Das Dreißiger-Bruchstück

Phusso

[454] 949

Da manchen Jünger, manchen Mönch

Von edlem Ansehn, echtem Ernst

Bei Bruder Phusso er gesehn,

Hob also Paṇḍaraso an:


950

»Wie mögen doch, was meinst du, Herr,

In Zukunft unsre Jünger sein?

Von was für Wesen, was für Schlag,

Von welchem Anblick, welcher Art?«


951

»So höre, Heil'ger du, mein Wort

Und merk' es, Paṇḍaraso, recht:

Hab' acht, ich will dir melden klar

Was ich als Zukunft angeschaut.


952

Von Zorn verzehrt, von Haß verhetzt,

Verschlagen, schlaff, arglistig schlau,

Voll Eifersucht und Eigensinn

Zeigt mir die Zukunft manchen Mönch.


953

Die tiefe Wahrheit zu verstehn

Wird mancher meinen, dünkelhaft,

Der seichten Sinn am Ufer sucht,

Mit frechen Freunden Possen spielt.


[455] 954

Viel Elend, viel Erbärmlichkeit

Wird offenbar sein in der Welt:

Das Wort des Herrn, so klar erklärt,

Das werden sinnlos trüben sie.


955

Der Ordensfeind, der frevle Gauch

Gebärdet sich als frommer Mann;

Gemeinheit überwiegt alsbald,

Maulaffen sieht man, faules Volk.


956

Der Ordensfreund, der wackre Mönch,

Der tapfer an der Tugend hält,

Wird überboten, überstimmt,

Beschämt verstummt er, ungehört.


957

Sie nehmen Gold und Silber an

Und Haus und Hof und Feld und Vieh

Und Knecht und Magd, voll Übermut:

Das ist der Zukunft Angesicht.


958

Sie werden mürrisch gehn, betört,

Entfremdet frohem Tugendpfad,

Von blöder Ruhmsucht aufgebläht

Verwildern roh, entzückt von Zank.


959

Sie ziehn die Brauen düster auf

Und legen dunkle Kleidung an,

Betrüger, Tröpfe, geifernd, geil,

Die geben sich für heilig aus!


960

Mit weich geöltem Lockenhaar,

Mit frechen Augen, frisch gesalbt:

So gehn sie durch die Gassen hin,

Geschmückt mit Gold und Elfenbein.


[456] 961

Das rauhe Wams, dem Reinen recht,

Das fahl gefärbte Ehrenkleid,

Die gelbe Kutte wird verhaßt:

Ein weißer Mantel macht sie froh.


962

Nach Hab' und Gut begehren sie,

Verdrossen, träge, müde, matt,

Die Klausen fliehn sie, fliehn den Wald,

Und siedeln sich ans nahe Dorf.


963

Die reich beschenkten Heuchler nur,

Zu Lust und Laster stets gelaunt,

Die hält man hoch, verehrt sie gern,

Folgt ihnen, unbekümmert, nach.


964

Die unbeschenkt und einsam gehn

Verachtet man und kennt sie nicht,

Und wenn sie noch so trefflich sind

Und weise: keiner kehrt sich dran.


965

Die bunten Fetzen, die man gibt,

Die unser einer flickt und färbt,

Verwerfen sie, erwählen auch,

Wie andre Büßer, weißes Kleid.


966

Zum Ekel wird der fahle Rock,

Zuwider ihrer Willensucht,

Des fahlen Rockes Reinigkeit

Will keiner kennen, keiner sehn.


[457] 967

Vom Speer getroffen, schwer verletzt,

Durchwühlt von wilder Schmerzenspein,

Fiel einst als Opfer arger List

Unvorgesehn ein Elefant.


968

Da sah der edle Sechserilph

Den Jäger fahl verkleidet stehn,

Und Klage ließ er lauten weh,

Im letzten Seufzer, sinnbegabt:


969

›Wer ungeheilt von trübem Drang

Den trüben Rock ergreifen will,

Der Wahrheit und Entsagung fremd:

Dem ziemet nicht das Mönchgewand.


970

Doch wer geheilt von trübem Drang

Fest stehet in der Ordenszucht,

Der Wahrheit und Entsagung treu:

Ja, dem geziemt der trübe Rock.‹


971

Wer sittenlos verlottert geht,

Gemeiner Knecht um Sinnensold,

Verstörten Geistes, tugendbar:

Dem ziemet nicht der trübe Rock.


972

Doch wer da tugendlauter lebt,

Getrost erstorben jeder Lust,

Geklärten Geistes, licht und rein:

Ja, dem geziemt der trübe Rock.


[458] 973

Dem Gecken, der sich blöde bläht,

Dem Laffen ohne Tüchtigkeit

Stehn weiße Falten leidlich gut:

Was gält' ihm wohl der trübe Rock?


974

Die Mönche, ja die Nonnen gar

Hört man in Zukunft ohne Zucht

Erzürnten Tadel zischen laut,

Verlästern heil'ge Meister hier!


975

Von Ordensvätern ernst belehrt

Wie man die Kutte tragen soll,

Vergelten sie's mit Ungeduld,

Und jeder tut, was ihm gefällt.


976

So leben lässig sie dahin

Und kümmern sich um kein Gebot,

Gehorchen keinem Lenkerwort,

Gleichwie der Gaul, der störrig stockt.


977

Das ist der Zukunft Angesicht,

Dies Ende seh' ich offenbar;

Die Mönche da, die Nonnen dort,

Sie werden elend untergehn.


978

Bevor heranzieht jene Zeit,

Das arge Unheil, furchtbar groß,

Seid sanften Sinnes, liebreich, gut,

In edler Eintracht euch getreu.


[459] 979

Seid freundlich froh, mitleidig mild,

Beharrlich tüchtig, tugendheil;

Standhaft gestählt, ausdauernd stark

Kämpft euch zum Ziele kühn hindurch!


980

Erkennt als Abgrund leichten Sinn

Und Ernst als echte Sicherheit:

Den heil'gen achtgeteilten Pfad

Sollt ihr vollenden, toderlöst.«


Sāriputto

981

Bei jedem Tritte, jedem Trachten triftig,

Im ernsten Weiterdringen unverdrossen,

Mit sich in Frieden, selber froh gefestigt,

Alleingenugsam hier: den heißen Mönch sie.


982

Ein Mönch soll nicht gesättigt sein

Mit Speis' und Trank nach derbem Maß:

Mit leichtem Leibe soll er ziehn,

Gebührlich betteln karge Kost.


983

Vier Bissen nehm' er oder fünf

Als Mahl ein, trinke Wasser dann:

Genug zur eignen Ebbung ist's

Für einen Mönch, der mutig kämpft.


984

Gewänder arm und abgenützt,

Zur Notdurft dienlich, leg' er an:

Genug zur eignen Ebbung ist's

Für einen Mönch, der mutig kämpft.


[460] 985

Wer sinnend sitzt, verschränkten Beins,

Und Regen netzt ihm nicht das Knie:

Genug zur eignen Ebbung ist's

Für einen Mönch, der mutig kämpft.


986

Wer Freude hat als Leid erkannt

Und Leid als spitze Lanzenpein,

Der bleibt von beiden unbewegt,

Was immer auch geschehen mag.


987

Daß nur kein Böser nah' mir sei,

Kein Feigling, kein verzagter Mann,

Kein roher, kein gemeiner Mensch,

Was immer auch geschehen mag.


988

Der vielerfahrne, weise Mönch,

Der treu getrost in Tugend west,

Des eignen Herzens Heilung sucht:

Der mag zu Scheitel stehen mir.


989

Wer sich der Sonderheit ergibt,

Ein Mensch, den Sondersein ergetzt,

Der hat das höchste, sichre Heil,

Die Wahnerlöschung, bald verwirkt.


990

Wer aber alle Sonderheit

Verleugnet hat, geeinigt ist,

Der hat das höchste, sichre Heil,

Die Wahnerlöschung, bald erwirkt.


991

Sei's nah' dem Dorfe, nah' dem Wald,

Sei's in der Ebne, im Gebirg:

Die Stätte wo ein Heil'ger weilt

Ist ein entzückend schöner Ort.


[461] 992

Entzückend ist der Waldesgrund,

Wo sich die Menge nicht ergetzt

Ergetzen gierlos Heil'ge sich:

Sie jagen nicht den Lüsten nach.


993

Als Schatzverkünder gelte dir

Ein Mann, der weiß was trefflich ist,

Der Denker, der das Wort erwägt,

Als Weiser sei er hochgeschätzt;

Verehrung eines solchen Manns

Führt Übel nicht, führt Wohl dir zu.


994

Er lehre lauter, deute fein

Und halte rein die Ordenszucht:

Als Freund ist er den Guten wert,

Nur Schlechte sehn den Feind in ihm.


995 · 996 · 997

Der wache Herr, der Seher tat

Der Wahrheit Wort dem andern kund:

Ich aber hab' ihm zugehört

Mit offnem Ohr und inniglich.

Und nicht umsonst hab' ich gelauscht –

Gesundet bin ich, wahnerlöst.

Und keine frühre Daseinsform,

Kein überirdisch Angesicht

Von Weltverwesen, Weltentstehn,

Nicht Herzenskunde, -kennerschaft,

Nicht himmlisch reine Hörgewalt

Kann wecken mir noch Wissensdurst.


[462] 998

Dort unterm Baum, wie angelehnt,

Geschoren kahl, gekleidet fahl,

Sitzt Upatisso selbstvertieft

So hell und hehr, der Jüngerfürst.


999

Fern abgeschieden aller Welt

Weilt selig unbewußt, entrückt,

In heil'ges Schweigen eingehüllt,

Der Jünger des erwachten Herrn.


1000

Gleichwie das rauhe Urgebirg

Unregbar wohlgegründet steht,

Steht felsenhaft der Jünger fest

Wann er den Irrwahn hat gefällt.


1001

Der makellose reine Mann,

Der immer nur das Edle sucht,

Sieht wolkenschwer sein Unrecht an,

Wär's gleich wie Haares Spitze klein.


1002

Ich freue mich des Sterbens nicht,

Ich freue mich des Lebens nicht:

Geduldig trag' ich ab den Leib,

Gewitzigt weise, wissensklar.


1003

Ich freue mich des Sterbens nicht,

Ich freue mich des Lebens nicht:

Geduldig wart' ich ab die Zeit,

Gleichwie der Söldner seinen Lohn.


[463] 1004

Von beiden Enden gähnt nur Tod entgegen,

Und Nachher gilt wie Vorher sterblich stets:

O seid gerüstet, rettet euch empor,

Beharrlich jeden Augenblick!


1005

Wie steile Burg im Grenzgebiet

Bewacht wird innen, außen stets,

So hüte du dein eignes Herz

Beharrlich jeden Augenblick:

Wer oft nur einen Augenblick

Verpaßt, erholt sich Höllenpein.


1006

Ein Mönch, der losgelöst, entlebt,

Von Hochmut frei, zu sprechen weiß,

Der schüttelt Böses eilig ab,

Gleichwie der Sturmwind welkes Laub.


1007

Ein Mönch, der losgelöst, entlebt,

Von Hochmut frei, zu sprechen weiß,

Der reißt Verruchtes eilig ab,

Gleichwie der Sturmwind welkes Laub.


1008

Ein Mönch, der losgelöst, entstrebt,

Erhaben strahlt in Heiterkeit:

Der Tugend hoher Dulderheld,

Er mach' ein Ende allem Leid!


1009

Verlass' dich nie auf einzelne Genossen,

Ob es nun Bürger seien oder Büßer;

Auch Wohlgewillte wandeln sich in Arge,

Auch Arge wieder um in Wohlgewillte.


[464] 1010

Begehrsucht, Haß und Mattigkeit

Und Stolz und Zweifel: diese fünf

Verschlemmen dir, o Mönch, das Herz,

Gemütes Schlacken heißt man sie.


1011

Wer hochverehrt, hochangesehn,

Und hohnverachtet, hohnversucht

Unwandelbar geeinigt bleibt,

Beharrlich ernst in Innigkeit:


1012

Der Schauung Meister, mildgemut,

In zartem Anblick tief beglückt,

Unhaftbar selig, durstversiegt:

Den wahren Menschen heißt man ihn.


1013

Nicht Ozean, nicht Erdenreich,

Nicht Felsgebirg, nicht Luftgebiet

Gewähren Bild und Gleichnis dir

Des höchsten Heiles unsres Herrn.


1014

Der Jünger, der dem Meister folgt,

Des Wissens Fürst, des Tiefsinns Hort,

Wie Wasser-, Feuer-, Erdenart

Verdirbt er nicht, verrostet nicht.


1015

Der Weisheit hehrer Weiheherr,

Der wache Held, ein Meisterheld:

Erlahmt scheint er, der unerlahmt

Erloschen wandelt immerdar.


1016

Gedient hab' ich dem Meisterherrn,

Gewirkt hab' ich des Wachen Werk:

Die schwere Last ist abgelegt,

Die Daseinsader ausgedarrt.


[465] 1017

»Harrt bis zum Ende standhaft aus!«

Das ist mein letztes Wort an euch.

Verlöschen will ich völlig nun,

Entwesen bin ich überall.


Ānando

1018

Mit frechem Heuchler, Zornverzehrtem,

Mit eigenfroh genußergetztem Gauch

Soll Umgang üben nie der kluge Mann;

Geselligkeit Gemeiner macht gemein.


1019

Mit wohlvertrautem tüchtig Treuen,

Mit aufgeklärtem vielerfahrnen Freund

Soll Umgang üben oft der kluge Mann;

Geselligkeit mit Edlen adelt uns.


1020

Schau' wie der Balg ist aufgeputzt,

Der ganz aus Wunden doch besteht,

Der siech ist, voll von Willensdrang,

Der dauerlos erstirbt, verstiebt.


1021

Der viel gehört, geredet recht,

Des wachen Herrn gewartet hat:

Der bürdelos entfesselt ist,

Der Gotamide geht zur Ruh'.


[466] 1022

Der wahnversiegt entfesselt geht,

Der wunschentwöhnt erloschen ist

Lebt seine letzte Leiblichkeit,

Läßt hinter sich Geburt und Grab.


1023

Der tapfer stand im Felde hält,

Der Vetter des erwachten Herrn,

Der durch zum Heile sich gekämpft:

Der Gotamide, der hält stand.


1024

Der Worte des erwachten Herrn

Hab' zweiundachtzigtausend ich

Gemerkt mir, und zweitausend noch

Hat mich die Jüngerschar gelehrt:

So daß mir vierundachtzig nun

Der tausend wohl geläufig sind.


1025

Wer nichts gehört hat, nichts versteht,

Der altert nur nach Ochsenart:

Sein Bauch wächst immer mehr und mehr,

Doch seine Einsicht wachset nicht.


1026

Wer viel gehört, und darum den,

Der nichts gehört, verachten will:

Ein Blinder, der die Lampe hält,

So muß ein solcher dünken mich.


1027

Der viel gehört hat sei dein Hort,

Gehörtes soll nicht untergehn:

Der Reinheit Wurzel ist das Wort,

Als Wortbewahrer sollst du stehn.


[467] 1028

Wer Wort für Wort die Silben kennt,

Zusammenhang, Zergliederung,

Wahrt auch die Rede rechtgefügt

Und achtet eifrig auf den Sinn.


1029

Gelassen reiht er Satz an Satz,

Hält Pausen ein, wägt ab das Wort,

Zieht sich zurück zur rechten Zeit,

Vertieft zu ruhen, innig, ernst.


1030

Den Wortbewahrer unsres Herrn,

Der viel gehört hat, viel gedacht,

Die Lehre klar erkennen will:

Den ehret als von echter Art!


1031

Der viel erfuhr vom Meisterherrn,

Der Wortbewahrer, Wortwardein,

Ist Auge dieser ganzen Welt,

Ein vielerfahrner Ehrenmönch.


1032

Der Wahrheit Forscher, Wahrheit Freund,

Der froh der Wahrheit sich geweiht,

Ein Jünger, der die Wahrheit liebt,

Fällt nimmer von der Wahrheit ab.


1033

Wer da den Körper hegt und pflegt

Und sorglos hinlebt Tag um Tag,

Erpicht auf leiblich Wohlergehn:

Wo fände der Asketenglück?


[468] 1034

Verdunkelt scheint mir heller Tag,

Verfinstert alle Welt umher:

Dahin ist, ach, der treue Freund,

Und Nebel dämmern düster auf.


1035

Nun Er dahingegangen ist,

Der holde Freund, der Meisterherr,

Bleibt uns kein beßrer Trost zurück

Als Ekel vor der Leibesart.


1036

Vorüber ist was einstens war,

Ein Neues kommt mich nimmer an;

Wohl üb' allein ich Schauung heut,

Wie Vöglein wann der Regen fällt.


1037

»Wer auch gar spät am Tage kam,

Von da, von dort, aus Stadt und Land:

Weist keinen ab, der hören will,

Sie sollen kennen meine Art.«


1038

Wer auch gar spät am Tage kam,

Von da, von dort, aus manchem Reich:

Der Meister läßt den Letzten vor,

Der Augenhafte wehret nicht.


1039

Durch volle fünfundzwanzig Jahr',

Solang' als ich da Pilger bin,

Hab' niemals ich an Lust gedacht:

O sieh' wie stark die Lehre wirkt!


[469] 1040

Durch volle fünfundzwanzig Jahr',

Solang' als ich da Pilger bin,

Hab' niemals ich an Haß gedacht:

O sieh' wie stark die Lehre wirkt!


1041

Durch fünfundzwanzig Jahre hin

Hab' immer ich dem Herrn gedient

Mit liebevoller Werke Tat,

Beständig wie der Schatten steht.


1042

Durch fünfundzwanzig Jahre hin

Hab' immer ich dem Herrn gedient

Mit liebevoller Worte Tat,

Beständig wie der Schatten steht.


1043

Durch fünfundzwanzig Jahre hin

Hab' immer ich dem Herrn gedient

Mit liebevoller Denkenstat,

Beständig wie der Schatten steht.


1044

Ging aus der Herr auf Wanderschaft,

So ging ich nach ihm, Schritt um Schritt;

Und kündet' er der Wahrheit Wort,

Nahm ich die Kunde köstlich an.


1045

Noch muß ich ringen ohne Rast,

Bin Jünger erst, nicht Meister schon,

Und, ach, dahin ist unser Herr,

Der mir so hold aus Mitleid war!


1046

Entsetzlich war es, grauenvoll,

Die Haare sträubten sich vor Gram

Als Er, vollendet allzumal,

Der auferwachte Herr, verlosch.


[470] Ein anderer Mönch spricht:


1047

Der viel erfuhr vom Meisterherrn,

Der Wortbewahrer, Wortwardein,

Das Auge dieser ganzen Welt,

Ānando ging erloschen aus;


1048

Der viel erfuhr vom Meisterherrn,

Der Wortbewahrer, Wortwardein,

Das Auge dieser ganzen Welt,

Das strahlend durch die Nebel drang:


1049

Der tugendhehre, weise Mann,

Der standhaft starke, stete Held,

Des Wortes Hüter echter Art,

Ānando, der Juwelen Hort.


1050

Gedient hab' ich dem Meisterherrn,

Gewirkt hab' ich des Wachen Werk:

Die schwere Last ist abgelegt,

Die Daseinsader ausgedarrt.

Quelle:
Die Reden Gotamo Buddhos. Bd. 3, Zürich/Wien 1957, S. 454-471.
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