder die Empfindungen und Gedanken desselben Gemüths rein, wie sie sind, sich selber in Worten aussprechen: immer ist es Ausströmen der Urthätigkeit in Materie.

Gewiss zerfliesst der wahre Künstler, in dem Sinne, wie wir ihn nehmen, bei Ausübung seiner Kunst in den höchsten Genuss der beschriebenen Seligkeit; denn sein Wesen ist sodann aufgegangen in freie, sich selber genügende Urthätigkeit, und in das Gefühl dieser Thätigkeit. Und wem wären denn alle Wege verschlossen, sein Werk mit zu geniessen; und so auf einige Weise und in einem entfernten Grade Mitschöpfer desselben zu seyn, und wenigstens auf diese Weise inne zu werden, dass es einen Genuss gebe, der jeden sinnlichen Genuss weit überwiegt.

Eine andere und höhere, in weniger Individuen zum Leben hindurchgebrochene Form der Idee ist das Ausströmen der Urthätigkeit in die gesellschaftlichen Verhältnisse der Menschheit, – die Quelle der weltbürgerlichen Ideen; im Leben die Erzeugerin des Heroismus, und die Urheberin alles Rechts und aller Ordnung unter den Menschen. Mit welcher Kraft diese Idee ausstatte, ist schon gezeigt; mit welcher Seligkeit sie das ihr ergebene Gemüth erfülle, folgt aus dem Gesagten; und wer unter Ihnen Welt und Vaterland zu denken, und mit Vergessenheit seiner selber ihnen zu dienen vermag, der weiss es aus eigener Erfahrung.[59]

Eine dritte Form der Idee ist das Ausströmen der Urthätigkeit in die Erfahrung und Nacherschaffung des gesammten Universums, rein aus sich selber, d. i. aus dem Gedanken: oder die Wissenschaft; denn gerade das, was ich eben gesagt, war in ihrem Wesen die Wissenschaft, wo sie jemals unter den Menschen sich gezeigt hat, und das wird sie bleiben in alle Ewigkeit. Welchen hohen Genuss diese Wissenschaft ihren Geweihten gewähre, ist schon oben beschrieben; hier ist nur noch das hinzuzusetzen, dass der Genuss an ihr geistiger, und eben darum durchdringender und höher ist, als jeder andere aus der Idee; indem hier die Idee nicht nur ist, sondern selber als Idee, als innerer Gedanke aus sich selber hervorquillend, gefühlt und genossen wird: und dass dieses ohne Zweifel die höchste Seligkeit ist, welche der Sterbliche hienieden an sich zu bringen vermag. Nur in Absicht ihres Einflusses nach aussen steht die Wissenschaft in dem Nachtheile gegen die schöne Kunst, dass diese durch einen verborgenen Zauber von Sympathie im Geisterreiche auch den Nichtkünstler auf einige Augenblicke zu sich zu erheben, und ihm einen Vorschmack ihres Genusses zu geben vermag, dagegen das Geheimniss der Wissenschaft keiner empfahet, dem es nicht in ihm selber aufgeht.

Endlich, die umfassendste, alles in sich aufnehmende und durchaus an jedes Gemüth zu bringende Form der Idee, das Hinströmen aller Thätigkeit und alles Lebens, mit Bewusstseyn, in den Einen, unmittelbar empfundenen Urquell des Lebens, die Gottheit: oder – die Religion. Wem dieses Bewusstseyn in seiner Unmittelbarkeit und unerschütterlichen Gewissheit aufgeht, und ihm zur Seele wird alles seines übrigen Wissens, Denkens und Sinnens, der ist eingegangen in den Besitz nie zu trübender Seligkeit. Was ihm begegne, es ist Lebensform jenes Urquells des Lebens, welches in jeglicher Gestalt heilig ist und gut, und welches in jeglicher Gestalt zu lieben er sich nicht entbrechen kann; es ist, falls er etwa mit anderen Worten sich ausdrückte, der Wille Gottes, mit welchem sein Wille immer Eins ist. Was ihm zu thun vorkomme, so beschwerlich es sey, oder so gering und unedel es erscheine – es ist Lebensform[60] jenes Urquells des Lebens in ihm, dessen Ausdruck zu seyn seine Seligkeit ausmacht; es ist der Wille Gottes an ihn, dessen Werkzeug zu seyn ihn beglückt. Wer in diesem Glauben und in dieser Liebe sein Feld ackert, ist unendlich edler und seliger, als wer ohne diesen Glauben Berge versetzt.

Dieses, E. V., sind die Materialien zum Bilde des Einen Vernunftlebens, dessen Entwerfung wir die letzte und die gegenwärtige Rede gewidmet hatten. Lassen Sie uns jetzt diese Materialien auf Einheit zurückführen.

Die verschiedenen Gestalten, in welche das Bild der Einen ewigen Urthätigkeit innerhalb unseres Bewusstseyns sich bricht, und deren bedeutendste wir angegeben haben, sind dennoch, jenseits dieses unmittelbaren Bewusstseyns, durchaus Eine und dieselbe Urthätigkeit, sagten wir. Allenthalben, wo sie in irgend einer dieser Gestalten in das Leben eintritt, umfasst sie in und kraft dieser Gestalt sich dennoch ganz, und liebt sich ganz, und entwickelt sich ganz, nur ohne ihr eigenes Wissen oder Willen, allenthalben nicht verschieden, sondern dieselbe Eine bloss wiederholt, und mehrmals gesetzt; allenthalben dasselbe Eine, aus sich selbst quellende Leben, rastlos in seiner Einheit sich neu gebärend, und in seiner Bewegung abwindend den Einen Strom der Zeit. Diese Eine Idee, in der Gestalt der schönen Kunst, drückt den uns umgebenden Lebenselementen das äussere Gepräge der in die Idee verlorenen Menschheit auf – sie wisse es oder nicht, lediglich darum, damit die künftigen Generationen gleich bei ihrem Erwachen ins Leben das Würdige umfange, und durch eine gewisse sympathetische Kraft den äusseren Sinn derselben erziehe, wodurch der Gestaltung des Innern mächtig vorgearbeitet wird; also in jener einzelnen Gestalt strebt die ganze Idee sich selbst ganz an, und arbeitet für sich als Ganzes. Oder, dieselbe Eine Idee, in der Gestalt der Religion, des Hinschwebens alles irdischen Thuns und Treibens in den Einen ewigen, stets reinen, stets guten, stets seligen Urquell des Lebens, was will sie? – Welcher Edle, nicht mehr angezogen durch das irdische Leben, und eben darum völlig im Reinen, dass es nichts sey, könnte es über sich gewinnen, dasselbe fortzutreiben, ohne jene Beziehung[61] auf das Eine, Ewige, Dauernde, welche die Religion ihm darbietet Und so ist denn abermals die Eine ganze Idee, die in dieser Gestalt der Religion sich selber und ihren letzten Boden trägt, und den sonst unauflöslichen Widerspruch zwischen der Gesinnung, die sie einflösst, und zwischen den Aufträgen, die sie zu ertheilen sich nicht entbrechen kann, vollkommen löset. Und so verhält es sich mit jeder von uns erwähnten besonderen Gestalt der Idee, und mit jeder möglichen; wovon ich die Ausführung Ihrem eigenen Nachdenken überlasse.

So, sagte ich, windet die ewig sich selbst ganz erfassende, in sich selber lebende, und aus sich selber lebende Eine Idee sich fort durch den Einen Strom der Zeit. Und, setze ich hinzu, in jedem Momente dieses Zeitstroms erfasst sie sich ganz, und durchdringt sich ganz, wie sie ist in dem ganzen unendlichen Strome; ewig und immer sich selber allgegenwärtig. Was in ihr in jedem Momente vorkommt, ist nur, inwiefern war, was vergangen ist, und weil da seyn soll, was in alle Ewigkeit werden wird. Nichts geht in diesem System verloren. Welten gebären Welten, und Zeiten gebären neue Zeiten, welche letzteren betrachtend über den ersteren stehen, und den verborgenen Zusammenhang der Ursachen und Wirkungen in ihnen erhellen. Dann thut sich auf das Grab, – nicht das, was aus Erdhügeln Menschen häuften, sondern das des undurchdringlichen Dunkels womit das erste Leben uns umgiebt, und es gehen aus ihm hervor die mächtigen Organe der Ideen, und erblicken im neuen Liebte vollführt, was sie anfingen, ganz, was sie einseitig erfassten; – geht hervor jede noch so unscheinbare That, die im Glauben an das Ewige geschah; schwingt sich selbst das hier gefesselte und zum Boden niedergezogene geheime Sehnen im neuen Aether auf entwickelten Fittigen.

Mit einem Worte: wie, wenn der Athem des Frühlings die Lüfte belebt, das starrende Eis, wovon jedes Atom noch kurz vorher fest in sich selbst sich verschloss, und jedes Nachbaratom streng von sich ab hielt, sich nicht länger hält, sondern[62] zusammenströmt in eine einzige sich durchdringende, in sich bewegliche und laue Fluth; wie dann die vorher getrennten, und in dieser Trennung nur Tod und Verwüstung darstellenden Naturkräfte einander entgegenströmen, und sich umarmen und durchdringen, und in dieser Durchdringung lebendigen Balsam darbieten allen Sinnen: also – zerfliesset nicht durch den Liebeshauch der Geisterwelt, denn es ist in ihr kein Winter, sondern es ist und bleibt in ihr ewig verflossen das Ganze. Nichts Einzelnes vermag zu leben in sich und für sich, sondern alles lebt in dem Ganzen, und dieses Ganze selber in unaussprechlicher Liebe stirbt unaufhörlich für sich selber, um neu zu leben. Das ist einmal das Gesetz der Geisterwelt: alles, was zum Gefühle des Daseyns gekommen, falle zum Opfer dem ins unendliche fort zu steigernden Seyn; und dieses Gesetz waltet unaufhaltbar, ohne irgend eines Einwilligung zu erwarten. Nur dies ist der Unterschied, ob man mit der Binde um das Haupt, wie ein Thier, sich zur Schlachtbank wolle führen lassen; oder frei und edel, und im vollen Vorgenusse des Lebens, das aus unserem Falle sich entwickeln wird, sein Leben am Altare des ewigen Lebens zur Gabe darbringen.

So ist es, E. V.; unter dieser heiligen Gesetzgebung, willig oder unwillig gefragt oder nicht gefragt, stehen wir alle; und es ist nur ein schwerer Fiebertraum, der die Stirn des Egoisten umzieht, wenn er glaubt, dass er für sich allein zu leben vermöge; wodurch er die Sache nicht ändert und nur sich selbst Unrecht thut. Möge die Schlummerer in der Wiege für das ewige Leben zuweilen ein freudigerer Traum aus jenem Leben erquicken; mögen von Zeit zu Zeit Verkündigungen an ihr Ohr treffen, dass es ein Licht gebe, und einen Tag![63]

Quelle:
Johann Gottlieb Fichtes sämmtliche Werke. Band 7, Berlin 1845/1846, S. 48-64.
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Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters
Philosophische Bibliothek Band 247: Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters

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